A Monster Like Me

GeschichteAllgemein / P16 Slash
Dänemark Island
01.05.2019
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Warnings: angedeutetes Yaoi (DenIce), angedeuteter Suizid
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Honey, I’m telling the truth
I did something terrible in my early youth


Es war doch nur eine unschuldige Frage gewesen. Eine unschuldige Frage eines unschuldigen Jungen. Jemand der ihn fast sein ganzes Leben lang kannte. Er hatte keine bösen Hintergedanken gehabt, er war einfach nur neugierig gewesen. Und wie konntet er so jemanden anlügen?
1520. Drei Jahre vor dem Fall ihrer Union. Schauplatz: Stockholm. Ursachen: Rache, Gier, Blutdurst. Die Leidtragenden: die Unschuldigen, wie immer. Das Stockholmer Blutbad vom achten und neunten November im Jahre 1520. Nie wieder wollte er darüber sprechen. Mit niemanden. Das was er getan hatte war unverzeihlich.

My mind went blank, I lost control
I was just a little boy, I did not know


Er war zu dieser Zeit nicht er selbst. Ihre Union zerbrach. Er zerbrach. Sie alle würden ihn verlassen. Alleine und vergessen. Vergessen und alleine. Er hatte keine Kontrolle. Seien Gedanken aus den letzten Jahren der Union waren verschwommen. Undurchschaubar. Verwischt von Machtgier. Sie sollten seinen Regelnfolgen.
Regeln. Gesetzte. Er war ein Wikinger gewesen. Er war nicht gedacht für Bürokratie. Auf einmal war er für viel mehr als seine eigene Nation zuständig gewesen. Auf einmal lebten unter seiner Obhut vier Nationen. Vier Nationen. Zwei alte Freunde. Zwei neue Bekannte. Ein später Freund. Eine spätere Beziehung. Eine spätere Feindschaft. Eine spätere Affäre.

I better let you go
To find the prince you thought you found in me


1944. Juni. Es war schon viel zu spät, um ihn gehen zu lassen. Die beiden lebten seit über 600 Jahren unter einem Dach. Doch der Junge sah nicht wie sehr es ihm schmerzte. Wie sehr ihn die Erinnerungen verfolgten. All die Kriege. All die Verbrechen. All das Verlorene. Er war nicht mehr der starke Krieger. Er war schwach. Schwach. Schwach. Nicht genug. Ein hoffnungsloser Fall.

I better set you free and give you up
Just wave and say goodbye and let you live


17. Juni. 1944. Es war nun offiziell. Der Junge war unabhängig. Mitten im schrecklichsten Krieg, den die Welt je gesehen hatte. Aber was war er? Ein Gefangener. Gefangen von einem Jüngling. Er hatte ihn unterschätzt. Sie alle hatte das getan. Aber der Junge wollte Unabhängigkeit. Er wollte nicht länger von ihm anhängig sein. Also gab er auf.
Es gab nur eine letzte Umarmung. Kein Wort. Kein Laut. Die Worte zwischen ihnen mussten nicht gesprochen werden. Sie wussten was sie wollten. Also ließ er den Jungen für sich leben. Ließ ihn gehen in mitten dieses schrecklichen Krieges.

Without a monster like me


Denn er war ein hoffnungsloser Fall. Ein Gefangener. Ein Monster, das tötete ohne zudenken. Eine Nation, die sich aufgab.

Honey, what am I to you?
I have pulled the trigger on this awful truth


Manchmal nagte eine Frage an mir. Manchmal war es nur diese eine Sache. Eine Frage. Und keine Antwort. Spielst du das alles nur? Siehst du mich wirklich so? Sag mir, was denkst du über mich. Bin ich immer noch zu klein? Zu unschuldig? Zu jung?
2010. Dunkle Wolken hängen über mir. Hängen über dir. Schauplatz: Knapp 150 Kilometer von Reykjavik entfernt. Ursachen: Vulkanismus, Ausbrüche. Die Leidtragenden: Menschen in ganz Europa. Keine Toten. Wenigsten etwas. Der Ausbruch des Gletschervulkans Eyjafjallajökull vom zwanzigsten März 2010. Einen Ausbruch der Natur, die für sein Leben gesorgt hatte. Eine Kraft, die schaffte und vernichtete.


