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Für immer Caskett

von Ahadi
OneshotFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Kate Beckett Richard Castle
28.04.2019
01.07.2019
18
67.450
4
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60 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
09.05.2019 4.052
 
Grüß Gott allerseits.

Bevor es los geht, wie immer, vorab noch mal vielen Dank an alle treuen und unermüdlichen Leser unter euch, die mir zum letzten Teil eine Rückmeldung zukommen ließen und natürlich auch an die, die es noch tun werden.

Doch genug Gerede für jetzt, lehnt euch ganz lässig zurück und werft einfach mal ein Auge auf mein neuestes Kapitel, dabei wünsche ich euch, wie üblich, selbstverständlich gute Unterhaltung!

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Es war zehn Uhr vormittags auf dem 12. Revier, wo, genau so wie an jedem anderen Tag auch, alles seinen gewohnten Lauf nahm, sämtliche Officer und Detektivs gingen wie üblich ihrer jeweiligen Arbeit nach, ohne sich dabei gegenseitig in die Quere zu kommen, ganz egal, ob es sich bei der besagten Arbeit nun um die Ausfüllung von Papieren, Schreiben von Berichten oder Einordnung von Akten handelte.

Det. Beckett saß, genau so wie ihre beiden Kollegen Det. Esposito und Det. Ryan auch, an ihrem Schreibtisch und war gerade dabei einen Bericht aus zu füllen, den sie, seit sie zur Teamleiterin ernannt wurde, zum mittlerweile gefühlten einmillionsten Mal ausfüllte und obwohl sie sich ein wenig schlecht dabei fühlte, so wünschte sie sich dennoch sehnlichst einen Mord herbei, der sie von der elenden Schreibtischarbeit erlöste.

Wenn doch wenigstens Castle da wäre, um ihre am absoluten Tiefpunkt befindliche Laune zu heben, sie auf zu muntern und ihr somit die Bearbeitung des öden Papierkrams zumindest ein klein wenig zu erleichtern, aber dummerweise hatte ihr smarter Berater ausgerechnet heute morgen einen wichtigen Zahnarzttermin, sodass sie sich wohl oder übel solange mit der langweiligen Aktenarbeit begnügen musste, bis er endlich da war.

Sie seufzte und widmete sich dann wieder dem vor ihr liegenden Bericht, dessen Inhalt, sowie das, was es für sie einzutragen galt, sie bereits im Schlaf aufsagen konnte und hoffte inständig darauf, betete sogar fast dafür, dass Writerboy, wie ihre Freundin Lanie ihn zu nennen pflegte, bald auftauchen und mit seiner typisch nervigen, aber dennoch charmanten Art, ihre mehr als triste Stimmung ein bisschen aufhellen würde.

Und als ob der Allmächtige ihre Gebete tatsächlich erhört hatte, erschien im nächsten Augenblick eine Hand in ihrem Sichtfeld, die einen Becher Kaffee vor ihr auf den Schreibtisch stellte, sie hob ihren Kopf und erblickte, wie bereits erwartet, ihren langjährigen Partner, der sie freundlich anlächelte, jedoch nur mit halber Intensität wie sonst immer und außerdem unter sichtlichen Schmerzen.

„Guten Morgen, Beckett“, wurde sie leicht nuschelnd von ihrem Schatten begrüßt, ein Nuscheln, welches für sie zweifelsfrei darauf hindeutete, dass er Watte im Mund hatte, zudem war seine rechte Wange etwas geschwollen und sie überlegte innerlich sogleich munter drauf los, was genau für eine Behandlung er beim Zahnarzt wohl über sich hatte ergehen lassen müssen.

„Guten Morgen Castle“, grüßte sie ihn zurück und gab ihm, so wie jeden Morgen, wenn er ihr Kaffee und manchmal auch Gebäck brachte, ein strahlendes Lächeln, dann griff sie, ohne ihren Blick von seinem Gesicht ab zu wenden, nach dem vor ihr befindlichen Kaffeebecher und nahm mit einem kurzen „Danke“ einen ersten, kleinen Schluck von dem frischen, wohlschmeckenden und erquickenden Heißgetränk.

