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Für immer Caskett

von Ahadi
OneshotFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Kate Beckett Richard Castle
28.04.2019
01.07.2019
18
67.450
4
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60 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
16.05.2019 3.782
 
Servus und einen wunderschönen, guten Tag wünsche ich euch allen.

An meine drei Leser JohannaJames, CastleeltsaC und Caskett2009 entsende ich, wie gewohnt, hier und jetzt ein ganz großes und noch sehr viel herzlicheres Danke, für die super freundlichen Reviews, die ich von jenen erhalten habe.

Und da ich auf keinen Fall das Risiko eingehen will, euch womöglich schon vor Beginn des brandneuen Kapitels zu verjagen, indem ich euch mit weiterem unnötigem Geplapper langweile, gebe ich euch nun hiermit das offizielle Startzeichen.

Peng…viel Freude beim Lesen!

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Castle saß im Central Park, an einem kleinen Teich und fütterte ein paar Enten mit den Resten seines belegten Brötchens, welches er sich auf dem Weg hier her bei einem Imbiss gekauft hatte, es war bereits später Nachmittag, sodass die Sonne schon ziemlich tief stand und den Himmel über ihm in sanftes, rot-orange-goldenes Licht tauchte.

Er und Beckett hatten heute einen Fall abgeschlossen, bei dem ein 17-jähriges Mädchen von einem Jungen aus ihrer Schulklasse ermordet wurde, nur weil sie ihn zurück gewiesen hatte, als er ihr seine Gefühle gestand, der Fall war dem ganzen Team sehr nahe gegangen, aber vor allem ihm, weil das Opfer ihn stark an seine Tochter Alexis erinnerte.

Der Mord fand hier im Central Park statt, genau an der Stelle, an der er sich gerade befand, er wusste nicht genau wieso, aber er hatte nach Abschluss des Falls, aus irgendeinem Grund, einfach das Bedürfnis empfunden an den Tatort zurück zu kehren, ja und hier saß er nun, in Gedanken versunken und darüber sinnierend, wie unfassbar grausam die Welt sein konnte.

Und er konnte einfach nicht aufhören, darüber nach zu denken, wie er sich wohl fühlen würde, wenn Alexis etwas Schlimmes zustieß, wenn sie das gleiche Schicksal ereilte wie das Mädchen, von einem gleichaltrigen Jungen aus verschmähter Liebe getötet, nur weil sie die Gefühle ihres Schulkameraden nicht erwiderte.

Seine Tochter war, neben seiner Mutter und Kate, die wichtigste Person in seinem Leben und ihr Tod würde einem Weltuntergang gleich kommen, genau so als wenn eine der anderen beiden Frauen sterben würde, er versuchte alles, um diese düsteren Gedanken aus seinem Kopf zu verbannen, aber es nutzte nichts, das Bild einer toten Alexis blieb präsent.

„Castle“, hörte er im nächsten Augenblick eine weibliche Stimme, die er immer und überall unter hundert, wenn nicht sogar tausend anderen problemlos heraus hören können würde und die er zweifelsfrei einer Person zuordnen konnte, deren Tod, wie bereits erwähnt, für ihn dem Ende der Welt gleich kommen würde.

Und als er in die Richtung blickte, aus der die Stimme gekommen war, sah er tatsächlich niemand anderen als Kate Beckett vor sich stehen, die Frau, die ihm zu seiner aktuellen Romanfigur Nikki Heat inspiriert hatte und die auch im wahren Leben stets eine echte Heldin, gute Partnerin und eine noch viel bessere Freundin für ihn war.

„Hey Beckett, was tun Sie denn hier?“, war seine Frage an sie im Grunde genommen eigentlich völlig unsinnig, weil er sich bereits vorstellen konnte oder besser gesagt, bereits wusste, weshalb sie hier war, aber in diesem Fall war sein Mund, wie schon so oft in der Vergangenheit, halt einfach mal wieder schneller gewesen als sein Gehirn.

