OS zum Spielzeugmacher, der kein OS mehr ist

von Bernd
OneshotFantasy / P18
29.04.2019
15.09.2019
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Percy war erschöpft. Diese Postflut, das war unglaublich. Die ersten Fragebögen kamen zurück und mussten mühsam archiviert werden. Das gesamte Ministerium war in diese Arbeit eingebunden. Percy gewann viele Mitarbeiter, da er doppeltes Gehalt und den Montag als halben Arbeitstag anbot. Diese Resonanz auf sein Zugehen auf die Öffentlichkeit war einfach unglaublich. Doch nun war die Luft raus. Seine Augen waren geschwollen und er konnte keine Kaffee mehr sehen. Nach Hause, ich will nach Hause. Mafalda war schon vor Stunden gegangen, sie sollte am Vormittag wieder erscheinen.
Er erhob sich langsam um blickte noch einmal auf das Tulpenbild. Es gab nichts, was er mehr mit Bella verband als dieses Bild.
Doch er war einfach nur noch müde.
„Miss Greengrass, Sie sind ja schon hier?“
„Guten Morgen, Minister. Ja ich dachte ich kann mich nützlich machen.“
„Sie sind sehr freundlich. Sagen Sie ist die magische Transportabteilung schon besetzt? Ich benötige einen Portschlüssel.“
„Ich schaue nach.“
„Danke Miss Greengrass.“ Den Kamin anschließen nahm er sich vor. Mafalda hinterließ er eine codierte Nachricht mit seinem neuen Wohnort und bat um eine Menge an Flohpulver.
„Minister, hier ist ein Portschlüssel. Sie hatten Glück.“
„Danke Miss Greengrass. Misses Hopfkirch wird nachher übernehmen. Wenn ich heute noch gebraucht werde, soll Misses Hopfkirch mich benachrichtigen. Sie weiß, wie sie mich schnell erreicht.“
„Auf Wiedersehen, Minister.“
„Wiedersehen“ murmelte Percy, sprach die Koordinaten und aktivierte den Portschlüssel.

Bella hörte ihn auf den Boden stürzen.
„Percy!“
„Alles gut. Ich bin nur schrecklich müde. Ich will ins Bett.“
„Soll ich Dich anbinden?“
„Mach nur, ich werde mich nicht wehren.“
„Och das macht doch keinen Spaß. Na dann schlaf gut.“
Bella deckte Percy ordentlich zu, denn der war schon eingeschlafen.
Kaputt geknüppelt. Ach Percy, das stehst Du so nicht lange durch. Ich werde Dich jetzt nicht mehr aus den Augen lassen dachte sie, als sie seine Körperzeichnung betrachtete.
Von der Bella auf ihm war nur der Hinterkopf zu sehen und ein nackter Arm, der auf seiner Brust lag.
Sie überlegte, ob sie das Haus sichern sollte. Erst mal noch nicht, erst wenn es eskaliert. Percy ist direkt ins Haus gekommen. Mit einem Portschlüssel, aha. Minister müsste man sein.
Es geht auch ohne Minister, wusste sie. Sie ging in den Garten und hob vier Kiesel auf. Ich werde sie im Garten schmerzhaft vermissen! Die Kiesel legte sie auf den Kaminsims und sprach auf jeden der Kiesel Koordinaten. Zwei ins Blackhaus, zwei in den Laden. Ich bin auf Flucht vorbereitet, jetzt muss ich einige Süppchen kochen. Vielsafttrank, Stärkungstrank, Diptamessenz muss ich noch beschaffen. Eigentlich müsste noch was im Lestrangehaus sein und im Verließ? Keine Ahnung. Jetzt habe ich dafür keine Zeit. Ob Severus mir helfen würde? Ich habe keine Zutaten, keine Kessel, nichts. Wieder das Gefühl, im Krieg zu sein aber dieses mal auf ihrer eigenen Seite. Es geht um Percys Schutz und ihr Glück. Wieder musste sie an Severus denken, wie Lily ihm Kraft gegeben haben musste.
Bewege Dich Bella, nicht bummeln.
Sie schrieb noch eine kurze Nachricht für Percy, das Haus nicht zu verlassen, bevor sie zurück sei.
Dann apparierte sie nach Hogsmeade.

