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Für immer Caskett

von Ahadi
OneshotFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Kate Beckett Richard Castle
28.04.2019
01.07.2019
18
67.450
4
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Dieses Kapitel
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20.05.2019 3.425
 
Ich grüß euch.

Heute fasse ich mich, ganz zur Abwechslung, einmal kurz und sage lediglich:

Dankeschön an meine loyalen und unermüdlichen Leser/Fans Caskett2009, JohannaJames und CastleeltsaC, für deren klasse Feedbacks.

Und das ich euch allen, wie ihr es schon gar nicht mehr anders von mir kennt, geschweige denn gewohnt seid, wie üblich, viel Spaß beim Schmökern!

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Ein schrilles Klingeln durchdrang die völlige Stille des stockdunklen Schlafzimmers und holte die Person, die bis dahin friedlich geschlummert hatte, abrupt aus ihrem tiefen Schlaf, die besagte Person setzte sich im Bett auf, schaltete ihre Nachttischlampe an, warf einen Blick auf ihren Wecker und stellte anhand der digitalen Zeitanzeige fest, dass es gerade mal kurz nach drei Uhr nachts war, was sie bereits ahnen ließ, wer der Anrufer war.

Die Person griff nach ihrem noch immer klingelnden Handy, welches sich ebenfalls auf dem Nachttisch befand und ging nach einem kurzen Blick aufs Display, der ihre voran gegangene Vermutung, um wen es sich bei ihrem nächtlichen Anrufer handeln könnte, auch tatsächlich bestätigen sollte, schließlich mit einem leicht schläfrigen „Beckett“ dran.

Sie hörte, obwohl sie immer noch etwas verschlafen war, den Worten ihres Gesprächspartners dennoch aufmerksam zu und war offen gestanden herzlich wenig überrascht, geschweige denn schockiert, als ihr die Person am anderen Ende der Leitung eine schlechte Nachricht übermittelte, schließlich standen die Chancen fünfzig zu fünfzig, dass sie im Laufe der Nacht genau diesen Telefonanruf erhalten würde.

„Ich danke Ihnen für die Information. Auf Wiederhören“, mit diesen Worten beendete sie das Gespräch und legte ihr Handy zurück auf den Nachttisch, als in der nächsten Sekunde eine Person den Raum betrat, eine Person, die eigentlich neben ihr im Bett liegen sollte, was aber, als sie wenige Minuten zuvor durch den Anruf geweckt wurde, nicht so war und weshalb sie sich auch insgeheim schon gefragt hatte, wohin er bloß verschwunden war.

„Wer war am Telefon?“, fragte ihr Bettgenosse sie, als er sich, wie die Bezeichnung schon sagte, nur mit seinem dunkelblauen Unterhemd und seiner gleichfarbigen Boxershort bekleidet, wieder zu ihr ins Bett gesellte, nachdem er sie auf ihre Nachfrage hin, wo er denn gewesen sei, wissen ließ, dass er nur mal eben kurz zur Toilette war und eigentlich wieder zurück sein wollte, bevor sie seine Abwesenheit bemerkte.

„Das war das Krankenhaus. Ted Walker ist vor zehn Minuten seinen Verletzungen erlegen“, antwortete sie und spürte, kaum hatte sie zu Ende gesprochen, auch schon wie er seinen rechten Arm um sie legte und sie ganz sanft an sich drückte, sie wehrte sich nicht einmal ansatzweise dagegen, im Gegenteil, sie begrüßte diese Geste stattdessen, sehr sogar und zwar indem sie ihren Kopf an seine breite Schulter bettete und ihre Arme um ihn schlang.

Sie kuschelten sich jedoch nicht aneinander, suchten beieinander Beistand und Trost, weil sie wegen der erhaltenen Nachricht Trauer empfanden, sondern weil sie gerade von unschönen Erinnerungen heimgesucht wurden, Erinnerungen, die sie bis gerade eben einigermaßen, so gut es halt ging, unterdrücken konnten und das betrafen, was der verstorbene Ted Walker Stunden zuvor getan oder zumindest versucht hatte zu tun.

