OS zum Spielzeugmacher, der kein OS mehr ist

von Bernd
OneshotFantasy / P18
29.04.2019
31.05.2020
442
740.311
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10.11.2019 2.597
 
Veronica betrachtete Nicos virtuoses Spiel auf seiner Baglamas. Kostas schlug dazu einen leisen Takt.
„Ein Liebeslied aus meiner Heimat, Miss. Darf ich es Ihnen vortragen?“
„Aber gern, Mister Nicos. Ihre Musik ist sehr schön.“
Nicos lächelte und warf seinen Kopf in den Nacken. Übergangslos änderte sich sein Spiel und das Ta Kronia Ekina und das Kokkino Garifalo erklang. Nicos hatte eine schöne Stimme.
Alle lauschten andächtig, die Gelegenheit für Edwards zu verschwinden. Severus hatte es bemerkt, doch er reagierte nicht.
Nicos spielte und sang Ximeroni und Kostas hielt es dann nicht mehr am Platz.
„Nicos, was für eine Freude. Danke, danke. Freunde, es gibt nichts Schöneres. Lasst uns die Gläser heben, Nicos hör nicht auf zu spielen.“
Narzissa umschlang Severus.
„Severus, lass uns bald nach Hause gehen. Aber vorher tanze noch mal für mich, bitte.“
„Alles ok, Zissy?“
„Ja Sev, schau mal ganz unauffällig nach links.“
„Sie hat ihn verhext.“
„Nicht Veronika, noch weiter links.“
„Deine Schwester hätte jetzt Abgründe vermutet, nicht wahr?“
„Bella? Die hätte das hier mehr als belustigt, da kannst Du Gift darauf nehmen. Armer Bernie. Die beiden komischen Typen sind jetzt weg, was hast Du vor?“
„Mit Bernie?“
Narzissa lachte.
„Ach Sev, schon gut, erzähle es mir später. Und was hast Du mit ihr ausgemacht?“
„Wir werden uns morgen einen Ausflug zu einem der Verstecke begeben und sie wertlos machen. Aber das ist nicht der Grund, warum ich sie mitnehme. Sie ist einer größeren Sache auf der Spur und wenn ich richtig liege, erfahren wir mehr über Greengrass Absichten und ich werde dabei sein.“
„Severus, was wird das?“
„Keine Angst. Der Schulleiter und Sir Gornuk werden uns begleiten.“
„Aha, was ist mit Harry?“
„Noch nicht, erst wenn es brenzlig wird. Vertrau mir.“
„Ich werde wohl wieder Kerzen brauchen.“
„Narzissa, nein. Du überschätzt ihre Fähigkeiten und wir sind nicht allein auf uns gestellt.“
„Dein Wort in Merlins Ohr. Ich fürchte mich.“
„Dann tanze, Narzissa, tanze heute Nacht. Kostas weiß es, es vertreibt jeden Kummer. Komm, lass uns tanzen. Bevor wir einen Bauch kriegen…“
„Oh Du! Du bist nicht ganz unbeteiligt.“
„Das geht wieder weg, keine Sorge. Es sei denn…“
„Vergiss es Severus. Dafür kann ich mich nicht erwärmen.“
„Der Ofen ist aus? Wie schade.“
„So meine ich das nicht. Zwei reichen, hättest Du es Dir vorher besser eingeteilt vielleicht, aber so?“
„Nun ja, ich bin zufrieden. Und ich hebe mich von omnipotenten Subjekten ab.“
„Das entscheidest Du nicht, sondern ich.“
„Das Hintertürchen im dunklen Zimmer, darauf habe ich gehofft.“
„Ich will jetzt tanzen Sev, die Musik ist wunderbar. So schnell werden wir nicht wieder herkommen, nicht wahr?“
„Dann komm. Vielleicht können wir Veronica loseisen.“
„Sie ist noch so jung.“
„Nico verdreht ihr den Kopf, nicht wahr?“
„Ein bisschen. Dann werden wir wohl öfters griechische Musik hören, hmm?“
„Und hier essen?“
„Ich komme mir vor, wie meine Tante Walpurga, ganz versessen auf Liebesglück. Wie hat sie von Draco geschwärmt!“
„Du bekommst einen besonderen Bilderrahmen, versprochen.“
„Ach Sev, Du bist ein ganz lieber. Sei vorsichtig mit dem Rahmen! Und ich will die Kinder mit ins Bild.“