„Und? Wie war’s beim Zahnarzt?“, fragte sie ihn in der nächsten Sekunde, obwohl sie sich eigentlich schon denken konnte, wie seine Antwort auf ihre Frage ausfallen würde, nämlich das der Zahnarztbesuch für ihn nicht gerade angenehm war, schließlich hatte er ja bestimmt nicht zum Spaß Watte im Mund und seine sichtbaren Schmerzen kamen garantiert auch nicht von ungefähr, aber nachfragen kostete ja bekanntlich nichts.

„Wie soll’s schon gewesen sein? Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht, wenn man Ihnen an den Zähnen herumbohrt, aber ich persönlich habe mich schon mal deutlich besser gefühlt“, ließ er sie unverblümt wissen, dass sein Aufenthalt beim Zahnarzt, genau so wie für die meisten anderen Menschen auch, alles andere als angenehm war, was wohl auch der Grund dafür war, das der Großteil der Erdbevölkerung nur sehr ungerne solche Termine wahrnahm.

„Er hat also gebohrt, ja?! Hat er Sie denn nicht vorher betäubt?“, erkundigte sie sich bei ihm, ob sein Zahnarzt ihm denn nicht eine Betäubungsspritze gegeben hatte, bevor er angefangen hatte zu bohren, denn sie konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass Castle, der zwar gerne einen auf harten Mann machte, aber in Wirklichkeit ziemlich empfindlich war, sich ohne jedwede Art von Schmerzstillung an den Zähnen herumbohren ließ.

Ihn als Waschlappen oder gar Weichei zu bezeichnen, das würde sie niemals tun, denn das wäre nicht gerecht, sondern einfach nur unfair, der Autor mag zwar, wie schon gesagt, ziemlich empfindlich sein, aber gerade das war etwas, was sie besonders an ihm liebte, sie hatte nämlich noch nie auf Machos gestanden und hatte eher eine Schwäche für Männer, die sich nicht dafür schämten ihre Schmerzen offen zu zeigen.

„Doch, er hat schon betäubt. Aber die Betäubung lässt jetzt langsam nach und meine Wange beginnt immer mehr zu puckern“, bejaht er ihre Frage, ob der gute Herr Doktor denn nicht so gnädig war, bevor er sich ans Werk machte, ihm eine örtliche Betäubung zugute kommen zu lassen und ihm somit während der Behandlung unnötige Schmerzen zu ersparen, etwas, wozu jeder Arzt, auf Wunsch seines Patienten hin, verpflichtet war.

„Hören Sie, Castle. Wenn Sie sich nicht gut fühlen, dann sollten Sie besser nach Hause gehen und sich ausruhen. Ich komm schon einen Tag lang ohne Sie zurecht“, bat sie ihn, durch die Blume gesprochen, dazu auf seine Zelte hier ab zu brechen, sich nach Hause zu begeben und morgen wieder zu kommen, wenn er sich besser fühlte und keine Schmerzen mehr hatte, so gern sie ihn auch bei sich hatte, seine Gesundheit ging trotzdem vor.

„Nein, nein, es geht schon. Ich hole mir einfach ein Kühlpack und im schlimmsten Fall nehme ich eine der Schmerzpillen, die mir der Zahnarzt freundlicherweise verschrieben hat“, lehnte er ihre Bitte nach Hause zu gehen höflich ab, nicht zuletzt deswegen, weil seine beiden rothaarigen Damen tagsüber nicht Zuhause waren und er, so unwohl er sich auch fühlte, dennoch nicht gewillt war in ein großes, leeres Loft zu gehen.

Da blieb er lieber hier im Revier, welches für ihn inzwischen zu so etwas wie einem zweiten Zuhause geworden war und bei ihr, der Frau, die ihm vor einiger Zeit sein Herz geraubt hatte, es seitdem in ihren zarten Händen hielt und es, da war er sich zu einhundert Prozent sicher, auch solange in ihrem Besitz haben würde, bis er irgendwann, eines Tages aufhören würde zu atmen, doch selbst danach würde seine ganze Liebe einzig und allein ihr gehören.

„Trotzdem danke, Kate, ich weiß Ihre Fürsorge zu schätzen“, mit diesen Worten legte er seine linke Hand auf ihre gleichseitige und schenkte ihr das beste Lächeln, welches er im Moment, mit einem noch immer teilweise betäubten Mundraum und unter leichten Schmerzen zustande bringen konnte, was aber den Wahrheitsgehalt seiner Worte nicht im geringsten minderte, er war wirklich sehr gerührt von ihrer Besorgnis um sein Wohlergehen.