Ihr Team hatte vor ein paar Tagen den jüngeren Bruder des Verstorbenen, Jack Walker wegen Vergewaltigung und Mordes an einer jungen Frau namens Viola Smith verhaftet, kurz darauf erhielten sie dann vom Gefängnis die Nachricht, dass Besagter während des Hofgangs von einem Mithäftling erstochen wurde, etwas, was nicht selten vorkam, schließlich waren Vergewaltiger, Kinderschänder und Cops im Knast der allerletzte Abschaum.

Noch am selben Tag kam Ted Walker, zutiefst erschüttert über den Tod seines kleinen Bruders, wutentbrannt zu ihnen aufs Revier gestürmt, beschimpfte Beckett, die mithilfe der Jungs versuchte ihn zu beschwichtigen, aufs Übelste, mit Worten
, die niemand wiederholen möchte und als ob das nicht schon mehr als genug wäre, bedrohte er sie zu allem Überfluss auch noch, vor allen Leuten, ganz offen und unmissverständlich mit dem Tode.

„Ich rate Ihnen, sich in Zukunft besser öfters mal um zu schauen, wenn Sie irgendwohin gehen, Detektive! Denn meine Rache wird sehr viel früher kommen, als Sie ahnen!“, das waren Ted Walkers Worte gewesen, die er an die, in seinen Augen, wahre Mörderin seines armen, kleinen Bruders gerichtet hatte, bevor er das Revier anschließend genau so schnell wieder verließ, wie er es zuvor betreten hatte.

Ihm war vollkommen egal, dass sämtliche Polizisten seine Morddrohung gehört hatten, er würde sich auf jeden Fall für das rächen, was dieses karrieregeile Miststück getan hatte, zur Hölle mit den Konsequenzen, er wusste zwar, dass der Häftling derjenige war, der die Tat ausführte und seinen Bruder erstach, aber dieses Flittchen mit Dienstmarke hatte überhaupt erst dafür gesorgt, das es dazu kam.

Sie hatte seinen Bruder ins Gefängnis gebracht und damit dessen Schicksal besiegelt, dessen tragischen Tod verursacht, sie hatte ganz genau gewusst, was die anderen Häftlinge mit ihm, einem Vergewaltiger, machen könnten bzw. würden und hatte ihn trotzdem eingesperrt, sie hatte nichts unternommen, um es zu verhindern, hatte es noch nicht einmal versucht und es stattdessen einfach geschehen lassen und er würde sie um jeden Preis dafür bezahlen lassen.

„Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich habe ein ungutes Gefühl bei der Sache“, tat Esposito seine Sicht auf die Dinge vor allen kund, nachdem der vor Wut und Rachsucht schäumende Ted Walker wieder verschwunden war, machte vor den anderen keinen Hehl aus seiner Besorgnis um seine Teamleiterin, Kollegin und guten Freundin, in der er, genau so wie Ryan auch, so etwas wie eine Schwester sah.

Javi hat recht, ich trau dem Kerl alles zu“, pflichtete der Ire, der natürlich genau so sehr um Becketts Sicherheit besorgt war, seinem langjährigen Partner und bestem Kumpel von daher sofort und ohne zu zögern zu, Ted Walker war in seinem jetzigen Zustand zu allem fähig und würde alles, aber auch wirklich einfach alles tun, um den Tod seines Bruders zu rächen, sogar die Polizeibeamtin töten, die er dafür verantwortlich machte.

„Ich stimme den Jungs zu, Beckett. Sie sollten für die nächsten Tage höchste Vorsicht walten lassen. Zusätzlich biete ich Ihnen meine Dienste, als ihr persönlicher Leibwächter an, ich werde Sie Tag und Nacht bewachen“, machte er in etwa dasselbe, was er damals, als Beckett im Visier des Serienmörders Scott Dunn war, schon einmal getan hatte und machte es sich zur Aufgabe, nein, zur Mission auf sie auf zu passen.

Er würde sie beschützen und sei es mit seinem eigenen Leben, er liebte sie, sie war die Liebe seines Lebens, sein großes und einzig wahres Glück, wenn sie sterben würde, hätte sein Dasein auf Gottes Erden keinen Sinn mehr und er würde in dasselbe dunkle Loch fallen, in welches sie nach dem Mord an ihrer Mutter fiel und nicht einmal seine Mutter oder seine Tochter wären dann noch dazu in der Lage, ihn wieder heraus zu holen.

