Unpassend

KurzgeschichteAngst / P6
02.05.2019
02.05.2019
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Gamora passte nicht hier her. Es war ein Gefühl welches schon immer an ihren Gedanken genagt hatte, vielleicht war es genau in dem Moment passiert, als ihre echte Welt (ihre echte Welt mit ihrer echten Familie und ihrer echten Heimat ) in zwei Hälften gerissen wurde. Für die Balance des Universums. Für den großen Plan.

Sie passte noch weniger hier her, in eine Welt, die ein Loch hatte, ein Loch in das Gamorra perfekt hätte passen sollen weil es sie gewesen war, die es hinterlassen hatte. Aber sie passte nicht, weil sie die falschen Kanten hatte, weil sie nicht die Gamorra war, weil ihr die Jahre und die Freunde und der Weg gestohlen wurden. Weil sie niemals eine Schwester haben würde.

Weil Thanos wieder etwas endgültig genommen hatte. Weil sie niemals diese Chance haben würde.

Sie war nicht ein Teil der Guardians. Sie war nicht die Schwester dieser Nebula. Sie hatte keine Freunde, keine Spuren, keinen Weg und kein Ziel.

Sie hatte die unendliche Freiheit, die sie sich immer gewünscht hatte, denn Thanos war tot, seine Armee war tot, seine Generäle waren tot und Nebula war tot. Ihre Schwester würde nicht versuchen sie zu töten. Sie würde es nicht tun, aber auch niemals in der Lage sein damit aufzuhören und Gamora als mehr zu sehen als … als was auch immer sie gewesen waren.

Sie war in ihren Traum gestolpert, von dem Moment an, als sie diese Nebula gesehen hatte, als sie Gamoras Hand ergriffen hatte und sie sich dazu hinreisen gelassen hatte zu glauben, dass vielleicht eines Tages ihre Nebula genauso sein könnte. Es war ein Wunschtraum gewesen, er war zertrümmert worden wie jeder andere auch. Gamorra lebte in einer Welt, die sie sich erträumt hatte, in der Haut einer Toten und ohne ein einziges vertrautes Gesicht.

Sie nahm an, dass Quill sie suchen würde, denn er hatte sie angesehen, wie man einen Traum ansieht und jeder jagt seinen Träumen nach. Aber wollte sie das? Wollte sie gefunden werden, einen Platz einnehmen, den sie selbst hinterlassen hatte? Sie war nicht diese Gamorra, würde es niemals sein und sie wusste nicht, für wen es schlimmer wäre, sie selbst oder die, die diese Fremde mit ihrem Gesicht zurückgelassen hatte.

Gamora saß also hier fest, denn als der Mann mit der roten Rüstung seinen Wunsch geäußert hatte, da war sie nicht zerfallen, hatte nur zugesehen, wie ihr Albtraum sich zerstreute und sie allein zurück ließ. Vielleicht gab es einen Weg zurück, in ihre Zeit, in ihre Welt, aber sie hätte fragen müssen, hätte länger in der Nähe der Menschen verbringen müssen, die sie sahen und jemanden anderen kannten.

Also war sie gegangen. Wie ein Feigling hatte sie sich davongestohlen, aber was blieb ihr anderes übrig? Sie wollte keine Tote sein. Sie wollte diese Welt entdecken, wollte endlich frei atmen können, wollte herausfinden, wer sie sein würde, wenn nicht Thanos über ihrem Gedanken schwebte oder das gesamte Universum sie umbringen wollte.

Sie wollte wissen, wer sie war.

Sie entschuldigte sich bei ihrer verflossenen Zukunft, entschuldigte sich bei der Frau, die sie geworden wäre.

Und wenn sie den Kopf in den Nacken legte, sich die Sterne ansah, und alles um sie herum still war, dann konnte sie fühlen, wie das Nagen in ihrem Kopf ruhiger wurde.

Denn die Andere verstand.

Geh, finde deinen Weg, wisperte sie, die Andere, die Seelenschwester, der Spiegel, der zerbrochen war. Denn sie hätte es verstanden. Thanos hatte ihre Wege lange genug bestimmt, von beiden. Ihr Weg waren die Guardians gewesen. Gamora würde ihren eigenen zwischen den Sternen finden müssen.
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