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Für immer Caskett

von Ahadi
OneshotFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Kate Beckett Richard Castle
28.04.2019
01.07.2019
18
67.450
4
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60 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
13.05.2019 4.545
 
Good day all together.

Wie an dieser Stelle üblich, so natürlich auch am heutigen Tage ein großes Dankeschön an JohannaJames, die ich mittlerweile nicht nur zu meinen loyalsten Stammlesern zählen, sondern obendrein auch als einen geschätzten Fan meiner Arbeit bezeichnen darf und die mir das bislang leider einzige vorhandene Feedback zum voran gegangenen Part gab.

Falls einigen unter euch meine derzeitige Oneshot-Reihe oder gegebenenfalls auch nur ein Teil davon nicht gefallen sollte, bitte ich euch hiermit inständig darum, mir das ehrlich mit zu teilen, ich werde euch deswegen keinesfalls böse sein, versprochen, wichtig für mich ist einzig und allein zu wissen, ob euch meine Arbeit gefällt oder nicht.

Ihr sollt wissen, dass ich immer ein offenes Ohr für euch, meine Leser, habe und auch stets empfänglich für Anmerkungen aller Art bin, ganz egal, ob es sich dabei nun um Verbesserungsvorschläge, Kritik, Ratschläge oder auch Tipps handelt, sagt es mir einfach und helft mir dabei, meine Werke noch besser zu machen.

Aber falls euch einfach die nötige Zeit zum Lesen und dem Schreiben von Reviews fehlen sollte, so bitte ich euch selbstverständlich vielmals und in aller Form um Verzeihung und versichere euch gleichzeitig hoch und heilig, dass ich nicht die Absicht hatte, euch in irgendeiner Art und Weise auf die Füße zu treten.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich wünsche euch, meine hoch verehrte Leserschaft, so wie ich es immer tue, bevor ich die schwarz-weiße Startflagge schwenke, ganz viel Vergnügen beim Erforschen des druckfrischen Lesestoffs und hoffe wirklich sehr, dass dieser euren Geschmack vielleicht besser trifft als der Letzte!

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Kate Beckett saß am späten Abend in ihrer Wohnung, im Wohnzimmer auf ihrem Sofa und kaute lustlos an dem Essen herum, welches sie sich auf dem Heimweg beim Chinesen ihres Vertrauens geholt hatte, sie verspürte zwar, um es mal salopp aus zu drücken, einen mächtigen Kohldampf, aber trotzdem bekam sie nicht wirklich etwas herunter.

Grund dafür war, dass sie viele Stunden zuvor etwas getan hatte, was sie nicht hätte tun sollen, was sie zutiefst bereute und wovon sie beim besten Willen nicht wusste, wie sie es wieder reparieren sollte, ihr war vollkommen bewusst, dass sie nicht so hätte handeln sollen, wie sie es tat, aber es war nun mal passiert und jetzt musste sie zusehen, wie sie es wieder gut machte.

Aber bevor sie sich noch weiter den Kopf darüber zerbrechen konnte, wie sie den Fehler, den sie begangen hatte, wieder ausmerzen und die Wogen, die sie dummerweise verursacht hatte, wieder glätten konnte, wurde sie abrupt aus ihren Überlegungen gerissen, als es im nächsten Moment urplötzlich und völlig unerwartet an ihrer Wohnungstür klopfte.

Ein kurzer Blick auf die schwarze Armbanduhr ihres Vaters verriet ihr, dass es bereits nach zehn Uhr war, also nicht gerade die ideale Zeit für Besuch, zumal sie ja überhaupt gar keinen erwartete, aber da Spekulationen ihr nichts bringen würden, musste sie wohl oder übel aufstehen und nachsehen, wer ihr unangekündigter Besucher war.

Und als sie wenige Sekunden später die Wohnungstür öffnete, war sie mächtig überrascht ihren Berater Castle vor sich stehen zu sehen, mit einem Augen- bzw. Gesichtsausdruck, den sie bislang noch nie zuvor bei ihm gesehen hatte, der für sie absolut unergründlich war und ihr somit unweigerlich große Sorge und auch einen geringen Anflug von Angst bereitete.

