Der finnische Wingman

von Serenty21
GeschichteRomanze, Freundschaft / P18
OC (Own Character) Sami Osala Samu Haber
04.05.2019
05.10.2019
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Hallo, aus mitten in der Nacht (es is 1 Uhr)
Für alle die mein Gejammer noch nicht mitbekommen haben: Wespen streicheln ist keine gute Idee. Die finden das scheiße und dann rennt man mit dickem Finger durch die Gegend.
Verzeiht mir also extra Tippfehler :P

Es gab wieder sooo viele Rückmeldungen und Zuspruch. Ich freu mich wahnsinnig! Immer wieder wird mir eindrucksvoll bewiesen, wieso ich hier im finnischen Nest bleibe :-)

Ich finde zu später Stunde dürfen wir uns weiterbilden. Dieses Kapitel widme ich einer Arbeitskollegin, die mich im laufe unserer, zugegeben seltsamen, Gespräche inspiriert hat.

Eure Sery



34.  Mit Essen spielt man nicht


Das Handy in Millas Hand war schon ganz warm, weil sie es die ganze Zeit über in ihren Fingern drehte. Seitdem Dr. Koskinen ihr gegenüber Platz genommen hatte, spielte sie damit. Es fiel ihr schwer, diesem Mann in die Augen zu sehen, deswegen blickte sie immer wieder auf ihre eingegangenen Nachrichten.
Er war Anfang fünfzig, hatte dunkle, gut geschnittene Haare und einen akkurat getrimmten Bart um die Mundpartie. Würde sie ihn nicht derart verabscheuen, fände Milla ihn sogar attraktiv. Der Vergleich mit Robert Downey Jr. war ihr bei ihrem ersten Treffen aufgekommen. Doch seitdem er ihr mit jedem Telefonat und jedem Gespräch, das er minütlich abrechnete, das Geld aus der Tasche zog, hatte sich die erste Sympathie schnell gewandelt. Außerdem hatte er diese Art zu sprechen, bei der sie sich stets wie ein dummes, unreifes Kind vorkam. Herablassend und belehrend erklärte er ihr nun zum wiederholten Male den Ablauf der nächsten Tage. Ein weiteres Treffen, das sie ein paar hundert Euro kosten würde und auf das sie gerne verzichtet hätte. Ihr Vater bestand darauf, dass sie sich ein letztes Mal mit ihm besprach. Wie immer hatte sie nachgegeben.
„Haben Sie noch fragen an mich?“, sprach er sie nun direkt an, nachdem er aufgehört hatte, in seinen Papierstapeln vor sich zu wühlen.

Es war Freitagabend und Milla hatte den schmierigen Anwalt keinesfalls in ihrer Wohnung gewollt. Sein Büro lag derart ungünstig, dass er von sich aus immer Hausbesuche anbot. Selbstverständlich verrechnete er die Anfahrtszeit mitein. Da sie noch arbeiten musste und außer ihr niemand mehr im Büro war, hatte sie ihn einfach dorthin bestellt. Es lag in der Innenstadt und bot eine geschäftliche Atmosphäre, die ihr angemessen schien. Außerdem konnte sie sich dort hinter ihrem eigenen Schreibtisch verstecken und einen passenden Abstand zwischen ihnen einhalten. Die Immobilienagentur, in der sie arbeitete, besaß mehrere Filialen in Helsinki. Milla war in der Zentrale angestellt, in der nicht nur private Objekte angeboten, sondern auch Geschäfte mit neuen Bauprojekten abgeschlossen wurden. Vor ihr lag ein Prospekt über eine neue Anlage mit Luxusapartments, nicht weit vom Meer entfernt. Ihr Blick wechselte zu den bunt glänzenden Fotos der Schauräume vor sich, und wieder zurück zu ihrem Telefon. „Ich habe nur noch ein paar Minuten, dann habe ich den nächsten Termin. Keine weiteren Fragen“, antwortete sie ihm viel verspätet und bemühte sich um einen kühlen, distanzierten Ton. Wenn auch die Entlassung ihres Vaters am Montag sie stresste, so hoffte sie, den Anwalt nicht wieder sehen zu müssen. Er grinste schief und sah sie musternd an. Sein schwarzer Anzug mit rot leuchtender Krawatte schrie gerade nach maßgeschneidertem Exemplar. Er verströmte eine holzige Duftnote, die eigentlich angenehm war. Allerdings sträubte sich jede Faser in ihr, dem gutgebauten Mann vor sich auch nur eine Kleinigkeit Gutes abzugewinnen. Dass ihr Vater ausgerechnet ihn haben wollte, wurmte sie immer noch. Wahrscheinlich hatte er im Internet einfach den teuersten und mit der auffälligsten Webseite angerufen. Es war ihr Geld und er konnte nicht bestimmen, wem sie es aufs Konto überwies. Aber er tat es.

