OS zum Spielzeugmacher, der kein OS mehr ist

von Bernd
OneshotFantasy / P18
29.04.2019
17.02.2020
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„Wow, das ist abgefahren! Geht das auch rückwärts?“
„Das werde ich Dir nicht auf die Nase binden, Blondie.“
„Wetten ich schaffe es doch?“
„Haha, bring meinen Kamm mit.“
Harry schnippte mit den Fingern.
„No Problem, Sir.“
„Den hattest Du bei Dir, das gilt nicht.“
„Was soll ich mit einem Kamm. Mein Haupthaar und Kamm, das geht gar nicht. Sogar meine Tante ist daran gescheitert. Und den Kamm habe ich gerade geholt, kein Scheiß.“
„Im Schulleiterbüro darf man nicht lügen.“
Durch das Fenster kam ein Phönix geflattert und setzte sich auf die schon lange verwaiste Stange.
„Der Phönix ist zurück, dann kommt Dumbledore wohl auch bald?“
Armando Dippet hielt sich seinen Finger an seine gemalte Nase.
„Welcher Dumbledore, Sir Dippet? Es gibt mehrere.“
„Wie? Nur er und sein Bruder, mehr gibt es nicht.“
„Er und sein Bruder sind die gleiche Person, dank Horkrux und Zeitreisen. Beide sind tot, das garantiere ich Ihnen.“
„Dumbledore hatte einen Horkrux? Na da war er nicht der Einzige, junger Mann. Glauben Sie mir, auch bei den Schulleitern war die Praxis durchaus verbreitet.“
„Ich weiß nicht wie viele er hatte, jedenfalls war keiner von denen angenehm. Ich kann Ihnen garantieren, dass es von ihm keine weiteren gibt.“
„Wie meinen Sie das?“
„Wir haben Sie alle vernichtet, wirklich alle.“
„Sie haben Dumbledore vernichtet? So ein Jammer!“
„Nein! Er hat nichts anderes verdient!“
„Ich habe Ihnen das vorausgesagt, Armando.“
„Phineas, anscheinend lagen Sie einmal richtig. Wie bedauerlich.“
„Nein Sir. Es ist so, wie es sein sollte. Wir haben ein Problem. Voldemort ist zurück. Bitte, helfen Sie uns.“
„Im Rahmen unserer Möglichkeiten? Wollen Sie noch einmal zur Schule gehen?“
„Ich würde es tun, wenn ich damit die Möglichkeit hätte, ihn in die Schranken zu weisen. Ich habe auf Ihren Rat gehofft, nicht auf Ihren Spott.“
Der Phönix breitete seine Flügel aus und gab einen lauten Schrei von sich, der in dem Raum allen in den Ohren gellte.
„Was macht es für einen Sinn, wenn Sie hier rumhängen und sich alte Geschichten erzählen, anstatt sich auf diese Aufgabe zu konzentrieren? Was glauben Sie, wenn er hierherkommt, meinen Sie, er wird Sie pfleglich behandeln? Weil Sie so klug sind? ER braucht keinen Schulleiter, er braucht Diener. Das wird mit Ihnen geschehen.“
Harry zückte seinen Zauberstab und beschrieb einen Kreis, in den alle Bilder der Schulleiter flogen. Aus Harrys Zauberstab schlug eine Flamme.
„Nein, das werden Sie nicht tun!“
Harry hielt inne und der Phönix rauschte von seiner Sitzstange herab, mitten in den Kreis der Bilder und begann auf den Rahmen herumzuhacken.
„Aufhören, aufhören!“
Im Handumdrehen leerten sich die Bilder, bis auf eins.
Der Phönix flatterte zurück auf die Sitzstange und keckerte laut.
Harry ließ die Bilder wieder auf ihre Plätze schweben.
„Eines Blacks würdig, würde ich meinen. Falls Sie wieder Zelten gehen, will ich dabei sein.“
„Selbstverständlich, Sir. Sie sind mir hoch willkommen.“
„Greifen Sie hinter das Bild von Dylis Derwent, da finden Sie, was Sie gut gebrauchen können, Schulleiter. Ich habe auch einen bei mir.“
Draco hielt einen kleinen Spiegel in der Hand.
„Ein Zweiwegespiegel?“
Harry nickte.
„Meiner ist mir zerbrochen, ich hatte ihn von Sirius. Er hat ihn dann Dumbledore gegeben.“
„Das hier ist ein Teil des Spiegels, den Dumbledore an sich nahm. Das Gegenstück findest Du im Pult des Schulleiters.“
„Hier Harry. Ich sehe Dich darin. Klasse Teil.“
„Danke Schulleiter Draco, ich habe ihn selbst entwickelt.“
„Und dann Sirius geschenkt, Professor Black, Sir?“
Harry fand das war wirklich ein großartiges Geschenk.
„Der Bengel hatte nur Dummheiten damit im Kopf.“
„Er hatte auch seine guten Seiten, Sir.“
„Ist vernünftiger geworden, das stimmt.“
„Harry, was für einen Vogel hast Du Dir da eingefangen? Das ist doch kein Phönix!“
Harry lachte und Hermione stimmte in sein Lachen ein. Dracos kullerrunde Augen, zum Niederknien!
„Es wurde Zeit, dass ein Phönix erscheint. Dass Sie es auch immer übertreiben müssen, junge Dame.“
„Sie bekommen Ihren Platz in meiner Tasche, ohne Augenbinde, Sir.“
„Dann hurtig und achten Sie auf den Rahmen!“
„Danke Draco, ohne Dich wäre es viel schwerer. Sichert Hogwarts so gut ihr könnt. Ihr hört von uns. Nimm das Spiegelteil an Dich.“
„Okay. Ihr könnt im Manor wohnen, wenn es brenzlig wird. Ich bleibe hier oder bin über dem See zu erreichen.“
„Mach Dir mal keine Gedanken darüber. Aber danke, Hauptsache, er kommt da nicht rein.“
„Komm Harry, wir haben zu tun. Petunia wird schon ungeduldig warten.“
„Machs gut Draco. Und danke nochmal.“
„Passt auf Euch auf, Mann.“
Aus den Augenwinkeln sahen sie noch, wie die ersten Schulleiter vorsichtig in ihre Bilder zurückkehrten.

