Der finnische Wingman

von Serenty21
GeschichteRomanze, Freundschaft / P18
OC (Own Character) Sami Osala Samu Haber
04.05.2019
05.10.2019
40
100531
51
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Hei ihr alle!

Vorsicht, Gelaber folgt.
Nach langer Pause darf ich mich glücklich schätzen, euch mit neuen Zeilen zu bewerfen. Ich hoffe es sind noch ein paar von den Stammlesern da und genauso freue ich mich über neue Gesichter, die sich zutrauen das zu ertragen.

Vorweg: Die Geschichte hat ein P18 Rating, das meiner Meinung nach (wie in all meinen anderen stories) übertrieben ist. Aber egal, nun steht es da. Um ein paar zu enttäuschen: Es gibt kein übermäßiges Kopulieren. Und um andere zu erschrecken: Dafür nehmen wir Utensilien zur Hilfe xD. (Leser verjagen: Kann ich ^^)

Es handelt sich um eine nahtlose Fortsetzung meines ewig alten One Shots „Wintersturm“.
(https://www.fanfiktion.de/s/5ab7fd3100051d5d2e9d7ce5/1/Wintersturm)

Aber ich hoffe, dass ich die Geschichte so gestaltet habe, dass ihr das ohne diesem auch lesen könnt! (Dürfen, dürft ihr es natürlich schon) Die Geschichte ist wie immer komplett fertig und wird von mir regelmäßig hochgeladen. Aber nagelt mich bitte keinesfalls auf bestimmte Tage fest.

Die Jungs von unseren Finnen borgte ich mir altbekannt als Hülle aus. Erfunden ist alles, und nichts davon empfiehlt sich zur Nachahmung. Und aus gegebenen Anlass hier im Forum: Wer klaut, wird mit feinstem Honig am nackten Leib beschmiert und mit einem roten Bulldoggenameisenhaufen begraben. Das Ganze wird illegal auf Instagram hochgeladen und verlinkt.
Meine kranken Ideen! Meine Rechtschreibfehler und meine Probleme, die noch aufgearbeitet werden müssen.

Ende. Danke, dass ihr da seid! Ich hoffe ihr habt Spaß
Sery




1.  Leichenfund    

Nach dem ersten zaghaften Klopfen hatte Samu geduldig abgewartet. Beim zweiten Versuch wurde er mutiger sowie energischer. Mit verschlossenen Augen stand er im stillen Treppenhaus und lauschte. Nichts. Kein Poltern, keine Musik und nichts, was auf Leben hinter der Tür hinwies. Er seufzte schwer. Seit drei Tagen schlich er nun an dieser Wohnung vorbei, aus der niemand hinein oder hinaus gegangen war. Ärger mischte sich zu der Sorge, deswegen donnerte seine Faust mehrmals gegen das dunkle Holz. „Milla, wenn du nicht auf der Stelle aufmachst, rufe ich die Polizei“, schimpfte er deutlich hörbar. Samus tiefe Stimme hallte von den Wänden wider, vermutlich bis in den ersten Stock nach unten. Seine Handfläche blieb kribbelnd flach auf der Tür liegen, doch immer noch rührte sich niemand. Er wägte mittlerweile tatsächlich ab, ob es seine Pflicht war Hilfe zu holen.
Nachdem seine junge Nachbarin in einer stürmischen Nacht vor ein paar Tagen bei ihm untergekrochen und dann aufgelöst verschwunden war, hatte sie sich nicht wieder blicken lassen. Ihr Zustand war sehr seltsam und besorgniserregend gewesen. So hatte er Milla vorher noch nie gesehen und das beunruhigte ihn.
Er war sich sicher, dass sie ihre Wohnung nicht verlassen hatte. Ihre roten Puschelschuhe lehnten als Beweis immer noch an der Tür auf der Fußmatte. Samu hatte sie ihr zurückgebracht, weil sie diese bei ihm vorm Ofen vergessen hatte. Außerdem hatte Aimo, Millas Freund, gestern bei ihm geklingelt. Ihn ließ sie auch nicht hinein. In einem kurzen Gespräch zwischen Tür und Angel, hatte der unsympathische Mann ihn dann ungefragt und mit tonloser Stimme über die einvernehmliche Trennung informiert. Versuche Milla jetzt zu sehen oder an den Hörer zu bekommen, waren auch ihm nicht gelungen. Samu willigte deswegen ein, einen kleinen Karton, gefüllt mit Millas Privatsachen, von ihm anzunehmen. Seitdem versuchte er ebenso, sie zu erreichen.

