OS zum Spielzeugmacher, der kein OS mehr ist

von Bernd
OneshotFantasy / P18
29.04.2019
11.11.2019
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„Nun Miss Kimmkorn, verraten Sie mir Ihr besonderes Interesse an Mister Edwards?“
„Huch, haben Sie mich erschreckt! Ich bin Reporter, ich berichte über die Leute.“
„Auffallend unauffällig, benötigen Sie Hilfe?“
„Sie wollen helfen, warum Mister Snape?“
„Prince, Miss Kimmkorn“.
„Ach machen Sie mir doch nichts vor, auch wenn Sie sich verkleidet haben. Also, was haben Sie für ein Interesse? Ist es notorische Überwachungssucht oder fehlende Aufgaben eines offensichtlich zu ruhigen Lebens?“
„Miss Kimmkorn, es gibt bisweilen Überschneidungen verschiedener Interessen und Mister Edwards ist, ohne Frage jemand, den man im Auge haben sollte. Und wenn dann der Namen de Lacyet fällt, dann ist es vorbei mit dem beschaulichen Leben, wie Sie so schön ausdrücken.“
„Ich bin wegen Mister Bernie hier, Mister Sn… Prince.“
„Oh ja, ein beneidenswerter Tanzpartner, nicht wahr?“
„In der Tat, er hat sich meinen Fokus hart erarbeitet.“
„Mister Edwards, Miss Kimmkorn, um den Sie kreisen wie eine Fliege um eine Schmalzstulle und das hat einen Grund. Sie werden sich Ihre Flügel verbrennen, ich kenne solche Typen zur Genüge.“
„Oh ja, Sie haben ja auch ein wunderbares Tattoo mit zauberischen Eigenschaften.“
„Meinen Sie Narzissa damit? In der Tat, Sie ist Besitz ergreifend und ausgesprochen begabt.“
„Es ist kein Scherz, Sie sind ein Paar?“
„Ihre Beobachtungsfähigkeit hat in keinster Weise gelitten.“
„Bisweilen bin ich gefürchtet, das ist wahr. Aber zunächst, seien Sie in vielen Jahren in Glück verbunden.“
Severus neigte dankend seinen Kopf.
„Mister Pillsworth ist zu beneiden, heute eine Göttin an seiner Seite zu haben.“
„Oh Sie sind tatsächlich lustig? Ja er hat was an sich, muss ich gestehen. Ich habe genau hingesehen.“
„Das glaube ich Ihnen ohne weiteres. Und was sehen Sie bei Mister Edwards?“
„Sie lassen aber auch nicht locker. Also gut. Ich suche alle Edwards in Frankreich, die hier in letzter Zeit, wie soll ich das sagen, Türen öffnen.“
„Greengrass.“
„Sie sind sehr gut informiert, wie ich sehe. Auch er scheint an Ihnen interessiert zu sein.“
„Miss Kimmkorn, Sie sehen wie immer zu viel. Er ist nur ein kleines Rädchen eines Netzwerks.“
„Ein Edwards hat einen Greengrass neue Wege ermöglicht. Ein Auror ist tot, ein zweiter Auror wurde in meinem Beisein getötet. Ich hatte das Pech, das zu beobachten und wurde von einem Auror entdeckt.“
„Was ist Ihr Ziel, Miss Kimmkorn?“
„Ich will diesen Edwards. Ich habe ihn aufgespürt, er arbeitet als Wärter in dem Haus, in dem Greengrass sein neues Domizil hatte. Ein einziger magischer Wärter in einem Muggelgefängnis, aus Frankreich. Was denken Sie?“
„Miss Kimmkorn, Sie müssen extrem vorsichtig sein, sehen Sie zu, dass Ihnen jemand den Rücken deckt bei Ihren Recherchen. Meinen Sie, Mister Pillsworth ist fähig genug?“
„Bernie? Nein, doch er hat mir schon sehr geholfen. Und ich möchte nicht, dass er sich einer Gefahr aussetzt. Aber es ist nun mal mein Beruf Geheimnisse zu enthüllen, wenn die Gesellschaft in Gefahr ist.“
„Ein herer Anspruch, göttlich.“
„Sie können ruhig spotten, Mister S…Prince. So und nun sind Sie dran, was ist mit de Lacyet?“