Ihre Finger klammerten sich um das Display, sodass es aufleuchtete. Samus Nachricht war immer noch offen.
„Hunger?“
Mehr hatte er ihr vorher nicht geschrieben. Es hatte ausgereicht, dass sie sein grinsendes, fragendes Gesicht vor sich sah und sie selbst schmunzeln musste.
„Bärenhunger“, war ihre Antwort gewesen.
„Ich bin bei Mikko. Treffen wir uns zu Hause?“, stand ain der nächsten Zeile und Milla lächelte erneut. Es fühlte sich irgendwie schön an, dass jemand darauf wartete, dass sie nach Hause kam.
„Bin im Büro. Hol mich um 7 zum Essen ab“
Das war ihre Unterhaltung gewesen und jene Worte, die Milla den Abend gerettet hatten. Seitdem zählte sie die Minuten, in denen der Anwalt vor ihr saß. Er hatte die Beine überkreuzt und lehnte lässig im Stuhl. „Gut, dann denke ich, werden wir Ihren Vater Montag erfolgreich aus dem Gefängnis holen. Die Papiere sind alle korrekt eingelangt und bestätigt.“ Er reichte er eine schwarze Mappe mit den zusammengestellten Unterlagen. „Legen Sie das im Büro der Justizvollzugsanstalt bei der Entlassung vor. Alles reine Routine, der Antrag ist längst im System durch. Machen Sie sich keine Sorgen. Sie können Ihren Vater um 9 Uhr abholen“, erklärte er nochmal. Milla legte die Mappe vor sich und seufzte. Das wusste sie. An nichts anderes konnte sie denken. Dieses Treffen war reine Zeit- und Geldverschwendung. Er wollte lediglich ein paar letzte Scheine bei ihr abgreifen, weil sie eine lukrative Einnahme über viele Monate gewesen war.

Während sie erneut Samus Worte las und sich der Knoten in ihrem Magen etwas löste, säuselte Dr. Koskinen irgendetwas über ihre gute Zusammenarbeit, gute Wünsche für die Zukunft, und dass er immer für sie da sein werde, wenn sie ihn erneut brauchten. Davon ging sie aus. Für das passende Budget holte dieser Mistkerl wahrscheinlich jeden aus dem Gefängnis. Ein Blick auf die Uhr verriet ihr, dass es Zeit war den Herren zu entfernen. Sie stand ruckartig auf und hoffte, dass er die Geste verstand. Er war zwar mitten in einem Satz gewesen, verstummte aber sofort. Sein Lächeln wirkte genauso aufgesetzt wie bisher. Nickend erhob er sich ebenfalls und reichte ihr seine Hand. Als sie danach griff, umfassten seine warmen Finger ihre. Länger als sie wollte, hielt er sie fest und sah ihr mit seinen hellen Augen ins Gesicht. „Hat mich wirklich gefreut. Sie sind eine Mustertochter“, sagte er langsam und mit tiefer Stimme. Milla schnaubte verächtlich. Es fühlte sich für sie lange nicht mehr so an, als hätte sie alles im Griff oder sei eine Vorzeige-Angehörige. Allein die Tatsache, dass sie sich kaum freute, dass ihr Vater frei kam, bewies das.
Sie entzog ihm ihre Hand und wies dann zur Tür. In dieser Sekunde summte die Klingel, die einen Besucher davor ankündigte. Hektisch sah Milla auf ihr Telefon. Es war fünf Minuten vor sieben. Wenn Samu ausgerechnet heute damit anfing, pünktlich zu erscheinen, hatte er trotzdem ein mieses Timing. Betont gelassen ging sie zum Ausgang und öffnete. Ihr Anwalt folgte ihr still.