„Bitte sag mir einfach ob alles in Ordnung ist“, rief er erneut etwas ruhiger. Sein Brustkorb hob und senkte sich, als ein weiteres Seufzen in ihm hochkroch. Er hatte auch probiert sie anzurufen und schon die Tage zuvor geklingelt. Ohne Erfolg. Es ging ihn eigentlich nichts an was Milla trieb, doch er hatte ein ungutes Gefühl. Sie waren nicht derart eng befreundet, denn dafür kannten sie sich nicht gut genug. Milla war für ein nettes Gespräch immer zu haben und normalerweise verließ sie täglich das Haus. Zumindest begegneten sie sich ständig draußen und im Flur, wenn Samu in Helsinki war. Leena hatte einen besseren Draht zu ihr, weil sie öfter zu Hause war. Milla war ein gern gesehener Gast bei Partys und sie passte stets auf seine Wohnung auf, wenn er auf Tour oder unterwegs war. Er vertraute ihr genug, um ihr einen Zweitschlüssel für sein Apartment zu geben. Ihm hingegen war der Zugang zu ihrem, offensichtlich verwehrt. „Ich könnte auch die Tür eintreten! Willst du das?“, versuchte er es erneut und seine Frustration stieg von Sekunde zu Sekunde. Er war sich sicher, dass er das nicht konnte. Wahrscheinlich blieb er mit einem multiplen Schienbeinbruch zurück und die massive Tür unversehrt.

Gerade als er aufgeben wollte und darüber nachdachte, ob er doch nochmal ihren Freund, oder jetzt auch Exfreund, anrufen, oder gar ihre Mutter irgendwie verständigen sollte, rumpelte es. Er atmete erleichtert auf und trat automatisch einen Schritt zurück. Es dauerte ewig, bis die Geräusche lauter wurden und dann das vertraute „Klack“ ankündigte, dass die Tür aufgeschlossen wurde. Danach schwang sie nicht auf, sondern glitt nur gespenstisch langsam einen kleinen Spalt nach innen. Stille folgte und Samus Augenbrauen wanderten zögerlich nach oben. Er blinzelte verwirrt und blieb unentschlossen stehen. Die roten Plüschhausschuhe waren in die Wohnung hineingekippt und verhinderten, dass die Tür wieder zufiel.
„Milla?“, rief Samu zaghaft. Sobald er einen Schritt näher trat, quoll ihm direkt der muffige Geruch entgegen. Sein Instinkt riet ihm sofort wieder Abstand zu nehmen, doch jetzt wollte er wissen was da drinnen vorging. Er schob die Hausschuhe hinein und drückte die Tür weiter auf.
Dahinter empfing ihn düstere Dunkelheit und die miefige Luft verdichtete sich. Automatisch befühlte er die Wand nach dem Lichtschalter, doch als er ihn betätigte, passierte nichts. Vermutlich war die Glühbirne durchgebrannt oder Milla hatte ihre Stromrechnung nicht bezahlt. Er war noch nie in ihrer Wohnung gewesen, daher tastete er sich vorsichtig mit den Füßen voran. Wenn es hier Poltergeister gab, stupste er sie wenigstens vorher mit dem großen Zeh an. Sowie sich seine Augen an das Halbdunkel gewöhnten, musterte er den engen Vorraum, in dem ein weißer Garderobenständer und ein Schuhregal Platz fanden. Dahinter betrat er ein großes Zimmer, das sowohl Schlaf, als auch Wohnraum zu sein schien. Es gab ein dunkles Sofa, einen runden Esstisch, einen Fernseher und in der Nische zu seiner Linken stand ein großes Doppelbett. Es war eiskalt und gleichzeitig füllte abgestandene Luft die Einzimmerwohnung. Kein Feuer brannte im Kaminofen. Die Fensterfront blieb durch dicke, schwere Stoffvorhänge verborgen, weshalb es so finster war. Samu stieg vorsichtig über die Klamottenhaufen auf dem Boden und wich durchweichten Verpackungen von Tiefkühlgerichten kopfschüttelnd aus. Außerdem lagen leere Getränkedosen, zerknüllte Papiertüten und viele Taschentücher im Raum verteilt.
„Milla?“, fragte er erneut und ihm lief eine Gänsehaut über den Rücken. Die Stimmung in dieser Wohnung glich einem vermoderten Mausoleum. Es roch auch so, wie er sich das dort vorstellte. Er rümpfte angewidert die Nase und ließ seinen Blick suchend umherwandern. Irgendwo musste sie doch sein. Zu seiner Rechten stapelte sich in der offenen Küchenzeile dreckiges Geschirr, aber Milla fand er nicht.