Denn die Tatsache, dass sie weder den Ausdruck in seinen azurblauen Augen, noch den in seinen markanten Gesichtszügen irgendeiner Gefühlslage zuordnen konnte, die sie in den letzten paar Jahren, während der gesamten Zeit ihrer Partnerschaft gesehen hatte bedeutete, das sie nicht wusste, was als nächstes passieren würde und genau das bereitete ihr, wie bereits erwähnt, sowohl Sorge, als auch Angst.

„Hallo Castle“, begrüßte sie ihn mit leiser, kaum hörbarer Stimme, aber Gott sei Dank dennoch immer noch laut genug, dass er sie problemlos verstehen konnte und auch ihre Besorgnis um ihn, sowie die leichte Furcht vor ihm oder besser gesagt, vor seiner nächsten Handlung, stand ihr ins Gesicht geschrieben und entging ihm somit nicht.

„Hey“, grüßte er sie nach kurzem Zögern zurück, so knapp und zurückhaltend wie er es bisher noch nie getan hatte, normalerweise begrüßte er sie immer umschwänglich und in seiner typisch fröhlichen Richard-Castle-Manier, aber wahrscheinlich hatte er mit den heutigen Geschehnissen innerlich genau so schwer zu kämpfen wie sie.

„Darf ich vielleicht herein kommen?“, fragte er sie und gab ihr damit unwissentlich ein weiteres Alarmsignal, weil er sie für gewöhnlich nicht extra fragte, ob er rein kommen durfte oder nicht und in dem Ton von eben gerade schon mal gar nicht, eigentlich war es mittlerweile zu so etwas wie eine Selbstverständlichkeit geworden, dass er, wenn er vorbei kam, dann auch in ihr Apartment eintreten durfte.

„Aber klar doch, kommen Sie ruhig rein“, gewährte sie ihm, sobald sie sich von dem kurzen Überraschungsmoment, der von seiner ungewöhnlichen Frage herrührte, erholt hatte, ohne länger zu zögern den Eintritt in ihre vier Wände, ihre Privaträume, ihren Rückzugsort, ihr Allerheiligtum, das es für sie stets zu bewachen und vor anderen zu beschützen galt.

Er zögerte kurz, aber wirklich nur sehr kurz, lediglich einige Sekunden lang, bevor er ihrer Erlaubnis schließlich nach kam und in ihre Wohnung eintrat, sie schloss daraufhin die Tür hinter ihnen und ging dann zu ihrem Partner, der wie bestellt und nicht abgeholt in ihrem Wohnzimmer stand und auf sie ein wenig verloren wirkte.

„Darf ich Ihnen etwas zu trinken anbieten? Wasser, Saft, Cola?“, fragte sie ihn und bot ihm zeitgleich eine kleine Auswahl an Getränken an, die ihr zur Verfügung standen, sie ließ alkoholische Getränke ganz bewusst aus, weil sie sich nicht vorstellen konnte, dass er deswegen hier her gekommen war, um mit ihr Einen zu heben.

„Nein danke, ich möchte nichts trinken“, lehnte er ihr Angebot auf ein Getränk freundlich dankend ab, er war nicht hier her gekommen, um etwas zu trinken, das hätte er wenn dann genau so gut auch zu Hause tun können, er hatte einzig und allein den einen Grund vor Augen, wegen dem er, zu so unchristlicher Zeit, zu ihr gekommen war.

„Okay. Möchten Sie denn dann wenigstens Platz nehmen?“, stellte sie ihm daraufhin auch schon die nächste Frage, ihr war ganz egal, was Stunden zuvor zwischen ihnen vorgefallen war, er war ihr Gast, wenn auch ein unerwarteter und sie wäre ja wohl kaum eine gute Gastgeberin, wenn sie ihm nicht einen Sitzplatz anbieten würde.

„Nein, nein danke, ich will Sie gar nicht lange stören. Ich möchte lediglich mit Ihnen über die Sache von heute morgen sprechen“, lehnte er auch den von ihr angebotenen Sitzplatz auf ihrer Couch höflich ab und klärte sie zeitgleich darüber auf, weswegen er zu so später Stunde unangemeldet bei ihr aufschlug und ihre Gastfreundschaft in Anspruch nahm.