„Jederzeit Rick“, erwiderte sie das Lächeln und umschloss seine Hand mit ihrer, jedenfalls soweit das möglich war, da seine Hand deutlich größer war als ihre, dann aber fiel ihr Augenmerk auf die Jungs und sobald sie die neugierigen Blicke sah, mit denen die zwei sie bedachten, ließ sie seine Hand auch schon abrupt wieder los, als hätte sie sich verbrannt, was ihr einen verwirrten Augen- und Gesichtsausdruck von Castle einbrachte.

„Was ist los?“, fragte ihr Partner, kaum hatte sie ihre Hand von seiner entfernt, sie auch schon sogleich nach dem Grund für ihre plötzliche Reaktion aus und obwohl sie nicht wusste, ob sie sich nicht vielleicht irrte, so glaubte sie dennoch einen verletzten Unterton in seiner Stimme wahrnehmen zu können, mit hundertprozentiger Sicherheit konnte sie es nicht sagen, aber ihr detektivischer Instinkt verriet ihr, das dem in der Tat so war.

„Wir stehen unter Beobachtung“, sagte sie ihm wie es war, unnötig ihm gegenüber zu erwähnen, von wem genau sie beobachtet wurden, schließlich wusste ihr Gesprächspartner genau so gut wie sie, wie unglaublich neugierig Ryan und Esposito sein konnten, vor allem wenn es um sie beide ging, die zwei konnten manchmal so dermaßen neugierig sein, dass es auf sie dreist, in einigen Fällen sogar einfach nur unverschämt wirkte.

„Tut mir leid, ich wollte Sie nicht in Verlegenheit bringen“, entschuldigte er sich unverzüglich bei ihr dafür, dass er mit dem Händchenhalten angefangen hatte, mit dem sie die Aufmerksamkeit der beiden Gaffer wahrscheinlich überhaupt erst auf sich gezogen hatten und womit der die eh schon brodelnde Gerüchteküche des Reviers höchstwahrscheinlich, wenn auch unbeabsichtigt, mal wieder ordentlich angefeuert hatte.

„Schon gut, Castle. Sie können ja schließlich nichts dafür, dass die beiden offenbar nichts Besseres zu tun haben, als uns zu beobachten, wie zwei Reporter in einer Tier-Doku“, beruhigte sie sein schlechtes Gewissen, gab ihm ehrlich zu verstehen, dass er für die Neugier ihrer Beobachter nichts konnte, wobei sie sich in Momenten wie diesen tatsächlich vorkam, wie irgendein Tier, welches von Wildforschern genauestens beobachtet wurde.

„Wahrscheinlich warten unsere zwei Tierfilmer einfach nur darauf, dass wir uns in ein stilles Dickicht zurück ziehen und dort mit der Paarung beginnen“, stellte der inoffizielle Polizeiberater daraufhin eine Theorie auf, die einzig und allein dazu dienen sollte, die leicht angespannte Stimmung auf zu lockern und er nutzte die Gelegenheit auch gleich, um sie in seiner typischen Manier, ein wenig anzüglich zu necken.

„In diesem Fall können die beiden warten, bis sie schwarz sind. Denn ich werde ihnen garantiert nicht den Gefallen tun, ihnen noch mehr Gerüchte-Futter zu geben“, entgegnete der brünette Detektiv, die sich inzwischen wieder dem Bericht vor ihr auf dem Schreibtisch gewidmet hatte, wenn sie etwas ganz bestimmt nicht tun würde, dann den Jungs noch mehr Gründe für irgendwelche, frei aus der Luft gegriffene Spekulationen geben.

Es reichte ihr nämlich schon vollkommen, dass seit geraumer Zeit im gesamten Revier Wetten darüber liefen, wann sie und Castle endlich zusammen kamen, von der vermaledeiten Presse, die ebenfalls von einer Beziehung zwischen ihr und ihrem Partner ausging, wollte sie gar nicht erst anfangen, von daher war das mit Abstand Letzte, was sie jetzt noch brauchte, weitere Gerüchte, von wegen sie und Rick seien ein Paar.

