Geschichte: Fanfiction / Prominente / Musik / K.I.Z / Apfeltee

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Apfeltee

von Gloria666
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / MaleSlash
Maxim Drüner Nico Seyfrid Tarek "Tafel" Ebéné
04.05.2019
18.07.2019
20
23.078
9
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14 Reviews
Dieses Kapitel
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04.05.2019 1.198
 
Angst. Pure Angst pochte in meinen Adern und nahm mir beinahe das Bewusstsein. Doch nein, bitte nicht zusammenbrechen. Nicht jetzt. Gerade nicht jetzt!! Meine Beine trugen mich durch die dunklen Gassen. So schnell wie vermutlich noch nie in meinem kleinen Leben zuvor. Ich hörte die schweren Schritte hinter mir immer leiser und langsamer werden. Realisierte erst nur bruchstückartig, dass ich es tatsächlich geschafft hatte, meine Verfolger abzuhängen. Mittlerweile war ich auf einen kleinen Weg im Park gelangt und traute mich, einen Blick über die Schulter zu werfen, immer noch gehetzt nach vorn stolpernd. Durch das Duster konnte ich kaum etwas erkennen, aber auf jeden Fall keine Bewegungen.

Doch huch. Plötzlich rannte ich gegen etwas oder viel besser jemanden. Mit einem spitzen Aufschrei blieb ich sofort vor Schreck stehen und stolperte sogar wieder einige Schritte zurück. Geschockt riss ich meine Augen auf und versuchte in der Dunkelheit etwas von dem zu erkennen, was ich beinahe umgerannt hatte.

Definitiv ein Mann. Das riesige, breite Kreuz wandte sich langsam von mir ab, wich einem Jackenärmel bis ich schließlich auf ein Adidas-Emblem direkt vor meiner Nase starrte. Verschreckt hob ich langsam meinen Kopf, in der Erwartung gleich in das Gesicht des nächsten Schlägers zu starren. Doch damit hatte ich nicht gerechnet.

Ich hatte meinen Kopf nun endlich etwas in den Nacken gelegt und meine Augen weiteten sich noch mehr, als mich sein Blick traf. Trotz der Dunkelheit leuchteten seine Augen. Etwas verwirrt, was ich ihm von meinem „Überfall“ ja nicht verübeln konnte, blickte er auf mich herab. Aber definitiv entgegen aller Vermutungen nicht aggressiv, sondern fast schon sanft. Plötzlich vergaß ich meine Flucht, auf der ich mich noch vor einer halben Minute befunden hatte, und guckte immer noch ungläubig zu diesem Mann hinauf.

Unbemerkt war mir wohl vor Schreck meine Kinnlade hinab geklappt, denn nach einigen merkwürdigen Sekunden, in denen ich meinen Blick immer noch nicht von diesen unglaublich blauen, klaren Augen abwenden konnte, räusperte sich mein Gegenüber und ließ seinen Blick zu meinem Kinn hinab wandern. Bevor ich verlegen meinen Mund schloss und meinen Blick senkte, erhaschte ich noch einen Blick auf seine langen Wimpern, welche seine ausdrucksstarken Augen so wundervoll umrahmten.

Schon allein dieser seltsame Gedanke ließ mir plötzlich das Blut in die Wangen steigen und ich zog mich einen Schritt in die schützende Nacht zurück. Immer noch verlegen murmelte ich eine Entschuldigung und wollte mich schon abwenden, mich so schnell wie möglich von dieser seltsamen, geisterhaften Erscheinung entfernen, als sich plötzlich eine starke Hand um mein dünnes Handgelenk legte und mich damit sanft am Weitergehen hinderte. Mein Herz setzte einige Schläge aus, ehe es plötzlich doppelt so schnell anfing zu rasen. Seine kühlen, aber dennoch angenehmen Finger hielten mich bestimmt, aber nicht schmerzhaft fest und unwillkürlich bildete sich auf meiner nackten Haut eine Gänsehaut, die meinen Arm hinaufwanderte und schließlich meinen ganzen Körper erfasste.

Völlig überrumpelt konnte ich nicht anders, als verschreckt in sein Gesicht zu schauen. Erst jetzt erkannte ich schemenhaft den Rest seiner Züge und erschrak, als ich feststellte, dass diese nicht weniger von sich versprachen als seine Augen es einige Momente zuvor getan hatten. Im Gegenteil, plötzlich erschien er mir noch engelsgleicher. So etwas Perfektes hatte ich noch nie gesehen. Jeder Millimeter dieses Gesichts stand in vollster Harmonie zu den anderen und dies raubte mir den Atem. Wieder räusperte er sich und ich bemerkte plötzlich, wie seltsam ich ihn angestarrt haben musste. Doch dieses Mal verhinderte sein Griff, dass ich mich von ihm entfernen konnte. Stattdessen trat er sogar noch einen Schritt auf mich zu.

