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Für immer Caskett

von Ahadi
OneshotFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Kate Beckett Richard Castle
28.04.2019
01.07.2019
18
67.450
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Dieses Kapitel
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23.05.2019 5.064
 
Halli-Hallo werte Leserschaft.

Ich habe mich dazu entschlossen das Begrüßungsprozedere heute mal wieder etwas länger zu machen und offenbare euch im Zuge dessen, dass ich inständig hoffe, das ihr die vergangenen Tage gut hinter euch gebracht habt und nun auch schon sehr darauf gespannt seid, was ich heute wohl wieder schönes, neues für euch im Petto habe.

Vorher aber möchte ich mich, so wie ich es immer tue, noch einmal vielmals bei meinen Lesern Caskett2009, JohannaJames, CastleeltsaC und Hummel für deren Rückmeldungen bedanken, die allesamt wieder mal allererste Sahne waren und ich kann da nur sagen: „Leute, ihr seid alle echt super, macht weiter so!!“

And now, ohne weitere Umschweife, fordere ich euch mit größtmöglicher Freundlichkeit dazu auf, es euch bequem zu machen und euch einfach mal in die aktuelle Materie ein zu lesen und mir anschließend offen mit zu teilen, wie es euch denn gefallen hat, ich wünsche euch dabei natürlich gute Unterhaltung!

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Das Team hatte gerade einen Mordfall aufgeklärt, bei dem ein Wächter bei einem nächtlichen Einbruch ins Museum of Modern Art getötet wurde, unterstützt wurden sie dabei tatkräftig, da es sich ja um einen Raubmord handelte, von einer Kollegin vom Raubdezernat, die besagte Kollegin hieß Sophia Kaye und war ähnlich wie Beckett groß, hübsch und attraktiv, hatte aber im Gegensatz zu dieser blonde Haare und blaue Augen.

Kaum hatte Detektiv Sophia Kaye zum ersten Mal die Räume des Morddezernats betreten, da wären sämtliche Männer hin und weg, mit Ausnahme von Ryan, der glücklich mit seiner Verlobten Jenny liiert war und Castle, der ja mehr oder weniger heimlich in Beckett verliebt war und obwohl die fremde Kollegin wirklich nett und auch sehr kompetent war, hatte er trotzdem keinerlei Interesse an ihr, da ja bereits Kate sein Herz besaß.

Die Einzige, der der Aufenthalt der Raubpolizistin, trotz der hilfreichen Unterstützung, die jene ihnen bot, ganz und gar nicht gefiel war Beckett, sie konnte es einfach nicht ausstehen, wie die männlichen Kollegen sich in ihrer Gegenwart aufführten, kaum kam Sophia Kaye in ihre Nähe oder betrat den Raum, da fingen alle gleich an zu sabbern, zu gaffen und zu flirten, es fehlte eigentlich nur noch, dass sie den Boden anbeteten, auf dem sie ging.

Am allerwenigsten gefiel ihr allerdings, wie der auswärtige Detektiv sich ihrem Berater gegenüber verhielt, wie sie ihn anlächelte, wenn er in ihrer Nähe war, wie übertrieben sie lachte, wenn er einen seiner Witze zum Besten gab, wie auffällig sie ihn bei jeder sich bietenden Gelegenheit berührte oder wie sie mit einem Hüftwackeln versuchte, seine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, es hing ihr so dermaßen zum Hals raus.

Castle war ihr Partner und nicht Kayes, sie beide waren zwar kein Paar, er war Single, genau so wie sie auch und ihr war vollkommen bewusst, dass sie von daher keinen reellen Anspruch auf ihn hatte, aber sie war in ihn verliebt, schwer verliebt und das gab ihr, ihrer Meinung nach, jedes Recht dazu den Autor für sich zu beanspruchen und sie würde auf keinen Fall zulassen, das dieses Möchtegern-Supermodel ihn ihr einfach so weg nahm.

Allerdings gab es da eine kleine Stimme in ihrem Inneren, die ihr sagte, dass ihr Angebeteter vielleicht nicht so für sie empfand, wie sie für ihn, das er eventuell gar nicht in sie verliebt war und er stattdessen viel mehr an Detektiv Kaye interessiert war, ihr entging zwar nicht, das Castle nicht wirklich auf Sophies wenig subtilen Annäherungsversuche einging, aber vollständig beruhigt war sie dennoch nicht, gewisse Zweifel blieben.