„Oh, sagen Sie doch so etwas nicht, Detektiv. Ich meine, so abschreckend und furchterregend ist der Gedanke doch nicht oder? Für mich jedenfalls nicht“, waren die Schmerzen, die er bis eben gerade noch verspürt hatte, als er das sagte, dank seiner Fantasie, die in diesem Moment mal wieder auf Hochtouren arbeitete, völlig vergessen, komplett ausgeblendet, er konzentrierte sich einzig und allein auf seine Gedanken und auf die Frau neben ihm.

„Stellen Sie sich doch einfach mal folgendes vor: Sie und ich, an einem ruhigen, abgeschiedenen Ort, nur wir zwei, niemand sonst, keiner, der uns stören kann. Unsere Körper miteinander verflochten, in einem Tanz, der genau so alt ist wie die Welt. Hä, wie klingt das für Sie?“, malte er mit seinen Worten Bilder, die sie berührten und erregten, wie es kein realer, physischer Kontakt je geschafft hätte und wie es, ihrer Meinung nach, nur er allein und niemand sonst zu tun vermochte.

Und allein die bloße Vorstellung von ihnen beiden, an einem stillen Örtchen, wo sie ganz unter sich waren und niemand sie stören konnte, ihre ineinander verschlungenen Körper, die sich im Rhythmus der Liebe bewegten, während ihre Zungen einen leidenschaftlichen Kampf miteinander ausfochten und ihre Hände den nackten Leib des anderen streichelten, ließ sie mächtig erröten und sie hoffte sehr, dass er dies nicht bemerkte.

„Ich schlage vor, Sie holen sich jetzt ein bisschen Eis, Castle, bevor Sie möglicherweise noch überhitzen“, meinte sie zu ihm, ohne zu ihm auf zu sehen, immer noch hoffend, dass er die Röte, die ihr bei seiner voran gegangenen Ausführung jäh ins Gesicht geschossen war, nicht bemerkte und falls doch, diese dann wenigstens nicht kommentieren oder sich womöglich sogar noch deswegen über sie lustig machen würde.

„Gute Idee“, kam er ihrem Vorschlag, Rat, Bitte oder wie auch immer man es nennen mag, überraschenderweise unverzüglich nach, stand von seinem Stuhl auf und ging schnurstracks in den Pausenraum, er hatte die plötzlich auftretende Röte in ihrem Gesicht zwar deutlich gesehen, diese ihr gegenüber jedoch bewusst nicht kommentiert, weil er sie viel zu sehr respektierte, um sie absichtlich bloß stellen zu wollen.

Zumal es ihm in Sachen körperliche Reaktion, bezüglich seiner Schilderung, nicht sehr viel anders erging als ihr, er hatte zwar von Beginn ihrer Zusammenarbeit an bereits unzählige Fantasien über sie gehegt, auch und vor allem sexuelle Fantasien, aber aus irgendeinem Grund hatte er heute mehr Schwierigkeiten dabei, seine hyperaktive Fantasie im Zaun zu halten und Traum von Realität zu trennen als sonst.

Vielleicht lag es an den Schmerzen, die er plötzlich wieder verspürte, er wusste es nicht, aber er hoffte, dass eine Tablette, ein Kühlpack und ein wenig Ruhe ihm dabei helfen würde, wieder zu seinem Normalzustand zurück zu kehren, die Tablette gegen die Schmerzen, das Kühlpack zum Abkühlen und die Ruhe, um seinen Kopf von jedweden schmutzigen, unsittlichen Gedanken zu reinigen, die ihm momentan zu schaffen machten.

Er schreckte auf und öffnete schlagartig seine Augen, als er spürte, wie ihm jemand sanft mit der Hand durchs Haar fuhr, das Letzte, woran er sich erinnern konnte war, dass er sich, nachdem er die dringend benötigte Schmerztablette mit einem Glas Wasser herunter gespült hatte, mit einem Kühlpack an seiner wehen Wange, auf die im Pausenraum befindliche Couch gesetzt hatte und nur für ein paar Minuten die Augen schließen wollte.

Ganz offensichtlich war er kurz eingenickt, was ihn ehrlich gesagt auch nicht wirklich überraschte, schließlich hatte er die letzte halbe Nacht vor seinem Laptop zugebracht und an seinem neuesten Nikki-Heat-Roman gearbeitet, er hinkte in Bezug auf seinen Abgabetermin jetzt zwar nicht hinterher, aber wenn die Inspiration bei ihm zuschlug, dann konnte er sich nicht mehr bremsen und musste einfach alles aufschreiben, was ihm in den Sinn kam.

