Setter Twins

GeschichteRomanze, Freundschaft / P16 Slash
29.04.2019
27.05.2019
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Kapitel 13: Sternenbesetzte Nacht

- Hinterhof der Gastgeber-Schule. Gegen 23 Uhr des ersten Tages. -


Reader‘s Sicht:
Es war eine wunderschöne klare Nacht. Am Himmel glitzerten die Sterne in all ihrer Pracht. Diese Schule (welche auch immer) lag etwas außerhalb von Tokio. Hier störten die Lichter der Straßen und Hochhäuser nicht, wobei Nekoma auch nicht im Zentrum lag. Irgendwie bekam ich Heimweh, obwohl wir erst einen Tag hier waren.
„Er hat dich also echt gefragt?“
Akaashi und ich saßen auf der Treppe zum Hinterhof nebeneinander. Jeder hielt eine nicht angezündete Wunderkerze in der Hand und vor uns lag die angefangene Packung mit Feuerwerk. Der Setter zündete seine Kerze an. Funken begannen zu sprühen. Er hielt sie an meine und die Flammen gingen über.
Ich nickte. „Ich weiß nicht, was momentan mit ihm los ist. Er wirkt so als würde ihn nur eine falsche Berührung zu Staub zerfallen lassen.“
Mein Blick wanderte zu den beiden Jungs, die unter einem Baum auf einer Bank ganz in unsere Nähe saßen. Nah genug, um zu hören, das sie redeten, weit genug weg, um es nicht mehr verstehen zu können. Kuroo und Bokuto schienen für Feuerwerk nicht viel übrig zu haben, stattdessen unterhielten sie sich miteinander und tranken aus ihren Limo-Dosen.
„Du solltest froh sein, das es so gut zwischen euch läuft.“, meinte Akaashi. Er klang dabei etwas trotzig. Ich stieß ihn in die Seite. „Hör auf so pessimistisch zu sein. Bokuto liebt dich!“
„Das stellst du nach einem Tag bereits fest?“, bekam ich als Antwort auf meine Aufmunterung. Ich seufzte.
„Ich bekomme auch die Anrufe von ihm mit. Er jammert Tetsu ständig die Ohren voll, das er Angst hat dich zu verlieren.“
Röte breitete sich auf Akaashis Gesicht aus. Verlegen wandte er seinen Blick ab. Da hatte ich wohl einen guten Punkt getroffen.
Stille trat ein. Aber keine unangenehme. Ich hatte sogar das Gefühl, das der Schwarzhaarige nun ein bisschen glücklicher wirkte. Seine Lippen umspielte ein sanftes Lächeln. Er sah wirklich süß aus.
Auf einmal ging ein Funken von meiner Wunderkerze auf meine Hand über. Erschrocken ließ ich das Stäbchen fallen. „Aua.“ Ich hasste dieses Empfindung eines kurzen Stiches auf der Haut.
„Alles in Ordnung?“ Akaashi griff nach meiner Hand, um sie zu begutachten. Seine Hände waren so kalt, ganz anders als die von Kuroo.
„Ja, alles in Ordnung. Es war nur ein Funke.“ Traurig blickte ich zu meiner erloschenen Kerze.
Der Schwarzhaarige behielt meine Hand weiterhin fest umklammert. „Möchtest du eine neue?“, fragte er. Die Feuerwerkspackung lag näher an seinen Füßen.
Ich nickte und lächelte Akaashi freundlich an, was er erwiderte. Ich mochte, die Farben seiner Augen eine Mischung aus Blau, Grau und meiner Meinung nach Grün.