Ungefähr so musste Rick sich gefühlt haben, als sie voriges Jahr mit Tom Demming zusammen gearbeitet und die Gunst der Stunde auch gleich dazu genutzt hatte, um vor seinen Augen mit dem Detektiv vom Raubdezernat an zu bandeln, einziger Unterschied zur jetzigen Situation war, dass ihr Berater sie nicht völlig ignorierte und ihr keineswegs das Gefühl gab, dass sie unnützlich und überflüssig sei, so wie sie es damals bei ihm tat.

Im Gegenteil, er behandelte sie vollkommen normal, brachte ihr Kaffee, zog mit ihr zusammen Verhöre durch, baute mit ihr gemeinsam Theorien auf, mit anderen Worten, sie machten alles, so wie sie es auch sonst immer taten, mit dem einzigen Unterschied, dass ein gewisser blonder Detektiv, der ganz offensichtlich großes Interesse an dem Schriftsteller hatte, ständig in der Nähe war und jede Gelegenheit nutzte, um mit ihm zu flirten.

Selbst als sie alle nach Abschluss des Falls im Old Haunt saßen und ihr wohlverdientes Feierabendbier tranken, konnte die werte Kollegin es einfach nicht sein lassen, das Objekt ihrer Begierde in einer Tour an zu baggern, sehr zum Missfallen von Espo, der eindeutig sehr an Kaye interessiert war und noch mehr zum Leidwesen der schwerverliebten Kate, die die Flirtattacken ihrer Rivalen hautnah miterleben musste.

„Also ich muss schon sagen, wir geben ein echt gutes Team ab“, warf Sophia nach einer Weile in die Runde und anstatt endlich einmal eine Pause vom ständigen Anbaggern ein zu legen, machte sie stattdessen munter weiter, indem sie dem, in ihren Augen, leckeren Schnittchen von Writer ein verführerisches Lächeln zuwarf, auf das der Empfänger jedoch nicht wie gewünscht reagierte, sondern völlig ignorierte, wieder mal.

Das rief bei ihr, zum wiederholten Mal, Verwirrung und Unmissverständnis auf, sie verstand einfach nicht, wie es kam, dass Castle gegen ihre weibliche Reize immun zu sein schien, sie hatte in den letzten Tagen alles aufgefahren, was sie auf Lager hatte, ihr gesamtes Repertuar und nichts, er sprang auf nichts an, nicht einmal ansatzweise, stattdessen konzentrierte er sich ausschließlich auf den Fall und auf Beckett.

Und wenn sie die Blicke, mit denen er die Brünette bedachte und die Gesten, die er ihr zukommen ließ, nicht komplett falsch interpretierte, dann stand für sie mit ziemlicher Sicherheit fest, dass er in seine Partnerin verliebt war, etwas, was sie nicht im geringsten nachvollziehen konnte, ja gut, Beckett war nett an zu sehen und sicher auch ein guter Cop, aber das war dann auch schon alles, was sie zu bieten hatte.

Ein gutes Aussehen und eine gute Kompetenz reichte, ihrer Ansicht nach, beim besten Willen nicht aus, um einem erstklassigen Kerl wie Richard Castle voll und ganz genügen zu können, der Mann war Güteklasse A und verdiente mehr als eine Frau, die weder ausreichend Oberweite in der Bluse, noch genügend Arsch in der Hose hatte, er verdiente sehr viel mehr, er verdiente jemanden wie sie und genau das würde sie ihm heute Abend auch zeigen.

„Und falls das Morddezernat jemals wieder Hilfe vom Raubdezernat brauchen sollte, wäre ich sehr glücklich darüber, Sie noch einmal unterstützen zu dürfen“, meinte Kaye als nächstes, während sie im Stillen bereits über eine Versetzung ins Morddezernat nachdachte, damit sie immer in der Nähe von diesem Sahnetörtchen sein konnte und wer weiß, vielleicht könnte sie dann ja mit etwas Glück auch Becketts Platz als Teamleiterin einnehmen.

„Ich würde mich freuen“, überraschte Detektiv Esposito seine Freunde mit dieser Aussage herzlich wenig, schließlich war sein Interesse an Kaye, genau so wie bei den restlichen männlichen Kollegen auch, mit Ausnahme von Ryan und Castle natürlich, mehr als offensichtlich und das obwohl er offiziell eigentlich mit Lanie zusammen war, was aber schwer zu beurteilen war, da die beiden eine ständige On- und Off-Beziehung führten.

„Ich mich auch. Sie waren uns wirklich eine große Hilfe“, schloss der Ire sich seinem Partner und bestem Freund an, auch wenn er sich, im Gegensatz zu Javier, ausschließlich deswegen über eine potentiell zukünftige Zusammenarbeit mit ihr freuen würde, weil sie, wie er sagte, in der Tat sehr hilfreich war und nicht weil er, so wie der Latino, scharf auf sie war und sich nichts Schöneres vorstellen könnte, als etwas mit ihr an zu fangen.

