Der rote Greif und der Grauling

von Auruun
GeschichteAllgemein / P18 Slash
J-Hope Jimin Kim Seokjin RM Suga
04.05.2019
26.03.2020
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In den nächsten Tagen hielt Jimin sich soweit es ging von Hoseok fern. Natürlich konnte er ihn nicht meiden, ohne dass es seinem Liebsten auffiel, dann würde er wissen, dass etwas nicht stimmte, aber Jimin weigerte sich nochmal heimlich mit ihm fortzugehen oder ihn zu nahe an sich heran zu lassen. Dass dies im Anbetracht von Seokjins Gesellschaft auch zu gefährlich wäre, kam ihm da nur recht. Also hielten sie Abstand, taten als seien sie nicht mehr als Prinz und General. Ein Spiel das sie, so traurig es Jimin auch stimmte, sehr gut beherrschten, zeigten sie es Zuhause doch tagtäglich allen am Hofe.
Um sich von seinem Kummer und den Sorgen um das Baby und Hoseok abzulenken, versuchte er sich mit Seokjin anzufreunden. Sie kamen überraschend gut miteinander aus. Der Prinz war ein guter Zuhörer und behandelte ihn stets respektvoll und freundlich. Da sie ohnehin nichts anderes tun konnten als dem Weg zu folgen, sprachen sie viel miteinander. Jimin erfuhr, dass Seokjin ein begeisterter Student der alten Sprachen und der Astronomie war, eine Vorliebe für Süßigkeiten aller Art hatte, sich sehr für exotische Tiere interessierte und sogar auch singen konnte. Letzteres überraschte ihn, da es unüblich für Alphas war sowas je zu erlernen, doch er stimmte in das Lied, dass der Prinz sang mit ein und für eine Weile hatten sie ihren Spaß daran die unterschiedlichsten Lieder und Reime vorzutragen.
Seokjin erfuhr im Gegenzug von seiner Abneigung allen Handarbeiten gegenüber, von der Schule für Omegas und weibliche Betas, die Jimin zuhause in Lirend gegründet hatte und um die er sich kümmerte. Er erzählte ihm auch von seiner Vorliebe für die Theaterspiele, die jedes Jahr während der großen Feste in Lirend stattfanden und zu denen er sich heimlich unter das Volk mischte, um sie anzusehen.  
Sie sprachen über so vieles und allmählich gewann Jimin den Eindruck, dass Seokjin bei weitem nicht so unnahbar und kalt war wie manche einem glauben machen wollten. Wie jeder Mensch in einer solch hohen Position, so auch Jimin, hatte Seokjin zwei Gesichter. Und der Welt um sich herum zeigte er stets den kühlen, berechnenden Alphaprinzen. Ganz so wie Jimin die Maske des freundlichen, hörigen, stets lächelnden Omegas aufzusetzen pflegte. Sie spielten beide stets die Rolle, die man von ihnen erwartete. Jimin wusste er war weit davon entfernt Seokjins verstecktes Selbst zu kennen, doch er hatte immer mehr den Eindruck, dass sie wirklich Freunde werden könnten, wenn...ja, wenn er nicht alles zerstörte indem er den Alpha bat ihn gehen zu lassen.
Es war schwer Seokjins Reaktion auf diese Frage abzuschätzen. So intelligent, mitfühlend und humorvoll wie er Jimin gegenüber war, konnte der jüngere Prinz nur zittern, wenn er Seokjins zornige Seite erblickte. Wie ein wilder, schwer gezügelter Orkan, peitschend wie der Sturm, kalt wie das Eis und vor allem furchteinflößend. Woher er das wusste? Nun, der General Min Yoongi hatte Namjoon im geheimen befohlen die gesamten Nachtwachen zu übernehmen. Abschätzig und kalt wie er zu dem Grauling war, wunderte es Jimin, dass er ihn nicht offener aufs Korn nahm so wie es der andere Ritter tat, der sie begleitete.
Als Seokjin das schließlich herausfand, wies er seinen General so kalt und bestimmt zurecht, dass sogar Jimin nicht umhin kam das leise Gefühl der Furcht in seinem Bauch zu bemerken, dass bei dem Anblick eines wütenden Seokjin aufflammte.
Doch sonst war der Prinz gütig und herzlich zu ihnen und er behandelte seinen Knappen und seine Männer wie gute Freunde.

Drei Tage dauerte es bis die silberne Stadt in Sicht kam. Es war lange her, dass Jimin hier gewesen war und eine gewisse Neugier überkam ihn als Seokjin sie am späten Nachmittag des dritten Tages durch die Tore führte.