                                                                         * * *

„Wie geht es Veronica und Nicola?“
„Alles gut Harry. Veronica hat irre schnell reagiert. Gregory war richtig begeistert. Und Nagini gibt Nicola nicht aus der Hand. Und dann kam Charly Weasley mit einem Blumenstrauß. Lady Ladakee fährt voll auf ihn ab.“
„Auf Dich fahre ich auch voll ab. Also ist Charly zurück aus Rumänien?“
„Das hatte er schon einige Zeit geplant. Wusstest Du, dass die beiden verbunden sind Harry, so richtig mit Herzautsch? Ich hatte Tränen in den Augen.“
„Ich auch, als ich in den Spiegel gesehen habe. Partnerlook, Mione steht Dir aber.“
„Und Du als blonder Wuschel? Wie fühlst Du Dich?“
„Elfengleich.“ knurrte Harry.
„Nichts ist umsonst. Haare schneiden im Zelt ist sinnlos, wie Du weißt.“
„Ich kann Severus Bauchschmerzen nachvollziehen.“
„Naja, Du siehst schon total anders aus. Ich finde es gut.“
„Das freut mich, wenn ich Deinen Geschmack getroffen habe. Möchtest Du eine Locke von mir?“
„So ein Mist, ich habe den Vielsafttrank stehen lassen.“
„Bleib Du mal schön Du selbst. Da bist Du am besten.“
„Bereit Harry? Mal sehen, was wir für eine schöne Prophezeiung bekommen.“
„So lange wie nötig und so kurz wie möglich.“
„Wir sollen noch zu Severus kommen, wenn wir hier fertig sind.“
„Hat er ein Carepaket für uns?“
„Haha, nein aber Felix Felicis.“
„Was, davon trennt er sich nicht wirklich?“
„Anscheinend doch oder es hat eine Besonderheit damit. Veronica war durchaus nicht überrascht.“
„Warte mal kurz, das war doch ein Dementor und ein Lethifold?“
„Wo? Zauberstäbe raus! Aber Moment mal, die sind komisch?“
„Haben die gerade gewunken?“
Harry schob sich seine Brille richtig auf die Nase.
„Ihr wundert Euch, nicht wahr? Severus hat sie für die Siebente in den Unterricht eingeladen und sie mögen es.“
„Oh Bill, wo kommst Du denn auf einmal her?“
„Ich war bei den Kobolden, wegen unserem neuen Angebot, eine Kleinkindgruppe einzurichten. Wir bekommen einen Teil der alten Gringottsbank dafür. Und dann überlegen wir schon, die Schule zu erweitern.“
„Was meinst Du damit?“
„Na alle zwischen drei und sieben Jahren können dahin kommen, Fleur wird sie da betreuen.“
„Das ist eine richtig gute Idee Bill. Und was sagst Du zu Charly?“
„Ich freue mich für ihn. Im Grunde sind wir alle Familienmenschen mit einem Hang zum Exotischen.“
„Außer Ginny.“
„Bist Du Dir da so sicher? Wenn die Hand an Dean anlegt, bleibt kein Auge trocken. Übrigens, tolle Frisur Ihr beide.“
„Ich werde wohl anfangen Hut zu tragen.“
„Ich auf jeden Fall, Harry.“
„Ach Unsinn. Haut mal so richtig auf die Kacke.“
„Was ist nun mit dem Dementor?“
„Der ist echt. Severus und sein Unterricht sind sehr beliebt. Ursprünglich war unser Schulirrwicht dafür vorgesehen, aber den hat es völlig aus der Bahn geworfen. Schluss mit Irrwichtern, aber mit dem Dementor geht’s richtig gut. Der ist gerne hier. So ich muss jetzt was für die Firma machen, bleibt sauber!“
„Grüße Fleur von uns und sichere Hogwarts gut.“
„Schon erledigt, Severus hat Bescheid gesagt.“