„Geh weg“, drang eine dumpfe Stimme von links zu seinem Ohr. Erschrocken wandte er sich in die Richtung des Bettes, auf dem ein Haufen aus Decken und Kissen türmte. Er kniff die Augen zusammen, konnte jedoch nichts Menschliches erkennen. Langsam aber sicher verärgert, ging er zu den Fenstern und schob die Vorhänge zu beiden Seiten komplett auf. Sofort durchströmte das helle Sonnenlicht das winzige Apartment und als er die Balkontür mit einem leisen Quietschen aufzog, entließ er die stickige Luft nach draußen. Die Ausrichtung der Wohnung war dieselbe, wie bei ihm. Nur die Ausmaße beängstigend kleiner. Jetzt drang frische Winterkälte herein, und er konnte ohne Würgereiz Luftholen.
„Was zur Hölle willst du?“, brummte das Bett erneut. Das war eindeutig seine Nachbarin. Nun erkannte er bei näherem Hinsehen auch ihre brünetten Haare unter der Decke. Sie lag eingemurmelt zwischen den Kissen irgendwo dort drinnen. „Bist du krank?“, fragte er vorsichtig und betrachtete den Müll auf dem Boden. „Nein. Mir geht es gut“, antwortete die Bettdecke, ohne dass sich etwas bewegte. Samu seufzte und ging in sich. Eigentlich konnte er jetzt gehen. Milla lebte und wollte augenscheinlich keine Gesellschaft. Trotzdem widerstrebte es ihm, sie in so einem merkwürdigen Zustand allein zu lassen. „Wieso gehst du nicht arbeiten? Hast du Urlaub?“, hakte er weiter nach. Endlich rührte sich etwas. Mit einem kräftigen Ruck flog das Ende der Decke zur Seite. Ein Kissen rutschte auf den Boden und Millas Kopf kam zum Vorschein. Sie starrte ihn wütend an. „Was willst du? Ich habe mir ein paar Tage freigenommen. Ich habe genügend Überstunden im Büro und im Café bin ich freigestellt. Ich wüsste nicht, was dich das angeht“, fuhr sie ihn an. Samu zog seine Augenbrauen verwundert nach oben und starrte das kleine Etwas im Bett an. Ihre Haare sahen zerzaust, regelrecht verfilzt aus. Sie wollte aggressive klingen, aber das Kratzen in ihrer Stimme nahm dem Ganzen die Schärfe. Ihre Augen waren rotgeschwollen und um sie herum knisterten mehrere leere Chipstüten. „Hast du die letzten drei Tage im Bett verbracht?“, fragte Samu ein wenig angeekelt. Milla verzog das Gesicht und schnaubte. „Selbst wenn. Das geht dich nichts an. Samu, bitte geh und lass mich alleine.“ „Es riecht hier, als würde eine Leiche verwesen. Ich wollte nur nachsehen, ob ich die Polizei rufen muss. Ich habe viel Geld für meine Wohnung bezahlt und wenn dein Gestank irgendwann bis in meine teure Designer-Küche sickert, geht mich das sehr wohl was an. Du solltest dringend duschen“, übertrieb er maßlos und verschränkte dabei die breiten Arme vor der Brust Er musste ein Grinsen unterdrücken, weil sie wie ein trotziges Kind klang. War sie aber nicht. Ihr genaues Alter kannte er nicht, aber er schätzte sie Ende 30. Milla starrte ihn entgeistert an und zog die Bettdecke wieder hoch an ihr Kinn. „Meine Dusche ist immer noch defekt. Wenn dir die Umgebung nicht gefällt, dann verlass sie doch“, brummte sie erneut und ließ sich zurückfallen. Samu sah sie noch ein paar Sekunden lang verwundert an. So hatte er die taffe Frau wirklich noch nie erlebt. Milla hatte zwei Jobs, war ständig unterwegs und immer darauf bedacht, gepflegt und seriös zu wirken. Neben der Stelle im Café , arbeitete sie in einem Immobilien-Büro als Assistentin. Er hatte sie nur selten in Jeans und T-Shirt gesehen, sondern meistens in Hosenanzügen oder Kostümen. Der Anblick von vor drei Tagen hatte ihn schon erschreckt, als sie in Jogginghose bei ihm aufgetaucht war. Doch derart verwahrlost, hätte er sie sich niemals vorstellen können.