Sie ritten durch die von Leben wimmelnden Straßen bis hinauf zum Schloss und Jimin sah sich aufmerksam um. Er bemerkte die vielen jungen und alten Männer, die man in provisorischen Lagern untergebracht hatte. Zahllose Pferdekarren, bis an den Rand gefüllt mit Waffen und Schilden fuhren durch die Straßen und an jeder Ecke hörte man das Schlagen von Schmiedehämmern und das Klappern von Metall. Medonia roch nach Aufregung, Rauch und Krieg.
Die Menschen traten eilig zur Seite und verneigten sich tief als sie ihren Prinzen sahen. Es waren mehr Bettler dabei als noch vor ein paar Jahren. Auch einige Häuser schienen baufällig. Die schöne Stadt hatte unter Yikyung einiges von ihrem Glanz verloren.
Auf halber Strecke begegneten sie einem Ritter mit seinen Männern, die ihnen entgegenkamen.
,,My Lord!" rief der Ritter und wendete sein Pferd in Seokjins Richtung. ,,Ihr seid zurück! Wie ich hörte, haben euch Banditen das Leben schwer gemacht."
Seokjin lächelte und begrüßte den Ritter mit einem Handschlag. ,,Da habt ihr Recht, Sir Owen. Ich habe Sir Hendrik und Sir Tristan zurückgelassen, um Sir Gondrik und seine Männer zur Verstärkung zu holen. Gibt es schon Neuigkeiten von ihnen?" Der Ritter seufzte. ,,Bedauerlicherweise keine Guten. Die beiden wurden in den Wäldern von der Meute abgefangen. Sir Hendriks Pferd kam gestern Abend völlig panisch zur Stadt zurück galoppiert. Sein Kopf hing am Sattel. Jemand hat ihm Eisenstäbe in die Augen gestochen." Seokjins Gesichtsausdruck verdunkelte sich. ,,Also sind diese Bastarde immer noch auf freiem Fuß. Das kann nicht angehen. Wir müssen einen Trupp aussenden und diese Mörder dingfest machen." ,,Jawohl, my Lord." erwiderte der Ritter mit geneigtem Haupt.
Als er den Kopf wieder hob, fiel sein Blick auf Jimin und er verneigte sich erneut. ,,My Lord, ich habe nicht bemerkt, dass ihr Gäste mitbringt?" fragte er an Seokjin gewandt. ,,Das ist Park Jimin, Prinz von Zinaton. Die Banditen haben ihn und seinen Begleiter, General Jung, durch den ganzen Wald bis in das Dorf gehetzt wo wir sie fanden. Ich musste ihn in Sicherheit bringen und bin deshalb nicht selbst zum Kampf geblieben." ,,Es ist mir eine Ehre, mein Prinz." der Ritter verneigte sich tief vor Jimin. ,,Macht euch keine Sorgen, hier in Medonia seid ihr vor allen Gefahren sicher." Jimin lächelte ihm dankbar zu. ,,Davon bin ich überzeugt Sir Owen. Ich freue mich endlich wieder hier zu sein."
Sir Owen wandte sich wieder an Seokjin. ,,Mein Prinz, da ihr einmal hier seid: Der königiliche Goldschmied hat euch aufsuchen wollen. Ihr wart nicht da, aber er bat mich euch dies zu sagen."
Seokjins Augen blitzen auf und er nickte. ,,Danke, ich werde mich zu ihm begeben. Sucht derweil einen neuen Anführer für eure Patrouille. Wenn ich Prinz Jimin sicher zum Schloss gebracht habe, treffen wir uns ob der Banditen und besprechen das weitere Vorgehen."
,,Wie ihr wünscht, my Lord.“ erwiderte der Ritter und verneigte sich. Dann nickte er Jimin höflich zu und wendete sein Pferd.
Er und seine Männer schlossen sich dem kleinen Trupp an, der sich nun die Straße hinauf und zum Schlosstor bewegte. Bald kamen sie an der Soldatenkaserne und an den Ställen vorbei. Das prächtige Schloss lag direkt vor ihnen. Wachen öffneten die massiven Holztüren und gaben so den Blick auf den von Diener und Mägden überlaufenen Innenhof frei. Stimmengewirr erfüllte die Luft als die Männer und Frauen Körbeweise lang haltbare Lebensmittel aus einigen Karren luden und in die großen Speicher unter dem Schloss brachten.
Seokjin war der erste der anhielt und sich von seinem Pferd schwang. Er heilt einen Diener auf. ,,Prinz Jimin von Zinaton ist hier. Gebt der Königin Bescheid, dann bereitet ein Gästezimmer für ihn und General Jung vor. Und eilt euch." Der Diener nickte und hastete davon. Seokjin half Jimin von einem Pferd. Der Jüngere Prinz fror nach dem langen Ritt und er sehnte sich nach einem warmen Bad und einer guten Mahlzeit.