„Ich schließe mich den Jungs an“, machte Castle dagegen keine große Aussage und offenbarte stattdessen einfach nur, dass er die Meinung seiner Kumpels teilte, er tat dies, weil er ganz genau ahnte oder viel mehr wusste, wie Beckett reagieren würde, wenn er sagen würde, das er eines Tages gerne wieder mit Kaye zusammen arbeiten würde, allerdings, genau so wie Kevin, einzig und allein deswegen, weil sie eine wirklich wertvolle Hilfe war.

„Was ist mit Ihnen, Beckett? Würden Sie sich auch freuen, mich irgendwann noch einmal im Team zu haben?“, fragte die blonde Polizistin bewusst provokant, fast so als wolle sie sagen: „Siehst Du, Detektiv, deine lieben Jungs habe ich schon im Sack! Und auch dein schnuckeliger Autor frisst mir schon so gut wie aus der Hand! Pack am besten schon mal deine Sachen, denn dein Posten wird schon sehr bald mir gehören!“

„Sicher“, brachte die sonst so knallharte Ermittlerin nicht mehr als eine kurze Antwort, in Verbindung mit einem schwachen Nicken zustande, sich der Absichten ihrer Kollegin und Konkurrentin vollkommen bewusst, Kaye wollte ihr nicht nur ihren geliebten Castle unter der Nase weg schnappen, nein, sie war offensichtlich obendrein auch noch auf ihre sehr begehrte Position als Teamleiterin scharf, was die Sache für sie natürlich nicht besser machte.
   
Schließlich war sie genau so wie sie, bis auf einige optische und offenbar charakterliche Unterschiede natürlich, Detektiv Sophia Kaye war genau so kompetent, ehrgeizig und unnachgiebig wie sie es war, nur das sie diese Eigenschaften dazu benutzte, um New Yorks Straßen sicherer zu machen, indem sie Mörder hinter Gitter brachte und nicht so wie Ms. Blondie, um sich alles an zu eignen, was sie wollte, ohne Rücksicht auf Verluste.

„Entschuldigen Sie mich bitte“, sagte Beckett im nächsten Moment und erhob sich von ihrem Sitzplatz, sie ließ Castle zwar nur sehr ungerne mit dieser hinterhältigen Barbiepuppe allein, aber sie brauchte einfach mal ein paar Minuten für sich alleine, um in Ruhe darüber nachdenken zu können, was sie am besten tun sollte, um das, was ihr lieb und teuer war, vor ihrer offenbar rücksichtslosen Rivalin zu schützen.

Dem aufmerksamen Krimiautor war das merkwürdige Verhalten seiner Muse natürlich nicht entgangen, die Jungs dagegen schienen es nicht bemerkt zu haben, was bei Esposito daran lag, dass er gerade mal wieder dabei war, mit Detektiv Kaye zu flirten, wie es nicht anders zu erwarten war, natürlich mit herzlich wenig Erfolg, Castle beschloss fünf Minuten zu warten und wenn Beckett bis dahin nicht wieder zurück war, würde er nach ihr sehen.

Und als die besagten fünf Minuten schließlich vorüber waren und seine Herzensdame immer noch nicht wieder da war, ging er seinem gefassten Entschluss nach und stand aus der Nische auf, den anderen gegenüber gab er an zur Toilette zu gehen, aber den Jungs war natürlich sofort klar, dass er in Wirklichkeit nicht zum WC gehen und sich stattdessen auf die Suche nach einer gewissen Brünetten machen wollte, um zu sehen, wie es dieser ging.

„Sagt mal, Jungs, läuft da was zwischen Beckett und Castle?“, fragte Sophia an Ryan und Esposito gewandt, sobald das Objekt ihrer Begierde, welches ihren Verführungsversuchen noch immer nicht nachgeben wollte, sie verlassen und in die Richtung gegangen war, in die ihre Konkurrentin wenige Minuten zuvor verschwunden war, sich nach wie vor über Castles Standhaftigkeit wundernd, etwas, was sie noch niemals zuvor erlebt hatte.

Bislang hatte ihr noch kein Mann je widerstehen können, kein einziger, bisher war ihr noch jeder Mann, dem sie Avancen machte, sofort verfallen, seit ihren Teenagerzeiten waren die Männer wie flüssiges Wachs in ihren Händen gewesen, formbar wie sie es wollte, aber Castle war dagegen eher wie eine Eisenstange, sie konnte so viel drücken und ziehen, wie sie wollte, es tat sich nichts, nicht das geringste, er blieb fest und unnachgiebig.