„Ich denke, Sie wissen ganz genau, warum ich hier bin“, machte sie ihm durch die Blume gesprochen klar, dass er sich nicht dümmer stellen sollte, als er in Wirklichkeit war und das er nicht so tun sollte, als hätte er keine Ahnung, wieso sie hier war oder woher sie überhaupt wusste, dass er hier war, weil er sich das höchstwahrscheinlich ebenfalls denken konnte.

„Ja, ich weiß in der Tat, weshalb Sie hier sind. Und ich weiß auch, woher sie wussten, dass ich hier bin. Wir können uns von daher also dieses unnötige Frage-und-Antwortspiel sparen“, gab er sich schließlich, wie von ihr insgeheim auch erhofft oder viel mehr erwartet, geschlagen, frei nach dem Motto: „Der Klügere gibt nach“.

Und während sie sich direkt neben ihm auf der dunkelgrünen Parkbank niederließ, konnte sie sich bereits sehr gut vorstellen, was momentan in ihm vorging, wessen Natur seine Gedanken waren und es zerbrach ihr das Herz, zu wissen, dass ihr sonst immer so lebenslustiger Partner sich mit solch derartigen Gedanken herum quälte und das sie rein gar nichts dagegen tun konnte.

Alles, was sie tun konnte war für ihn da zu sein, ihm bei zu stehen, ihn zu unterstützen und ihn so gut wie möglich von seinen finsteren Gedanken ab zu lenken, genau so wie er es ansonsten immer tat, wenn es ihr schlecht ging und sie in ein pechschwarzes Loch zu fallen drohte, das war, wie schon gesagt, das Einzige, was sie machen konnte und gleichzeitig das einzig Richtige.

„Möchten Sie vielleicht mit mir darüber reden?“, legte sie ihm bei dieser Frage ihre linke Hand auf das rechte Knie, genau so wie damals, nachdem ihnen der Dreifachkiller, kurz 3XK, Jerry Tyson durch die Lappen gegangen war und sie hoffte, dass diese Geste ihn auch dieses Mal zumindest ein wenig zu trösten vermochte.

„Ja und nein. Einerseits möchte ich mir einfach alles von der Seele reden, andererseits weiß ich jedoch nicht, wie ich das, was ich denke und was ich fühle, in Worte fassen soll“, entgegnete er wahrheitsgemäß und anstatt ihr verbal mit zu teilen, wie froh er über ihren Beistand war, zeigte er es ihr stattdessen, indem er seine rechte Hand auf ihre linke legte und seine größere sanft mit ihrer kleineren umschloss.

Yepp, er, der weltberühmte Bestsellerautor Richard Castle, hatte nicht den geringsten Schimmer, wie er die Gedanken, geschweige denn die Gefühle, die momentan wie ein Sturm in seinem Inneren tobten, in Worte fassen sollte, die auch nur ansatzweise die Ausmaße seines desolaten geistigen und emotionalen Zustandes beschreiben konnte.

Aber da er nicht undankbar erscheinen und sie nicht mit leeren Händen da stehen oder viel mehr sitzen lassen wollte, beschloss er kurzerhand einfach das zu sagen, was ihm in den Sinn kam, mit einem Mal all das los zu werden, was ihn beschäftigte und belastete, er gab ihr besser und lieber zumindest etwas, als überhaupt nichts.

„Ich kann einfach nicht aufhören, an dieses arme Mädchen zu denken und daran wie sinnlos ihr Tod war. Sie hatte niemanden etwas getan, war völlig unschuldig und doch musste sie sterben. Und warum? Nur weil sie einen Jungen zurück gewiesen hatte und er die Zurückweisung nicht verkraften konnte. Das ist einfach nur so…unglaublich tragisch“, begann er, seinem gefassten Entschluss nach kommend.