Danke Jungs, ich weiß eure Sorge um mich wirklich zu schätzen. Und Ihnen auch vielen Dank, Castle, für dieses großzügige Angebot. Aber erstens, kann ich sehr gut alleine auf mich aufpassen und zweitens, glaube ich nicht, dass ich irgendwelchen Schutz nötig habe“, sagte sie an die drei Herren gewandt, heilfroh darüber, dass diese ihr nicht vorgeschlagen hatten, sich ein paar Tage frei zu nehmen, um ganz sicher zu gehen, das Ted Walker seine Morddrohung nicht möglicherweise tatsächlich wahr machte.

Sie konnte, geschweige denn wollte sich nicht so einfach von Walkers Todesdrohung gegen sie unterkriegen und einschüchtern lassen, sie hatte in der Vergangenheit schon unzählige erhalten und würde in Zukunft auch noch weitere bekommen, sie war inzwischen gegen Drohungen abgehärtet, nahm nicht jede gleich für bares Geld, ansonsten, wenn dem nicht so wäre, könnte sie ihren Job als Polizistin an den Nagel hängen.

Kevin und Javier fühlten sich durch ihre Aussage zwar nicht wirklich beruhigt, wussten aber auch, dass jegliche weitere Diskussion mit ihr völlig zwecklos wäre, von daher beschlossen sie es zumindest vorerst dabei zu belassen und sich stattdessen wieder an ihre Arbeit zu machen, in der stillen Hoffnung, das Castle vielleicht etwas erreichen und sie doch noch davon überzeugen könnte, wenigstens ihn auf sie aufpassen zu lassen.

„Hören Sie, Kate: Es ist keinesfalls so, dass ich Ihnen nicht zutraue, dass Sie selbst auf sich aufpassen und sich in jeder erdenklichen Situation verteidigen können. Aber ich würde mich wirklich sehr viel besser fühlen, wenn Sie mir erlauben würden, dass ich für die nächsten Tage ein ständiges Auge auf Sie habe“, ließ der Autor in der Tat nicht locker, um keinen Preis der Welt riskieren wollend, dass ihr womöglich doch noch etwas zustieß.

„Rick, ich kann ja verstehen, wie Sie sich fühlen. Und ich kann auch nachvollziehen, dass Sie sich Sorgen um mich machen und mich beschützen wollen. Aber ich bin nun mal Polizistin und ich kann nicht bei jeder Drohung gegen mich gleich den Kopf einziehen“, entgegnete sie und hoffte, dass er jetzt endlich verstehen würde, das sie aus Angst vor Walkers tödlicher Rache, deswegen nicht mit Ritterrüstung durch die Gegend laufen konnte.

„Ich weiß, Kate, ich weiß. Aber versprechen Sie mir eins: Seien Sie vorsichtig und passen Sie auf sich auf, bei allem, was Sie tun. Und falls Sie es sich anders überlegen sollten und meine Dienste als Bodyguard doch noch in Anspruch nehmen wollen, dann zögern Sie nicht mich an zu rufen, Tag und Nacht. Auch, wenn Sie nur reden wollen“, gab er sich schließlich geschlagen, wenn auch nur sehr ungern, aber nicht ohne ein letztes Angebot.

„In Ordnung. Danke Rick“, lächelte sie ihn an, froh über seine Einsicht, aber noch mehr über sein wirklich sehr verlockendes Angebot, auch wenn sie ehrlich gesagt stark bezweifelte, dass bei ihr so etwas wie ein plötzlicher Sinneswandel eintreten würde, wenn sie einmal eine Entscheidung gefällt hatte, dann blieb sie auch dabei, komme, was das wolle und sie hatte sich nun mal dazu entschieden, das sie keinerlei Schutz nötig hatte.

„Jederzeit, Kate, jederzeit“, warf er ein Lächeln zurück, sich insgeheim vornehmend, trotz ihrer vehementen Ablehnung von Schutz und ihrer wiederholten Versicherung, dass sie sehr gut selbst auf sich aufpassen konnte, dennoch Tag und Nacht ein Auge auf sie zu haben, auch wenn sie deswegen stinksauer auf ihn sein würde, ihm war eine lebende Beckett, die wütend auf ihn war, tausendmal lieber, als eine tote Beckett, die er hätte beschützen sollen.