Was er nicht wissen, geschweige denn ahnen konnte war, dass er ihr mit der Aufklärung über den Grund seines Hierseins, zumindest eine Bürde von den Schultern nahm, die sie seit der von ihm so genannten Sache mit sich herum trug und ihr gleichzeitig die Gelegenheit gab das zu tun, was sie vorhatte zu tun, seit sie ihren begangenen Fehler einsah, nämlich sich aufrichtig und in aller Form bei ihm zu entschuldigen.

„Das trifft sich gut. Denn ich muss auch unbedingt mit Ihnen sprechen. Aber ich lasse Ihnen gerne den Vortritt“, gab sie ihm zu verstehen, dass er nicht der Einzige von Ihnen war, der etwas Wichtiges los werden musste, ließ ihm aber in Sachen Äußerung liebend gerne den Vortritt, sie wollte sich zuerst anhören, was er ihr mit zu teilen hatte.

„Danke. Also, wie schon gesagt, möchte ich mit Ihnen über den unschönen Vorfall von heute morgen reden. Und zwar wollte ich mich für das, was ich getan habe, vielmals bei Ihnen entschuldigen“, kam er ihrer Aufforderung, mit der Äußerung seines Anliegens zu beginnen, nach und sorgte damit unwissentlich und auch unbeabsichtigt dafür, dass sie ein noch schlechteres Gewissen bekam als ohnehin schon.

Schließlich war er nicht derjenige von ihnen, der etwas falsch gemacht und einen Fehler begangen hatte, sondern sie, sie war die Böse, der Buhmann oder in diesem Fall die Buhfrau und wenn es jemanden gab, der sich beim anderen entschuldigen musste, dann war sie das, einzig und allein sie und genau das galt es ihm jetzt auch deutlich zu machen.

„Hören Sie, Castle. Es ist zwar wirklich sehr nobel von Ihnen, dass Sie das dringende Bedürfnis haben, sich bei mir entschuldigen zu müssen. Aber ich versichere Ihnen, dass das nicht nötig ist“, begann sie schließlich zu erklären, er öffnete seinen Mund, um etwas zu entgegnen, doch sie hielt ihn davon ab etwas zu sagen, indem sie ihre rechte Hand hob, woraufhin er seinen Mund sofort wieder schloss.

Es war für sie schon schwierig genug für sie, die richtigen Worte zu finden, um sich angemessen bei ihm für ihre unglaubliche Dummheit zu entschuldigen, da war das mit Abstand letzte, was sie gebrauchen konnte, eine Unterbrechung bzw. Widerworte von seiner Seite, umso froher war sie, dass er gewillt war sie ausreden zu lassen.

„Wie schon gesagt: Es ist absolut nicht notwendig, dass Sie sich bei mir entschuldigen, aus dem einfachen Grund, das Sie nichts getan haben, wofür Sie sich bei mir entschuldigen müssten, weil sie nichts falsch gemacht haben. Ich bin diejenige, die einen Fehler gemacht hat und Sie um Entschuldigung bitten muss, nicht umgekehrt.

Ich weiß, dass ich keinesfalls von Ihnen verlangen kann, dass Sie mir verzeihen. Aber ich weiß auch, dass ich mir selbst niemals verzeihen könnte, wenn ich es nicht zumindest versuchen würde, Ihre Vergebung zu erlangen. Von daher bitte ich Sie hiermit in aller Form und tausendfach um Entschuldigung, ich war eine Idiotin und würde alles, wirklich einfach alles tun, Hauptsache Sie verzeihen mir.“

Mit diesen Worten beendete sie ihre Ausführung und setzte all ihre vorhandene Hoffnung darin, dass seine verzeihende Natur, wie in den meisten Fällen, so auch jetzt die Oberhand haben, über seinen möglichen Ärger über sie gewinnen und dafür sorgen würde, das er ihr verzieh, ansonsten wüsste sie nämlich nicht, wie es mit ihnen weitergehen sollte.

Der Grund dafür, dass sie sich gegenseitig beieinander entschuldigen war, wie von ihm bereits erwähnt, ein Vorfall, der sich am Morgen zwischen ihnen auf dem Revier ereignet hatte und zwar hatte Castle sich bei Beckett erkundigt, wie deren Date mit Frank Dall am Vorabend verlaufen war, ein Anwalt, den sie während des letzten Mordfalles kennen lernte.

