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Lilia

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
02.05.2019
22.05.2019
2
1.476
 
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02.05.2019 600
 
das ist meine allererste FF also seid bitte Gnädig :)

Lilia

Zum wiederholten Male stehe ich hier vor ihren Gräbern. Vor Papas Grab, dass gerade mal ein paar Wochen alt ist, und vor dem meiner Mama. Sie hat mich und Papa schon früh verlassen. Viel zu früh. Sie hatte schwere Depressionen nach meiner Geburt bekommen. Sie dachte es geht vorüber wenn ich älter werde. Doch das tat es nicht. Und als ich gerade mal 7 Jahre alt war, tat sie es... ohne Vorwarnung ließ sie mich und Papa alleine indem sie sich vor den Zug warf.
Mein Vater ist über diesen Verlust nie wirklich hinweg gekommen. Wie ich auch.
Und nun auch mein Vater... Ich kann mich noch daran erinnern, wie er mit mir gesprochen hat. Mich angelächelt hat, während ich auf dem Beifahrersitz saß.
Und dann BAMM!!!
Der LKW der in uns reingedonnert ist traf meine kleine, eh schon halbzerstörte Welt wie eine Bombe.
Ich befreie mich widerwillig von meinen trostlosen Gedanken und lege auf jedes der Gräber einen Blumenstrauß mit schwarzen, weißen und roten Rosen.
Ich wische mir die aufkommenden Tränen aus dem Augenwinkel und werfe einen letzten Blick auf die Grabsteine. Dann drehe mich um,
nehme meinen Ranzen und beginne langsam zur Schule zu laufen, denn ich habe gleich Unterricht da es erst halb acht Uhr morgens ist.
In der Schule angekommen gehe ich erstmal auf die Mädchen Toilette. Ich schaue müde in die geröteten Hellblauen Augen. Ich sehe aus als hätte ich eine Woche lang keinen Schlaf bekommen. Wobei das auf meine jetzige Situation eigentlich doch recht gut zutrifft.
Mein Gesicht ist blass, was es eigentlich immer schon war, doch so wie ich zur Zeit aussehe... einfach gesagt: Ich sehe aus wie eine Leiche.
Meine  Weiß-blonden Haare hängen mir in eigentlich ganz hübschen kringeligen Locken bis zur Taille und meine blass-rosa Lippen sind trocken und rissig.
Das Vorklingeln ertönt und ich beeile mich um nicht zu spät zum Unterricht vom Sievers zu kommen. Obwohl der wahrscheinlich eh nur wieder die Glotze anschmeißen wird, um wieder irgendeinen für ihn pedagogisch wertvollen Film zu schauen. Da schläft wahrscheinlich eh die ganze Klasse ein. Da werde ich nicht groß auffallen.  Wenigstens kann ich eine Stunde Schlaf nachholen. Denn den hab ich dringend nötig.  Ich trete in die Klasse ein und sehe sofort meine Freundin Natascha. Ich weiß, sie ist bitchig und manchmal nervig aber sie ist eine der wenigen Normalitäten in meinem Leben.  Als sie mich sieht, kommt sie quiekend auf mich zu und nimmt mich in den Arm. Als sie mich los lässt und mich ansieht, zwinge ich mich zu einem kleinen Lächeln. Sie jedoch sah mich mit einem besorgten Blick an.
„Süße was los? Nicht gut geschlafen oder was? Oder haste die Nacht durchgemacht, mh? "
Sie zwinkert mir belustigt zu. Ich schüttel aber nur halbherzig lächelnd den Kopf und gehe zu meinem Platz in der letzten Reihe.
Und schon kam auch der Sievers rein. Er stellte den Fernseher auf ein Pult, legte irgendeine DVD ein und drückte Play.
Er watschelte zu Oleg und nahm sich den freien Stuhl neben ihm mit nach vorne und setzte sich bequem drauf. Als er sich hinsetzte, knarzte der Stuhl unter seinem Gewicht und die Hälfte der Klasse musste ein Lachen unterdrücken. Warum auch immer.
Er stellte mit der Fernbedienung noch Sprache ein und der Filmvorspann begann.
Und das war mein Stichwort. Ich legte meinen Kopf auf meine Arme und die Müdigkeit überkam mich wie ein schwarzes Loch das mich Stück für Stück zu verschlucken versuchte.

Im nächsten Kapitel dann das Aufeinandertreffen mit Stefan Vollmer :)
 
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