Viele Stunden später…

Beckett parkte ihren Wagen direkt vor ihrem Wohngebäude, sie hatte vor nicht ganz einer halben Stunde Feierabend gemacht, nachdem sie den ganzen Tag damit zugebracht hatte, den riesen Stapel an Akten auf ihrem Schreibtisch zu bearbeiten und nun war sie einfach nur noch heilfroh darüber, endlich zu Hause zu sein und konnte es kaum erwarten ein schönes, entspannendes Bad zu nehmen, ein Glas Wein zu trinken und ein gutes Buch zu lesen.

Sie stieg aus dem Auto, schloss dieses ab und ging dann zur Haustür, wobei sie ein merkwürdiges Gefühl in ihrem Inneren verspürte, das Gefühl beobachtet zu werden, sie schüttelte abrupt den Kopf und kam nicht drum herum über sich selbst zu lachen, offenbar hatte Castle, der mit dem Erfinden irgendwelcher Verschwörungen ja sein täglich Brot verdiente, einen noch größeren Einfluss auf sie, als sie bislang gedacht hatte.

Die Brünette griff in ihre rechte Manteltasche, um ihren Schlüsselbund heraus zu holen, als sie hinter sich plötzlich ein Klicken hörte, welches sie sofort zweifelsfrei der Entsicherung einer Waffe zuordnen konnte, sie drehte sich langsam um und sah, wie sie es im Stillen bereits vermutet hatte, Ted Walker vor sich stehen, der eine Pistole auf sie gerichtet hielt und denselben entschlossenen Gesichts- bzw. Augenausdruck hatte, wie vorhin im Revier, als er die Morddrohung gegen sie aussprach.

„Hallo Detektive. Na, überrascht mich zu sehen?“, er sprach diese Worte in einem ruhigen, emotionslosen Ton aus und wenn sein Gesicht und auch seine Augen nicht vor lauter negativen Gefühlen nur so sprühen würden, dann könnte man fast annehmen, dass er kein Mensch, sondern ein Roboter sei, der darauf programmiert war sie zu töten, aber er war ein Mensch, ein Mensch auf einer Mission und die Mission war sie zu ermorden, um den Tod seines Bruders zu rächen.

„Nein, nicht wirklich“, log sie so dermaßen offensichtlich, dass sie sich sicher war, das er es bemerken musste, denn sie hatte, obwohl ein kleiner Teil von ihr es schon irgendwie ahnte, dennoch nicht wirklich damit gerechnet, das er seine Drohung tatsächlich wahr machen und sie umbringen wollen würde, aber in diesem Moment wurde sie eines besseren belehrt und wünschte sich nichts mehr, als das Rick jetzt hier wäre, um sie zu beschützen, so wie er es bisher immer tat.

„Tja, ich habe Ihnen doch gesagt, dass Sie sich besser umsehen sollten, Detektive und das meine Rache eher kommen wird, als Sie denken. Und jetzt, habe ich Sie genau da, wo ich Sie haben will. Nur sie und ich und meine Waffe“, meinte er daraufhin mit einem siegessicheren Lächeln zu ihr, er würde hier und jetzt Vergeltung für seinen toten Bruder üben und nichts und niemand würde ihn daran hindern.

„Sie vergessen offenbar, dass Sie nicht der Einzige mit einer Waffe sind“, wies sie ihn auf einen wichtigen Punkt hin, den er ganz offensichtlich vergessen hatte, während sie ihren offenen Mantel beiseite schob, um nach ihrer Dienstwaffe greifen zu können, ihr war klar, dass sie damit ein großes Risiko einging, aber sie dachte ja überhaupt gar nicht daran, sich einfach so widerstandslos von diesem Wahnsinnigen erschießen zu lassen.

„Nur zu, versuchen Sie’s. Ich bin gespannt, wer von uns beiden wohl schneller ist“, wurde sein Grinsen noch breiter, insofern das überhaupt noch im Bereich des Möglichen lag und er bereitete sich darauf vor zu schießen, ihre linke Hand wanderte derweil weiter ganz langsam zu ihrer Waffe hin, ihre Finger berührten gerade den kalten Stahl derselbigen, als plötzlich ein Schuss fiel, woraufhin Walker in sich zusammen sackte und völlig reglos am Boden liegen blieb.