,,Ihr müsst müde und erschöpft sein von der Reise. Ich bringe euch auf euer Zimmer, dort könnt ihr euch erfrischen und etwas ausruhen. Es wäre mir eine Ehre, wenn ihr mich heute zum Abendessen mit der Königin begleitet. Es wird ihre eine Freude sein euch wiederzusehen." ,,Gern, my Lord." erwiderte Jimin und ergriff Seokjins angebotenen Arm. Er drehte sich nach Hoseok um und bedeutete ihm ihnen zu folgen. Dabei bemerkte er, dass Namjoons prüfender Blick auf ihm ruhte, doch das ignorierte er. ,,Ich bin sehr dankbar für eure Gastfreundschaft, my Lord. Ich hoffe es verstimmt die Königin nicht, dass ich sie heute Abend erst begrüße?" Seokjin schüttelte den Kopf. ,,Macht euch keine Gedanken, sie wird es verstehen. Ihr habt eine schwere Reise hinter euch."

Seokjin führte in die steinerne Treppe hinauf und durch die edel verzierten Holztüren ins Schloss hinein. Auch in der sinkenden Sonne des Nachmittages, leuchtete das Gemäuer noch weiß wie Schnee. Im inneren war es noch genauso prächtig wie Jimin es in Erinnerung hatte. Die aufwendig verzierten Säulen und Pilaster, die mit Teppichen und Bildern geschmückten Wände und die zahllosen verschlungenen Treppen und Gänge hatten ihn immer schon fasziniert. Das Schloss war herrlich romantisch. Die verzierten Türen und die herrlichen Buntglasfenster passten an manchen Stellen viel mehr zur Sommerresidenz eines verliebten Lords als einer Festung. Und doch fügte sich alles so herrlich harmonisch zusammen. Der Schmuck und der Prunk gestaltete den ehrwürdigen, uralten Palast noch erhabener. ,,Es ist ein herrliches Schloss. Wie lange ist es her, dass ich es zum letzten Mal sah? fast vier Jahre?" ,,Beinahe. Ich hörte ihr habt die Vorzüge anderer Residenzen zu schätzen gelernt." gab Seokjin schmunzelnd zurück. Jimin lachte. ,,Auf meinen Reisen war keines so prächtig wie dieses, my Lord. Obwohl es das Schloss meiner Kindheit nicht übertreffen wird." ,,Lirend ist eine herrliche Stadt." stimmte Seokjin zu. ,,Wir werden sie gemeinsam erblühen lassen, wenn dieser Krieg vorüber ist."
Er blieb vor einer besonders schön verzierten Tür im obersten Stockwerk stehen. Nicht weit von seinen eigenen Gemächern, wie Jimin beunruhigt feststellte. Seokjin öffnete die Tür und ließ ihn eintreten. Dann folgte er ihm. Der Raum war groß und luftig, es gab einen Kamin, in dem bereits ein warmes Feuer flackerte. Es gab ein großes Himmelbett im hinteren Teil des Zimmers, einen einladenden Tisch mit weich samtgepolsterten Stühlen und vor dem knisternden Feuer lag ein Teppich aus weißem Wolfsfell. Eine junge Zofe eilte durch den Dienstboteneingang herein und knickste vor Jimin. ,,Dies sind eure Gemächer. Ich hoffe es wird alles zu euer Zufriedenheit sein. Maria wird euch ein Bad einlassen und dann für das Abendessen vorbereiten. Scheut euch nicht sie anzusprechen, wenn ihr etwas braucht." sagte Seokjin.
,,Vielen Dank." erwiderte Jimin, doch sein Mund blieb trocken und er lächelte etwas gezwungener als beabsichtigt. Dieses prächtige Zimmer war eine eindeutige Absichtsbekundung. Der Gedanke machte ihn nervös.
Seokjin wandte sich unterdessen an Hoseok. ,,Ihr seid ebenso unser hoch geschätzter Gast, Genreal Jung. Eure Gemächer liegen direkt nebenan. Es wäre mir eine Ehre euch heute beim Abendessen anzutreffen." ,,Die Ehre ist ganz meinerseits." erwiderte Hoseok und neigte den Kopf. Jimin bemerkte einen bitteren Zug um seine Mundwinkel.
,,Ruht euch nun aus." sagte Seokjin mit einem warmen Lächeln in Jimins Richtung. ,,Ich geleite General Jung zu seinen Gemächern. Wir sehen uns dann beim Abendessen." Jimin nickte. ,,Ja...vielen Dank." Hoseok warf ihm einen bitteren Blick zu. Dann verließen er mit Seokjin das Zimmer und Jimin blieb mit der Zofe allein zurück.