„Nun, ja und nein, die Sache ist etwas kompliziert“, entgegnete der ehemalige Special-Forces-Soldat, obwohl es ihm schon ein wenig sauer aufstieß, dass er der Frau, an der er großes Interesse hatte, die Beziehung zwischen Mom und Dad, wie das Duo von ihm und Ryan liebevoll genannt wurde, erklärte, zumal ihm klar war, das Kaye sehr an Writerboy interessiert war und ihnen auch genau deswegen diese spezifische Frage stellte.

„Er ist verliebt in sie und wir sind uns ganz sicher, dass sie auch Gefühle für ihn hat. Doch die beiden haben Angst davor, dies dem anderen zu gestehen, weil sie um ihre Partnerschaft, aber vor allem um ihre kostbare Freundschaft fürchten. Aber da ist etwas zwischen ihnen, etwas starkes und einzigartiges“, erklärte Kevin, in der Hoffnung, dass Kaye jetzt endlich mal damit aufhören würde, Beckett Castle quasi stehlen zu wollen.

Der Bestsellerautor hatte seine Partnerin inzwischen in seinem Kellerbüro lokalisieren können, er hatte zuvor den gesamten hinteren Bereich seiner Bar nach ihr abgesucht, sie aber nirgends finden können, daraufhin hatte er eine Kellnerin gefragt, die ihm den entscheidenden Hinweis gab, indem sie ihm sagte, dass sie die von ihm gesuchte Polizistin, vor einigen Minuten in sein Büro hatte verschwinden sehen.

Er bedankte sich rasch bei seiner Angestellten, bevor er sich anschließend geradewegs in das besagte Kellerbüro begab, in dem sich Beckett aufhielt, kaum in diesem angekommen, da machte er sie auch schon sogleich auf der dort befindlichen, dunkelbraunen Ledercouch aus, die Ellenbogen auf die Knie gestützt und das Gesicht in den Händen vergraben, ein Anblick, der ihm zutiefst schmerzte und in ihm das Bedürfnis weckte, sie zu trösten.

„Kate“, sprach er sie an, bereits ahnend, weshalb sie sich hier her zurück gezogen hatte und auch warum sie so niedergeschlagen aussah, obwohl er so ein Verhalten in einem solchen Fall gar nicht von ihr kannte, denn normalerweise trat sie, wenn sie auf eine Frau, die an ihm Interesse zeigte, eifersüchtig war, die Flucht nach vorne an, machte irgendwelche bissigen Bemerkungen und saß nicht irgendwo rum wie ein Trauerkloß.

„Hey Castle. Was tun Sie denn hier?“, fragte sie ihren Finder unnötigerweise, schließlich war ihr von vorne rein klar gewesen, dass er sich über kurz oder lang, früher oder später Sorgen um sie machen und sich auf die Suche nach ihr begeben würde, sie hatte nur nicht damit gerechnet, das dies so schnell passieren würde, aber sie hätte es wahrscheinlich besser wissen müssen, so war Castle nun mal, immer besorgt um die, die ihm wichtig waren.

„Dasselbe könnte ich Sie fragen. Aber ich denke, das ist gar nicht nötig, weil ich die Antwort glaube ich schon kenne“, antwortete er, bevor er den Raum durchquerte, mit seinem Blick niemals ihren verlassend und sich neben sie auf die Couch setzte, nahe genug, um sie problemlos erreichen zu können, aber weit genug weg, um ihr den nötigen Freiraum zu lassen und ihr nicht das Gefühl zu geben, er würde sie in die Enge drängen wollen.

„Ach ja? Und was glauben Sie, warum ich hier bin?“, wollte sie ihn testen, ob nun bewusst oder unbewusst, das war ihr nicht ganz klar, aber wahrscheinlich wollte sie ihn einfach nicht glauben lassen, dass er sie lesen konnte wie ein offenes Buch, er sollte bloß nicht denken, das ein einziger Blick genügte und schon wüsste er, was sie dachte und fühlte, nein, so leicht zu durchschauen, wie er vielleicht meinte, war sie nicht, bei weitem nicht.

„Ganz einfach: Du bist auf Detektiv Kaye eifersüchtig, weil sie ständig mit mir flirtet und jetzt bist Du hier, um darüber nach zu denken, wie Du mit der Situation weiter verfahren sollst. Ob Du einfach aufgeben oder ihr die Stirn bieten sollst“, sagte der Romanautor, woraufhin sie ihren Blick von ihm abwandte und stattdessen auf den Boden starrte, eine Reaktion, die für ihn mehr als Antwort genug war.