                                                                                    * * *

„Hermione Harry, kommt doch herein, ich habe Tee und Plätzchen.“
„Hallo Petunia, das ist ein schöner Empfang.“
Hermione schob Harry vor sich her.
„Kommt, ich habe schon alles vorbereitet. Harry, steh nicht so rum, als ob Du nicht dazu gehörst.“
„Hallo Petunia, wo ist Vernon?“
„Er hilft Dudders im Laden, da brennt die Luft.“
„Wieso?“
„Die Hütte ist so voll, dass man sich kaum bewegen kann. Die Winkelgasse in klein ist der Knaller.“
„Wann ist es bei Dir soweit?“
„Das dauert noch, Ende Mai Harry. Zwillinge.“
„Seid Ihr zufrieden mit dem Grimmauldplatz?“
„Oh ja sehr. Der Garten ist der Clou. Nur schade, dass Ihr nicht mal zu Besuch kommt.“
„Wir werden untertauchen. Er ist zurück und Ihr solltet Euch nicht allzu sehr präsentieren. Ich meine, ich bin dadurch erpressbar.“
„Hört denn das nie auf?“
„Nicht für mich.“
„Willst Du Dein Leben lang davonlaufen?“
„Ich laufe nicht davon, niemals!“
„Dann frage ich mich, wieso ich immer noch so schrecklich für Dich bin.“
Hermione feixte. Volltreffer und versenkt!
Harry fluchte innerlich vor sich hin. Wie er das Gespräch hasste! Also gut, bringen wir es hinter uns.
„Du bist nicht schrecklicher als ER. Ich habe mich immer gefragt, was ich Dir getan habe, warum ich der Freak war. Warum Du es mir nie erklärt hast, was da los ist. Stell Dir mal vor, ich würde Deine Kinder in den Schrank sperren, weil sie vielleicht nicht zaubern oder irgendwas machen. Ich habe damit abgeschlossen, es macht keinen Sinn, dass ich mich noch darüber aufrege. Nur eins, Du hast Deine Schwester durch mich bestraft, weil Du es an mir auslassen konntest. Ich hoffe es hat Dir gutgetan.“
„Harry, ich habe das Gespräch mehr als gefürchtet, weil es keine Entschuldigung gibt, die Du von mir annehmen würdest. Ich habe den Tag verflucht, als ich erniedrigt wurde, wie kaum jemand den ich kenne. Du hast es ausbaden müssen, ich habe Dich dafür bestraft, dass ich mein Leben lang diese Ungeheuerlichkeit ertragen musste. Ich bin froh, dass Du nicht daran zerbrochen bist.“
„Voldemort ist genau daran zerbrochen, weil man genauso mit ihm umgegangen ist. Im Waisenhaus hat man ihn jahrelang kaputt erzogen. Er wollte sich dafür rächen, an allen. Vor allen aber an den Zauberern, die das zugelassen haben. Er lebt für nichts anderes. Für ihn gibt es nichts anderes mehr. Im Grunde genommen habe ich sogar Verständnis für ihn, auch wenn es nicht angenehm für mich ist. Vielleicht erkennt er es irgendwann, dass es noch mehr gibt außer Hass.“
„Ich schäme mich, Harry. Bitte vergib mir.“
Harry kämpfte mit sich.
Vergebung.
Bitte.
Reue.
„Was geschehen ist, ist geschehen. Es soll uns eine Lehre sein und ich werde vor Dir nicht weglaufen ohne einen Versuch mit Dir zu sprechen. Danke, Petunia.“
Leise hörte er den Phönix zwitschern.
,Danke, Hermione. Ich liebe Dich.‘