„Mit Riss unter dem Fenster, aber ja doch.“

„Mister Prince, auf ein Wort bitte.“
„Mister Pillsworth, was kann ich für Sie tun?“
„Wir werden bald aufbrechen. Darf ich fragen, was Sie mit Rita planen?“
„Aber gern doch. Miss Kimmkorn braucht Material für Ihre Reportagen. Sie soll sie aus erster Hand erhalten, ich habe ein Angebot gemacht, mich dabei zu begleiten.“
„Ist es gefährlich? Bitte seien Sie offen.“
„Wir sind zu viert, wenn Sie das beruhigt.“
„Ein wenig, Sir. Ich mache mir vielleicht unnötig Sorgen. Auch wenn ich in einem Keller mit angestaubten Pergamenten sitze, ich bin nicht blind. Es braut sich etwas zusammen, nicht offen, sondern im Geheimen. Rita scheint wie besessen davon, ich habe sehr wohl bemerkt, was sie vorhin getan hat. Und wie Sie die beiden Franzosen beobachtet haben.“
„Franzosen?“
„Aber ja. Dieser Edwards stammt aus Frankreich. Und ich ahne den Zusammenhang. Es geht um Greengrass, nicht wahr?“
„Woraus schließen Sie das?“
„Sie müssen wissen, die verstorbene Miss Greengrass und die Edwards haben eine familiäre Bindung. Edwards sucht hier folglich was, Mister Prince?“
„Ihre Überlegungen gehen in die richtige Richtung. Greengrass, aber ja.“
„Sehen Sie, darum mache ich mir Sorgen um Miss Rita. Sie ist zu blauäugig in der Sache. Greengrass ist ein sehr gefährlicher Mann, das war er schon, bevor er in Haft kam. Ich habe Aufzeichnungen zu unschönen Vorgängen und Verstrickungen um den Tod von Kingsley Shacklebolt entdeckt. Vor kurzem sind zwei Auroren gestorben, so etwas macht mich misstrauisch.“
„Und keine Zeitung berichtet darüber, aber Miss Kimmkorn hat Kenntnisse davon. Sie hat es mir gesagt.“
„Vorerst wird keine Zeitung davon berichten. Die Vorgänge sind geheim.“
„So geheim, dass Sie davon wissen?“
„Nicht direkt, doch aus gewissen Vorgängen im Schriftverkehr des Ministeriums ziehe ich meine Schlüsse, Mister Prince.“
„Und helfen Miss Kimmkorn, warum?“
„Mister Prince, dafür gibt es drei Gründe. Miss Rita muss diese Sache aufklären, ich denke es ist wichtig, solchen Leuten wie Greengrass das Handwerk zu legen. Dafür werde ich jede Gelegenheit nutzen, die sich mir bietet. In diesem Fall kann ich mit Fakten aufwarten.“
„Sie nannten drei Gründe, Mister Pillsworth.“
„Der zweite Grund, es gibt unbeglichene Rechnungen. Meine Frau starb während des Krieges im Ministerium. Der Fall wurde nie aufgeklärt, ein Todesser ist verantwortlich, soweit ich weiß. Sie wurde vergewaltigt und dann massakriert. Der Grund, warum ich mich in diesem Archiv seit Jahren durch Akten wühle, ich will ihn haben. Ich verspreche mir Hilfe von Miss Kimmkorn, doch im Moment hat sie andere Sorgen. Sie kann gut ermitteln, das weiß ich.“
„Ich stehe auf Ihrer Seite Mister Pillsworth. Was ist der dritte Grund?“
„Er ist privat. Ich wollte es selbst nicht glauben, dass so etwas wirklich geschieht, ausgerechnet mir. Ich bin ja sonst in meinem Archiv vergraben…“
Severus schwarze Augen funkelten plötzlich.
„Ich verstehe. Ihr Leben hat eine unerwartete Wendung gemacht. Ich wünsche Ihnen alles Glück der Welt.“
„Sie…danke. Davor habe ich mich heute gefürchtet, Sir.“
„Was meinen Sie?“
„Vorurteile und Missachtung. Aber Sie scheinen aus anderem Holz geschnitzt zu sein.“
„Mister Pillsworth, für ein Urteil weiß ich zu wenig, abgesehen davon, dass es Ihre private Angelegenheit ist.