Er hatte die Sache auf den Punkt gebracht, den Nagel auf den Kopf getroffen oder wie auch immer man es nennen mag, er hatte auf jeden Fall recht gehabt mit seiner Vermutung, sie dagegen hatte Unrecht mit ihrer Annahme, dass er sie nicht einmal halb so gut kannte, wie er vielleicht dachte, denn in Wirklichkeit kannte er sie sehr viel besser, als sie dachte, dies hatte er hiermit ein weiteres Mal zweifelsfrei bewiesen.

„Hey Kate, sieh mich an“, bei diesen Worten legte er ihr zwei Finger seiner rechten Hand unters Kinn, hob ihren Kopf sachte an, drehte diesen behutsam in seine Richtung und brachte sie somit sanfte Weise dazu ihn an zu sehen, für Siegestänze, weil er recht hatte, war auch noch später Zeit, jetzt momentan galt es für ihn ihr unmissverständlich klar zu machen, dass Kayes billige Verführungsversuche ihm vollkommen egal waren.

„Versteh mich jetzt bitte nicht falsch. Aber Du musst völlig verrückt sein, wenn Du auch nur eine einzige Sekunde lang denkst, dass ich mich jemals auf so ein Modepüppchen wie Kaye einlassen würde, wenn ich genau so gut eine so außergewöhnliche Frau wie Dich haben könnte“, begann er und obwohl ihm klar, dass seine Wortwahl ein wenig kränkend, gar verletzend war, so musste er es ihr einfach sagen, weil es die Wahrheit war und die Wahrheit tat halt manchmal weh.

„Ich weiß nicht, ob Du mir glauben kannst, wenn ich Dir sage, dass Du hundert-, ach was, tausendmal besser bist als Detektiv Kaye und das in jeder nur erdenklichen Hinsicht. Und das keine andere Frau auf dieser Welt jemals, auch nur ansatzweise, mit Dir mithalten könnte. Aber es stimmt, es ist so, wie ich es sage und nicht anders“, fuhr er fort und rückte dabei näher an sie heran, bis er so dicht bei ihr saß, dass er trotz der Kleidung und der wenigen Zentimeter, die sie noch voneinander trennte, ihre Körperwärme spüren konnte.

„Du bist mit Abstand die wunderschönste, cleverste, attraktivste, witzigste, anziehendste und einzigartigste Frau, die ich in meinem ganzen Leben getroffen habe. Und jeder Mann, der das nicht erkennen will oder kann, ist nichts weiter als ein blinder, dummer Narr. Du bist ein Engel für mich, eine Göttin und verdienst nur das Allerbeste“, er ergriff mit seinen Händen ihre rechte und setzte einen hauchzarten Kuss auf ihren Handrücken, bevor er ihre Hand genau an die Stelle legte, an der sein Herz gegen seine Brust schlug.

„Ich liebe Dich, Katherine Beckett. Und wenn Du genau so empfindest, dann bitte ich Dich hiermit, gib mir eine Chance. Gib mir die Chance, Dir zu beweisen, was ich bereit bin aus Liebe alles für Dich zu tun. Ich würde für Dich die Sterne vom Himmel holen, wenn ich könnte, aber ich kann’s leider nicht. Aber dafür kann ich Dir versprechen, dass ich wirklich einfach alles tun würde, nur um Dich glücklich zu machen, wenn Du…“, er wurde jäh unterbrochen, als sie in der nächsten Sekunde ihre Lippen auf seine presste.

Der Kuss mag auf den ersten Blick vielleicht impulsiv und unüberlegt erscheinen, aber kaum hatte ihr Gehirn die Worte, die er zu ihr gesagt hatte, die zweifellos absolut ehrlich und aufrichtig waren, fertig verarbeitet, da gab es für sie einfach kein Halten mehr, er liebte sie, er liebte sie wirklich, was hieß, dass Detektiv Kaye null Chancen bei ihm hatte und ihn zu küssen erschien ihr als die einzige Möglichkeit, ihn endlich zum Schweigen zu bringen.

„Du redest schon wieder zuviel, Writerboy, dabei gibt es sehr viel bessere Dinge, die Du mit deinem Mund tun könntest“, flüsterte sie ihm zu, nachdem sie den Kuss, seinem Empfinden nach, viel zu schnell wieder beendete hatte, wobei sie zum Ende des Satzes hin zu ihrer Schlafzimmerstimme hinüber wechselte, die ihn jedes Mal, wenn sie sie benutzte, sofort jeglicher Fähigkeit logisch zu denken beraubte, so auch hier und jetzt.