Seokjin unterdrückte ein müdes Gähnen als die Tür seines Gemaches hinter ihm ins Schloss fiel. Er war erschöpft, mehr als er sich eingestehen wollte, die letzten Tage hatten ihn ungewöhnlich angestrengt. Vielleicht lag es daran, dass er wie ein Lux auf Jimin hatte Acht geben müssen, zudem hatte er schlecht geschlafen. Seine Albträume waren nach kurzer Abwesenheit zurückgekehrt und quälten seinen Geist des Nachts mit schrecklichen Bildern aus der Vergangenheit. Szenen aus seinem ersten Turnier, von Evelines Tod, von dem Scheiterhaufen auf dem er einst selbst gestanden hatte. ,,Werdet ihr mich denn nie in Ruhe lassen, ihr alten Dämonen?" dachte er bitter.
Mit einem müden Ächzen öffnete er die Schnalle seines Umhangs und zog ihn aus. Sein dickes Wams über der Rüstung folgte. Er legte beides über den Paravent und trat zu seinem Schreibtisch auf dem sich bereits ein frischer Berg Dokumente, Briefe und Berichte stapelte. Der Gedanke daran die alle heute Nacht noch durchzuarbeiten ließ ihn bereits jetzt entnervt aufseufzen.
,,Die könne bis morgen warten, findest du nicht?"
Ein wenig erschrocken sah er auf, entspannte sich aber sogleich wieder als er erkannte wer sich da so lautlos hereingeschlichen hatte und nun auf der anderen Seite seines Schreibtisches stand. ,,Ach du bist es."
Namjoon lächelte, es war ein wenig matter als sonst, er war offensichtlich ebenso erschöpft. ,,Ich wollte nach dir sehen, du siehst so müde aus." Er umrundete den Tisch und schob den Stapel Papiere außerhalb seiner Reichweite. ,,Die solltest du für heute wohl sein lassen. All das kann noch eine Nacht länger auf dich warten." Seokjin spürte wie sein Herz warm wurde und erleichtert hüpfte als Namjoon nun endlich so nah vor ihm stand. Die Umstände der letzten Tage hatten sie beide gezwungen den Prinzen und seinen Knappen zu mimen: Eine Beziehung geprägt von Höflichkeit, Ehrerbietung seitens Namjoon und vor allem so viel ungewohnter, aber schicklicher Distanz. Sie hatten keinen Moment die Maske ablegen dürfen. Die wenigen Stunden versteckt am Lagerfeuer waren ein Segen, der viel zu kurz währte. Doch nun waren sie wieder im Schloss, in seinem Gemach, allein und Seokjin konnte endlich dem Klopfen seines Herzens und dem Kribbeln seiner Fingerspitzen nachgeben. ,,Hm, ich denke du hast Recht." Er ließ das Pergament los und zog Namjoon endlich in eine Arme. Wärme und Glück erfüllte ihn als sein Liebster sich an ihn schmiegte, so warm und vertraut, die Nase in seiner Halsbeuge vergraben, sein Haar kitzelte Seokjins Nase. Götter, wie hatte er das vermisst? ,,Ich hab dich vermisst." wisperte er in die weichen, dunkelbraunen Strähnen. Namjoon lächelte und küsste seinen Hals. ,,Ich dich auch." gab er sanft zurück. ,,Du warst neben mir und doch so unendlich weit weg." Seokjin nickte, er wusste ganz genau um das sehnsüchtige Ziehen, das sein Herz ergriffen hatte, wann immer er Namjoon berühren, küssen, einfach festhalten wollte und es sich verbot, weil sie nicht allein waren. ,,Ich wünschte es wäre anders." er seufzte frustriert. Namjoon spannte sich ein wenig an, nickte dann aber, ein schwermütiges Lachen auf den Lippen. ,,Vielleicht später einmal. Wenn du nicht mehr Prinz bist und mich meine späte Wandlung in einen Omega verwandelt hat." Seokjin erwiderte nichts darauf. Er küsste Namjoon auf die Stirn, auf die Nase und die Wangen, die die herrlichen Grübchen versteckt hielten, die ihm so gefielen.
,,Wir sollten unbedingt mal wieder allein ausreiten. Nur wie beide, ein Feuerchen und der weite Sternenhimmel über uns. Das wäre schön." Namjoon nickte. Er schien en wenig betrübt als er sich von Seokjin losmachte und damit begann die Schnallen und Verschlüsse seiner Rüstung zu öffnen, um ihm aus ihr heraus zu helfen. ,,Danke." Seokjin seufzte erleichtert als er die Stahlplatten ablegte und das schwere Kettenhemd auszog. Das darunter liegende, dicke Wams war so leicht wie eine Feder gegen das schwere Gewicht was auf seinen Schultern geruht hatte. Er streckte sich und lies die Schultern kreisen. Sie waren ein wenig steif vom Schlafen auf dem gefrorenen Waldboden, doch die Wärme des Raumes tat ihnen gut. Er legte die Rüstung auf den Tisch. Pando konnte sie später polieren. Nun musste er sich erst einmal präsentabel anziehen und sein Gesicht waschen. Während er zur Waschschüssel trat, ging Namjoon ans Fenster und spähte hinab auf die Stadt.