Eine andere Frage, was halten Sie von Mister de Lacyet heute?“
„Ich bin bei meinen Recherchen zu Greengrass auf den Namen de Lacyet gestoßen. Eine gespaltene Familie, wie mir scheint. Das war kein Treffen unter Freunden, eher ein Geschäft mit unerfreulichem Ausgang für Edwards. Er war wohl nicht zufrieden.“
„Sie haben gut beobachtet. Ich habe de Lacyet lächeln sehen, als er uns verlassen hat. Edwards hat es nicht bemerkt.“
„Ob er wirklich nach Griechenland geht, zu Kostas?“
„Finden Sie es heraus, bleiben Sie unbedingt mit Kostas in Verbindung. Würden Sie mir dann Bescheid geben, wenn er dort auftaucht?“
„Natürlich. Achten Sie bitte auf Rita, Sir.“
Severus nickte.
„Das werde ich. Und ich werde mich umhören, was Ihre Frau betrifft.“
Bernie schaute Severus an, reichte ihm schließlich seine Hand.
„Ich bin Bernie, Sir. Vielen Dank für das Gespräch.“
„Sie werden von mir hören, Mister Bernie oder sollte ich Bernios sagen?“
„Bernie reicht, ohne Mister, Sir und Bernios hat sich Kostas ausgedacht.“
„Das ist ausgeschlossen, es sei denn…“
„Was Mister Prince?“
„Sie erweisen mir die Ehre und sprechen mich mit Severus an.“
„Das, nun, aber ja, sehr gern. Also Severus. Danke.“

Am Nachmittag des nächsten Tages standen ein Kobold und ein ehemaliger Fluchbrecher vor Severus Haus. Severus trat zu ihnen.
„Einen Augenblick noch. Miss Kimmkorn wird uns begleiten.“
Gornuk neigte seinen Kopf, nur Bills Stirn legte sich in Falten. Doch er hielt sich zurück, was Severus anerkennend registrierte.
„Sechszehn verschiedene Orte allein hier in England. Wir werden einen der Orte aufsuchen und zunächst nur beobachten, welche Sicherungsmaßnahmen vorhanden sind. Sollte es das kleinste Probleme geben, ziehen wir uns sofort zurück und beraten unser weiteres Vorgehen. Greengrass weiß seine Verstecke zu schützen, wir dürfen kein Risiko eingehen. Um Miss Kimmkorn kümmere ich mich selbst. Sie arbeitet für Dawlish, ich brauche sie. Das hier ist eine vertrauensbildende Maßnahme. Habe ich Eure Unterstützung?“
„Natürlich, Sir Severus.“
„Schulleiter?“
„Einem Schulleiter ist zu folgen, immer. Frage Deinen Hut.“
„Das ist nicht die Antwort auf meine Frage.“
„Ich vertraue Dir, Severus.“
„Gut. Es geht nach Gloucester, kennen Sie den Forest of Dean? Dort gibt es eine Schlucht, sie heißt West digging Slate, nahe des Puzzlewood. Es ist etwas abgelegen und wird nur wenig begangen.“
„Ich war schon mal da gewesen, mit meinem Bruder. Ich kenne die Stelle.“
„Gut Bill, dann gehe mit Gornuk und achtet auf zufällige Besucher. Ich komme nach, wenn die Kimmkorn hier ist. Ich schlage Tarnung vor. Und hier sind Notfall Pakete, für jeden eins.“
„Haben wir noch Zeit für ein Pfeifchen?“
„Sir Gornuk, wenn Sie darauf bestehen? Aber gemütlicher ist es, wenn wir zurück sind, meinen Sie nicht auch?“
Gornuk nickte. „Dann also später mit mehr Genuss. Mister Weasley, wären Sie so freundlich?“
„Ihre Hand, Sir. Wenn Sie in zehn Minuten nicht da sind, beginnen wir mit der Suche.“
„Sir Gornuk, achten Sie auf Magie, Sie können es nicht verfehlen.“

„Guten Tag, Mister Prince.“
„Miss Kimmkorn, ich dachte schon, Sie haben Ihr Interesse verloren?“
„Sie belieben zu scherzen.“
„Miss Kimmorn, Ihre Kleidung ist für einen Boulevard eine gute Wahl, aber heute unpassend. Wir gehen in den Wald, bei dieser Jahreszeit ruinieren Sie Ihre Kleidung. Ihre Tasche können Sie hier bei Narzissa lassen, Sie brauchen möglicherweise beide Hände für Ihren Zauberstab.“
„Ich habe aber dann nichts zu schreiben?“
„Mit etwas Abstand zum Geschehen wird Ihnen sicher etwas Gutes einfallen, nicht wahr?“