Sie blickte in die Richtung, aus der der Schuss gekommen war und sah ihren Partner da stehen, mit einer Pistole in seiner rechten Hand, die ihr bei genauerem Hinsehen verdächtig bekannt vorkam, sie brauchte ein paar Sekunden, um sich zu fassen, bevor sie auf ihren Beinah-Mörder zuging, sich neben ihn kniete und dessen Puls überprüfte, dieser war zwar vorhanden, allerdings nur sehr schwach, sie zückte rasch ihr Handy und rief einen Notarzt.

Zehn Minuten später war die Straße vom Blaulicht der eingetroffenen Einsatzkräfte erhellt und während die Sanitäter verzweifelt um Walkers Leben kämpften, berichtete Beckett den Jungs und Captain Montgomery unterdessen, was genau vorgefallen war, wobei sie während ihrer Berichterstattung stets ein Auge auf Castle hatte, der ebenfalls von einem Sani betreut wurde und war heilfroh, als das Gespräch endlich beendet war.

Roy hatte natürlich Verständnis dafür, dass Beckett jetzt lieber bei ihrem Retter sein wollte, anstatt sich mit irgendwelchen Formalitäten zu befassen und obwohl er nichts versprechen konnte, hatte er sein Team wissen lassen, dass Castle strafrechtlich höchstwahrscheinlich nicht das geringste zu befürchten hatte, da er ja aus reiner Nothilfe gehandelt hatte, um das Leben seiner Partnerin zu retten, jeder von ihnen hätte so gehandelt.

„Wie geht es ihm?“, fragte die Brünette den Sanitäter, der den Krimiautor betreut hatte, sie hatte vorher kurz mit den Sanis gesprochen, die sich um ihren Fast-Mörder kümmerten und von ihnen die Information erhalten, dass Walkers Leben am seidenen Faden hing und er schleunigst zur OP in die nächstgelegene Klinik musste, nur so hatte er eine Chance zu überleben, insofern er es überhaupt bis ins Krankenhaus schaffen sollte.

„Ihr Partner steht ein wenig unter Schock, ist aber ansprechbar und auch ansonsten in guter Verfassung“, antwortete der Sani und ließ sie weiter wissen, dass er seinen Patienten guten Gewissens entlassen konnte, solange er jemanden hatte, der für die nächsten Stunden ein Auge auf ihn haben und ihn auch weiterhin betreuen konnte, ein verantwortungsvoller Job, den sie natürlich sofort und ohne lange zu überlegen oder zu zögern übernahm.

„Hey“, flüsterte sie ihm zu, nachdem der Sani ihn in ihre Obhut übergeben hatte, er erzählte ihr bis zum Eintreffen der Rettungskräfte, wie es kam, dass er plötzlich da war und sie gerettet hatte, dass seine Sorge um sie ihm einfach keine Ruhe gelassen und ihn dazu veranlasst hatte, ihr nach Dienstschluss klammheimlich nach Hause zu folgen und das er unverzüglich gehandelt hatte, als er sah, das Walker sie zu erschießen drohte.

Bei der Waffe handelte es sich um ihre Zweitwaffe, die sie bei sich im Schreibtisch, in einer abgeschlossenen Schublade aufbewahrte, er hatte die Schublade heimlich geknackt, als sie vorhin einmal kurz auf die Toilette verschwunden war, ihm war zwar klar, dass er deswegen noch eine mächtige Standpauke von ihr zu erwarten hatte, aber im Vergleich dazu, was passiert wäre, wenn er es nicht getan hätte, war ein Anpfiff von ihr für ihn nur halb so schlimm.

„Hey, gab er ebenso leise zurück, während sein Inneres von einem wahren Cocktail an Emotionen durchgeschüttelt wurde, einerseits empfand er Erleichterung, Freude und Glück, dass seine Muse unbeschadet war, andererseits spürte er Entsetzen, Schuld und Selbsthass, weil er einen Menschen umgebracht oder bislang zumindest fast umgebracht hatte, aber schlussendlich überwogen glücklicherweise die positiven Gefühle.