„Es tut mir zwar leid, Sie enttäuschen zu müssen, Castle, aber ich wüsste beim besten Willen nicht, was Sie mein gestriges Date anginge“, machte sie ihm in ihrem typisch strengen Cop-Ton unmissverständlich klar, dass der Verlauf ihrer gestrigen Verabredung ihn nicht das geringste anging, ganz alleine ihre Sache war und sie ihm deswegen auch kein Sterbenswörtchen darüber verraten würde.

„Also wirklich, Beckett, Sie tun ja gerade so, als hätte ich von Ihnen irgendwelche schmutzigen Details verlangt. Ich möchte doch lediglich wissen, wie ihr Date gestern Abend so gelaufen ist, mehr nicht“, ließ er sich jedoch, wie so oft, trotz ihrer deutlichen Ansage nicht davon abbringen weiter nach zu bohren, neugierig darauf endlich zu erfahren, wie ihr heißes Date mit Mr. Meisteranwalt verlief, ob gut oder schlecht oder wie auch immer.

Wie soll es denn schon gewesen sein? Ganz schön“, antwortete sie ihm schließlich in einem emotionslosen, fast schon gleichgültigen, gar gelangweilten Ton, noch immer ohne dabei auch nur ein einziges Mal von dem Papierkram vor ihr auf dem Schreibtisch auf zu sehen, in den sie vertieft war und weswegen sie seine ständige Fragerei auch als ziemlich störend und unglaublich nervig empfand.

„Ganz schön? Das ist alles? Ach, kommen Sie schon, Beckett. Ich meine, Sie haben sich tagelang auf dieses Date gefreut und jetzt haben Sie nichts zu erzählen, außer, dass es ganz schön war? Ernsthaft?“, gab er sich mit ihrer, seiner Ansicht nach, mehr als mickrigen Aussage natürlich nicht zufrieden und hakte von daher munter weiter, nicht ahnend, dass sie so unfassbar kurz davor war die Geduld zu verlieren.

„Oh bitte, Beckett, haben Sie Mitleid mit mir. Geben Sie mir doch wenigstens ein paar Details. Wie war das Restaurant? Das Essen? Aber vor allem, hat der werter Herr Anwalt die Rechnung übernommen und Sie dann hinterher auch nach Hause gebracht?“, fragte er sie weiter fleißig über den Verlauf ihrer Verabredung aus und brachte damit, ohne es zu wissen und zu wollen, das Fass bei ihr nun endgültig zum Überlaufen.

Aber er konnte einfach nicht verstehen, warum sie nicht mit der Sprache heraus rücken wollte, zumal sie Lanie doch schon Tage vor ihrem Date mit dem Herrn Anwalt, von diesem vorgeschwärmt hatte, im Sinne von „Oh, er sieht ja so gut aus! Oh, er ist ja so charmant! Oh, er ist ja so witzig! Und oh, ich freu mich ja schon so auf unser Date!“ Bla, bla, bla…lauter gen Himmel-Heberei und das während er direkt daneben stand.

Und wenn er es nicht besser wüsste, dann hätte er vermuten können, dass die gute Kate blind war und nicht sah, was oder besser gesagt, wer genau vor ihrer Nase war, nämlich er, der hundert, wenn nicht sogar tausendmal besser aussah, charmanter und witziger war, als dieser Frank Dall, der wahrscheinlich alle paar Wochen eine neue Sekretärin einstellte, nachdem er die Alte nach Beendigung eines kleinen Techtelmechtels entlassen hatte.

Doch er bereute seine Neugier just in der Sekunde, als sie ihren Blick vom Papierkram ab und ihm zuwandte, denn das, was er in ihrem Gesicht und ihren Augen sah, verhieß eindeutig nichts Gutes und wenn sie mit ihren bloßen Augen Pfeile verschießen könnte, dann wäre er, bevor er sich überhaupt versah, tot vom Stuhl gefallen.