„Und ich kann auch nicht aufhören, mir vor zu stellen, was wäre, wenn Alexis so etwas zustoßen würde…oder Mutter…oder Ihnen. Allein der Gedanke daran, einen von ihnen dreien würde irgendwas Schlimmes passieren, ist für mich einfach unerträglich“, fuhr er sogleich fort, wobei seine Stimme am Ende seiner Erklärung nicht mehr so laut war wie zu Anfang und nur noch ein Flüstern, bestenfalls ein Murmeln war.

Doch er sprach trotzdem immer noch laut genug, dass sie ihn problemlos verstehen konnte und da sie auf die Schnelle nicht die richtigen Worte fand, um ihn zu trösten, vollführte sie stattdessen erneut eine Geste, die, so ihre Hoffnung, denselben Effekt auf ihn haben würde und zwar rückte sie so dicht an ihn heran, bis sie Hüfte an Hüfte saßen und lehnte dann ihren Kopf an seine rechte Schulter.

Er wusste natürlich sofort, dass sie sich nicht deswegen an ihn geschmiegt hatte, weil ihr kalt war und sie hoffte, das sie sich mit seiner Hilfe etwas aufwärmen konnte, sondern ausschließlich deshalb, weil sie ihn auf diese Weise trösten und ihm gleichzeitig damit zeigen wollte, das er nicht völlig alleine da stand und sie für ihn da war.

Und er hätte sich gar nicht glücklicher darüber schätzen können, dass dem so war, das sie ihm beistand und ihm dadurch etwas von der bedingungslosen Unterstützung zurück gab, die er ihr die letzten Jahre über jedes Mal gegeben hatte, wenn sie niedergeschlagen und traurig war und sich von jedermann auf der Welt allein gelassen fühlte.

Sie blieben eine gefühlte halbe Ewigkeit nebeneinander sitzen, er genoss die tröstende Wirkung ihrer Nähe zu ihm, ebenso wie die beruhigende Wärme, die sie ausstrahlte und den sinnlichen Kirschduft, der all seine Sinne in eine ganz andere Welt entführte, sie spürte wie seine innere Unruhe, der Sturm, der in ihm tobte, sich auf zu lösen begann und war unsagbar froh darüber.

Die Sonne versank langsam hinterm Horizont, während sie weiter in völliger Stille da saßen und erst als es zunehmend dunkler wurde, erwachten die beiden aus ihrem tranceähnlichen Zustand, lösten sich voneinander und fragten sich, da sie jegliches Zeitgefühl verloren hatten, innerlich, wie lange genau sie wohl so da gesessen hatten.

„Kommen Sie, Castle, ich bringe Sie nach Hause“, bot sie ihm an oder forderte ihn viel mehr dazu auf, sich von ihr heimfahren zu lassen, sie wunderte sich innerlich immer noch mächtig darüber, wie es bloß dazu kommen konnte, dass sie offenbar in ihrer ganz eigenen Welt gefangen waren und aufgrund dessen komplett die Zeit und Realität vergaßen.

„Nein, ich möchte nicht nach Hause. Mutter und Alexis sind beide über Nacht außer Haus und ich will, geschweige denn kann heute Nacht nicht alleine sein“, gab er ihr zu verstehen, dass er überhaupt gar nicht daran dachte, sich von ihr in sein leeres Loft chauffieren zu lassen, nicht nach einem so einem Fall, der ihn emotional total aufgewühlt hatte.

„Dann nehme ich Sie mit zu mir. Auf meiner Couch ist immer ein Plätzchen für Sie frei“, meinte sie daraufhin zu ihm, sie konnte seinen Wunsch, sein Bedürfnis nach Gesellschaft natürlich voll und ganz nach vollziehen und wenn seine zwei rothaarigen Damen nicht zur Verfügung standen, dann nahm sie ihn doch liebend gern über Nacht bei sich auf.