Und erst jetzt, durch das erneute Nah sein, nahm ich diesen sanften Duft wahr. Die kaum vorhandene Geruchswolke, die von ihm ausging, benebelte mein Gehirn schlagartig. Doch ehe ich mir weitere Gedanken dazu machen konnte, fing er umgehend an zu sprechen: „Hey, kann man dir irgendwie helfen? Du… du siehst irgendwie ziemlich… verschreckt aus.“ Ich bemerkte, wie er zögerte und war zu keiner Antwort fähig. „Alles gut bei dir?“ Während dieser kurzen Ansprache hatte er sein Gesicht etwas zu mir vorgebeugt, um mich besser anschauen zu können. Seine Stimme war unfassbar… rau, tief, aber so sanft. Fast schon samtig. Noch nie hatte ich eine vergleichbar schöne Stimme zu hören bekommen.

Allmählich versuchte ich mich zusammenzureißen und antwortete ihm schließlich stotternd: „Ähh… ja, ja mir geht’s super. Bin grade 10 Minuten lang vor ein paar Schlägertypen weggerannt, denen ich etwas dumm gekommen bin und die mich halb verkloppt haben… hatte noch nie so eine Angst… bin noch nie so schnell gerannt in meinem Leben… Aber sonst geht’s mir echt gut. Danke der Nachfrage.“ Ich staunte selbst nicht schlecht, als ich geendet hatte. Wie kam ich nur auf die unfassbar dumme Idee, diesen Wildfremden mit meinen Problemen zu nerven. Und wie kamen diese Worte überhaupt gerade über meine Lippen. Solche Schlagfertigkeit bin ich ja schon lange nicht mehr von mir gewohnt.

Selbst immer noch überrascht, schaute ich schließlich wieder zu ihm hinauf, traute mich kaum, in diese Augen zu schauen, die mir schon wieder die Fähigkeit nahmen, auch nur einen klaren Gedanken zu fassen. In seinen verwunderten Blick mischte sich Sorge. Ernste Sorge, wie ich erkannte. Und ehe ich es mir versah, ließ er von meinem Handgelenk ab – Gott, endlich, ich hatte schon Angst, dass meine von ihm zum Zittern gebrachten Knie endgültig ihren Geist aufgegeben hätten, wenn er mich noch länger so angefasst hätte – und hob seine Hand kurz zu meinem Gesicht, hielt jedoch in der Bewegung inne und vergrub sie stattdessen in seiner Hosentasche.

Auf meinen nackten Armen, welche vor Minuten noch mit einem dünnen Schweißfilm überzogen waren, bildete sich wieder eine Gänsehaut, und dieses Mal hatte das nichts mit einer Berührung meines Gegenübers zu tun, sondern damit, dass es schlichtweg arschkalt war. Die Flucht hatte mich ins Schwitzen gebracht, meine Atmung hatte sich immer noch nicht beruhigt und langsam fing ich wirklich an zu frieren. Bei meinem überhasteten Entkommen aus dem Club hatte ich keine Zeit mehr gehabt, meine Jacke zu suchen.

Er schaute derweil immer noch etwas verdutzt, aber endgültig besorgt zu mir hinab. Sein Blick wanderte langsam über meinen Körper und als er sich meiner, den Temperaturen deutlich unangemessen Bekleidung bewusst wurde, zog er schnell seine Jacke aus und legte sie mir um die Schultern, sodass ich dankend in die mir etwas zu großen Ärmel fuhr. Sein anfangs verdeckter Geruch breitete sich nun schlagartig über mich aus und zog mich in eine Wolke, welche mich von allen Seiten umfing. Genüsslich schloss ich meine Augen und gab mich voll und ganz dieser tiefen Ruhe hin, die dieser Duft in mir verursachte. Der weiche, kuschlige Stoff der dunklen Trainingsjacke verstärkte das Gefühl, sodass ich erneut anfing, alles um mich herum zu vergessen. Bis mich plötzlich zwei Hände an meinen Oberarmen packten und leicht schüttelten. Seine Stimme, die wie durch Watte an meine Ohren drang, war nun alles andere als sanft. Angst und ernsthafte Sorge schwangen indes mit, als er mich erneut, dieses Mal gehetzter, danach fragte, ob alles gut bei mir war. Doch ich hatte keine Kraft und ehrlich gesagt auch keine Lust mehr, ihm zu antworten, geschweige denn, meine Augen zu öffnen. Ich ließ mich stattdessen einfach fallen, bis mich endlich das wohlige Schwarz umfing.
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