Da spürten wir mit einem Mal eine dunkle Aura über uns reinziehen. Irgendwas packte mich am Kragen und zog mich zurück, währenddessen wurde Akaashi fortgestoßen.
„Tetsu...“, jammerte ich. Wie ein Katzenjunges hing ich in seiner Hand.
„Pfoten weg von meiner Freundin!“ Sein Blick sprühte vor Wut, wie bis eben noch meine Wunderkerze vor Funken.
„Geht‘s noch? Ich hab einen...“, wollte Akaashi sich wehren, als auch schon Bokuto angerannt kam.
„Kuroo!“ Er stellte sich schützend vor Akaashi. Die Arme weit ausgebreitet. „Was soll der Mist?!“ Der Setter schaute zu seinem Kapitän hinauf. Seine Augen glänzten und sein Gesicht verfärbte sich dunkler. Kuroo dagegen wurde blasser. Scheinbar hatte ihn der Weißhaarige in die Realität geholt. Er setzte mich ab und trat einen Schritt von mir weg. Verstört musterte er die Situation, kehrte uns den Rücken zu und lief davon.
„Tetsu!“ Ich wollte ihm nachlaufen, aber Bokuto schnappte mich an der Schulter.
„Lass ihn. Er braucht einen Moment für sich.“ Traurig blickte ich ihm nach. Und er erlosch am Horizont, wie meine Wunderkerze.

- Irgendwo außerhalb des Schulgeländes. An einem kleine Fluss. -

Kuroo‘s Sicht:
Verdammt, was ist nur mit mir los. Ein Schwapp Wasser landet mir Gesicht. Es tat gut und beruhigte mein Gemüt ein bisschen. Ich lasse mich zurück ins Gras am Ufer fallen und strecke alle Glieder von mir. Überall flogen Glühwürmchen. Erleuchteten die Umgebung als wären die Sterne heruntergefallen. Ich streckte den Finger aus und eines setzte sich darauf.
„Das wird sie mir doch nie verzeihen.“, seufzte ich gen den Nachthimmel und puste das Würmchen weg. Meine Augen schließen sich. Ich drehe mich zur Seite. Am liebsten würde ich im Erdboden verschwinden.
Mein Handy klingelte und holte mich zurück aus meinem finsteren Gedanken. Bokuto hat mir geschrieben.
‚Hey, Bro. Alles klar bei dir? Bitte melde dich. Deine Kleine macht sich auch Sorgen.‘
Im Innere wusste ich, das er log. Wieso sollte sie sich um ein so großes Arschloch wie mich sorgen machen? Wahrscheinlich ist sie froh, wenn ich ihr nie wieder unter die Augen trete. Ich schrecke auf. Hoffentlich bleibt sie unsere Managerin. Wenn ich mir vorstelle sie nur noch in der Schule von hinten zu sehen. Mein Herz schmerzte.
Ich nahm mein Handy und schrieb: ‚Mir geht es gut. Kannst du ihr sagen, das er mir Leid tut?‘ Senden. Erneut fiel ins zurück ins Gras. Die Weiche und Kühle legte sich um mich. Nur einen Moment länger und ich wäre eingeschlafen. Da klingelte mein Handy wieder. Aber diesmal war es keine Nachricht, sondern ein Anruf. Bokuto rief an.
Ich seufzte und ging ran, er würde nicht zu schnell auflegen. „Bo, ich...“
„Spinnst du? Weißt was ich mir für Sorgen hier mache?“ Ihre weinerliche Stimme drang direkt durch mein Ohr ins Herz. Es schmerzte doller. „Kätzchen, ich...“
„Nichts, ‚Kätzchen ich‘! Beweg sofort deinen Arsch hierher oder ich komm dich holen!“ Ich lachte.
„Du weißt gar nicht wo ich bin.“ Ich schaute mich um. „Ich glaub, ich weiß es selbst nicht.“
„Glaub mir, ich werd dich schon finden!“ Ein Tüten erklang. Sie hatte aufgelegt. Wollte sie mich jetzt wirklich suchen? Das sollte ich lieber verhindern. Wenn wir zur Nachtsperre hier herumstrolchen, gibt es nur Ärger.
So begab ich mich mutlos zurück zur Schule.