„Ich will Ihnen jetzt einmal etwas sagen, Castle: Ich habe so was von Nase voll von Ihren ständigen Einmischungen in mein Privatleben! Dauernd müssen Sie sich in irgendwelche Sachen einmischen, die Sie überhaupt nichts angehen, ohne auch nur im geringsten Rücksicht darauf zu nehmen, wen Sie dabei verletzen! Ich sag Ihnen, mir steht’s bis hier!“, sagte sie mit vor lauter Gift schier nur so triefenden Stimme und einem nach wie vor absolut tödlichen Blick zu ihm.

Zusätzlich hielt sie beim letzten Satz ihre rechte Hand an den oberen Teil ihres Halses, eine Geste, die ihm, den unreifen 12-jährigen auf Zuckerschock, ein für alle Mal unmissverständlich klar machen sollte, dass ihr seine dauernde Neugier bis Oberkante-Unterlippe stand und das seine erneute Einmischung in ihr Privatleben, der sprichwörtliche Tropfen war, der ihr Geduldsfass endgültig überlaufen ließ.

„Und ich sag Ihnen noch was: Wenn Sie sich noch einmal, auch nur ein einziges Mal, in mein Privatleben einmischen, dann werde ich Ihnen all das antun, wovor ich Sie in den letzten Jahren bewahrt habe! Ist das klar?!“, brachte er auf ihre mehr als deutliche Drohung, die man durchaus schon als Morddrohung bezeichnen konnte, ein schwaches Nicken zustande, bevor er anschließend seinen Blick von ihr abwandte und stattdessen auf den Boden starrte.

Sie dagegen widmete sich derweil wieder ihrem Papierkram und für einige Minuten, die ihnen wie eine Ewigkeit erschienen, herrschte vollkommene Stille, dann riskierte sie einen kurzen Blick zur Seite und sah ihren Partner, der für sie in den vergangenen paar Jahren auch zu einem sehr guten Freund geworden war, in sich zusammen gesunken wie ein Trauerkloß, ein Anblick, der ihr unweigerlich ein schlechtes Gewissen bereitete.

Sie hatte all ihren Ärger, ihren Frust und ihre Wut, die allesamt vom gestrigen Abend herrührte, an ihm ausgelassen, etwas, was sie niemals hätte tun sollen, aber sie tat es nun mal trotzdem und jetzt musste sie zusehen, wie sie es wieder gut machen und sich bei ihm entschuldigen würde, auf eine glaubwürdige Art und Weise und nicht einfach nur so daher gesagt, wie zum Beispiel: „Hey Castle, sorry vielmals für eben“.

Aber gerade als sie all ihren Mut zusammen genommen hatte und den Mund öffnete, um zu einer aufrichtigen Entschuldigung an zu setzen, stand er von seinem Stuhl auf und meinte zu ihr, dass er, da ja momentan sowieso kein Fall anstand, er dann besser nach Hause gehen sollte, um an seinem nächsten Buch weiter zu arbeiten, noch bevor sie etwas sagen konnte, hatte er sich bereits seine Jacke geschnappt und war in Richtung Aufzug verschwunden.

Die Jungs, die die verbale Auseinandersetzung des Duos von ihren Schreibtischen aus mitverfolgt hatten, gingen, nachdem der Autor weg war, zu ihrer Teamleiterin herüber und fragten diese darüber aus, was zwischen ihr und ihrem Schatten vorgefallen war, erhielten jedoch, wie es nicht anders zu erwarten war, keine Antwort, sondern lediglich die Anweisung, sich sofort wieder an ihre Arbeit zu begeben.

Beckett nahm sich, sobald ihre Kollegen wieder an ihren Schreibtisch saßen, fest vor, sich gleich morgen früh bei Castle zu entschuldigen, insofern er nach diesem Anpfiff von ihr überhaupt aufs Revier kommen sollte, tja und notfalls würde sie sich halt zu ihm nach Hause ins Loft begeben und ihn dort um Verzeihung bitten, kneifen kam für sie jedenfalls auf gar keinen Fall infrage.

Schließlich war sie nicht irgendjemand, sondern Kate Beckett, leitender Detektiv der New Yorker Mordkommission und sie hatte bislang noch jede Suppe ausgelöffelt, die sie sich selbst eingebrockt hatte, ohne auch nur ansatzweise auf den Gedanken zu kommen zu kneifen und sie würde jetzt auch ganz bestimmt nicht damit anfangen, garantiert nicht, niemals, nie und nimmer, um keinen Preis der Welt.