„Dem Namen nach ein Franzose. Es gibt einen geheimen Berater des Muggelkönigs mit diesem Namen, ein Geldgeber und Auftragnehmer für besonders heikle Angelegenheiten. Wie es scheint, reichen seine Aktivitäten über das Geheimhaltungsabkommen hinaus. Edwards ist der Beweis, denn Mister Kostas kennt Mister de Lacyet, sie treffen sich regelmäßig.“
„In einer Muggelgegend, konspirativ? Was sagen Sie zu diesem Bild hier?“
„Mister Dursley ist sehr umtriebig. Ein Steckbrief?“
„Sie sind gut, wirklich. Mister Dawlish ist dran.“
„Dawlish? Das ändert meinen Standpunkt. Miss Kimmkorn, morgen siebzehn Uhr an der alten Prince Apotheke, Sie bekommen etwas, was Sie exklusiv berichten können. Sie werden Augenzeuge sein, versprochen.“
„Was ist an Dawlish so besonders? Ich dachte er hat zu viele Zauber abbekommen, obwohl, wenn ich mir überlege, wie zielstrebig er arbeitet? Und im Beisein von einer gewissen Misses Dursley…“
„Misses Dursley? Die alte oder die junge?“
„Eine mit Bauch, Mister Prince.“
„Sehr schön beschrieben, aber nicht hilfreich. Rote Haare?“
„Nein. Sie hat einen leichten Akzent. Die rothaarige ist die Stiefmutter von Potter, nicht wahr?“
„Nein, seine Tante, Miss Kimmkorn. Potter hat einen Namen, der seinem Naturell entspricht. Sie haben ihm großes Unrecht angetan und auch Misses Dursley.“
„Ich gebe es nur ungern zu, Mister Dursley hatte mich schon in der Mangel.“
„Einen Schwur zu brechen ist grober Unfug, wie Sie es erfahren haben. Selbst in höchsten Kreisen spricht man davon.“
„Ich kann Ihnen aber sagen, es wurde ausdrücklich gebilligt.“
„So lange Sie Spielregeln einhalten, warum nicht. Sie erhalten damit eine unorthodoxe Methode der Recherche eingeräumt. Allerdings sich darauf berufen zu können, dürfte nicht in Frage kommen. Wenn Sie ihre Fakten belegen können, wird es kein Problem sein.“
„Mister Prince, Sie werden es nicht glauben wer da gerade zur Tür hereinkommt.“
„Jetzt bin ich mal gespannt. Sie entschuldigen mich. Veronica, hast du noch was für mein Ohr? Danke.“

Claude de Lacyet schaute mit großen Augen auf die Tafelgesellschaft, an der auch Edwards teilnahm. Freunde?
„Mister de Lacyet, wie schön, dass Sie doch noch erscheinen konnten. Wir feiern meinen Abschied heute, bitte seien Sie mein Gast. Mister Edwards hat Sie schon erwartet, kommen Sie, kommen Sie. Ein Glas Wein trinken Sie mit mir auf meine Gesundheit, bitte. Wir werden uns sicher nicht so schnell über den Weg laufen. Also, auf Ihr Wohl und stoßen Sie mit mir an.“
„Sie sind wie immer ausgesprochen freundlich, Monsieur Kostas. Auf Ihr Wohl und hundert Jahre Gesundheit!“
„Freunde, hier ist Claude, er hat den weiten Weg auf sich genommen um Valet zu sagen. Mister Edwards, rücken Sie doch ein wenig auf, ich hole noch einen Stuhl. Nicos, bringe uns Ouzo.“
„Und etwas Wasser bitte, Mister Kostas.“
„Aber gern und nun greifen Sie tüchtig zu.“
„Vielen Dank, Mister Kostas. Leider muss ich gestehen, gleich wieder aufbrechen zu müssen. Aber ein Glas werden wir leeren. Ich bin nur hier um mich zu verabschieden.“
„Wohin führen Ihre Wege, Mister de Lacyet?“
„Nach Hause, Mister Kostas. Hier ist es mir zu ungemütlich.“
„Oh dann komm mich besuchen, komm nach Korfu. Du musst wissen, in Korfu wirst Du vieles finden, wonach Du woanders vergeblich suchst.“
„So, was denn?“
„Gute Freunde, Liebe, Wein, gutes Essen und Frieden. Komm nach Lakones, da wirst Du mich finden.“
„Vielleicht, Mister Kostas. Es ist verlockend.“
Kostas musterte Claude genau.
