Kit und Brooklyn

von Maatiboy
GeschichteRomanze, Fantasy / P16
Kit OC (Own Character)
02.05.2019
16.06.2019
33
55938
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Brooklyns Sicht

Ich komme in den Raum und gehe mit einen gezwungenen Lächeln auf dem Gesicht zu Kit. Seine gesunde Hand ergreifend, ziehe ich ihn zur Couch und drücke ihn in die Polster.
Dann nehme ich seine andere Hand mit Bedacht in meine beiden und doch zuckt er zusammen, als ich seine Finger sanft etwas bewege, sodass sie beinahe gerade sind. Entsetzt sehe ich, dass die Knöchel aufgeplatzt sind und bluten. Seine Mittelhand ist sehr stark angeschwollen und über den vierten Mittelhandknochen ist ein großer böse aussehender Bluterguss zu sehen.
Tamsyn reicht mir ein in einem Lappen eingewickeltes Kühlpack und ich drücke es ihm behutsam auf die geschwollene Hand, ehe ich ihr danke.
Als er es sich selbst weiter gegen die Hand drückt, küsse ich ihn leicht auf die Wange und drehe ich mich zu seinem Alphatier. >Ich habe alles mit angehört und ich verstehe ja, dass du ihn dort so 'zurecht stauchen' musstest, aber hättest du das nicht irgendwie...ich weiß ja nicht, etwas netter ausdrücken können? Hättest du nicht etwas Mitgefühl zeigen können? Musstest du ihn so auf die Palme bringen, damit er auf den Kaffeetisch eindrescht und sich dadurch seinen vierten Mittelhandknochen bricht?!<-ich knurre->...Oh nein, das musstest du nicht und wenn du es auch nur je wieder so weit treibst, wirst du nicht mit einer Predigt davonkommen.<:fauche ich, nun schon fast genauso wütend, wie Kit es gerade noch war. In meiner Wut vergesse ich auch ganz und gar die Umgangsregeln mit einem Alpha.
Besagter Anführer donnert:>Brooklyn Sommer, pass auf, was du sagst! Du bist nicht meine Frau oder eine aus meiner Familie. Du magst Kits Gefährtin sein, mehr bist du aber noch nicht und du bewegst dich gerade auf sehr sehr dünnen Eis.<
Ich fauche erbost und verletzt und er faucht zurück und zwar mit seiner ganzen Kraft — der ganzen Dominanz —, die ihm zu den macht, der ist, sodass ich zurückweiche.
Kit legt den Arm mit der gesunden Hand um mich, zieht mich zu sich auf seinen Schoß und drückt seinen Mund federleicht auf die Haut in meinen Nacken, ehe er leise und warnend murmelt:>Geh nicht zu weit.<
Nickend schlucke ich meine Wut hinunter, hebe das Kühlpack auf, was auf den Boden gefallen ist und lege es ihm wie zuvor zärtlich auf die geschwollene Partie.
Nach drei tiefen Atemzügen gucke ich hinauf in diese schillernden Augen. >Es tut mir leid, ich habe mich im Ton vergriffen. Es wird nie wieder vorkommen.<:raune ich zerknirscht und senke den Kopf. Damit gebe ich ihm zu verstehen, dass er der Dominantere von uns beiden ist und unterwerfe mich ihm somit völlig gewollt. Hoffentlich reicht das, um ihn zu beruhigen...
Ich höre ihn tief durchatmen, spüre wie die Dominanz ein bisschen aus der Luft verschwindet und atme schon vor seinem knappen 'Okay.' erleichtert durch.
>Ich habe nur noch eine Frage...wieso das Ganze hier?< Ich muss es unbedingt wissen.
>Das habe ich doch schon versucht, deinem sturen Kerl klar zu machen. Es ist ein Versprechen von mir, dem Rudelführer des vermutlich stärksten Rudels von San Francisco, an James.<  Lucas setzt sich zwischen seine Frau — der dunkelhaarige Frau mit den Kardinalaugen und der honigfarbenen Haut —, die wohl Sascha heißt und nun ein Kind von Tammy entgegen nimmt, und den Wächter mit dem Waldgrün als Augenfarbe. Er scheint sich nun wieder vollends beruhigt zu haben.
Ich runzle kurz die Stirn und bin abgelenkt vom kleinen süßen Mädchen, was sich nun glücklich an seine Mutter kuschelt, denn mit diesem schwarzen Haar, den minimal schrägen, leuchtend grünen Augen und der dunklen Haut kann man nicht leugnen, dass Sascha und Lucas die Eltern dieser Kleinen sind.
>Ich meine nicht, wieso du es nicht brichst, das ist mir klar. Ich frage mich...wieso hilfst du uns nicht einfach? Du musst es ja nicht sagen, ein Tipp würde schon helfen.<:murmle ich dann.
