Moscow Mule on the rocks.

GeschichteHumor, Familie / P18
OC (Own Charakter) Robin Sebastian
29.04.2019
13.09.2020
22
112.387
2
Alle Kapitel
16 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
29.04.2019 2.869
 
Moscow Mule on the rocks.

♬ Author's Note
Vielen Dank an FrauElster für die kreative Nachhilfe, was den Titel zu dieser Geschichte angeht. Ohne dich würde ich noch ewig verzweifelt überlegen.

♬ Pairing:
Dan (OC) x Robin
♬ Kurzbeschreibung:
Wie wäre Sebastians Leben verlaufen, wenn sich seine Eltern Robin und Dan niemals getrennt hätten? Wie hätte sich das freche, aufgedrehte Frettchen entwickelt, wenn seine Familie intakt geblieben wäre? Oft gibt es ein Detail, eine kleine Entscheidung, die mehrere Leben verändern kann. In diesem Fall liegt die Entscheidung bei Sebastians Dad.



Moscow Mule on the rocks.

Prolog.

Das Leben als Familienvater hat mich verändert. In den letzten Jahren wurde ich von einem verrückten, charismatischen Gitarristen zu dem Vater eines lebhaften, kleinen Frettchens und dem Mann einer selbstsicheren, starken Frau. Einige Monate vor der Geburt unseres Sohnes Sebastian haben Robin und ich geheiratet, um unser Familienglück zu perfektionieren.

An sich läuft alles ganz gut, wenn ich nicht in einem Job feststecken würde, der mir den letzten Nerv, den letzten Lebenswillen raubt.

Ich kann es allerdings nicht ändern. Auch heute muss ich wieder zur Arbeit. Und um den heutigen Tag durchzustehen, lege ich mir eine Line in der Personaltoilette des Restaurants in dem ich als Kellner und scheinbar auch als persönlicher Sklave von frustrierten Gästen eingestellt bin. Mit einem abgeschnittenen Strohhalm inhaliere ich das Kokain. Ich war mir sicher, dass ich die Tür verschlossen habe, zumindest bis jetzt.

„Dan, wo…“

Fuck…
Ich schnelle in die Höhe, meine Drogen fallen zu Boden. Eilig lege ich eine Hand über meine Nase und steige auf den kleinen Spiegel, auf dem eben noch weißes Pulver gelegen hat, um ihn zu verstecken. Der Strohhalm verschwindet in meiner hinteren Hosentasche.

„Bist du komplett durchgeknallt?!“
„Chef, ich kann das erklären“, versuche ich, mich heraus zu reden, doch er sieht mich wutentbrannt an. An seinem Blick erkenne ich, dass jedes weitere Wort an ihn verschwendet wäre. Bei diesem Thema versteht er keinen Spaß. Ich wische mir mit dem Handrücken über meine laufende Nase. Fuck…
„Nimm deine Sachen und verschwinde, Dan! Sofort!“, brüllt er mich an. Zu perplex, um mich zu wehren, tue ich, was er sagt. Ich dränge mich an ihm vorbei, hole meinen Rucksack aus der Umkleide. Er folgt mir, es fallen einige Schimpfworte und Beleidigungen, doch ich bin nicht in der Lage, alles aufzunehmen, was um mich herum passiert. Ich stehe unter zu großem Druck, um so viele Informationen verarbeiten zu können. Ich reiche meinem Chef meine Schürze und die Kellnergeldbörse, er wirft mich schneller aus seinem Restaurant, als ich bis drei zählen kann.

Deprimiert gehe ich zu meinem Wagen, kaum habe ich aufgeschlossen, lasse ich mich auf den Fahrersitz sinken.

Wie konnte ich so leichtsinnig werden?
Robin wird mich umbringen, wenn sie diese Geschichte erfährt.
Wie konnte ich so tief sinken?

Fuck...

Was habe ich Idiot mir nur bei all dem gedacht?

Wie ein Verrückter starre ich durch die Windschutzscheibe nach draußen. Blinzle ich überhaupt?

Es dauert eine Weile, bis mein Kopf klar genug ist, sodass ich nach Hause fahren kann. Die Zeit um mich herum scheint vollkommen still zu stehen. In meinem Kopf sind viele Gedanken, zu viele, um sie einzuordnen.

Langsam aber sicher realisiere ich wirklich, was gerade passiert ist.