„Was ist mein Freund, hast Du Sorgen?“
„Sie sehen in mein Herz, aber deswegen bin ich nicht hier.“
„Dann trink und tanze mit mir. Dafür sind unsere Tänze da. Komm. Nicos, einen Sirtaki!“
Laut erklangen die Klänge des Sirtaki im Raum und schnell kamen alle auf die Beine und tanzten. Bernie hatte die Plomari an, die ihm Kostas geschenkt hatte, Claude lächelte und schließlich tanzte auch er.
Nicos hatte seine alte Baglamas und spielte die bekannten Lieder seiner Heimat mit. Kostas wurde das Herz leicht und eine gute Stimmung erfasste alle tanzenden.
„Claude, die richtigen Schritte musst Du noch üben. Tanze nicht mit dem Kopf, wenn Du ein Herz hast! Schau her.“
Kostas legte seinen Arm auf seine Schulter und zeigte ihm langsam Schritt für Schritt.
„Siehst Du mein Freund, so geht das. In Lakones kannst Du es, ich verspreche es Dir.“
Claude nickte und schaute zu Edwards, der versuchte ihn auf sich aufmerksam zu machen. Doch Claude nahm sich Zeit, tanzen war ihm wichtiger jetzt. Seine Art Distanziertheit zu Edwards zum Ausdruck zu bringen.
Claude hatte mit seinem Onkel Streit, der ihn in seine zwielichtigen Geschäfte einzubinden versuchte. Es endete damit, dass er nur mit Widerwillen diesen Auftrag annahm, weil sein Onkel seiner Familie drohte. Blut ist dicker als Wasser, doch damit war jetzt Schluss. Er wird nie wieder nach Frankreich zurück gehen, in den Dunstkreis seines Onkels. Er hatte Freunde in der Schweiz, bei denen er einige Zeit unterkommen würde. Allerdings war das nur ein Zwischenaufenthalt, denn die Schweizer Behörden sind streng. Italien war sein Ziel. Griechenland? Kostas hatte ihm einen kleinen Floh ins Ohr gesetzt…
Claude musterte die anderen tanzenden. Einer kam ihm bekannt vor, doch er hatte keine Ahnung wieso.
Als der Tanz endete, hielt ihn Edwards am Arm.
„Was ist los Claude? Warum redest Du nicht mit mir?“
„Ich soll Dich von meinem Onkel grüßen. Er erwartet Dich am Freitag in Barfleur, die Kirche Saint Nicolas. Dann wird er Dir mitteilen, was Du zu tun hast. Und dann noch das hier.“
Er gab Edwards einen Beutel, in dem es leise klimperte.
„Tausend, willst Du nachzählen?“
„Bist Du irre? Doch nicht hier. Nimm das mit, wenn Du zurückfährst.“
„Nein, ich habe andere Pläne, Du musst sehen, wie Du das dahin bekommst.“
Edwards schaute Claude nachdenklich an.
„Wohin gehst Du?“
„In den Schatten.“
„Dann wünsche ich Dir Erfolg. Wann sehen wir uns wieder?“
„Ich weiß nicht. Ist Dir das denn wichtig?“
„Was sagt Dein Onkel?“
„Er weiß es.“
„Du hast Dich verändert, ich spüre es. Was ist geschehen?“
„Das gehört nicht hierher. Denke an Freitag und jetzt werde ich gehen. Ca suffit.“
„Ca suffit, Claude.“
„Gabriel, ca suffit!“

Gabriel Edwards nickte. Er hatte verstanden. Claude war raus. Doch er hatte eigene Probleme, auch er musste untertauchen. Er wartete nur noch auf den richtigen Moment um sich ebenfalls zurückzuziehen.