„Danke Kate“, lächelte er sie an, das Lächeln hatte jetzt war nicht die Intensität wie sonst immer, aber es war zumindest ein Anfang, ein kleiner Anfang, doch wenn sie sich weiter bemühen würde, dann würde er schon sehr bald wieder der Alte sein, der fröhliche und zumeist leider kindische, unreife Schriftsteller, den sie seit je her kannte.

„Immer“, antwortete sie mit ihrem inzwischen üblichen und sehr beliebten Codewort, das sie immer gerne dann benutzten, wenn einer von ihnen sich beim anderen für irgendetwas bedankte und welches übersetzt ungefähr so viel bedeutete wie: „Keine Ursache. Ich liebe Dich von ganzem Herzen und würde von daher sowieso jederzeit einfach alles für Dich tun“.

Sie standen von der Parkbank auf und machten sich auf den Weg zu ihrem Auto, unterwegs bemerkte der Krimiautor, dass seine Begleiterin zu frieren schien, weil sie den Kragen ihres Mantels hochschlug und ihre Händen in den Taschen vergrub, er zögerte nicht und legte schon in der darauffolgenden Sekunde seinen rechten Arm um sie und drückte sie ganz leicht an sich, in der Hoffnung, sie so zumindest ein wenig wärmen zu können.

Mit Erfolg, wenn auch nur teilweise, denn sie fühlte sich durch diese sehr liebe und super süße Geste von ihm tatsächlich ein bisschen wärmer, als es bis eben gerade noch der Fall war und sie dankte ihm dafür mit einem liebevollen Lächeln, welches er sofort erwiderte, bevor sie dann ihren linken Arm ebenfalls um ihn schlang.

Bald darauf waren sie an ihrem Zielort, Becketts Wohnung, angekommen, die brünette Polizistin schloss die Tür zu ihrem Apartment auf und trat zusammen mit ihrem Berater in dieselbige ein, bevor sie die Tür anschließend wieder schloss und sich zu Castle umdrehte, der, kaum hatte sie das getan, sie auch schon in eine innige Umarmung zog.

„Vielen Dank, Kate, dass Du für mich da bist und mich bei Dir schlafen lässt“, sagte er leise, aber dennoch deutlich hörbar zu ihr und drückte sie noch ein wenig fester an sich, immer darauf achtend, dass er dies so behutsam und sanft wie möglich tat, schließlich war er, so stark sie auch war, trotzdem noch kräftiger als sie und er wollte sie keinesfalls verletzen.

„Jederzeit, Rick, jederzeit“, flüsterte sie zurück und ließ ihre rechte Hand sanft über seinen Rücken gleiten, sie spürte die starken Muskeln desselbigen und stellte sich vor, wie sie sich in gewissen Situationen anfühlen würden, zum Beispiel wenn sie beim Höhepunkt eines leidenschaftlichen Liebesspiels ihre Nägel im Fleisch seines Rückens vergrub.

Aber auch ihn ließ ihre Umarmung nicht vollkommen kalt, es war zwar nicht das erste Mal, dass sie so engen Körperkontakt miteinander hatten, aber er hatte sich ihr dennoch noch nie so nah gefühlt wie in diesem Moment, was wahrscheinlich unter anderem auch daran lag, das keine ihrer bisherigen Umarmungen jemals so lange angedauert hatte, wie die Jetzige.

Doch einige Sekunden später, früher als es ihnen eigentlich lieb war, beendeten sie die Umarmung dann schließlich, blieben aber dicht beieinander stehen, ihre Körper nur wenige Zentimeter voneinander entfernt, seine Hände lagen an ihrer Hüfte, ihre an seinen kräftigen Oberarmen, seine blauen und ihre braun-grünen Augen waren fest aufeinander gerichtet.

Und ehe sie sich überhaupt versah, da beugte er sich auch schon vor, langsam und auf eine Reaktion von ihr wartend, darauf wartend, dass sie sich zurück zog, sich von ihm abwendete ihm und ihm dadurch zu verstehen gab, das sie das, was er gerade im Begriff war zu tun, nicht wollte, das sie nicht wollte, das er sie küsste, doch nichts dergleichen geschah.