- Vor der Tür zum Schlafsaal der Jungen von Fukurodani. -

Leise klopfte ich an die Tür. Was tat ich nur hier? Ich sollte in das Zimmer von Nekoma gehen, mich in mein Bett legen und in meinem Leid versinken.
Leider hatte mir Bokuto vor wenigen Sekunden eine Nachricht geschrieben, ich solle schnell zu ihm, es wäre dringend.
Die Tür öffnete sich. Bokuto lugte heraus. Er legte seinen Finger an den Mund. „Psst.“ So schlich ich hinein.
Der Schlafsaal war so gut wie leer. Scheinbar war der größte Teil von Fukurodani noch im Schulgebäude unterwegs oder übernachtete bei befreundeten Spielern anderer Mannschaften. Ich verstand nicht, warum ich leise sein sollte.
Der weißhaarige Kapitän ging voraus und blieb in der hintersten Ecke des Zimmers vor einem Futon stehen.
Er winkte mich heran. „Guck, Bro! Schnell! Ist das das nicht süß?“
Ich bewegte mich zu ihm und was ich sah, war überhaupt nicht süß.
In dem Futon lagen Akaashi und (VN) fest aneinander gekuschelt unter einer Decke. Sie lag wie eine eingerollte Katze auf seinen Brustkorb und er hatte den Arm um ihren Rücken geschlungen. Ich ballte meine Fäuste.
„Sie sind einfach so eingeschlafen.“, meinte Bokuto. Er zuckte sein Handy und machte ein Foto.
„Ich versteh dich nicht.“, entgegnete ich. „Das ist dein Freund in...“ Ich schluckte. „Dein Freund in den Armen einer anderen.“
Der Weißhaarige zuckte mit den Schultern, während er mit seinem Handy rumspielte.
„Na und? Ist dir nicht aufgefallen, das sie sich gut verstehen?“
„Ja, aber. Für meinen Geschmack zu gut.“
„Bro, ich vertraue Akaashi.“
„Ich vertraue ihr doch auch, aber...“ Es tat so verdammt weh. Ich wollte derjenige sein in dessen Armen sie einschläft. Derjenige an den sie sich schmiegt. Derjenige mit dem sie die Nacht verbringt.
„Guck.“, grinsend zeigte mir Bokuto sein Handy. Auf den Display war das Bild, was er eben geschossen hat, nur bearbeitet. Beide hatten nun Katzenohren und alles war verschönert mit Herzen und Sternen.
„Bo...“ Ich rieb mir über den Nacken, während mir ein schwaches Lachen entwich.
„Also ich finde sie süß. Das mache ich mir als Hintergrund.“
„Hey, das ist meine Freundin!“
„Ja, und mein Freund!“
Ich versuchte ihm das Handy zu entreißen. Nicht wirklich leise begannen wir miteinander zu rangeln, so dass die beiden aufwachten.
„Leute, was soll der Lärm?“, fragte uns Akaashi schlaftrunken, derweilen setzte er sich auf. Er rieb sich den Schlaf aus einem Auge. (VN) lag auf seiner Schulter, sabbernd. Jetzt musste ich Bokuto wirklich zustimmen, die beiden waren niedlich.
(VN) brauchte eine Weile länger um sich zu sammeln. „Tetsu?“, fragte sie im Halbschlaf. Ich lächelte sie reuig an.
„Tetsu!!!“ Sie sprang auf und fiel mir um den Hals. Ich kippte mit ihr nach hinten um. „Du riesen Vollidiot!!!“
Ich musste lachen, während sie ihren Kopf unter und an mein Kinn drückte.
„Es tut mir Leid, Kätzchen.“ Ich kämpfte gegen ihre Haare in meinem Mund. „Könntest du das Gekuschel auf andere Orte beschränken?“
Sie stemmte sich weg und funkelte mich empört an. „Vergiss es. Du hast dir deine Rechte auf Wünsche für heute vergeigt.“ Und sie nahm wieder den Platz unterm Kinn ein.
Ich schaute auf die Uhr. Kurz nach Mitternacht. „Für heute oder gestern? Ich hätte da nämlich noch ein Bedürfnis.“ Sanft zog ich sie an der Trainingsjacke von mir. Sie schaute mich verdutzt an. Während ich frech grinste.
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