Auf jeden Fall saß oder viel mehr lag er halb auf der Pausenraum-Couch und blickte noch immer etwas schläfrig in das bildhübsche Gesicht seiner Muse, die ihn mit einem teils belustigten und teils besorgten Augenausdruck bedachte, sie musste ihn schlafend auf dem Sofa entdeckt und geweckt haben, etwas, was ihm in all der Zeit, in der er sie bei der Arbeit begleitete, noch nie passiert und dementsprechend unangenehm war.

„Hey Schlafmütze“, sagte die Braunhaarige mit leicht nach oben gezogenen Mundwinkeln, sich innerlich wünschend, dass sie ihn vorhin mit deutlich mehr Nachdruck dazu aufgefordert hätte, nach Hause zu gehen, sich aus zu ruhen und erst morgen wieder zu kommen, andererseits hätte sie aber auch niemals vermutet, das er sich dazu entschließen würde, ein Nickerchen auf der Couch im Pausenraum zu machen.

Sie hatte sich, nachdem er aus seinem Stuhl aufgestanden und in den Pausenraum gegangen war, wieder ihrem Papierkram gewidmet, sich dann aber, als er nach mehr als zehn Minuten immer noch nicht zurück war, Sorgen um ihn gemacht und kurzerhand beschlossen nach ihm zu sehen, sie hätte mit allem gerechnet, aber beim besten Willen nicht damit, ihn hier auf dem Sofa tief und fest schlafend vor zu finden.

Ihr war vollkommen bewusst, dass die Augen der Jungs auch jetzt wieder auf ihnen beiden lagen, aber das war ihr im Moment völlig egal, sollten die zwei doch ruhig denken und rum erzählen, was sie wollten, es kümmerte sie nicht im geringsten, was für Gerüchte über sie und ihren Berater ab morgen wieder durchs Revier schwirren würden, sie und er kannten die Wahrheit und das war alles, was zählte, das einzig wirklich wichtige.

„Hey Beckett. Entschuldigen Sie bitte, ich muss eingeschlafen sein. Ich habe die halbe Nacht damit zugebracht, an meinem neuen Buch zu arbeiten“, bat er sie um Verzeihung, obwohl er ja nun wirklich nichts dafür konnte, dass er müde war, na gut, fürs Müdesein konnte er schon was, aber nicht dafür hier auf dem Sofa eingeschlafen zu sein, so etwas konnte ja schließlich jedem mal passieren, sogar ihr.

„Halb so wild, Castle. Sie glauben ja nicht, wie oft ich auf dieser Couch schon das eine oder andere Schläfchen gehalten habe“, winkte sie beruhigend lächelnd ab und ließ ihn offen wissen, dass sie in den vielen Jahren, in denen sie auf dem 12. Revier arbeitete, auch bereits einige Male im Pausenraum geschlafen hatte, wenn sie oft bis spät in die Nacht an einem Mordfall oder am Papierkram gesessen hatte.

Obwohl sie, wenn sie genau darüber nachdachte, ehrlich zugeben musste, dass sie schon seit einiger Zeit nicht mehr auf dem Revier übernachtet hatte, genauer gesagt, seitdem sie den Krimiautor an ihrer Seite hatte, Besagter sorgte nämlich dafür, das sie genügend Schlaf bekam, in ihrer eigenen Wohnung wohl bemerkt und zwar sorgte er dafür, indem er abends solange bei ihr blieb, bis sie endlich nach Hause ging

„Vielleicht hatten Sie recht, vielleicht sollte ich wirklich besser nach Hause gehen und mich ausruhen“, sah er schließlich selbst ein, dass sie mit ihrer freundlich ausgesprochenen Aufforderung vorhin vollkommen richtig lag und er wünschte sich nichts mehr, als das er ihrem Ratschlag sofort nach gekommen wäre, anstatt mal wieder unbedingt seinen sturen Dickkopf durchsetzen zu müssen.

„Ja, das wäre wahrscheinlich besser“, war sie natürlich heilfroh über seine Einsicht, schließlich war er nicht nur ihr Partner, sondern auch ein guter Freund und sie dementsprechend um sein Wohlergehen besorgt, sie hätte zwar am liebsten laut los gejubelt, weil er ihr so eben gerade recht gegeben hatte, aber das hatte genau so gut auch noch morgen Zeit, wenn er wieder schmerzfrei und vor allem ausgeschlafen war.