Ich habe meinen Job verloren…
Ich kann meine Familie nicht mehr ernähren…
Wir werden auf der Straße landen…

Fuck…



Um mich wieder zu betäuben trinke ich ein Glas nach dem anderen leer. Heute holt Robin Sebby aus dem Kindergarten, also habe ich keine weiteren Aufgaben mehr zu erfüllen, folglich ist es halb so wild, dass ich mir im Wohnzimmer die Kante gebe. Der Whisky brennt in meinem Hals, doch er lindert, dämpft meine Gedanken. Ich kneife meine Augen ein wenig zusammen, als ich merke, dass die Doppelbilder langsam einsetzen. Ich stürze den letzten Rest meines Glases hinunter, stelle es ein wenig unbeholfen auf den Couchtisch.

Ein kleines Nickerchen…
Wenn ich schlafe, denke ich wenigstens nicht mehr…



„Dan? Dan? … Schatz?“, höre ich Robins Stimme, sie ist weit weg. Was zur Hölle ist passiert…?

Als ich meine Augen öffne, blendet mich das Licht. Ich verdecke mein Gesicht mit meinem Arm, spüre, wie Robin über meinen Brustkorb streichelt.

„Dan, wach endlich auf, wir müssen reden. Was hast du gemacht? … Warum hast du getrunken?“

Es dauert ein wenig, bis ich wieder bei vollem Bewusstsein bin und ich mich an das stechende Licht gewöhnt habe. Es kostet ein wenig Mühe, Robin zu fixieren. Meine Frau wirkt wütend, aber auch besorgt…

„Robin… es tut mir so leid…“, spreche ich leise, sie lässt von mir ab, schließt die Tür, um sicher zu gehen, dass Sebastian nichts mitbekommt, ehe sie sich zu mir auf die Couch setzt.
„Was hast du angestellt?“, fragt sie mich, überblickt dann den Couchtisch, auf dem meine Whiskyflasche steht.
Mit letzter Kraft setze ich mich auf, ich muss es ihr gestehen…
Ich muss ihr endlich alles sagen, ich kann einfach nicht weiter lügen…
Sie verdient die Wahrheit, ich kann nicht länger so tun, als wäre alles in Ordnung. Robin hat mir immer vertraut und ich habe dieses Vertrauen eiskalt ausgenutzt und mit dem Leben mitgespielt. Ich habe versucht, mich mit Suchtmitteln von Tag zu Tag zu kämpfen. Es war eine dumme Idee, die dümmste, die ich je hatte. Und ich hatte bereits viele dumme Ideen.

„Robin… Ich habe meinen Job verloren…“, antworte ich deprimiert.
Liebevoll kuschelt sich meine Frau an mich. „Das macht doch nichts, es gibt genug andere Jobs… Du findest bestimmt schnell etwas Neues… Du hast doch so viele Talente…“ Mein Bauch wird gestreichelt, ihre Nähe tut gut, anderseits ist es mir auch unangenehm, da ich ihre Liebe gerade nicht verdient habe.
„Das… das ist noch nicht alles…“, gebe ich zu. Ich muss ihr endlich alles erzählen, der Druck von allen Seiten droht mich zu zerquetschen, ich kann einfach nicht mehr. Ich bin so verdammt müde, so verdammt ausgelaugt. „Robin… ich… ach, verdammt, es tut mir so leid…“
Robin lässt von mir ab, greift etwas grob nach meinem Kinn, dreht meinen Kopf so, dass ich sie ansehen muss. „Was tut dir Leid, Dan? Hast du eine Affäre?“
„Eine… was? Nein?“
„Bist du deswegen immer so müde, weil du eine Freundin hast? Weil du mich betrügst?“, hakt sie weiter nach, ich schüttle den Kopf, Robin lässt mein Kinn los.
„Robin, ich könnte dich niemals betrügen. Ich liebe dich und ich liebe Sebby…“, erkläre ich gestresst, nehme dann Robins Hand.
„Was ist es dann?“, fragt sie nach, blickt mir dabei tief in die Augen, ich versuche ihren Blick zu meiden, doch das ist nicht einfach, Robin dreht meinen Kopf erneut in ihre Richtung.

Normalerweise bin ich erleichtert, wenn Robin mit ihrer dominanten Art alles im Griff hat und mir damit einiges an Verantwortung abnimmt, aber ihre hartnäckige Strenge macht es mir schwer, ihr zu erklären, was passiert ist. Und dieser Blick. Dieser verdammte Blick.