Sie hätte, als sie diesen Entschluss fasste, ja niemals damit gerechnet, dass sie gar nicht zu ihm zu fahren brauchte und das er stattdessen noch am selben Tag zu ihr kommen würde, um sie fälschlicherweise um Verzeihung zu bitten, doch hier war er jetzt, hatte ihre aufrichtige Entschuldigung erhalten und nun galt es für sie ab zu warten und zu hoffen, das er so gütig sein würde ihr zu vergeben.

„Keine Sorge, Beckett, ich verzeihe Ihnen“, sicherte er ihr seine Vergebung zu und zog sie, zur Unterstreichung seiner Worte und zur zusätzlichen Versicherung der Aufrichtigkeit dieser, in der darauffolgenden Sekunde, in eine innige Umarmung, welche die Risse, die durch den unschönen Vorfall am Morgen in ihrer Beziehung entstanden waren, nicht nur im Nu wieder kittete, sondern auch ihre Freundschaft noch mehr stärkte.

„Aber jetzt verraten Sie mir doch mal, warum Sie so wütend wurden, als ich Sie nach ihrem gestrigen Date fragte?“, fragte er sie so vorsichtig und zurückhaltend wie möglich, direkt und gerade heraus nach dem Grund, warum sie ihn am Morgen so dermaßen zur Sau gemacht hatte, als er sie darüber ausfragte, wie ihr Date mit Mr. Beautiful am Vorabend lief.

Sie hatten ihre Umarmung inzwischen zwar wieder beendet, blieben aber dennoch dicht beieinander stehen, seine Hände lagen an ihrer schmalen Wespentaille, ihre dagegen befanden sich an seinen Oberarmen, deren breite und muskulöse Beschaffenheit sie durch den teuren Stoff seines Hemdes deutlich fühlen konnte.

„Ich wurde deswegen so sauer, weil meine Verabredung nicht so lief, wie ich es mir vorgestellt hatte“, antwortete sie unverzüglich, ohne unnötig lange um den heißen Brei herum zu reden und vollkommen ehrlich, weil ein Mann wie er, der so gutherzig war ihr ihren unfassbar dummen Fehler zu verzeihen, nichts anderes als die reine Wahrheit verdiente.

Was meinen Sie damit?“, hakte er auf diese Aussage hin noch etwas genauer bei ihr nach, darauf hoffend, jetzt endlich mehr über ihr gestriges Verabredung zu erfahren, zumal sie ihm so eben gerade offenbart hatte, dass deren Ablauf nicht ihren voran gegangenen Vorstellungen entsprach, was ihn extrem überraschte und noch mehr verwunderte, weil sie den Anwalt doch vorab verbal so sehr in die Wolken gehoben hatte.

„Ich sag’s mal so: Der werte Herr Anwalt hatte, als wir im Restaurant beim Essen saßen, weitaus mehr Interesse an unserer blonden, vollbusigen Tischnachbarin als an mir“, erwiderte sie ein weiteres Mal wahrheitsgemäß und konnte, aufgrund des konstanten Blickkontaktes mit ihm, klar und deutlich einen geringen Anteil von Zorn in seinen Augen sehen konnte, aber wirklich nur einen kleinen, ansonsten war sein Blick sanft und freundlich.

„Und als ich kurz auf die Toilette verschwand, hatte mein Begleiter nichts besseres im Sinn, als den günstigen Moment dazu zu nutzen, um ganz offiziell mit Ms. Barbie an zu bandeln“, erzählte sie ihm weiter, wobei aus ihrer Stimme nicht nur die Wut, die nach wie vor in ihrem Inneren brodelte, deutlich heraus zu hören war, sondern das am Klang derselbigen auch zu merken war, dass sie mit den Tränen zu kämpfen begann.

„Tja und um dem Ganzen die Krone auf zu setzen, meinte er, als ich ihn zur Rede stellte, kackdreist zu mir, dass er eigentlich mehr auf Blondinen steht und das er sich nur mit mir verabredet hatte, weil ich hübsch an zu sehen wäre und außerdem ein super Fahrgestell hätte“, verlor sie nun endgültig den Kampf gegen die Tränen und senkte infolgedessen ihren Blick, nicht wollend, dass er ihre Schwäche sieht.

