Die 59th Street Bridge

von Hen
GeschichteAbenteuer, Tragödie / P12
04.05.2019
23.08.2019
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Es war Melannie. Mein Gott! Es war Melannie! Zumindest sah es durch den Türspion so aus.
Die Tür war schneller offen, als ihr „Drachme“ sagen könnt.
Da stand sie. Auch sie hatte sich etwas zurecht gemacht.(Sie war natürlich noch in Kampfmontur) Nicht das ich sie nicht schon vorher schön gefunden hätte.
Sie wirkte nervös. Sogar sehr. Sie fixierte meine Augen. Sie hatte blaue Augen. Ich hatte grüne. Wir schwiegen kurz. Dennoch lange genug, dass es seltsam war. Von mir hätte ich das erwartet, aber von ihr? Eher nicht. Sie wirkte fertig und war blass. Ihre Augen waren gerötet. Es tat richtig weh das so zu sehen, aber sollte ich fragen? Besser nicht. Sie erzählte fast nie etwas über sich. Zumindest nicht mir.
„Ich hab dein Schwert unten in der Lobby gefunden. Dachte du brauchst es. Außerdem hab ich dir noch was mitgebracht.“ Nahm sie mir die Entscheidung der Gesprächseröffnung ab.
Melannie reichte mir einen vollständigen Schwertgurt entgegen. Er war aus altem Leder, aber noch im gutem Zustand.
„Woher hast du den?“ fragte ich mit bewundernder Stimme. Außerdem tanzte mein Magen gerade Tango. Mal so ganz nebenbei.
„ Hab ihn selbst gemacht. Ist schon lange her. War eigentlich für mich...“ sie stockte, als sie sprach. Wenn der Gurt von ihr war, musste sie eine gute Handwerkerin sein. Der Gurt war doch recht stabil.
„Warum kriege ich ihn nun?“ Fragte ich schnell.“ Ich will sie nicht. Es ist deine.“ Schob ich hinterher.
Sie sah mich an. Dann beugte Melannie sich vor und küsste mich. Jetzt fragt ihr euch bestimmt, ob das alles so stimmt. Ich meine einen Drakon töten? Klar!
Aber der komische Kauz ,Matthew Valley, kriegt zwei Küsse an einem Tag? Niemals!
Das selbe hab ich mich auch gefragt.
Man hätte es als mein Glückstag bezeichnen können, aber da war ja auch noch die Sache mit meinem Tod...
Ihr Kuss wirkte erzwungen und sie schien sich unbehaglich zu fühlen. Aber meine Neuronen schmolzen trotzdem, wie Eis im Sommer.
Nach 200 Jahren oder 5 Sekunden hörte sie auf. Erst jetzt sah ich, dass sie weinte. Na toll!
“Super geküsst Valley”! Dachte ich mir. War ich so schlecht gewesen?
Ich wollte etwas schlaues sagen, wie „Was ist los?“ oder so, aber sie drehte auf dem Absatz um und rannte weg.
Nur noch der Schwertgurt lag vor mir.
Mein Hirn hatte wohl noch nicht den korrekten Betrieb aufgenommen, denn anstatt ihr hinter her zu laufen hob ich nur den Gurt auf und legte ihn an.
Dann ging ich zum Spiegel. Warum kann ich nicht sagen, aber was ich dort sah war seltsam.
Dort stand kein Häufchen Elend mehr. Dort stand ein Krieger. Ein Halbblut. Ein Verteidiger der 59the Bridgestreet.
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