Ganz im Gegenteil, denn sie kam ihm, nach kurzem Zögern, sogar noch ein Stückchen entgegen und bereits im nächsten Augenblick lagen ihre Lippen auch schon aufeinander, zunächst kaum merklich und federleicht, aber schon innerhalb weniger Sekunden wurde der Kuss immer fester, intensiver, leidenschaftlicher und verlangender.

Eins führte zum anderen und noch bevor einer der beiden wirklich realisierte, wie ihnen gerade geschah, da hatten sie sich auch schon gegenseitig ihre Mäntel ausgezogen, ohne den Kuss dabei zu unterbrechen und sie schob ihn rückwärts in Richtung ihres Schlafzimmers, während sie sich fleißig an den Knöpfen seines Hemdes zu schaffen machte.

Doch selbst als ihnen schließlich bewusst wurde, was vor sich ging, was sie taten und was sie auch noch vorhatten zu tun, konnte, geschweige denn wollte keiner von ihnen, weder er, noch sie aufhören und das Ganze stoppen, solange sie es noch konnten, dafür war das alles verzehrende Feuer in ihrem Inneren mittlerweile einfach viel zu groß.

Sie hatten sich so lange Zeit gewünscht und sich danach gesehnt, sich auf diese Art und Weise zu küssen und zu berühren, jeden einzelnen Zentimeter vom Körper des anderen kennen zu lernen, zu erforschen und sich jedes noch so winzige Detail ein zu prägen, nun war es endlich soweit und sie würden einen Teufel tun, jetzt einen Rückzieher zu machen.

Denken, sprechen und möglicherweise auch bereuen konnten sie später, jetzt galt es erst einmal das Verlangen, das sie seit geraumer Zeit füreinander hegten und welches sie nun von innen nach außen heraus zu verbrennen drohte, zu stillen und das miteinander zu tun, was sie bislang ausschließlich in ihren wildesten Träumen taten.

Nicht ganz eine Stunde später, lagen die zwei eng aneinander geschmiegt in ihrem Queensize-Bett, unter der kuschelig warmen Bettdecke und kehrten langsam aber sicher ins Hier und Jetzt zurück, Atmung, sowie Puls und Herzschlag befand sich inzwischen schon wieder im Normalzustand, aber ihre Haut war immer noch schweißnass von ihren voran gegangenen Aktivitäten.

Ihr Kopf lag auf seiner breiten, muskulösen Brust, während sie mit ihrem rechten Zeigefinger unsichtbare, konfuse Muster auf sein feuchtes Fleisch zeichnete und den würzig-männlichen Duft seines Schweißes tief in sich hinein sog, er dagegen strich derweil, ebenfalls mit den Fingern seiner rechten Hand, über ihren nackten gleichseitigen Oberarm und ließ seine Sinne von ihrem verführerischen Kirschduft vernebeln.

„Das war absolut…“, fing er einen Satz an, stoppte dann jedoch abrupt, weil er, genau so wie vorhin im Park, auch jetzt gewisse Schwierigkeiten dabei hatte die passenden Worte zu finden, selbst er, als preisgekrönter Romanautor, hatte Probleme damit das Geschehene angemessen zu beschreiben, schließlich war das erste Mal mit der Frau seines Herzens kein alltägliches Erlebnis.

„Fantastisch“, sagte sie mit einem verträumten Lächeln um die Mundwinkel herum und einem glücklichen Funkeln in den Augen, in der Annahme, mit ihrer Aussage den von ihm angefangenen Satz richtig zu beenden, ihm sprichwörtlich die Worte aus dem Munde zu nehmen, für sie war der Liebesakt mit ihm auf jeden Fall etwas, was ihr bislang noch niemals zuvor in ihrem Leben widerfahren war.