„Wenn du hier nicht bald aufräumst, rufe ich ein Seuchen Räumkommando und den Kammerjäger“, drohte er und versuchte ernst zu bleiben. Milla knurrte. „Findest du nicht, du benimmst dich kindisch?“, legte er nach und unter der Decke schnaufte es laut und deutlich. „Milla, bitte rede mit mir. Erzähl mir was genau passiert ist. Ich weiß wir sind keine engen Freunde und ich bin selten zu Hause. Aber ich habe gerade Zeit und brauche selbst etwas Ablenkung! Komm rüber und sprich mit mir. Ich koch auch etwas“, versuchte er es versöhnlicher. Samu meinte es ernst. Ihm ging es selbst nicht sonderlich gut, aber Millas Verhalten machte ihm enorme Sorgen.

„So kann das nicht weitergehen. Du bist erwachsen und benimmst dich irrational. Steh auf und krieg deinen Kram auf die Reihe“, änderte er die Strategie und schlug einen herrschenden Ton an. Immerhin reagierte sie. Nach einem weiteren Knurren, flog die Decke abermals zur Seite und landete neben dem Bett. Milla sprang auf und torkelte auf ihn zu. Ihre Haare standen in alle Richtungen und er bemerkte sofort, dass sie immer noch dieselben Klamotten trug, wie vor drei Tagen. Sie stampfte mit wedelnden Armen auf ihn zu und ihr Gesichtsausdruck sprach Bände. Mit glänzenden Augen sah sie flüchtig zu ihm hoch und dann wieder weg. Er wollte nach ihr greifen und sie festhalten, doch dazu bekam er keine Chance. Sie schob ihn mit erstaunlichen Kräften vor sich her, in Richtung der Eingangstür. „Danke, dass du dir Sorgen um mich machst, aber ich möchte im Moment alleine sein“, krächzte sie, darum bemüht die Tränen zurückzuhalten. Samu versuchte sich zu drehen, aber sie hatte ihn bereits in den Flur manövriert. „Das ist absurd. Der Typ ist so etwas doch gar nicht wert“, rutschte ihm raus und Milla hielt inne. Samu stand mit dem Rücken bereits zur geöffneten Tür und Milla baute sich vor ihm auf. Sie war keine kleine Frau und dennoch sah er auf sie hinab. Die Tränen glitzerten in ihren Augenwinkeln, doch ihre Mimik strahlte Entschlossenheit aus. „Was weißt du denn schon? Du interessierst dich sowieso nur für dein glamouröses VIP Leben mit deinen VIP Freunden. Richtige Probleme von normalen Menschen mit richtigen Sorgen sind dir fremd. Du hast keine Ahnung, wie sich das anfühlt“, warf sie ihm aufgeregt vor und zwang ihn mit dem nächsten Schritt endgültig hinaus ins Treppenhaus. Hätte sie nicht so armselig ausgesehen und lächerlich geklungen, hätte er sich verteidigen müssen. Milla war dabei die Tür vor seiner Nase zuzuknallen, als sie noch einmal stoppte und zu ihm hochsah. Ein tiefer Atemzug ging durch ihren Körper, ehe sie ruhiger weitersprach. „Danke, dass ich mich bei dir letztens aufwärmen durfte und entschuldige bitte, dass ich mich so dämlich benehme“ dann schloss sie die Tür langsam und ohne zu knallen. Ein flüchtiges Grinsen legte sich auf seine Lippen. Immerhin stecke noch etwas von der beherrschten Frau in ihr, auch wenn sie Mühe hatte sich zu kontrollieren.

Samu schaute mit nachdenklicher Miene auf ihre braune Fußmatte. Er fühlte sich nicht ernsthaft gekränkt und ihr kläglicher Versuch ihn zu verjagen, beeindruckte ihn gar nicht. Stattdessen manifestierte sich ein Vorhaben in seinen Gedanken, das ihn breiter grinsen ließ. Er brauchte Beschäftigung und Milla bot ihm genügend Stoff, die nächsten Tage zu überstehen. Sie war wie ein verletztes Tier, das um sich biss, doch das hielt ihn ganz bestimmt nicht fern. Voller Tatendrang ging er zurück in seine Wohnung und überlegte sich, was er alles benötigte, um Milla aus ihrer Selbstmitleidshöhle herauszubekommen.
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