„Verdammt Robin, ich… mein Chef hat mich wegen… hör auf mich so anzusehen…“, versuche ich anzufangen, befreie mich dann noch einmal aus dem Griff meiner Frau. „…er hat mich rausgeworfen, weil ich high war…“
„Dan, willst du mich jetzt komplett verarschen? Definiere ‚high‘ … was hast du genommen?“, fragt Robin eindringlich, streichelt dabei meinen Rücken.
„…Kokain.“
„Kokain…? Kokain… Dan, du… Wieso machst du Idiot so was? Wieso redest du nicht mit mir? Du hast immer mit mir gesprochen, wenn es dir schlecht ging… Wenn dir dein Job so zusetzt, hättest du dir etwas Anderes suchen können. Was ist zwischen uns passiert?“, fragt Robin immer weiter, ich stehe auf, wische mir die aufkommenden Tränen aus den Augen, greife nach meinen Zigaretten und öffne im Anschluss die Balkontür.

Nein, nein, fuck.
Ich kann nicht mehr, es ist einfach zu viel.
Ich kann das alles nicht mehr.

Zittrig zünde ich mir eine Zigarette an, mein Gehirn kann die frische Frühlingsluft gut brauchen. Ich muss nachdenken…

Ich puste den Rauch aus, blicke zur Straße nach unten.
Es ist tief, aber nicht tief genug…
Wieso können wir nicht in einem höheren Gebäude wohnen?
Dann könnte ich jetzt springen und alles wäre vorbei…
Ich müsste mich nicht mehr quälen…

Ich will einfach nur, dass dieser Druck endlich aufhört.
Ich kann nicht mehr.
Ich kann nicht länger standhalten…

Robin kommt zu mir nach draußen, auch jetzt sucht sie wieder Körperkontakt. Sie streichelt meinen Arm, wobei ihre grünen Augen auf mir ruhen. Sie ist nicht wütend, sie ist besorgt. Eigentlich dachte ich, dass sie mich umbringen wird, doch sie ist nicht aggressiv, sie ist einfühlsam und verständnisvoll.

„Dan, wir bekommen das wieder hin…“, erklärt Robin, umarmt mich dabei fest.
„Womit habe ich dich nur verdient…?“, murmle ich, ziehe dann an meiner Zigarette, wobei ich meinen freien Arm um meine Frau lege.

Als ein Klopfen an der Balkontür zu hören ist, wende ich mich zum Wohnzimmer. Unser kleiner Sebby steht an der Tür und winkt uns, er lächelt breit.
Robin dreht meinen Kopf erneut zu sich. „Dan, wir bekommen das wieder hin… Sebby braucht uns beide. Du kannst nicht aufgeben und ich lasse dich nicht im Stich… Versprich mir nur, dass es nicht wieder vorkommen wird… Versprich es mir, Dan…“

Ich soll versprechen, es einfach nicht mehr tun, witzig…
Es klingt viel einfacher, als es ist.

Liebevoll küsse ich Robins Stirn, lege meine Arme um sie, lächle dann Sebby an, der uns immer noch von der anderen Seite der Glastür aus ansieht. Er drückt sein Gesicht gegen die Scheibe, die durch seinen Atem etwas beschlägt. Das kleine Frettchen schneidet Grimassen. Ich kann mich an meinem Kind niemals satt sehen, selbst, wenn er so einen verrückten Gesichtsausdruck auflegt.
„Ich geh wieder rein, komm, wenn du bereit bist, okay? Und… Dan?“
„Hm?“, frage ich, streichle dann über ihre Wange. Ihr Blick strahlt Liebe und Zuversicht aus. Ich bin froh, dass ich meine Sorgen endlich mit ihr geteilt habe. Schade, dass ich nicht früher den Mumm dazu hatte.
„Bitte gib nicht auf. Wir haben schon so viel geschafft, auch das wird uns beide nicht trennen“, spricht sie hoffnungsvoll, küsst mich anschließend. „Wir schaffen das, zusammen. Wir schaffen alles zusammen, egal, was auf uns zukommt.“
„Ich liebe dich, Robin.“
„Ich liebe dich auch, Dan.“
„Danke, dass du für mich da bist.“
„Wir sind eine Familie, was sollte ich sonst tun? Ich kann dich nicht aufgeben. Ich finde nie wieder so einen gutaussehenden Kerl.“
Robins freche Antwort bringt mich ein wenig zum Grinsen. Sie weiß ganz genau, was sie sagen muss, um mich wieder auf andere Gedanken zu bringen.