,,Trotzdem hatte die Patrouille auch ihr Gutes. Du hast viel gelernt. Und wir haben zwei interessante und wichtige Gäste aufgesammelt." sinnierte Seokjin laut. Namjoon zog die Schultern ein wenig hoch. ,,In der Tat. Der Prinz scheint sehr nett zu sein. Ihr versteht euch gut..." Er warf Seokin einen fragenden Blick zu. ,,Kennt ihr euch von früher?" Der Alpha nickte. ,,Jimin war ein paar Mal hier, meistens zu meinem Geburtstag, aber wir haben nie viel geredet. Sein letzter Besuch ist schon ein paar Jahre her, es hat mich selbst überrascht wie sehr er sich seitdem verändert hat." ,,Inwiefern?"
,,Nun, als wir jünger waren, glaubte jeder er wäre ein Alpha. Er war abenteuerlustig und auch ziemlich stur. Er konnte reiten wie kein Zweiter und kämpfen wie ein Ritter. Und wenn er hier war hat er Korin immer mit Fragen über die Medizin gelöchert. Aber nun...ich denke, dass König Shiwon ihn ziemlich gedrillt hat, um doch noch der perfekte Omega zu werden." Er hielt kurz inne und fuhr dann mit einem Seufzen fort. ,,Schätze, dass niemand in unserer Position dem entkommen kann. Die Entscheidung wird uns abgenommen sobald wir geboren sind. Dabei fand ich, dass der Reitkünstler und der Arzt Jimin immer so gut zu Gesicht standen." Namjoon hob die Brauen und ein leichter Stich zog sich durch sein Herz. ,,Du scheinst ihn zu mögen." stellte er in möglichst neutraler Stimmlage fest. Seokjin tauchte die Hände in die Waschschüssel und schöpfte sich das warme Nass ins Gesicht. Schließlich nickte er. ,,Es ist schwer das nicht zu tun. Er hatte immer schon diese einnehmende Herzlichkeit an sich. Als er zum ersten Mal hier auftauchte, hat nach ein paar Tagen der ganze Hof von ihm geschwärmt."
Namjoon biss sich auf die Lippen. Natürlich war ihm nicht entgangen wie charismatisch und warmherzig Prinz Jimin war. Er hatte es ja auf ihrem tagelangen Ritt selbst mit anhören und ansehen können. Auf seinem Platz ganz hinten in ihrem Tross hatet er genug Zeit gehabt dem Gespräch des fremden Prinzen mit seinem Liebsten zu lauschen und jedes Mal, wenn Jin gelacht hatte, war ein schmerzhafter stich durch sein Herz gefahren. Die beiden verstanden sich so gut, Seokjin schien richtig fröhlich und er lachte so ehrlich und hell wie er es sonst nur bei ihm tat. Er wusste er hatte kein Recht eifersüchtig zu sein. Und eigentlich auch keinen Rechten Grund. Denn jedes Mal wenn Seokjin ihn ansah, wenn er ihm am Lagerfeuer seine Schüssel mit heißer Suppe und Brot reichte, wenn er ihn mit einem zarten Kuss auf die Wange von der Wache ablöste, war da noch immer diese sanfte Wärme in seinem Blick, die ergebene Liebe und Zuneigung mit der er ihn immer ansah und von der er manchmal überwältigt zu werden glaubte. Seokjin liebte ihn, das wusste er und doch konnte er ich des sehnsüchtigen Ziehens in seinem Herzen nicht erwehren als er ihn neben Jimin sah. Jimin, der so wunderschön war mit seinen goldblonden Haaren, die wie ein glänzender Heiligenschein sein engelsgleiches Gesicht umrahmten, dessen Lächeln so süß war wie der Apfel aus dem Paradies, dessen Lippen so rot waren wie Kirschen und sein Lachen so schön wie das Zwitschern der Vögel im Frühling. Er hatte ihn gesehen, hatte gehört und erfahren wie klug Jimin war und wie gütig und warmherzig. Er hatte so viele Länder gesehen, sprach vier Sprachen, hatte Medizin studiert und setzte sich obendrein auf ähnlich leidenschaftliche Weise für sein Volk ein wie Seokjin es tat. Wenn er den Raum betrat zog er sofort alle Blicke auf sich. So sehr Namjoon das auch verleugnen wollte, man musste ihn einfach gernhaben. Und genau das war es was ihn tief im Inneren verunsicherte, auch wenn er das erst nicht hatte wahrhaben wollen.