„Na dann, will ich Sie mal nicht länger von der Arbeit abhalten, sondern mich mal geschwind nach Hause begeben“, mit diesen Worten stand er von seinem Sitz- bzw. Liegeplatz auf der Couch auf, nahm das Kühlpack, das neben ihm lag und packte dieses wieder in den Kühlschrank, aus dem er es zuvor geholt hatte, bevor er sich anschließend wieder an seine Partnerin wandte.

„Brauchen Sie vielleicht eine Mitfahrgelegenheit?“, fragte sie ihn, ob sie ihn nach Hause fahren sollte, unter anderem auch deshalb, weil ihr jede sich bietende Gelegenheit recht war, um sich eine kleine Pause von der nervenaufreibenden Aktenarbeit nehmen zu können, aber vor allem deswegen, weil sie gerne persönlich sicher stellen würde, dass er unbeschadet heim kam und nicht wollte, das er ein teures Taxi nahm.

„Oh nein, nein danke, ich will Ihnen keine Umstände machen“, lehnte er ihr sehr freundliches und äußerst großzügiges Angebot höflich dankend ab, weil er ihre kostbare Zeit nicht noch mehr in Anspruch nehmen wollte, als ohnehin schon, schließlich hatte er sie bereits lange genug von der Arbeit abgehalten, als sie aus Sorge um ihn extra nach ihm sehen und ihn aus seinem Dornröschenschlaf aufwecken musste.

„Wenn es mir irgendwelche Umstände machen würde, dann hätte ich Ihnen nicht angeboten, Sie nach Hause zu fahren. Außerdem brauche ich sowieso mal eine Pause und ich kann mir auf dem Wege dann auch gleich etwas zu essen holen“, gab sie ihm wahrheitsgemäß zu verstehen, dass sein Heimbringen ihr keinerlei Umstände bereiten, sondern ihr stattdessen die Chance geben würde, zumindest für kurze Zeit dem zermürbenden Papierkram zu entfliehen.

„Also, wenn Sie so sehr darauf bestehen, mich zu eskortieren, Detektiv, dann kann ich ja schlecht nein sagen“, willigte er schlussendlich doch ein, sich von ihr nach Hause chauffieren zu lassen, nicht zuletzt auch deshalb, weil er ganz genau wusste, dass er gegen ihren Sturkopf so gut wie keine Chance hatte und zudem viel zu müde und schmerzgeplagt war, um sich endlos lange mit ihr herum zu streiten.

Kaum eine halbe Stunde später hielt Becketts altgedienter, dunkelblauer Ford Crown Viktoria dann ach schon direkt vor Castles modernem Wohngebäude, sie waren relativ gut durch den dichten, mittäglichen Stadtverkehr gekommen, der normalerweise eher stockend als fließend war und der Schriftsteller hatte während der gesamten Fahrt, aller größte Mühe gehabt wach zu bleiben und nicht erneut ein zu nicken.

„Vielen Dank fürs nach Hause bringen, Kate“, bedankte er sich bei seiner weiblichen Chauffeurin, obwohl er insgeheim wusste, dass er sich eigentlich nicht groß bei ihr zu bedanken brauchte, zumal es nicht das erste Mal war, das sie ihn heim brachte, sie hatte ihm in der Vergangenheit bereits manches Mal, nach einem langen und anstrengenden Arbeitstag, eine Heimfahrt angeboten, die er bislang auch noch nie abgelehnt hatte.

Und er konnte sich auch beim besten Willen nicht vorstellen, dass irgendein rational denkender Mann die Chance sausen lassen würde, sich von so einer wunderschönen und attraktiven Frau wie Kate Beckett nach Hause bringen zu lassen, noch dazu in einem waschechten Polizeiauto, ein Mann musste schon blind und unglaublich bescheuert sein, um so ein wahnsinnig verlockendes Angebot aus zu schlagen.

„Keine Ursache, Rick, immer wieder gern“, tat sie das Heimbringen von ihm als Selbstverständlichkeit ab, als etwas, was man unter guten Freunden, was sie ja nun einmal waren, halt gerne jederzeit füreinander tat, ohne unnötig viel Wirbel darum zu machen oder irgendetwas groß als Gegenleistung dafür zu verlangen, erst recht, wenn die besagten Freunde, so wie in ihrem speziellen Fall, heimlich ineinander verliebt waren.