Aber auch auf seinen restlichen Körper, hatte der verführerische Ton in ihrer Stimme eine ungeheure Wirkung, denn ihm lief ein gewaltiger Schauer über den Rücken, sein Herzschlag beschleunigte sich, sein Puls schnellte ebenfalls in die Höhe, seine Augen verdunkelten sich vor Verlangen und zu allem Überfluss rauschte ein Großteil seines Blutes gen Süden, sodass der edelste Teil seiner Anatomie prompt zum Leben erwachte.

„Ist das eher ein Vorschlag oder viel mehr ein Befehl, Detektiv“, wusste er aufgrund dessen selbst nicht so wirklich, wie er es geschafft hatte, einen zusammenhängenden Satz heraus zu bringen, dafür aber war seine Stimme nicht mehr als ein leises Raunen, mehr kriegte er in seinem derzeitigen Erregungstand einfach nicht zustande, außerdem huschte sein Blick, während er sprach, ständig zwischen ihrem Mund und ihren Augen hin und her.

„Kommt ganz drauf an, worauf Du mehr stehst. Aber jetzt halt den Mund und küss mich“, befahl sie ihm in ihrem typischen Cop-Ton, der übersetzt ungefähr „Ich bin hier der Boss, Du tust gefälligst, was ich Dir sage“ bedeutete und er kam dieser Order natürlich nur all zu gerne und sofort nach, unter anderem, wenn nicht sogar vor allem deshalb, weil er ihre dominante, herrische Seite unglaublich sexy und erotisch fand.

„Rick?“, hauchte sie ihm zu, ihr warmer Atem streifte die Haut seines Gesichts und verursachte bei ihm eine wohlige Gänsehaut, die sich über seinen gesamten Körper zog, diesen geradezu elektrisierte, ein Gefühl, an das er sich liebend gerne gewöhnen könnte und welches er von heute an, jeden Tag spüren wollte, für den Rest seines Lebens, er wollte nie mehr ohne sie und die Emotionen, die sie in ihm hervorrief, leben müssen.

„Ja Kate?“, blickte er ihr tief in ihre wundervollen Augen, die normalerweise eine Mischung aus Braun und Grün enthielten, die aber nun, genau so wie seine auch, fast vollkommen schwarz waren und obwohl er es nicht mit hundertprozentiger Sicherheit hätte sagen, geschweige denn beschwören können, so glaubte er dennoch bereits zu wissen, was sie ihm sagen wollte, etwas, worauf er schon lange wartete und hoffte, von ihr zu hören.

„Ich liebe Dich auch“, flüsterte sie, ihre Lippen nur wenige Zentimeter voneinander entfernt und stieß einen Atem aus, von dem sie gar nicht wusste, dass sie ihn zurück gehalten hatte, aber sie war einfach so unsagbar froh und glücklich darüber, das es jetzt endlich raus war und sie zeigte ihm dies auch, indem sie ihre Hände an seine Wangen legte und dann schließlich die übrige Distanz zwischen ihren Mündern schloss.

Dieser Kuss begann zärtlich und gefühlvoll, genau so wie die ersten zwei, doch schon nach wenigen Sekunden nahm die Leidenschaft und das Verlangen zwischen den beiden immer mehr zu, was dazu führte, dass auch der Kuss zunehmend intensiver und feuriger wurde, tja und ehe der Romanautor sich versah, da saß seine Muse auch schon auf seinem Schoß, was seine Erregung nur noch mehr steigerte, zumindest falls das überhaupt noch möglich war.

Sie genossen den Kuss, sowie die Berührungen, die sie dem anderen während diesem zukommen ließen, in vollen Zügen und hätten am liebsten ewig so weiter gemacht, allerdings machten ihre Lungen ihnen da leider einen Strich durch die Rechung, als diese zu brennen begannen und ihnen dadurch unmissverständlich signalisierten, dass sie dringend Sauerstoff brauchten, woraufhin sie sich, wenn auch ziemlich widerwillig, voneinander lösten.

Ihr Atem ging stoßweise und sie brauchten ein paar Minuten, um aus den Himmelssphären, in die sie während ihres Kusses katapultiert worden waren, wieder zurück auf die Erde zu kommen, keiner von ihnen hatte die passenden Worte parat, um die Geschehnissen der letzten Minuten zutreffend beschreiben zu können, noch nicht einmal er, ein Mann, der mit seinen annähernd dreißig Büchern zig Millionen Dollar verdient hatte.