Jimin war ein Prinz und nicht nur das: Er war ein Omega und damit fruchtbar. Er war in der Lage Kinder zu haben und so charmant und hübsch wie er war, würde es keinem Alpha schwer fallen ihn zu ehelichen. Er wäre sicher ein wunderbarer Gefährte, liebevoll und warmherzig, mit scharfem Verstand und einem Gefühl für Diplomatie. Und ganz nebenbei hatte er ein ganzes Königreich als Mitgift hinter sich. Es beinahe zu schön um wahr zu sein, das wusste er und er wusste, dass Seokjin das auch klar war. Eine Ehe mit Jimin würde ihn zweifellos in eine äußerst vorteilhafte Position bringen und Namjoon konnte sich nicht vorstellen, dass irgendwer auf dieser Welt unglücklich wurde, wenn er Park Jimin an seiner Seite hatte.
Erneut ergriff ihn bittere Eifersucht und biss sich auf die Lippen. Was war er im Vergleich dazu? Was konnte er denn bieten? Welchen Grund hätte Seokjin ihn Jimin vorzuziehen? Keinen und das wusste er nur zu gut. Ein Grauling, ein Aussätziger Bastard, ein Exilant gegen den schönsten Omegaprinzen Myrdans.
Ihm war klar, dass es nie eine Chance gegeben hatte. Natürlich würde Seokjin sich niemals für ihn entscheiden können. Eines Tages würden sie wieder getrennte Wege gehen und der Gedanke schmerzte ihn so sehr, dass er meinte sein Herz würde zerspringen. Als er vor ein paar Tagen noch abends am Feuer darüber nachgegrübelt hatte, war ihm das alles so weit entfernt erschienen. Ein Tag weit weg in der Zukunft, nach dem Winter, vielleicht sogar nach dem Krieg. Wochen, Monate, vielleicht Jahre Zeit bis dahin. Und dann hatte er Jimin getroffen und erkannt wen er da gerettet hatte und mit einem Mal war das Unausweichliche zum Greifen nahe. Er konnte nichts tun, musste Jmin ins Schloss bringen, wohl wissend, dass er das Ende seiner Tage mit Seokjin bedeutete. Denn, da machte er sich nichts vor, es war so gut wie sicher, dass die beiden heiraten würden. Er hatte bei den taktischen Besprechungen oft genug mitbekommen wie die Berater und Ritter auf eine Allianz mit Zinaton drängten, wie sie immer wieder Jimins Namen fallen ließen und auch wenn Seokjin niemals eine Miene verzogen hatte oder gar zu irgendetwas in der Richtung zugestimmt hätte, war Namjoon klar dass er es erwog. Er kannte Seokjin mittlerweile gut genug, um zu wissen, dass er in diesen Dingen durch und durch Stratege war, Politiker, König. Er wägte sein Handeln immer nach den gleichen Gesichtspunkten ab: Wovon profitiert das Reich? Was würde ihm einen Vorteil verschaffen? Wen würde er verärgern und war dieser Zwist den Preis wert den er dafür erhielt? Und Jimin, Zinaton, waren ein unermesslich kostbarer Schatz, der jedes Opfer wert war.
Das Land war durch die vielen Gold, Silber und Edelsteinminen im Gebirge reich geworden und verfügte zudem über ein gut gerüstetes Heer. Es lag direkt zwischen Ahris und Hismeton, es an Revyn fallen zu lassen wäre eine Katastrophe. Und die mächtige Stadt Lirend wäre außerdem ein exzellenter Ausgangspunkt für alle ihre Feldzüge. Die Stadt war ein Bollwerk gegen den Feind, die Feste eines Königs würdig und von unermesslichem Wert für ihren Besitzer, nicht nur wegen der Schätze und der Lage.
Jimin zu ehelichen wäre die einfachste Möglichkeit sich all das zu sichern und jeder den Namjoon kannte wäre absolut angetan von dieser Verbindung.
Seokjin hatte darüber nachgedacht, auch wenn er es nicht ausgesprochen hatte.
Und was wog Namjoons eigene Stimme gegen den überwältigenden Zuspruch? Selbst wenn es Liebe war, die sprach? Was war sein Unglück im Vergleich zum Wohle des Königreichs? Vielleicht sogar verglichen mit einem gewonnenen Krieg?
Es war unausweichlich, dass er Seokjin verlieren würde, diese Tatsache war ihm so bewusst wie niemals zuvor und auch wenn er seinem Liebsten keine Vorwürfe deshalb machte, so schmerzte es doch nicht weniger. Gott, wenn es nur irgendetwas gäbe, das er tun könnte, um das zu verhindern. Tae hatte ihm ein Brautgeschenk vorgeschlagen. Welch wahnwitzige Idee. Seokjin war ein Prinz und er nichts weiter als ein Bettler. Er besaß nichts, nicht einmal die Kleider an seinem Leib gehörten wahrhaft ihm. Wie sollte er Seokjin da ein Brautgeschenk geben? Natürlich hatte er an Rabia gedacht, doch...sie war ein einfaches Bauernpferd, gezüchtet für schwere Arbeit und harte Winter auf kargen Weiden. Ein solches Tier wäre für eine Bauernhochzeit passend, niemals für einen König. Er hatte nichts das er geben konnte, nur sich selbst. Und er hatte es niemals gewagt zu fragen, während Seokjin Anträge zu hunderten bekommen hatte. Geschenke aus Gold und Edelsteinen, Ländereien, ganze Königreiche.