>Uns?< Er zieht eine Augenbraue in die Höhe.
Ich korrigiere mich hastig:>Mir, meine ich. Wieso hilfst du mir nicht?<
Der Kerl, der mich gerade noch umarmte, setzt mich von seinen Beinen auf die Sitzfläche neben sich und steht auf. >Nein, sie hat das Richtige gesagt. Ich helfe ihr.<
>Ich auch.< Dorian erhebt sich.
>Ich werde euch nicht sagen, wohin er gegangen ist.<:kommt es unnachgiebig vom Alpha dieser Gruppe von Raubtieren, der ja nun theoretisch auch meiner ist.
Aufstehend greife ich nach der Hand des Leoparden, der mir meine Seele stahl und ziehe ihn zurück auf das Sofa. Er will sich widersetzen, doch ich schüttle den Kopf. Mein Blick schwankt zu dem stehenden Wächter und er setzt sich auch — nach längerem Zögern.
So stelle ich mich nun direkt vor Lucas, senke jedoch nicht den Kopf oder wirke auch nur im Entferntesten unterwürfig und erzähle ihm die Wahrheit:>Egal, ob du es mir erzählst und mir somit hilfst oder nicht...ich werde um 12:30 Uhr aufbrechen und ihn suchen. Ich möchte, dass du weißt, dass es nicht gänzlich deine Schuld ist, falls ich ihn nicht finden sollte oder er schon tot ist...<-als ich dies laut ausspreche und somit auch das erste Mal wirklich in Erwägung ziehe, erschaudere ich und verkrampfe mich instinktiv, wehre den Gedanken strikt wieder ab und verstecke ihn ganz hinten in meinem Kopf->...James trägt mehr Schuld, es war seine Entscheidung zu gehen und das Versprechen von euch zu verlangen...doch selbst jetzt, wo ich dies so richtig weiß, kann ich ihn nicht sterben lassen, denn genau das wird passieren, wenn ich selbst ihn nicht vor seiner dummen Entscheidung und deren Konsequenzen rette.< Er ist bestimmt auf den Weg zu den Medialen...und Carola wird ihn mit größter Freude schmerzhaft und langsam zu Tode quälen.: denke ich den letzten Teil. Mich zu ihm beugend, umarme ich ihn. Ich brauche diese Kraft, die er die ganze Zeit auszustrahlen scheint.
Kit versuche ich derweil gänzlich auszugrenzen. Irgendwie kann ich es nicht ertragen, mich von ihm zu verabschieden. Denn vielleicht ist es ein Abschied für immer und so wie er aussieht, scheint er nicht sehr glücklich und sobald ich mich auf ihn konzentrieren würde, könnte ich nicht mehr gehen, aber James braucht mich jetzt mehr als alle anderen.
Also sage ich den anderen DarkRivers schnell Tschüss, indem ich sie drücke oder auf die Wange küsse — jedenfalls bei denen, die ich kenne.
Sascha wendet sich an mich:*Ich finde es gut, dass du ihn retten willst, aber du musst wissen, dass ein Teil von ihm wahrscheinlich nie mehr zu retten ist. Er hat sehr großen Schmerz überlebt, aber ein Part von ihm ist daran beinahe zerbrochen und diesen Teil kannst du vermutlich nicht mehr wiederherstellen.*
Nach kurzem Überlegen erwidere ich:*Danke für die Information, aber das ändert nichts an meinen Entschluss. Ich muss es wenigstens versuchen, selbst, wenn ich einen Teil von ihm nicht retten kann...er hat es verdient, dass man um ihn kämpft und für mich ist er, so wie er ist, ganz und nicht gebrochen.*, daraufhin stehe ich an der Tür und winke allen zu.
Ich gucke sie mir alle nochmal genau an.
Sie sitzen alle auf der großen Couch...ganz links von mir aus gesehen, nahe der Fensterfront sitzt eine — wenn ich richtig schätze, was schwer ist, da sie sitzt — 1,60 Meter große Frau mit taillenlanges gewelltes dunkelrotes Haar und cremiger Haut mit einem kleinen Hauch von Gold. Sie guckt mich mit ihren Kardinalaugen an und lächelt sanft, so als würde sie mir etwas mitteilen wollen, ich gucke lieber schnell weiter, ehe ich noch auf die Idee komme, hier zu bleiben.