„Das war unbeschreiblich“, beschloss er nach kurzem Überlegen das, was da gerade eben zwischen ihnen geschehen war, als das zu bezeichnen, was es, seiner Meinung nach, nun einmal war, als etwas, was er nicht mal mit den ausgefallensten und schmeichelhaftesten Wörtern wirklich richtig beschreiben könnte, eben etwas, ohne jeden Zweifel, absolut unbeschreibliches, eine ziemlich schwache Leistung für jemanden wie ihn.

„Unbeschreiblich? Wirklich? Etwas Besseres fällt Ihnen nicht ein, Mr. Bestsellerautor?“, sie hatte zwar auch keine bessere Beschreibung zur Hand, hatte aber gehofft, dass wenigstens ihm etwas passendes einfallen würde und beschloss, als sie erfuhr, das dem nicht so war, ihn deswegen ein wenig zu necken, so wie sie es schon immer gerne getan hatte und sie wusste, ohne extra nachfragen zu müssen, das er dabei genau so viel Spaß hatte wie sie.

„Hör zu, ich mach Dir einen Vorschlag: Ich lade Dich morgen Abend zum Essen ein und lasse mir bis dahin ein paar zutreffende Worte einfallen. Einverstanden?“, schlug er ihr vor und versuchte währenddessen sein Bestes, um ihre Frisur wieder zu richten, da er während ihrer voran gegangenen Kuss-Session mehrmals durch ihre lange, braune Mähne gefahren und ihr Haar dadurch ziemlich durcheinander gebracht hatte.

„Einverstanden. Aber jetzt lass uns besser wieder nach oben gehen, die Jungs vermissen uns bestimmt schon und ich will nicht, dass sie womöglich noch hier herein platzen“, lächelte sie ihn an, bevor sie so graziös wie möglich von seinem Schoß aufstand und sofort die Wärme seines Körpers vermisste, genau so wie er ihre, sobald sie aufgestanden war tat sie ihr Möglichstes, um ihre leicht zerknitterte Kleidung wieder glatt zu streichen.

„Apropos Jungs: Sollen wir ihnen sagen, dass wir jetzt zusammen sind oder wollen wir das lieber noch ein wenig für uns behalten?“, fragte er sie, während er es ihr gleich tat und sein Bestes versuchte, um seine Kleidung, sowie seine Frisur wieder zu richten, was aber vor allem bei Letzterem leichter gesagt war als getan, er musste offen zugeben, dass sie wirklich ganze Arbeit dabei geleistet hatte, seine sonst immer akkurat sitzenden Haare zu zerwühlen.

„Ich würde vorschlagen, dass wir ihnen gar nichts sagen und es sie einfach selbst heraus finden lassen. Schließlich sind die beiden Detektivs und werden für so was bezahlt“, erwiderte Beckett, nachdem sie noch einmal in den Spiegel geschaut und überprüft hatte, ob sie vorzeigbar aussah und das sie keinerlei verräterische Spuren von dem, was in den letzten Minuten zwischen ihr und Castle passiert war, mehr an sich hatte.

„Wie sehe ich aus?“, fragte sie ihn aber vorsichtshalber lieber noch mal, nur um ganz sicher zu gehen, dass sie auch wirklich normal aussah und nicht wie eine Frau, die gerade mit ihrem Partner und frischgebackenen festen Freund, wild in dessen Kellerbüro herum geknutscht und gefummelt hatte, nachdem sie sich gegenseitig ihre Liebe gestanden hatten, obwohl die Jungs wahrscheinlich so oder so merken würden, dass etwas anders war als sonst.

„Bezaubernd, hinreißend, umwerfend, fantastisch, heiß, sexy, aphrodisierend…ich könnte ewig so weiter machen. Aber ich denke, es reicht völlig aus, wenn ich sage, dass Du aussiehst wie immer“, ging er auf sie zu, während er all diese Bezeichnungen aufzählte, die, seiner Ansicht nach, vielleicht bestenfalls gerade mal annähernd auf ihr Aussehen zutrafen und zog sie, sobald er vor ihr stand und ausgesprochen hatte, zu einem weiteren Kuss zu sich.

„Und wie sehe ich aus?“, erkundigte er sich daraufhin bei ihr, schließlich wollte er es, genau so wenig wie sie, den Jungs ja nicht all zu leicht machen, heraus zu finden, was hier unten zwischen ihnen beiden geschehen war, dass sie endlich, nachdem sie jahrelang umeinander herum getänzelt waren, zusammen gekommen waren und ihre neu erworbene Liebesbeziehung auch sogleich mit einer heftigen Kuss-Session gefeiert hatten.