Selbstverständlich stand ihr blonder Nachbar mit einer großen Plastiktüte in der Hand im Treppenhaus und lächelte sie an. Als sein Blick auf den Anzugträger hinter ihr fiel, stutzte er. Im entglitt das freundliche Gesicht und er verengte die Augen. Dr. Koskinen hingegen reagierte kaum auf den neuen Besucher. Er legte Milla seine breite Hand auf die Schulter, drückte zu und verabschiedete sich. Samu trat nur einen Zentimeter zur Seite, sodass er sich an ihm vorbeidrücken musste. Die beiden Männer nickten sich kaum sichtbar zu.

Erst, als der Anwalt unten im Erdgeschoß die schwere Tür ins Schloss fallen ließ, atmete Milla auf. „Ich bin gleich soweit“, sagte sie und wollte zurückgehen, um ihre Sachen zu holen. „Ich habe Burger geholt. Entweder wir essen hier heiß oder zu Hause kalt. Du kannst vergessen, dass ich dich etwas mit Soße in meinem Auto essen lassen“, erklärte er und wedelte mit der Tüte. Sie zog die Stirn kraus und starrte ihn an. Jetzt merkte sie auch schon den betörenden Geruch von Fleisch. „Aber ich dachte, wir gehen essen. Immerhin steht noch meine Einladung aus“, fragte sie verwundert. Samu zog sich seine Stiefel aus und schüttelte den Kopf. Er trug keine Jacke, hatte aber feuchte Flecken auf seinem schwarzen Sweater. Wahrscheinlich war er im Schneefall einfach aus dem Wagen gesprintet.
Der Frühling kündigte sich mittlerweile zwar zaghaft an, aber bis in den Mai hinein konnte es immer wieder mal weiß werden.

„Du hast gesagt, du verhungerst. Das konnte ich nicht zulassen. Sind wir allein?“, plapperte er los und marschierte selbstbewusst nach vorne in das Büro. Es war ein sehr großes Loft mit verschiedenen Ebenen. Stufenpodeste und eine Galerie verliehen der Größe die nötige Kontur. Die Schreibtische standen wild verteilt. Der Boden war mit robuster Teppichware ausgelegt und die Pflanzen wurden von den Reinigungskräften gut in Schuss gehalten. Millas Chef, dem Inhaber der Agentur, war es wichtig keine sterile, sondern wohnliche Umgebung zu schaffen. Deshalb gab es auch eine bequeme Sitzecke mit edlen Kunstledersofas in Grau und eine kleine Küche im hinteren, versteckten Bereich.
Samu hatte sich ohnehin selbst eingeladen und das Essen auf einem der Schreibtische abgestellt. Er sah sich immer noch erstaunt um und nickte dabei unbewusst anerkennend. „Wirklich schick“, beendete er seine Musterung nach einem Blick aus dem Fenster. Der fünfte Stock bot eine großartige Aussicht, ähnlich der aus ihren eigenen Dachgeschoßwohnungen. „Es gibt auch eine hübsche Terrasse. Aber so schnell kann ich nicht essen, ehe der Burger gefriert“, sagte Milla lächelnd.
„Hab ich dich bei einem Date gestört? Der sah ganz nach deinem Typ Mann aus“, wollte er wissen. Samu stand ihr gegenüber und kratzte sich verlegen mit dem Zeigefinger an der Brust. „Das war der Anwalt meines Vaters. Ich will nicht drüber reden“, winkte sie sofort ab. Das Thema wollte sie keinesfalls breittreten. Sie war froh, dass der Typ weg war.