„Mister Prince, Sie legen doch Wert auf Fakten?“
„Auf realistische Berichte, ja. Tatsachen bleiben auch nach Stunden Tatsachen.“
„Wo kann ich mich umziehen, Mister Prince?“
„Hier, gleich rechts. Sie finden Gelände gängige Kleidung und festes Schuhwerk. Wenn Ihnen fünf Minuten genügen?“
„Sicher. Sagen Sie wo ist denn die Apotheke?“
„Die gibt es nur noch in der Winkelgasse 24 zu sehen, Miss Kimmkorn.“
„Dursley und Evans?“
„Als Spielzeug, Miss Kimmkorn.“
„Naja, die war sowieso baufällig.“

„Veronica, was hast Du das Schönes?“
„Das macht Euch ins Ohr. So könnt Ihr miteinander reden, falls es brenzlig wird.“
„Eine tolle Erfindung, so haben wir also gestern sprechen können?“
„Ich habe noch andere Sachen, aber sie funktionieren hier sehr schlecht. Aber da wo Du hinwillst, ist es ok.“
„Wo will ich denn hin?“
„Ach Severus, ich konnte Euch belauschen, willst Du es hören?“
„Unbedingt, aber erst wenn ich nach Hause komme. Wie hast Du das gemacht?“
„Ich wollte Tierstimmen aus dem Wald, Harry hat mich darum gebeten. Ich kann es selbst auf große Entfernungen hören und ihr seid mir dabei ein bisschen in sie Quere gekommen.“
„Vielleicht ist es gut, wenn außer Narzissa noch jemand weiß, wo wir sind. Wie lange können wir uns mit den Ohrdingern verständigen?“
„Mindestens eine Woche. Die Batterien sind neu.“
„Miss Kimmkorn erscheint, es geht los.“
„Komm heil wieder zurück, Dad.“
Severus Mund öffnete sich und schloss sich wieder.
„Danke, Veronica. Das werde ich.“
„So da bin ich, Mister Prince. Guten Tag Miss Sellers.“
„Guten Tag Miss Kimmkorn. Geben Sie mir gut auf Severus acht.“
Rita reckte ihr Kinn.
„Aber natürlich!“
„Bitte desillusionieren Sie sich jetzt und dann reichen Sie mir Ihren Arm. Nein, so wird das nichts, lassen Sie mich das machen. So, waren Sie schon einmal im Puzzlewood? Nein? Eine romantische Gegend. Auf geht’s!“

Gornuk und Bill standen am Eingang der West digging Slate, hinter einem der dicken Bäume, wo man sie vom Hauptweg nicht sehen konnte. Der Eingang war durch den Bewuchs recht gut verborgen und nur die Einheimischen kannten den Ort. Doch er wurde gemieden, denn hier ereigneten sich vor einigen Jahren grausame Verbrechen des Massenmörders West. Nur eine kleine Steintafel und eine Engelsfigur aus Stein am Eingang der Schlucht erinnerte an das grausame Geschehen vor gut zwanzig Jahren.
„Ein Friedhof, Professor Weasley. Ich kenne die Figuren der Mythologie. Der ganze Wald ist voll davon. Aber nur diese Figur ist eine, die ich zuordnen kann.“
„Man sagt, die Muggel können Illusionen schaffen und denken sich oft die abstrusesten Figuren dabei aus. Das nennen sie Kino.“
„Bilder und Töne einer Illusion haben suggestive Kräfte, das ist wahr.“
„Miss Phönix-Black besitzt Bücher und auch solche Illusionen, mit der sie solche Illusionen sehen können.“
„Das ist mir bekannt, wir waren dabei auf dem Flug zum Mond. Es ist wirklich spektakulär.“
„Professor Gornuk Sir, spüren Sie Magie?“
„Ganz schwach, ja, sie kommt aus der Schlucht und auch hinter uns ist sie zu spüren. Unsere Begleiter sind da.“
„Professor Prince, wie können Sie so leise apparieren? Ich habe gar nichts gehört.“
„Ich habe geübt, Schulleiter. Darf ich Ihnen Miss Kimmkorn vorstellen?“
„Guten Tag die Herren.“
„Guten Tag, Miss Kimmkorn.“
Severus schaute zu Gornuk, der nur zur Begrüßung nickte. Oha, da war doch etwas im Argen! Bei den Kobolden gab es mehr Fettnäpfchen als gangbare Wege und Miss Kimmkorn war eher auf Abwegen zu treffen. Nun ja, das ist ihr Problem.
