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Bitteres Erwachen

von Isaria
OneshotDrama, Schmerz/Trost / P16 / MaleSlash
Agron Nasir Spartacus
29.04.2019
29.04.2019
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Langsam stieg die Sonne über dem Horizont und in ihrem Licht sah man nun die ungeschönte Wahrheit über die Grausamkeit der Natur der vergangenen Stunden. Der eisigkalte Sturm hatte sich ein wenig gelegt und unter dem Deckmantel des frisch gefallenen Schnees erstarb die Unschuld beim Anblick dessen, was die letzte Nacht als ihren Tribut von den Rebellen gefordert hatte.

Es war so seltsam still in ihrem Lager, in den dünnen Zelten und um die erloschenen Feuer. Zusammen mit Agron, Nasir und Crixus ging Spartacus mit schmerzenden Gliedern durch das Lager ihrer Gemeinschaft.

Ihre stillen Gebete waren von den Göttern nicht erhört worden. Sie durchsuchten alle Zelte und allmählich kamen sie an ihre Grenzen bei den Versuchen die Zahl ihrer gefallenen Männer, Frauen und Kinder zu erfassen.

Nein, sie waren nicht gefallen, sie waren jämmerlich erfroren im eisigen Sturm der hinter ihnen liegenden Stunden. Tausend Mann hatten sie verloren, tausend Hände im Kampf gegen die verfluchten Römer waren für sie verloren und die Frage eine falsche Entscheidung getroffen zu haben, schien grausam beantwortet zu sein.

Die Stärksten unter ihnen hatten überlebt und mit einem Blick zum Graben, der ihnen die Flucht aus der gestellten Falle verwehrte, erwachte ein wenig neue Hoffnung in Spartacus, dass die Götter in ihrer Vorsehung und zugleich Erbarmungslosigkeit ihnen eine Möglichkeit zur Flucht geschenkt hatten.

Seine Stimme hallte rau über die Ebene als er seine Weisung an Agron und Crixus richtete. „Verschaffen wir unseren toten Gefährten eine letzte Gelegenheit unserer Sache zu dienen. Wir werden unsere Toten nicht begraben, sondern sie in den Graben bringen und übereinander sollte ihre Zahl genügen, dass wir hier entfliehen können.“

Agron schluckte und zog Nasir an sich und flüsterte ihm leise zu nachdem er ihm einen Kuss an die Schläfe schenkte. „Du hast mich nicht verlassen, mein Herz. Die Götter haben nicht gewagt dich mir aus den Armen zu reißen.“ „Sie scheinen deinen Zorn zu fürchten, mein germanischer Gladiator.“ „Verdammt noch mal! Das sollten sie auch in Zukunft tun.“

Dann schlug er Spartacus derb auf die Schulter. „Lass uns beginnen und ihnen für ihr Opfer danken. Wir werden sie nicht vergessen und ihren sinnlosen Tod rächen.“

Es war schwer und mehr als einmal musste Nasir Tränen aus den Augen wischen bei dem Anblick, der sich ihm in jedem neuen Zelt bot und er musste hart seinen Kummer hinunter schlucken.
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