Er musterte sie von oben bis unten und sein Lächeln wirkte auf einmal angestrengt. Sie trug einen eng geschnittenen, weißen Hosenanzug, den an den Seiten je einen schwarzen Streifen als Highlight zierte. Der Blazer schmiegte sich an ihre Taille und der Knopf unter ihren Brüsten betonte die hellrosa Bluse darunter, die in ihrem Dekolletee hervor blitzte. „Du siehst...“, begann er und kratzte sich erneut über den Oberkörper. Er schien nervös zu sein. Sie zupfte an ihrem Outfit und strich sich dann über die Haare, die sie ausnahmsweise natürlich offen trug. „Ja ich weiß, ich sehe spießig aus. Ist nicht dein Stil. Aber ich wenn ich im Büro bin, muss ich mich so kleiden“, beendete sie seinen begonnenen Satz. Samus Augen verengten sich, als er schmunzelte. Sachte schüttelte er den Kopf. „Ich wollte sagen, dass du heiß aussiehst. Aber schön zu hören, welchen Eindruck du von dir selbst hast“, neckte er sie.
Schnaubend ging sie an ihm vorbei und schnappte sie die Tüte. Raschelnd holte sie die erste Styroporpackung heraus. „Heiß? Ist das eine versaute Sekretärinnen Fantasie, die dir durch den Kopf geht? Chef vögelt Tussi. Sehr primitiv“, murmelte sie vor sich hin und öffnete die Packung. Ein Schwall herrlich duftender Dampf stieg ihr in die Nase, der sofort in ihr ein Magenknurren hervorrief. Samu gesellte sich zu ihr und begann das restliche Essen hervorzuholen. Sie breiteten alles auf dem Schreibtisch aus und Milla staunte nicht schlecht. Zwei riesige Burger, eine Portion Pommes, ein großer gemischter Salat, Zwiebelringe und frittierte Käsestangen. Sie nickte anerkennend. „Ich glaube, ich muss hier essen. Wenn ich mich aufs Sofa setze, bringt mich erstens mein Chef um wenn ich Flecken mache, und zweitens erhänge ich mich selbst, wenn ich den Anzug ruiniere“, erklärte sie und sah zwischen dem fettigen Essen und der Sofa Ecke hin und her. Schließlich setzte sie sich auf einen Bürostuhl, klemmte eine Serviette in ihren Hausauschnitt und beugte sich weit über den Tisch zum Burger. Samu stand immer noch da und rieb sich die Brust. Eine seiner Augenbrauen war weit nach oben gezogen. „Du hast noch die weitere Option dich nackt auszuziehen und zu essen. Wäre wirklich schade um den Fummel. Wir könnten dann auch Sploshing machen“, sagte er und holte sich einen zweiten Stuhl heran. Milla biss genüsslich in den Burger, dessen Saft auf der anderen Seite in die Box tropfte. Es war eine gute Wahl gewesen nicht auf dem Sofa zu essen. „Sploshing?“, wiederholte sie schmatzend und sah ihn erwartungsvoll an.
„Der Fetisch, mit Essensresten beim Sex zu spielen. Wollte ich schon immer mal ausprobieren“, erklärte er weiter und nahm sich einen Zwiebelring sowie ein paniertes Stück Käse, um gleichzeitig davon abzubeißen. Milla schluckte runter und verzog angeekelt das Gesicht. „Sowas gibt es nicht“, unterstellte sie und Samu grinste. „Doch. Hast du bestimmt schon mal in der abgeschwächten Variante gemacht“, sagte er weiter und schob sich mit zwei gigantischen Bissen den halben Burger in den Mund. Er spülte das ganze mit einer Flasche Cola runter, die er ebenfalls mitgebracht hatte. Milla starrte ihn an. Er stopfte sich die zweite Hälfte des Burgers rein und schlang ihn regelrecht runter. Ihr fragender Gesichtsausdruck schien eindeutig zu sein, denn er zuckte mit den Schultern und fuchtelte mit den glänzenden Fingern vor ihrem Gesicht herum. „Du hast doch sicher schon mal Schlagsahne von einem Penis geleckt. Oder ein Mann Honig von deinen Brüsten. Oder Vanillesoße...Oder Eiscreme. Das sind die geläufigsten Methoden. Aber Sploshing geht eine Nummer weiter und macht man lieber in einem gefliesten Raum. Man beschmiert sich sinnlich mit Lebensmitteln. Geht aber sicher auch mit Burgern. Ich könnte dich belegen mit was immer ich will. Oder geschmolzenen Käse von deiner....“ „STOPP“, quiekte Milla und hoffte, dass er den Satz nicht zu Ende sprach. Sie atmete ein paar mal tief durch und lehnte sich im Bürostuhl zurück. „Wieso weißt du so etwas. Das ist abartig“, warf sie ihm vor, konnte aber das aufsteigende Lachen nicht unterdrücken. Sie kicherte ein paar Sekunden vor sich hin.