Nachdem ich mich nach meinem Geständnis beruhigt habe, sitze ich am Fußboden, zupfe ein wenig an meiner Gitarre, während Sebastian mir fasziniert zusieht. Wenn ich etwas betrunken tun kann, dann ist es Gitarre spielen…

„Wenn ich groß bin, will ich das auch können“, freut sich Sebastian zufrieden, berührt dann das Instrument. Die Faszination spiegelt sich in seinen großen, braunen Augen. Er ist so ein neugieriges, kleines Frettchen.
„Ich dachte, du wolltest Keyboard spielen“, gebe ich überrascht von mir.
„Ja, das auch“, erklärt er stolz, was mich wieder ein wenig zum Lächeln bringt. Sebastians kleine Finger berühren die Saiten der Gitarre, er zupft ein wenig daran. Ich halte das Instrument fest, lasse Sebby seine kindliche Neugierde ausleben.
„Ich hab dich lieb, Sebby.“
„Ich hab dich auch lieb, Daddy“, lächelt er, setzt sich dann wieder vor mich. „Können wir was spielen?“
„Daddy ist ziemlich müde, Sebby…“
„Immer bist du müde…“, schmollt er, verschränkt dabei seine Arme. „Das ist so doof. Du bist voll doof.“
Seine Schmolllippe ist zu niedlich, er bringt mich dazu, wieder zu grinsen. „Du kleines, freches Frettchen. … Komm her!“

Ich lege die Gitarre zur Seite, schnappe mir dann meinen Sohn, Sebastian kreischt, als ich ihn auf der Couch ablege und anfange ihn zu kitzeln. Ich bemerke Robins kontrollierenden Blick, sie hat Recht mich zu beobachten. Normalerweise sollte ich in diesem Zustand lieber im Bett liegen und schlafen, bis ich wieder fit bin, anstatt mich um meinen Sohn zu kümmern.
„Nein, nein, nein! Daddy!“, schreit er lachend, ich gebe erst nach, als er anfängt mich zu treten.
Ich lasse mich neben ihm auf die Couch fallen, greife dann wieder nach ihm, um ihn auf meinen Schoß abzusetzen. Er sieht so niedlich aus mit seinen roten Haaren und seinen großen braunen, glücklichen Augen. Er strahlt mich fröhlich an.

Ich will, dass er glücklich bleibt, ich darf Sebbys Leben nicht zerstören.
Ich muss einfach stark bleiben, ich muss alles geben.
Für Sebastian.
Er ist mein ein und alles, mein Licht in der Dunkelheit.

„Alles okay, Daddy?“, fragt Sebastian erschrocken, als er an meine Wange fasst.

Ich weine… verdammt.
Warum jetzt?
Warum vor meinem Kind?

„Ja, es ist alles gut“, antworte ich, wische mir dann über die Wangen. „Ich bin nur so froh, dass du bei mir bist.“
„Wo sollte ich denn sonst sein?“, fragt er naiv nach, ich schluchze und drücke ihn an mich, Sebastian umarmt mich ganz fest. Ich überhäufe meinen Sohn mit vielen Küssen, was Sebastian wie so oft zum Kichern bringt. „Dein Bart kitzelt, Daddy.“



Nachdem ich nun schon eine Weile mit Sebastian kuschle, gibt Robin mir das Zeichen, auf die Uhr zu sehen. Es ist schon spät, mein Sohn muss ins Bett. Ich stehe auf, halte Sebastian fest im Arm, ich bin immer noch nicht ganz nüchtern.
„So, kleines Frettchen, es wird Zeit dich ins Bett zu bringen.“
„Nein, noch nicht, ich will doch noch spielen…“, schmollt Sebastian in meinen Armen. Ich trete an Robin heran, sie putzt gerade den Herd.
„Daddy hat Recht, es wird Zeit, dass du schlafen gehst. Ihr könnt morgen spielen. Morgen holt Daddy dich wieder aus dem Kindergarten, dann habt ihr ganz viel Zeit.“
„Wirklich?“, freut Sebastian sich, legt seine Arme dann um meinen Hals. „Jaaa!“

Au… Das war mein Ohr…
„Schrei nicht so, Sebby… Du bist immer so laut…“, ermahne ich ihn, küsse dann seine Wange.
„Hoppla. Entschuldigung, Daddy.“ Vorsichtig streichelt er mein Ohr, um es wieder gut zu machen. Seine kleinen, zarten Finger kitzeln mich ein wenig.