„Oh, Kate, ich kann es gar nicht in Worten ausdrücken, wie unglaublich leid mir das tut“, sicherte er ihr sein aufrichtiges Mitgefühl zu, während er sie unverzüglich und ohne auch nur eine einzige Sekunde zu zögern, in eine erneute Umarmung zog, die, so jedenfalls seine Hoffnung, eine tröstende Wirkung auf sie hatte und ihren Tränenfluss stoppen sollte.

„Ich hoffe, Du hast dem Dreckskerl dafür wenigstens eine gescheuert“, meinte der Krimiautor als nächstes zu seiner Muse, obwohl eine Ohrfeige und sei diese auch noch so kräftig, seiner Ansicht nach, eine noch viel zu milde Strafe für diesen Schürzenjäger von Anwalt wäre, für das, was er ihr angetan hatte, erst verabredete der Kerl sich mit ihr, dann flirtete er vor ihren Augen mit irgendeiner aufgepumpten Blondine und um die Sache rund zu machen, reduzierte er das, was sie ausmachte, auf ihre rein äußerlichen Attribute.

Castle hatte diesen Frank Dall von Anfang an nicht gemocht, vom allerersten Moment an, als er und Beckett ihn während des letzten Falls zum ersten Mal befragten, hatte er sofort gewusst, dass dieser Typ nichts weiter als schamloser Womanizer war, der wahrscheinlich mehr Frauen auf dem Kanapee hatte, als Haare auf dem Kopf.

Und als dieser Weiberheld dann auch noch die Frechheit besaß, in seiner Gegenwart, sich an seine Partnerin heran zu schmeißen und sie an zu baggern, als würde er dafür bezahlt werden, da hatte sich seine eh schon stark vorhandene Abscheu, rasch in Abneigung entwickelt und das Kate den wenig subtilen Avancen des Anwalts nicht abgeneigt zu sein schien, hatte die ganze Sache für ihn auch nicht gerade wirklich besser gemacht.

Im Gegenteil, es hatte viel mehr dafür gesorgt, dass sich seine Abneigung gegen Dall noch weiter steigerte und sich in ein heißes, lichterloh brennendes Feuer des Hasses verwandelte, von der Eifersucht, die ihn von innen nach außen heraus auf zu fressen drohte, mal ganz zu schweigen und er konnte nicht verstehen, beim besten Willen nicht, was Kate an diesem schmierigen Casanova für Arme fand.

Und obwohl es ihm unglaublich leid tat, dass ihre Verabredung einen so unschönen Verlauf nahm, so konnte ein kleiner Teil seines Gehirns es dennoch nicht unterlassen, sich wahnsinnig darüber zu freuen, das ihr Date in einem Desaster endete und das Frank Dall im Leben von ihr, der Frau seines Herzens, von nun an keine Rolle mehr spielen würde, nie wieder.

Doch seine übermäßige Freude würde wohl oder übel solange warten müssen, bis es ihr wieder besser ging, bis sie an ihr gestriges Date mit dem Anwalt konnte, ohne sich zutiefst verletzt und aufs Übelste gedemütigt zu fühlen und bis es soweit war, würde er für sie da sein und ihr nach Möglichkeiten und Kräften dabei helfen, über dieses unschöne Erlebnis hinweg zu kommen.

„Nein. Den Gefallen, ihm vor allen Leuten eine Szene zu machen, habe ich ihm nicht getan. Ich habe ihn lediglich gesagt, dass er ein Schwein ist und das er es nicht wagen soll, mir noch einmal unter die Augen zu treten, bevor ich gegangen bin und ihn mit seiner Barbiepuppe allein gelassen habe“, verneinte sie, mit tränenerstickter Stimme, seine Vermutung oder viel mehr Hoffnung, dass sie ihren Begleiter für dessen unverschämtes Verhalten eine verpasst hatte und teilte ihm mit, was sie stattdessen gemacht hatte.