Neben ihr sitzen Vaughn, Nate, Tamsyn und Sascha und Lucas mit ihrer Tochter. Lucas sitzt neben einen seiner Wächter und so treffe ich wieder auf diesen etwas einschüchternden und tiefgrünen Blick. Der Wächter mit dem pechschwarzen Haaren und der dunkelbraunen Haut, zu dem diese Augen gehören, scheint mir ein ganz spezieller Gestaltwandler zu sein. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich denken, er wäre kein Gestaltwandler, sondern ein Medialer. Seine gesamte Art und Weise strahlt Kälte aus, er redet wenig und er verhält sich auch so, als würde er wirklich keine Gestaltwandlergene besitzen, obwohl ich genau jetzt, als er die Frau neben sich — seine Gefährtin, wenn mich mein Gefühl nicht täuscht — anschaut, die große Liebe und Leidenschaft eines gebundenen Leopards in seinen Augen aufblitzen sehen kann.
Ich muss schmunzeln, als sie sich zu ihm beugt und ihn sanft auf die Wange küsst, ehe sie sich das Haar in der Farbe dunklen Goldes mit schokoladenbraunen Strähnen aus dem Gesicht streicht und ihre sturmwolken-grauen Augen mit dem bernsteinfarbenen Ring funkeln amüsiert, als sie über das leichte Knurren ihres Mannes lacht. Ihre sonnengebräunte Haut schimmert sanft in der Sonne, die durch das Fenster fällt. Neben den beiden zanken sich Mercy und Dorian flüsternd über etwas und er zupft an ihrem langen Haar, ehe er spielerisch nach ihrer Nase schnappt.
Ich grinse — glücklich, weil sie glücklich sind — und versuche sie mir alle gut einzuprägen, ehe ich zu meinem Raubtier gucke. Er sieht jedoch unmittelbar weg, als unsere Blicke sich kreuzen und ich komme nicht umhin, mich schlecht zu fühlen. Übers Band von mir und Kit spüre ich noch immer nichts, was darauf schließen lässt, dass er sich vor mir abschirmt. Ich kann mich nicht dazu überwinden, auf ihn zuzugehen, geschweige denn etwas zu ihm zu sagen, aber ich kann auch nicht einfach ohne einen Abschied gehen, deshalb sende ich ihn noch einen liebevollen Kuss. Dann laufe ich davon.
Ich stürme mit Tränen in den Augen los. Im Zimmer packe ich nur das Notwendigste in einen Rucksack hinein: ein T-Shirt zum Wechseln wie Hose, Socken und Unterwäsche und zum Schluss die Kuscheldecke, die ich in der Kommode wiederfinde. Fertig mit dem Einpacken, schmeiße ich ihn rücksichtslos aufs Bett und gehe zurück ins Wohnzimmer.
Dort sind immer noch alle versammelt, als würden sie nicht richtig wissen, was sie machen sollen, was an sich lächerlich ist, denn sie haben bestimmt alle etwas zu tun, aber naja. Kit sehe ich nicht, er ist nicht hier. Dasselbe gilt für Lucas und Sascha, das Kind schläft in Tammys Armen.
>Wo ist Kit?<:frage ich aufgewühlt und gucke mich nochmal um.
>Er ist hinausgefegt, als du gerade mal fünf Sekunden weg warst. Er schien ziemlich aufgebracht.<:gibt Tally die Antwort
>Oh Mist, das bedeutet nichts Gutes.< Sie nicken einheitlich. >Und wisst ihr, wohin?<:hacke ich nach.
Wie eine Einheit zeigen sie durch das große Fenster hinaus. Ich nicke knapp, flitze nach Draußen und als ich am Waldrand stehe, rieche ich Sanddorn — zwar sehr mäßig, aber doch vorhanden.
Hin und hergerissen denke ich:Soll ich der Spur folgen oder Kit nachjagen?, und ich eh' ich mich verseh' stehe ich im Zimmer des zweiten Stockwerks und schultere den Rucksack. Kit wird mir bestimmt verzeihen...er wird es verstehen, er muss mich verstehen. Und die anderen werden ihn schon suchen. Aber James...James ist in Lebensgefahr.
*Sascha. Ich hoffe, ihr findet Kit und richte Lucas von mir aus, dass ich nur eine Bitte an ihn habe: Er soll meinen Gefährten sowie jeden anderen daran hindern, mir zu folgen. Hier seid ihr sicherer. Macht euch keine Sorgen, ich werde schon nicht dabei draufgehen. Sag...nein lieber nicht.*
An der Kochstube schnappe ich mir zwei Wasserflaschen, die ich sogleich in den Rucksack stopfe und einen Apfel. Ich mache mich daran, der Sanddornfährte zu folgen, während ich losjogge und herzhaft in den Apfel beiße.
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~1886 Wörter

Viel Spaß und genießt das wiedermal schöne Wetter, obwohl es ja schon nicht mehr so angenehm ist.

Eure Maatiboy :)
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