Immerhin beschloss Samu ihr keine weiteren Lehrgänge über Sex Praktiken zu eröffnen. Das war mehr, als sie je wissen wollte. Verstohlen sah sie dem Mann zu, wie er weiter aß, als säße er unter Zeitdruck. Außerdem rubbelte er immer wieder über seine Brust, was ihr langsam aber sicher seltsam vorkam. Er verteilte dabei unschöne Fettflecken auf dem Stoff. Sie bemühte sich, ihren teuren Anzug sauber zu lassen. Insgeheim war sie überglücklich, dass ihr nun ein schlingender Samu mit Fettfingern gegenübersaß, statt dem grausigen Anwalt. Nach einem anstrengenden Arbeitstag und dem kräftezehrenden Treffen mit Dr. Koskinen war Samus offene Art eine Wohltat. Sie spürte, wie sie sich mit jedem Spaß mehr entspannte und wieder ehrlich lächeln musste, ohne es zu erzwingen.
Dazwischen erwischte sie sich jedoch dabei ihn anzustarren. Seit der gemeinsamen Nacht, hatten sie noch nicht viel Zeit miteinander verbracht. Es hatte kurze Telefonate und Nachrichten gegeben, aber sie waren beide sehr beschäftigt gewesen. Wenn sie an die gemeinsamen Stunden dachte, wurde ihr ganz warm. Ein bisschen merkwürdig war es auch. Sie hoffte, dass sie nicht rot wurde, wenn die expliziten Bilder vor ihrem inneren Augen wieder auftauchten. Zu ihrem Glück hatte der Alkohol geholfen, das ganze vernebelt und berauschend darzustellen. Reue empfand sie keine. Samu wirkte ebenso gelassen und wie immer. Bis auf, dass er sich schon wieder über die Brust kratzte. Sie legte das Stück Pommes, das sie gerade essen wollte, weg und fokussierte ihn. „Hast du da einen Ausschlag oder was ist los mit dir?“, fragte sie gerade aus. Samu erstarrte.

Er räusperte sich und wischte sich mit einer Serviette betont langsam den Mund und die Finger ab. Milla sog ungeduldig die Luft durch die Nase ein. „Kein Ausschlag. Ich wollte mein Versprechen wahrmachen und die Stimmung...auflockern“, erklärte er. Sie verstand überhaupt nichts. Sehr lange starrte er sie an und Milla schob das Essen beiseite. Er war eindeutig nervös und das wiederum machte sie panisch. „Samu?“, fragte sie vorsichtig.
Es dauerte eine weitere Ewigkeit, bis er die Schultern hängen ließ. „Du hast gesagt, du gehst mit mir aus, wenn ich die hier trage. Ich war so unsicher, dass ich dachte, es erleichtert mir die Einstieg“, sagte er, griff unter seinen Pullover und verzog schmerzverzerrt das Gesicht. Kurz darauf legte er etwas kleines, silbernes auf den Tisch. Es war ein Ring, mit vier kleinen Schrauben darin, die zur Mitte zeigten. Das ganze sah aus wie ein kleines Steuerrad von einem Schiff.
„Nippelklemmen sind wirklich nicht meins. Schmerzen kann ich nur schwer ertragen, da bin ich wie ein kleines Mädchen. Außerdem sind die für Frauen, also viel zu groß für mich“, fügte er hinzu. Es dauerte, bis Milla kapierte, dass das merkwürdige Ding auf dem Tisch gerade noch an Samus Nippeln geklemmt hatte. Die ganze Zeit über. Auch jetzt rieb er sich über die Brust und atmete erleichtert auf.

Das Lachen brach so laut aus ihr heraus, dass sie Angst hatte verbleibende Essensreste über den Tisch zu spucken. Sie presste sich die Hand gegen den Mund und brach vorn über gekippt zusammen. „Du...bist...so...seltsam“, presste sie unter Atemnot hervor. Sie hatte Glück, dass das verbleibende Essen weit genug weg stand, denn nun knallte ihre Wange auf die Tischplatte. Sie blieb glucksend darauf liegen und lachte endlos weiter, bis ihr der Bauch und das Gesicht weh taten.
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