„Es tut mir leid, Kate. Ich weiß, dass das die ganze Sache nicht besser, weniger schmerzhaft, geschweige denn ungeschehen macht. Aber es tut mir wirklich ehrlich leid“, versicherte er ihr ein weiteres Mal, dass ihm das, was ihr am Vorabend widerfahren war, aufrichtig leid tat und gab ihr, als zusätzliche Zusicherung seines Mitgefühls und zugleich als tröstende Geste, einen zärtlichen Kuss auf den Haaransatz.

Eine Geste, die genau so wie die Vorherigen, auch dieses Mal ihre Wirkung nicht verlor, denn schon in der nächsten Sekunde spürte sie, wie ihre Tränen langsam versiegten und auch der Schmerz in ihrem Inneren begann allmählich zu verschwinden, sie drehte ihren Kopf, den sie an seine rechte Schulter gebettet hatte, vergrub ihre Nase in dem weichen Stoff seines Hemdes und sog den wohlriechenden Duft seines After-Shaves tief in sich hinein.

„Du bist eine wundervolle Frau, Kate, zweifle niemals daran. Dieser Drecksack von Anwalt hat vollkommen Unrecht, Du hast so viel mehr zu bieten, als bloß ein ansehnliches Äußeres. Du bist freundlich, willensstark, fürsorglich, temperamentvoll, einfühlsam und leidenschaftlich, bei allem, was Du tust. Mit anderen Worten: Du bist, ohne jeden Zweifel, außergewöhnlich“, zählte er einige ihrer zahlreichen Eigenschaften, wegen derer er sich vor einiger Zeit so unsterblich in sie verliebt hatte.

„Vielen Dank, Rick“, schenkte sie ihm als Dank für seine lieben und einfach nur absolut süßen Worte ein Lächeln, das erste Lächeln des heutigen Tages, allerdings ließ sie, genau so wie er auch, nicht nur Worte für sich sprechen, sondern auch Taten und zwar indem sie ihm einen liebevollen Kuss aufs Kinn hauchte, gefährlich nahe seines Mundes.

„Always“, lächelte er zurück, heilfroh, gar überglücklich darüber, dass er in der Lage war sie zu trösten und ihr sogar ein Lächeln zu entlocken und obwohl er diesen Mistkerl Frank Dall am liebsten den Hals umdrehen würde, für das, was er ihr angetan hatte, würde er sich trotzdem voll und ganz damit begnügen, ihr auch weiterhin zur Seite zu stehen.

Seinen brünetten Engel mit Schusswaffe und Dienstmarke, für die er sofort alles stehen und liegen lassen würde, wenn sie ihn brauchte, ganz egal, was auch immer in Zukunft noch passieren mag, er würde stets für sie da sein und sie jederzeit in allem unterstützen, ohne wenn und aber und ohne jemals etwas dafür zu verlangen.

Mit ihr als seine Muse, Partnerin und gute, wenn nicht sogar beste Freundin an seiner Seite, hatte er alles, was er brauchte, um rundum glücklich zu sein und was er je verlangen könnte, das Einzige, was er sich vielleicht noch wünschen könnte war, irgendwann auch noch im romantischen Sinne mit ihr zusammen zu sein.

Aber er war zweifelsfrei davon überzeugt, dass er, solange er nur fest genug daran glaubte und darauf hoffte, sein Traum, sein Wunsch dann eines Tages auch tatsächlich in Erfüllung gehen und er und Kate in nicht all zu ferner Zukunft Gefährten in allen Lebenslagen sein würden, für den Rest ihres Daseins auf Gottes schöner Erde und darüber hinaus.

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Puh, das Kapitel wäre damit nunmehr auch geschafft.

Das an diesem Punkt sonst übliche Prozedere spare ich mir heute ausnahmsweise mal, weil ihr alle Besagtes wahrscheinlich schon nicht mehr hören und bestimmt auch schon im Schlaf aufsagen könnt, deswegen lasse ich das hier und jetzt getrost einmal weg.

Aber ich lasse es mir trotzdem auf gar keinen Fall nehmen, euch zumindest alles Gute, sowie ein paar erfolgreiche und angenehme Arbeitstage zu wünschen, bis es gegen Ende der Woche dann mit dem Part, mit der Nummer 6 weiter geht.

Goodbye and see you soon, euer Ahadi.



































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