„Ich wollte zwar spektakulär sagen, aber ich denke, deine Bezeichnung trifft es auch ziemlich gut“, entgegnete er daraufhin, ebenfalls mit einer vollkommenen Seligkeit in seinem markanten Gesicht und in seinen Augen, er hatte in seinem bisherigen Leben schon so manche Nacht mit einer Frau verbracht, aber keine einzige kam auch nur ansatzweise an das heran, was er so eben mit ihr hatte erleben dürfen.

„Du Kate, das war doch nicht nur eine einmalige Sache, um mich zu trösten oder?“, setzte er all seine Hoffnung darin, dass das, was da gerade zwischen ihnen geschehen war, für sie, genau so wie für ihn auch, der Beginn von etwas wundervollem, einmaligem und vor allem von etwas lebenslangem, gleichzeitig bereitete er sich aber auch darauf vor, das sie ihn gleich zurück wies und ihm damit irreparabel das Herz brach.

„Nein, nein, für mich nicht“, verneinte sie sofort und vehement, wobei sie sich durch seine Frage schon ein wenig verletzt fühlte, da zumindest ein kleiner Teil von ihm zu glauben schien, dass sie nur mit ihm geschlafen hatte, um ihm auf diese Weise Trost zu spenden, etwas, was sie niemals jemanden antun würde und ihm, den Mann, in den sie bereits seit einiger Zeit heimlich verliebt war, schon mal gar nicht.

„Oh, gut, für mich auch nicht“, gab er ihr mit wenigen Worten zu verstehen, dass er sie vorhin nicht geküsst und damit die Steine überhaupt erst ins Rollen gebracht hatte, um sich mit Sex mit ihr zu trösten und sowohl sein Lächeln, als auch der Ausdruck in seinen Augen schrie förmlich nur so vor lauter Freude darüber, das sie das Geschehene nicht als Ausrutscher ansah, etwas einmaliges, was danach nie wieder passieren würde.

„Gut. Und wie geht es jetzt weiter?“, wollte sie mit ihrer mehr oder weniger direkten Frage von ihm erfahren, wie ihre Beziehung, seiner Ansicht nach, nun weiter verlaufen sollte, denn eins stand für sie zweifellos und hundertprozentig fest, nämlich, dass sie jetzt nicht einfach so mit ihrem Leben fortfahren, zusammen arbeiten, geschweige denn miteinander befreundet sein und dabei so tun konnten, als sei nie etwas geschehen.

„Nun, ich weiß zwar, dass wir diesen Schritt bereits übersprungen haben, aber ich denke, das wir es am Besten als nächstes mit einem Abendessen versuchen sollten“, bat er sie über siebenundsiebzig Ecken um ein Date, ein erstes richtiges Date, weil er sich nicht ganz sicher war, ob man ihre bisherigen gemeinsamen Unternehmungen, wie zum Beispiel ihre Besuche bei Remys oder im Kino als so etwas wie eine Verabredung bezeichnen konnte.

„Fragen Sie mich etwa nach einem Date, Mr. Castle?“, hatte sie seine verschleierte Einladung natürlich auch sofort als solche verstanden, sie wollte aber nicht gleich auf diese antworten, dieser nicht direkt zusagen, weil sie nicht wollte, dass er möglicherweise dachte, sie hätte nur darauf gewartet, das er sie um ein Date bat, denn sie wollte auf gar keinen Fall bedürftig auf ihn wirken, so als bräuchte sie unbedingt eine Verabredung mit ihm.

„Ja, Ms. Beckett, das tu ich in der Tat“, machte er bei dem Spiel, welches sie so eben begonnen hatte und dessen Regeln er, ohne extra lange überlegen zu müssen, auf der Stelle verstand, kurzerhand mit, frei nach dem Motto: „Geteilter Spaß ist doppelter Spaß“ und wenn er zusammen mit ihr Spaß hatte, ganz egal in welcher Hinsicht auch immer, dann vergrößerte der Spaß sich sogar locker um das fünffache.