„Miss Kimmkorn wird heute genauestens berichten. Ich hoffe es wird spannend für Sie.“
„Die Gegend ist es schon mal. Es ist gruslig.“
Gornuk hob seine Hand und dann zog ein dichter Nebel über die Moos behangenen kahlen Äste der Bäume.
„Wir treffen uns wieder hier, wenn wir uns zurückziehen müssen. Bleiben Sie zurück, bis ich Sie rufe. Still, wir sind nicht allein.“ Gornuk hielt seinen Finger vor den Mund.
Aus dem Dickicht trat ein großer Hirsch mit einem gewaltigen Geweih und lief langsam in die Schlucht. Staunend betrachteten sie das schöne Tier. Ab und zu fegte der Hirsch mit seinem Geweih durch das Gebüsch, bevor er im Nebel verschwand, nur das Geräusch während des Fegens war noch einige Zeit vernehmbar.
Plötzlich blitzte ein rötliches Licht aus der Schlucht auf, gefolgt von einem lauten Knall. Eine Druckwelle erfasste die vier und warf sie zu Boden. Und dann donnerte ein gewaltiger Steinschlag in der Schlucht und eine gewaltige Staubwolke verfinsterte das diffuse Tageslicht.
„Still jetzt, egal was passiert! Keinen Mucks.“
In der Schlucht kehrte langsam Stille ein. Gornuk hob seinen Kopf und machte mit seiner Hand eine seltsame Bewegung. Vor ihm erschien eine Kristallschale und eine Rute.
„Sie müssen hierbleiben, bis ich Sie rufe. Horcrux, mehrere! Ich kann sie spüren.“
„Warten Sie, Gornuk. Das hier ins Ohr und wir können uns verständigen. Miss Kimmkorn, Professor, sprechen Sie nur das notwendigste, leise. Selbst wenn Sie flüstern, können wir uns gut hören. Professor Gornuk, bereit?“
Gornuk hob seine Hand und verschwand in der Dunkelheit, die sich nur langsam lichtete.
„Was war das, Mister Prince?“
„Ein Versteck von Greengrass. Es gibt eine Menge davon, rechnen Sie damit, dass er auftaucht. Zauberstäbe raus!“
„Wollen Sie ihn gefangen nehmen?“
„Das wird schwer, er ist ein Fuchs und wittert Fallen. Und nein, ich will nur beobachten. Er handelt nicht allein, sonst wäre seine Flucht nie erfolgreich geblieben.“
„Professor Prince, Gornuk hat Schwierigkeiten. Nicht mit den Horcrux aber es sind weitere Flüche, ich muss zu ihm.“
„Gut, wir werden den Zugang bewachen, gehen Sie.“
Fast lautlos entfernte sich Bill. Gerade noch rechtzeitig, als in ihrem Rücken ein leises Plopp zu hören war.
„Animagus, schnell!“

„Nam aliena! Mors come!“
In der Schlucht polterte es erneut, während der Staub aus der Schlucht verschwand.
„Ca suffit, viridi gramine! Hoffentlich hat es Dich erwischt, Schnüffler! Lumos!“
Langsam und mit erhobenem Zauberstab schritt Greengrass in die Schlucht, sorgsam jedes Geräusch vermeidend. Nur das summen eines Insekts war zu hören und eine Fledermaus flatterte vorüber.
Seine Falle hatte funktioniert, aber nur ein verendeter Hirsch lag auf dem Weg vor dem Versteck. Alles schien unversehrt zu sein.
„Dominus Voldemort, rerum vestrarum, aperi qui custodit eam!“
Vor Greengrass öffnete sich eine schmale Felsspalte. Noch einmal schaute er sich aufmerksam um, bevor er darin verschwand.