Oh, hold me now ’cause I’m burning up
Sing me something beautiful, just make it stop


Ich war nicht mehr anwesend. Geistig. Körperlich. Wie die Grippe von 1918 bis 1920. Fieber. Wirre Gedanken. Ein Zittern im ganzen Körper. Ein Brennen im ganzen Körper. Ein paar verwischt, undurchsichtige, verschwommene Gedanken. Wünsche. Wünsche nach Ruhe. Ruhe nach dem Sturm. Stürme nach Ausbrüchen.
Du warst da. Auch wenn ich mich nicht erinnere. Du warst da und hast für mich gesorgt. Du hast mich an meinen schlimmsten Tagen gesehen. Du hast dich um mich gesorgt. Du hast für mich gesorgt. Einfach dafür, dass ich nicht mehr leiden muss. Wie Balsam für die Seele. Wie ein sanftes Wiegenlied. Ein Lied, an das ich mich nicht erinnere.


I better let you go
To find the prince you thought you found in me


1944. Juni. Meine Unabhängigkeit. Ich wollte nicht mehr dir zur Last fallen. Dein Leben fiel auseinander. Und wieso solltest du dich noch um jemanden wie ich kümmern? DU hast doch über 600 Jahre getan. Ich war nur eine Last. Eine Last. Du hast gekämpft. Ich habe mich nur versteckt. Ich war immer nur schwach. Nicht genug für dich. Also ging ich.


I better set you free and give you up
Just wave and say goodbye and let you live


09. April. 1940. Es war nun offiziell. Ich hatte nichts getan, um zu helfen. Nichts. Rein gar nichts. Und jetzt bezahlte ich meinen Preis. Ich sah dich. Gefangen. Verschlossenen. Ernst. Du standest dort nur und sahst mich an. Und ich blickte zurück. Machte nichts. Ließ dich gehen. Musste dich gehen lassen. Ich musste hoffen, dich wieder zu sehen. Es war ein Abschied. Einer, der für immer währen sollte. Ich ließ dich leben. Ich ließ dich gehen und sagte nichts.


Without a monster like me


Denn ich war en hoffnungsloser Fall. Ein Schwächling. Ein Monster, das alles emotionslos betrachtete. Eine Nation, die andere aufgab.


Just go


Er sprach ihm zu, dass er gehen sollte.

Ich sprach dir zu, dass du gehen sollst.


To find the prince you thought you found in me


Denn er war nicht stark genug für ihn. Er war nicht derjenige, den der Junge verdient hatte.

Ich bin nur eine Last. Du solltest dich nicht um jemanden wie mich sorgen
.

I better set you free and give you up


Wie sollte er noch jemanden schützen, wenn er sich selber nicht schützen konnte? Der Junge hatte es besser als mit ihm. Er musst den Jungen einfach gehen lassen, egal wie sehr es schmerzte.

Aus welchem Grund solltest du dich noch um mich sorgen? Du bist ein starkes Königreich und ich nur eine kalte Nation. Ich muss dir nicht mehr zur Last fallen.


Just wave and say goodbye and let you live


Er umarmte den Jungen ein letztes Mal. Es war sein Abschied. Er war sich nicht gewiss, ob sie sich wiedersehen würden. Aber der Junge sollte nicht mehr mit ihm leben müssen. Der Junge sollte sein Leben führen können.

Ich sah dich nicht an, als du gingst. Es war unser Abschied. Ich wusste nicht, wann wir uns widersehen würden. Aber du hattest genug Probleme auch ohne mich. Du solltest für dich leben können.


Without a monster like me, oh


Und er merkte, dass der Junge schon längst nicht mehr da war. Er war alleine. Alleine und vergessen. Vergessen und alleine. Und da weinte er. Er weinte. Weil er alle verschreckt hatte. Weil er doch das Monster war, dass alle ihn ihm sahen.

Und ich merkte, dass du für immer fort sein wirst. Ich war alleine. Alleine und zurückgelassen. Zurückgelassen und allein. Und ich fing an zu weinen. Ich weinte. Weil ich am Ende doch noch jemadne brachte. Weil ich das Monster war, das alle fortschickte.


Without a monster like me


Er sah eine Scherbe auf dem Boden. Glitzernd. Tödlich. Ein letzter Schnitt.

Ich sah eine Pistole auf dem Boden. Glänzend. Tödlich. Ein letzter Schuss.


BANG!




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Das Lied „A Monster Like Me“ wurde von Mørland geschrieben.
Das Stockholmer Blutbad waren eine Reihe von Hinrichtungen, die vom König Christian II. durchgeführt wurden.
Die Union, die hier angesprochen wird, ist die Kalmar Union, die die drei Königreiche Dänemark, Norwegen und Schweden in den Jahren von 1397 bis 1523 umfasste.
Am 17. Juni 1944 wurde die isländische Unabhängigkeit ausgerufen.
09. April 1940 wurde Dänemark vom nationalsozialistischen Deutschland eingenommen.
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Keine (relevanten) Übersetzungen
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