In der nächsten Sekunde beugte der Romanautor sich zu ihr herüber und gab ihr einen zärtlichen Kuss auf die rechte Wange, genau so wie damals bei ihrem aller ersten gemeinsamen Mordfall, als er sie, nachdem sie den Falschen verhaftet hatte, mehr oder weniger klammheimlich die Fallakten stibitzte und sie, als sie ihn quasi auf frischer Tat dabei ertappte, zur Ablenkung, wie bereits erwähnt, auf die Wange küsste.

„Bis morgen“, hauchte er ihr ins rechte Ohr und der warme Atem, den er dabei ausstieß, verursachte bei ihr eine mächtige Gänsehaut und jagte ihr gleichzeitig einen zwar eiskalten, aber dennoch überraschend angenehmen Schauer über den Rücken und am liebsten hätte sie ihn sofort am Kragen gepackt, ihre Lippen auf seine gepresst und ihn vor morgen früh nicht mehr los gelassen, aber dafür war ja gegebenenfalls auch noch wann anders Zeit.

„Ja, bis morgen“, erwiderte sie und schenkte ihm ihr bestes und strahlendstes Lächeln, sich innerlich jetzt schon sehnlichst den morgigen Tag herbei wünschend und es schier kaum erwarten könnend, bis dieser angebrochen war und er wieder zu ihr aufs Revier kommen würde, mit einem Becher frischen, dampfend heißen Kaffee und wenn sie viel Glück hatte, sogar zusätzlich noch mit einem leckeren Gebäck.

Er stieg aus dem Wagen, schloss die Beifahrertür hinter, bückte sich dann und winkte ihr durch die Autoscheibe zum Abschied noch einmal zu, sie winkte zurück, startete anschließend den Motor und fuhr los, er sah ihr nach, bis sie vom Verkehr verschluckt wurde und ging, als der Schmerz und die Müdigkeit wieder präsent wurde, schließlich ins Haus und hinauf in sein Loft.

Und eines stand für ihn jetzt schon ohne jeden, noch so geringen Zweifel fest, nämlich, dass er ihr morgen früh nicht nur einen Becher Kaffee und eine Kleinigkeit vom Bäcker, sondern auch den schönsten Strauß Blumen bringen würde, den er in die Hände zu bekommen vermag, eine zwar nur kleine Geste, die dafür aber eine umso größere Bedeutung hatte.

Aber ihm war im Grunde ganz egal, ob die für sie gedachte Geste nun klein oder groß war, wichtig für ihn war einzig und allein, dass er ihr mit seinem Tun, worum auch immer es sich handelte, eine Freude machen und ein Lächeln entlocken konnte, er liebte ihr Lächeln, denn es machte ihn glücklich, sein Leben schöner und die Welt für ihn perfekt.

Was er nicht wissen, geschweige denn ahnen konnte war, dass es für sie nicht mal unbedingt eines Lächelns von ihm bedarf, damit sie rundum zufrieden war, sie war es nämlich auch schon dann, wenn er bei ihr war, bereits seine bloße Anwesenheit vermochte sie glücklich zu machen, es war nicht nötig, das er ihr große Geschenke machte oder ihr das Leben rettete, er musste einfach nur da sein, so wie er es bisher immer war und auch stets sein würde.

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So dalla und fertig ist Part Number 4. Ja, ich weiß, dass in diesem jetzt nichts weltbewegendes passiert ist, aber seht es einfach als so etwas wie einen kleinen Leckerbissen für zwischendurch an. Dafür war ja schließlich auch im Vorherigen so einiges los.

Jedenfalls setze ich, so wie ich es am Ende eines Kapitels zu tun pflege, all meine vorhandene Hoffnung darin, dass ich euch auch am heutigen Tag wieder eine Freude machen konnte und als kleines Dankeschön wieder das eine oder andere nette Review von euch erhalte.

Zu Beginn der nächsten Woche kommt, ihr wisst bzw. ahnt es sicher schon, dann auch schon Teil 5 und bis zu dem Zeitpunkt wünsche ich euch, so wie jedes Mal, sehr viel Wohlergehen, sowie ein angenehmes, relaxtes und erholsames Wochenende.

Bye, bye, mit lieben Grüßen, euer Ahadi.
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