Was konnte er ihm geben? Nichts außer Armut und Not.


,,Du denkst so laut, dass es das ganze Schloss hört." Namjoon zuckte erschrocken zusammen als Seokjin ihn von hinten in die Arme schloss.
Seokjin küsste seinen Hals, seine Lippen waren weich wie Pfirsiche und Namjoon schmiegte sich unwillkürlich an ihn. Er wollte die Zeit, die ihnen noch blieb, genießen, so kurz und begrenzt sie war, wenn das alles war was er von Seokjin bekam, würde er das gegen nichts auf der Welt tauschen wollen. Sehnsüchtig atmete er Seokjins Duft ein. Er roch nicht mehr nach Pferd und Wald, sondern nach frischer Luft und der Kräuterseife die Pando neben die Waschschüssel gelegt hatte. ,,Was betrübt dich so, mein Liebster? Was plagt dich?" fragte sein geliebter Prinz.
,,Hm? Nichts Besonderes..." Seokjin hob die Brauen. ,,Du ziehst die Stirn in Falten, etwas bedrückt dich doch. Sag es mir, Namjoonie. Ich werde es aus der Welt schaffen. Egal was es ist, ich werde nicht ruhen bis du wieder lächeln kannst." sagte er.
Namjoon lächelte halbherzig. ,,Nein." er schüttelte den Kopf. ,,Ich glaube diesmal kannst du mir nicht helfen." ,,Ist es wegen Jimin?" Seokjin hatte ihn durchschaut, er hätte es wissen müssen. Ein wenig beschämt nickte er. ,,Du wirst ihn heute zum Abendessen begleiten, nicht?" Seokjin nickte. ,,Ich muss. Es gehört leider dazu, vor allem da sein Vater unser wichtigster Verbündeter im Krieg sein wird. Aber...ich werde den ganzen Abend nur an dich denken und daran wie viel lieber ich mit dir dort wäre." Namjoon schloss die Augen als Seokjin ihn auf die Wange küsste. Sein Herz schmerzte noch immer so dumpf und er seufzte leise. ,,Sei nicht albern....welchen Platz hätte ich schon an einer Königstafel?" Seokjin zögerte keine Sekunde mit der Antwort: ,,Den zu meiner Linken."
Für eine Sekunde brachte Nmajoon kein Wort heraus. Hoffnung und Verzweiflung rauschten zugleich mit ganzer Kraft durch seine Adern und für einen Moment verschwamm die Welt vor seinen Augen. Was hatte Seokjin da eben gesagt? Wie konnte er- konnte er denn nicht sehen wie der Schmerz ihn überwältigte?
Er schüttelte den Kopf und machte sich von Seokjin los, das Herz schwer und kalt. Seokjin lächelte, so naiv und unschuldig, so absolut sicher als wäre es das Normalste der Welt, dass sie...dass er...
,,Du solltest darüber keine Witze machen." sagte er, einen Kloß im Hals.
,,Ich mache keine Witze. Egal wer in diesem Jahr zum Winterball kommt, egal wer heute Abend bei meiner Mutter an der Tafel sitzt. Ich habe nur Augen für dich. Ich liebe dich, Namjoonie." schwor Seokjin, ein entschlossenes Glitzern in den Augen.
Namjoon schüttelte den Kopf. ,,Das mag sein, aber....Jin. Bitte hör auf mir solche Dinge zu sagen. Wir beide wissen, dass das niemals Wirklichkeit sein wird. Du-"
,,Warum sollte es das nicht?" entgegnete Seokjin. ,,Ich bin der König, ich entscheide selbst wen ich liebe. Und wenn du das gleiche fühlst...warum soll ich dich verstecken? Warum soll ich dich in dunklen Kammern lieben? Warum soll ich dich verbergen wie ein schmutziges, beschämendes Geheimnis? Lass sie es doch wissen! Sollen es alle von hier bis ans Westermeer hören." Seine Stimme vibrierte vor Freude, er durchschritt die wenigen Meter zwischen ihnen und fasste Namjoon an den Schultern. ,,Ich liebe dich. Das ist alles was zählt."
,,Das werden die Menschen in deinem Königreich nicht so sehen."
Seokjin schnaubte belustigt. ,,Na und? Was sollen sie dagegen tun? Rebellieren? Ich bin ihr König!"