„Hör zu, Rick: Ich weiß, dass Dir das nicht wirklich hilft, aber ich kann verstehen, wie Du Dich jetzt fühlst. Ich war auch schon einige Male in dieser Situation und wenn ich eins gelernt habe, dann, dass letztendlich nur eines zählt. Und zwar, dass man durch sein Eingreifen ein Menschenleben gerettet hat, so schlimm man sich deswegen auch fühlen mag“, teilte sie ihr Wissen, das aus ihren persönlichen Erfahrungen resultierte, mit ihm, in der Hoffnung, seine momentane Verfassung dadurch wenigstens ein wenig zu verbessern.

„Danke Kate, deine Unterstützung bedeutet mir wirklich sehr viel“, schenkte er ihr das beste Lächeln, das er im Moment, unter diesen unschönen Umständen zustande bringen konnte, er wusste zwar, dass sie wahrscheinlich jedem anderen in dieser Lage dasselbe gesagt hätte, aber ganz bestimmt nicht so, wie sie es in diesem Fall zu ihm sagte, garantiert nicht mit dieser einzigartigen, höchstpersönlichen und privaten Note.

„Immer. Und ich danke Dir auch, für die Rettung meines Lebens“, entgegnete sie, sich jetzt schon über eines vollkommen bewusst, nämlich, dass sie in dieser Nacht nicht nur zusammen in einer Wohnung, sondern auch gemeinsam in einem Bett schlafen würden, denn ihr war, genau so wie ihm auch, völlig klar, das keiner von ihnen auch nur ansatzweise Schlaf finden würde, wenn sie nicht weniger als eine Armlänge voneinander entfernt waren.

Tja und hier waren sie nun, zu zweit in einem Bett, in inniger Umarmung und versuchten mithilfe der bedingungslosen Unterstützung und der tröstenden Nähe des anderen, die dunklen Schatten der voran gegangenen, erschreckenden Ereignisse so gut wie möglich zu verdrängen, es würde zwar noch einige Zeit dauern, bis sie die Sache vollständig verdaut hatten, aber den Anfang hatten sie jedenfalls schon mal gemacht.

„Du hast mich gerettet, Rick, das ist alles, was zählt. Vergiss das nicht“, sagte sie mit ruhiger, einfühlsamer Stimme und hauchte ihm einen zärtlichen Kuss aufs leicht stoppelige Kinn, ganz genau nachvollziehen könnend, wie er sich fühlte, was für ein Sturm an unterschiedlichen Gefühlen in seinem Inneren tobte, aber sie konnte zumindest etwas tun und versuchen, die Positiven in den Vordergrund zu rücken, sie überwiegen zu lassen.

„Ich würde alles für Dich tun, Kate, einfach alles. Denk immer daran“, flüsterte er zurück und erwiderte die tröstliche, herzerwärmende Geste, die sie ihm zukommen ließ, indem er sie im Gegenzug sanft auf die linke Schläfe küsste, er war ihr unglaublich dankbar dafür, dass er sie in dieser Situation nicht alleine ließ, auch wenn er wusste, das es für sie eine Selbstverständlichkeit war, da er sie ja auch stets für sie da war, wenn es ihr schlecht ging.

Und obwohl es nicht sehr häufig vorkam, dass sie so innig miteinander umgingen und schon mal gar nicht zusammen in einem Bett schliefen, so schämten sie sich jedoch nicht im geringsten für ihre Zutraulichkeit, Castle und Beckett konnten sie später sein, im Moment waren sie einfach nur Kate und Rick, zwei Menschen, die einander brauchten, um die Dunkelheit der Nacht zu überstehen, bis das Licht des Tages wieder zurückkehrte.

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Ja ich weiß, wenn der gute Writerboy noch öfter im Bett seiner Muse übernachtet, dann braucht er irgendwann noch eine Dauerkarte, aber ich konnte den armen Kerl, nach allem, was er durch gemacht hatte, einfach unmöglich auf der Couch schlafen lassen und so ist es für uns Caskett-Fans doch am schönsten oder!?

Und da ich euch auch jetzt nicht länger als unbedingt nötig aufhalten, geschweige denn langweilen möchte, fasse ich mich, genau so wie zu Beginn des Kapitels, auch an dieser Stelle wieder so kurz wie möglich und wünsche euch nur noch, wie üblich, alles Gute, sowie erfolgreiche Arbeitstage.

Hasta la vista, euer Ahadi.












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