Tonio & Julia - von zweien die auszogen um sich wiederzufinden

von whxtxvxr
GeschichteRomanze, Freundschaft / P16
Julia Schindel Lexi Kleinschmidt Tonio Niederegger
02.05.2019
04.09.2019
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"Ich will! Ich will... aber ich kann nicht". Niemals hätte er es für möglich gehalten, eine Chance wie diese nicht sofort anzunehmen. Es war sein Traum, seit er selbst die Theologie für sich entdeckt hatte. Es war die Möglichkeit auf die er gewartet hatte. Endlich einmal etwas nur für sich zu tun. Endlich einmal seine Entscheidung nicht von anderen abhängig zu machen. Und doch tat er gerade genau das: er konnte dem Job nicht zusagen wegen eines anderen Menschen - wegen ihr.
"Haben Sie Zweifel, Tonio?", fragte Generalvikar Zumbrodt. Die plötzlichen Zweifel seines jungen Kollegen waren ihm absolut fremd. Was konnte diesen ambitionierten Niederegger denn von einer Leitungsstelle am Priesterseminar in München abhalten?
"Ja", Tonio schluckte schwer.
"Dann möchte ich, dass Sie das klären. Können Sie das?" Langsam wurde der Generalvikar ungeduldig. Er hatte diesen einen Pfarrer doch nicht grundlos für eine solch ehrenhafte Position vorgeschlagen. Sollte dieser ihn nun wirklich so enttäuschen?

"Ja!" Und schon war Tonio aufgesprungen und hatte sich auf den Sattel geschwungen. Ehe er es selbst so richtig wusste, war er schon auf dem Weg zum Schindelhof. Wie von der Tarantel gestochen, trat er in die Pedale. Immer weiter, immer schneller. Seine Gedanken waren das reinste Chaos: Was tat er hier eigentlich? Was hatte er vor? Was sollte er denn sagen? Was, in Gottes Namen (im wahrsten Sinne des Wortes) erhoffte er sich denn davon?
Er wusste nur, würde er jetzt nicht mit Julia reden, würde er es vermutlich nie tun. Auf unerklärliche Weise hatte ihn dieses Gespräch mit seinem Vorgesetzten so unter Druck gesetzt, dass es ihn motivierte alles aufs Spiel zu setzten. Schon verrückt: das Gespräch mit einem Geistlichen motivierte ihn dazu, alle göttlichen Regeln aufzugeben. So mutig hatte er sich noch nie gefühlt und er wusste, dass dieses Gefühl auch nur diesen einen Augenblick anhalten würde.
Doch dann bog er von der Straße ab und gerade, als er auf den Hof fuhr sah er sie - und sämtlicher Mut und alle Hoffnung verließen ihn..
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