Namjoon zog die Braune zusammen. ,,Das wird sie nicht davon abhalten, wenn sie keinen anderen Ausweg sehen. Und sie werden protestieren. Allein deshalb, weil du mit mir niemals einen Erben haben würdest. Ganz abgesehen davon werden sie garantiert keinen grauen Hund an deiner Seite lassen."
Nun verschwand das Lächeln von Seokjins Gesicht. ,,Sie werden es müssen. Wenn du mich willst...wenn ich deine Liebe verdiene, dann werden sie dich akzeptieren müssen. Oder-" ,,Oder was-?" fragte Namjoon, zunehmend ärgerlich über die Worte seines Liebsten. Seokjins Gesicht verdunkelte sich. ,,Sie werden die Konsequenzen tragen."
Namjoon nahm seine Hände von seinen Schultern. Er schüttelte den Kopf. ,,Sieh es ein. Das mit uns...das war der schönste Herbst den ich mir je hätte wüschen können. Aber der Winter wird uns beenden. Das mit uns kann nicht funktionieren. Ein König und ein Grauling- mach dich nicht lächerlich." sagte er bitter. ,,Du wirst dich um den Krieg kümmern müssen, ums nackte Überleben und dann wirst du einwilligen Jimin zu heiraten oder irgendeinen anderen Omega, den sie dir aufdrängen und der gutes Land und Geld mitbringt. Das passiert vielleicht nicht morgen und auch nicht übermorgen, aber eines Tages wird es so kommen und dann..." seine Stimme brach. Er wandte sich ab, seine Sicht verschwamm und er presste so fest die Lippen zusammen, dass sie schmerzten. Er hatte vieles gehört und gelesen. Davon dass Alphakönige die Omegakinder der Könige und Adligen ehelichten, deren Länder sie eingenommen hatten. Es gab Geschichten über solche Harems. Manchmal fast zwanzig Omegas, die einander zerfleischten und gegeneinander intrigierten, um die Aufmerksamkeit des Alphas zu erhalten. Er konnte keine Mätresse sein, und auch keine geheime Liebschaft. Allein der Gedanke daran zerriss ihm beinahe das Herz.
,,Was du sagst ist nicht wahr, Namjoon." sprach Seokjin entschlossen und ruhig. ,,,Ich werde dir beweisen dass es nicht so ist. Wenn ich darf, wenn du mich lässt, werde ich dich an jedem meiner Tage lieben und niemand und nichts auf dieser Welt wird mich davon abbringen. Du wirst sehen, dass es geht. Das verspreche ich dir."
Namjoon wollte eben zu einer wütenden Antwort ansetzen, da klopfte es an der Tür.
Er hörte wie Seokjin sich hinter ihm bewegte, doch er brachte es nicht über sich, sich nach ihm umzusehen.
,,Geh jetzt, Namjoon. Du bist müde und erschöpft. Wir sprechen heute Abend nach dem Essen darüber." ,,Was ist mit der Besprechung? Wenn wir ausreiten und die Banditen bekämpfen, sollte ich über unseren Plan wohl Bescheid wissen?" Seokjin schüttelte den Kopf. ,,Ich werde nur einen Trupp zusammenstellen, der in die Wälder reitet und sie jagt. In den nächsten Tagen kann ich erst einmal nicht aus dem Schloss, um sie zu begleiten. Und..." er heilt kurz inne. ,,Natürlich kannst du sie begleiten, wenn du möchtest, aber..." ,,Ich reite mit ihnen." unterbrach ihn Namjoon. lieber half er dabei die Mörder zu fassen als zuzusehen wie Jimin seinen Liebsten verführte. Es war vermutlich das Beste, wenn er nun ging. Auch wenn es feige sein mochte. Aber er konnte nicht lächelnd dabei zusehen wie Jimin Seokjin schöne Augen machte.
Das hoffnungsvolle Funkeln in Seokjins Augen war verschwunden als Namjoon sich entschlossen zu ihm umdrehte. Der Prinz nickte, die Lippen zusammengepresst. ,,Also gut. Dann bleib."
Namjoon wusste, dass er ihn verletzt hatte, doch er war nicht in der Lage etwas dagegen zu tun. Zu sehr schmerzte ihn der Gedanke daran zusehen zu müssen wie Seokjin ihm entglitt. Und niemand konnte von ihm verlangen diese Qual zu ertragen.


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Ach ich hab so mit Joonie mit gelitten als ich das geschrieben hab :( Der Arme. Was denkt ihr wie es zwischen den beiden weitergeht? Werden Jin und Jimin heiraten?

Ein Hinweis zu Namjins Streit: Der Stuhl links neben dem König gebührt der Königin, oder in diesem Fall dem König ;)

Im nächsten Kapitel:
-Das Abendessen
-Tae kommt zurück
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