Robin gibt Sebastian ebenfalls noch einen Kuss, auch ich bekomme einen. Meine Frau sieht auch so aus, als würde sie es kaum erwarten, etwas Schlaf zu finden. In ihrem Kopf ist im Moment bestimmt so viel los, wie in meinem eigenen.
„Du solltest dann auch ins Bett gehen, sobald er eingeschlafen ist. Du hast morgen einiges zu erledigen“, erklärt Robin trotz ihrer Müdigkeit mit einem Lächeln. Sie hat Recht. Ich nicke.
„Gute Nacht, Mum“, verabschiedet sich Sebastian, bekommt dann noch einen Kuss von Robin.
„Gute Nacht, Sebby. Träum was Schönes.“



Nachdem ich Sebby bettfertig gemacht habe, lasse ich mich neben ihn in sein Bett sinken. Dieses tägliche Ritual ist ein Segen für mein Wohlbefinden. Zeit für meinen kleinen Sebastian zu haben ist das wichtigste in meinem Leben.

Vielleicht war es nicht schlecht, meinen Job zu verlieren…
Ich könnte mir zwei oder drei Monate Auszeit gönnen, wieder zu Kräften kommen und mein Leben wieder in den Griff bekommen, bevor ich mich in einen neuen Job stürze. Diese Zeit kann ich nutzen, um viel mit Sebby zu unternehmen. Wenn ich wieder gefestigt bin, werde ich bei meinem nächsten Job garantiert mit mehr Freude durchstarten. Wir hätten alle etwas davon.

Sebastian kuschelt sich an mich, heute Abend wehrt er sich nicht allzu sehr gegen das Einschlafen. Im Normalfall ist es eine endlose Aufgabe, dieses hyperaktive Kind ins Bett zu bringen.
„Gute Nacht, Sebby“, flüstere ich, gebe ihm dann einen Kuss auf die Stirn.
„Nachti, Daddy“, murmelt mein Sohn, ich streichle seinen Rücken, mein Blick ist wie fixiert, als ich den kleinen Körper neben mir betrachte.

Ich streichle seinen Kopf, lächle dabei ein wenig.
Sebastian hat etwas Besseres verdient. Er verdient einen starken Dad, der sich um alles kümmern kann, ohne dabei high sein zu müssen. Jemand, der alles mit einem ehrlichen Lächeln unter den Hut bekommt.
Ich könnte dieser Dad sein…

Du schaffst das, Dan.
Du bist kein Versager.
Du musst kämpfen.
Sebby braucht dich.



Nachdem mein Kleiner eingeschlafen ist, schleiche ich aus seinem Zimmer. Ich werfe einen Blick in das Schlafzimmer, Robin sieht von ihrem Buch auf.
„Bist du sauer auf mich?“, frage ich vorsichtig, sie schüttelt den Kopf.
„Nein, Dan. Ich bin nur… ich weiß es nicht…“
„Es tut mir wirklich leid, ich bin irgendwie in diese Situation reingerutscht. Ich brauchte Hilfe, um durchzuhalten… Ich wollte mich um euch kümmern, egal zu welchem Preis, schätze ich…“
Robin lächelt ein wenig, legt dann ihr Buch weg. Meine Frau steigt aus dem Bett, führt mich an der Hand ins Badezimmer. Liebevoll knöpft sie mein Hemd auf. „Schatz, wie versprochen stehen wir das zusammen durch. Du hast mich nicht fallen lassen, als ich schwanger geworden bin, und jetzt bin ich dran, für dich da zu sein.“
„Womit habe ich dich nur verdient?“, frage ich voller Schuldgefühle nach.
„Ich liebe dich, Dan, egal welche Probleme du hast, wir besorgen dir eine Therapie… Jetzt, wo du zu Hause bist, kann ich problemlos wieder Vollzeit arbeiten und du kümmerst dich darum, dass zu Hause alles läuft. Ich rede morgen mit meinem Chef.“
„Wie kann ich dir nur danken?“
„Indem du mit mir unter die Dusche steigst…“
„Ich schätze, dass ich das hinbekomme, auch wenn es ein sehr, sehr großes Opfer ist“, gehe ich grinsend auf das Angebot meiner Frau ein, sie gibt mir einen zarten Kuss.

Genüsslich schließe ich meine Augen.
Wie hält diese Frau mich nur aus…?
Review schreiben