„Na, wenn das so ist, dann kann ich ja schlecht nein sagen“, beschloss sie das Spiel genau so schnell wieder zu beenden, wie sie es keine Minute zuvor angefangen hatte, aus dem einfachen Grund, dass sie jetzt Lust auf eine ganz andere Art von Spiel bekam, ein Spiel das, ähnlich wie das gerade eben, zu zweit am meisten Spaß machte, vor allem mit einem so aufmerksamen und talentierten Mann wie ihm.

„Ganz genau. Aber schlage ich vor, wir sparen uns jetzt weitere Worte und geben unseren Mündern etwas besseres zu tun, etwas sehr viel besseres“, kaum hatte er ausgesprochen, da hatte er sie auch schon auf sich gezogen und ihre Lippen in einem Kuss miteinander vereint, der nicht der Erste und gewiss auch nicht der Letzte in dieser Nacht war, von den vielen gemeinsamen Jahren, die sie noch vor sich hatten, mal ganz zu schweigen.

Keiner von ihnen, weder sie, noch er hatte auch nur ansatzweise die drei berühmten Worte „Ich liebe Dich“ in den Mund genommen oder gesagt, dass dies zwischen ihnen keine flüchtige Affäre, sondern eine ernsthafte und feste Beziehung war, aber das war in ihrem Fall ja auch überhaupt gar nicht nötig, denn sie brauchten, wie schon so oft in der Vergangenheit, keinerlei Worte, um sich problemlos miteinander zu verständigen und zu einigen.

Sie beide benötigten lediglich einfache Blicke und Gesten, um den jeweils anderen wissen zu lassen, was genau sie sagen wollten, was sie dachten und fühlten, ohne dabei irgendwelche Zweifel oder Missverständnisse aufkommen zu lassen, zumal sie obendrein auch noch das große Glück hatten Seelenverwandte zu sein, was ihnen zusätzlich ermöglichte, die Sätze des Partners zu beenden, sehr zur Verwunderung und Belustigung dritter.

Und obwohl sie niemals mit einem solchen Verlauf der Ereignisse gerechnet hätten, als sie ihn dazu einlud über Nacht bei ihr zu bleiben, so waren sie dennoch überglücklich darüber, dass es so gelaufen war, denn ansonsten wären sie jetzt nicht zusammen, in, wenn auch unausgesprochener, Liebe miteinander vereint, sondern würden stattdessen mutterseelenallein in ihren Wohnungen sitzen und sich nach Gesellschaft sehnen.

Aber so wie es nun war, so war es auf jeden Fall tausendmal besser, darüber waren sie zwei sich auch in dieser Hinsicht, ohne jedwede Absprache, zu einhundert Prozent sicher und wenn in Zukunft alles so verlaufen würde, wie sie es sich wünschten und erhofften, dann würden sie an diesen Abend immer gerne zurückdenken und ihn nicht nur als den Anfang ihrer Beziehung ansehen, sondern auch als den Beginn vom Rest ihres Lebens.

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Bitte sehr, bitte schön und vollendet ist Teil Numero 6.

Ich mache es heute, genau so wie bei beim letzten Mal auch und lasse das Abschlussprozedere getrost mal aus, weil ihr ganz bestimmt etwas sehr viel besseres und vor allem wichtigeres zu tun habt, als euch immer wieder dasselbe Zeug an zu hören.

Außerdem will ich keinesfalls, dass ihr möglicherweise noch auf den Gedanken kommt, dass ich eine Schallplatte, ein Tonbandgerät oder ähnliches verschluckt habe, von daher will ich euch auch diesmal kostbare Zeit sparen, indem ich an Worten spare.

Doch bevor ich womöglich doch noch in große Reden verfalle, wünsche ich euch allen miteinander hier und jetzt, so wie immer, nur das allerbeste Wohlergehen und natürlich auch ein schönes, entspanntes und vitalisierendes Wochenende.

Tschüss, bis nächste Woche, euer Ahadi.
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