„Bella, Du scheinst Sehnsucht nach mir zu haben.“
„Sevilein, Du hast Deine Nase wieder zu lange in den Kesseln gehabt. Wann hast Du den Verwirrtrank gerührt?“
„Kurz bevor Du hier ankamst. Den habe ich für Dich gemacht.“
Severus hielt ihr eine dunkelrote Phiole hin.
„Hältst Du mich für so senil? Wenn Du schon Deine Kessel auf dem Feuer hast, ich brauche Vielsafttrank, Stärkungstrank, Dipthan, Schmerztrank. Dann zwei kleine Kessel, Kupfer und Silber. Neutrale Rührer.“
„Was ist passiert?“
„Severus, nur erste Hilfe und Vorbereitung. Ich rechne mit Anschlägen auf Percy.“
„Bezoare?“
„Nein, habe ich schon. Es gab einen Überfall auf Percy. Drei konnte ich vertreiben und Draco habe ich mir so gegriffen.“
„Wann war das?“
„Vorgestern Abend. Er war gestern und die ganze Nacht im Ministerium, jetzt schläft er.“
„Draco war beteiligt? Dann steht eine Gruppe dahinter. Da der Anschlag offensichtlich nicht geglückt ist, rechnest Du mit Heimtücke. Portschlüssel?“
„Habe ich Severus. Gib mir die Zaubertränke.“
„Hier hast Du ein Notfallset. Alles drin außer Dipthan, das lasse ich Dir noch zukommen. Gib mir zwei Tage dafür.“
„Severus, auf Dich ist Verlass. Was muss ich bezahlen?“
„Heute? Fünf Minuten Angst?“
„Danke Severus. Du hast was gut bei mir.“
„Was hast du gerade gesagt?“
„Severus, mir ist klar geworden, was Dir im Krieg Deine Lily bedeutet hat. Mir geht es jetzt mit Percy so.“
„Du fürchtest um ihn, nicht wahr? Du hast Dich verändert Bella.“
„Ja ich fürchte mich.“
„Bella, ich fürchte um Draco. Wenn er auf Dich zukommt, hilf ihm den richtigen Weg zu finden.“
„Warum ich, wieso denkst Du, ich bin die richtige?“
„Ich bin nicht mehr seine Bezugsperson. Und Zissy wird noch seinen Unmut zu spüren bekommen. Da ist kein Vertrauen. Wenn überhaupt, dann wird er auf Dich zukommen. Er wird Dummheiten machen.“
„Das denke ich auch. Percy ist bei mir, ob er damit umgehen kann?“
„Wenn Du es ihm geduldig erklärst. Treffe Dich auf neutralem Boden mit ihm, im Kessel.“
„Ich werde mein bestes tun und Draco helfen. Wenn er Hilfe annimmt, Severus.“
Severus nickte und Bella verschwand.
Ich erkenne Severus nicht wieder.

Sie legte die Sachen von Severus ab und ging in das Dorf hinein. Sie brauchte Lebensmittel. Gut dass Percy noch einiges an Muggelgeld bei sich hatte.
Butcher und Vegetable hatte sie schnell erledigt. Bakery Lacock. Lacock, das war doch der Bäckerei, wo die Mutter der kleinen Bella arbeitete. Sie betrat das Geschäft, in dem schlagartig Stille eintrat. Bella schaute sich um und musterte die Leute die in der Bäckerei bei Gebäck und Tee saßen.
„Bella!“ rief eine Kinderstimme.
Das Mädchen mit den Zöpfen lief auf sie zu und umarmte ihren Bauch.
„Schön, dass Du mich besuchen kommst. Das ist meine Mama und das ist Onkel Joseph, das ist der alte Miller, das ist Misses Rockstroh, das ist Misses Abott und das ist Misses Leanders. Willst Du heute Cones mitnehmen? Die sind ganz frisch und sie duften so gut.“
„Aber gern doch, und was empfiehlt die Dame des Hauses für das Frühstück?“
„Baguette, Bella. Mama macht aber erst morgen wieder welche. Heute musst Du Muffins mitnehmen, die mit Schokolade, die sind die besten und etwas Brot. Das mit den Oliven ist lecker.“
„Ihre Bella ist umwerfend Miss, Ich werde ihre Empfehlungen befolgen, bitte packen Sie mir ein, was Bella empfiehlt.“
„Annabella ist etwas vorlaut, bitte entschuldigen Sie. Und danke für die Zaubermilch, ihr Rezept wurde sogleich befolgt heute morgen.“
„Aha und wer durfte rühren?“
„Ich durfte das erste mal. Mama macht das manchmal nicht richtig.“
„Bitte entschuldigen Sie Madame Fortanmór, das ist mir peinlich.“
„Aber warum denn? Bella wird jetzt in die Schule kommen und sie kann schon ihren Namen schreiben. Ich finde sie reizend.“
„Sie haben ein Herz für Kinder wie mir scheint. Herzlich willkommen hier in Godric´s hollow.“
„Willkommen, willkommen wurde von den anwesenden gemurmelt.“
„Darf ich Sie auf einen Tee einladen, Madame?“
„Sehr freundlich von Ihnen. Leider bin ich in Eile. Aber Bella sollte morgen Nachmittag vorbeischauen, wenn Sie erlauben.“
„Sie müssen sich erst noch einrichten, wie ich hörte. Ich führe hier eine Niederlassung, wo Sie Ihre Bestellungen gleich aufgeben können. Schauen Sie, hier sind die verschiedenen Kataloge, je nach dem was Sie benötigen. Schreiben Sie die Katalognummern in diese Spalte und in ein bis zwei Tagen wird Ihnen das gewünschte geliefert. Ich bringe Ihnen die Kataloge heute noch vorbei, wenn mich Joseph entbehren kann.“
„Das ist nicht nötig, vielen Dank. Mein Mann wird sich nachher selbst bemühen.“
„Wie Sie wünschen. Ich bin bis achtzehn Uhr hier. Das macht dann sieben Pfund, fünfundzwanzig.“
„Hier, bitte.“
„Oh Madame, ich kann das nicht annehmen. Hundert Pfund Noten der Schotttischen Bank wird nicht akzeptiert, leider. Aber wenn Sie eine Geldkarte haben, wäre das kein Problem.“
„Dann werde ich mit meiner Bank reden. Mein Mann wird nachher den Betrag erstatten. Entschuldigen Sie bitte die Unannehmlichkeiten.“
„In Ordnung Madame.“
„Wiedersehen Bella!“
„Auf Wiedersehen.“
Muggel, das ist eine Welt, die sich ihr nie erschließen wird.
The Bell Inn, ein Pub? Das ist ein Pub?
Sie dachte an Harrys Biere. Mal sehen, ob der Minister mit mir in einen Pub geht. Das würde mich doch mal interessieren.
Die Bäckerin und Misses Abott schauten Bella lange hinterher, bevor sie ihre Köpfe zusammensteckten und leise tuschelten.