„Ich könnte jetzt, ähnlich wie Du, eine lange Aufzählung machen. Aber ich schätze, es genügt vollkommen Dir zu sagen, dass Du auch gar nicht mal so übel aussiehst“, entgegnete sie wahrheitsgemäß, wobei sie insgeheim heilfroh darüber war, dass sie an diesem Abend keinen Lippenstift oder Lippgloss trug, ansonsten wäre jetzt sein ganzer Mund verschmiert und ihre Freunde würden keine zwei Sekunden brauchen, um zwei und zwei zusammen zu zählen.

Die beiden tauschten noch schnell einen kurzen, aber dennoch nicht weniger liebevollen Kuss miteinander, bevor sie sich schließlich wieder nach oben in den Gastraum begaben, wo die Jungs, sowie Detektiv Kaye noch immer so da saßen, wie Minuten zuvor und in den Augen von Esposito und Ryan standen deutlich lauter Fragezeichen, fast so als wollten sie fragen: „Na, wo wart ihr zwei und was habt ihr da die ganze Zeit getrieben?“

Sophia wusste zwar ebenfalls nicht, wo die beiden so lange waren, aber dafür war ihr schon beim ersten Blick auf sie sofort klar, dass sie, wo auch immer sie waren, dort nicht nur bloß miteinander geredet, sondern auch noch ganz andere Dinge gemacht hatten und noch eines war ihr unverzüglich klar, nämlich, dass sie tatsächlich schwer ineinander verliebt waren, das sie glücklich waren und das sie so schnell nichts und niemand auseinander bringen konnte.

Ryans Bemerkung vorhin, dass die zwei mehr oder weniger heimlich ineinander verknallte waren, hatte sie zum Nachdenken gebracht und sie die Vermutung aufstellen lassen, das der Autor deswegen nicht auf ihre Flirts angesprungen war, weil bereits eine andere Frau sein Herz besaß und jetzt, wo sie das Duo sah, mit einem seligen Lächeln im Gesicht und einem glücklichen Strahlen in den Augen, erkannte sie, das ihre Vermutung zutraf.

Und obwohl sie sich Castle wirklich liebend gern unter den Nagel reißen und auch nichts dagegen hätte Becketts Platz als Teamleiterin einzunehmen, so sah sie nun ein, dass dies das Schlechteste und zugleich Falscheste wäre, was sie tun könnte, die beiden waren vollkommen glücklich miteinander und sie würde es nicht wagen, es ihnen kaputt machen zu wollen, zumal ihr Interesse an ihm lediglich rein sexueller Natur war.

Sie würde schon einen anderen Mann finden, der ihren Ansprüchen gerecht werden und mit dem sie eine Menge Spaß haben würde, jemanden, der nicht in eine andere Frau verliebt war, der seine ganze Aufmerksamkeit und Energie ihr widmen würde, jedenfalls solange, bis sie von ihm gelangweilt war, ihn abschießen und sich dann direkt den Nächsten suchen würde, sie brauchte Rick Castle nicht, schließlich gab es ja noch mehr Fische im Teich.

Wenn die gute Sophia Kaye doch nur wüsste, wie sehr sie sich da irrte, ja gut, natürlich gab es auch noch mehr Männer auf der Welt, aber für Kate würde es nie wieder einen Mann wie Rick geben, genau so wenig wie es für ihn jemals wieder eine andere Frau als sie geben würde, zwar war weder er, noch sie jetzt perfekt, das war niemand, aber ihrer Ansicht nach, kam der jeweils andere ziemlich nah an die Bezeichnung perfekt heran.

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Et Voila und fertig ist Teil 8.

Was die Erklärung bzw. Ausrede unserer Lieblinge betrifft, wo sie so lange waren und was sie dort gemacht haben, so überlasse ich diese voll und ganz eurer eigenen Fantasie, denkt euch aus, was auch immer ihr wollt, eins steht auf jeden Fall hundertprozentig fest: Wenn ihr Castle und Beckett wärt, würden die Jungs euch eh kein einziges Wort glauben!!

Sei’s wie’s sei, ich hoffe jedenfalls sehr, dass es euch auch heute wieder gefallen bzw. ein wenig besser gefallen hat, als es unter Umständen beim letzten Mal der Fall war und wie ihr es euch bestimmt schon denken könnt, freue ich mich auch schon riesig auf eure Reviews, völlig egal, ob diese nun positiver oder negativer Art sind.

Und jetzt, so wie ich es am Ende eines vollendeten Kapitels immer zu tun pflege, schicke ich an euch, meine Lieben, nur die absolut besten Grüße und wünsche euch selbstredend auch ein ganz tolles, hoffentlich halbwegs sonniges, relaxtes und erholsames Wochenende, bis es kommende Woche dann in die nächste Runde geht.

Adios, euer Ahadi.
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