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Für immer Caskett

von Ahadi
OneshotFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Kate Beckett Richard Castle
28.04.2019
01.07.2019
18
67.450
4
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Dieses Kapitel
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21.06.2019 4.061
 
Einen wunderschönen, guten Tag euch allen.

Wie immer an dieser Stelle, so selbstverständlich auch nun ein ganz großes und noch sehr viel herzlicheres Dankeschön an meine loyalen Leser/Fans Caskett2009, JohannaJames und natürlich auch Sky, bitte macht euch keinen Kopf, wenn eure Reviews mal etwas später bei mir ankommen sollten, die Hauptsache für mich ist, dass ich überhaupt welche erhalte.

Und mit einem „Go“ eröffne ich hiermit feierlich den heutigen Oneshot!

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„Kate, bitte, so glaub mir doch, wenn ich Dir sage, dass Du komplett falsch liegst“, flehte Castle seine Gesprächs- oder viel mehr Streitpartnerin geradezu an, ihm zu glauben, in dem inzwischen verzweifelten Versuch, sie endlich davon überzeugen zu können, dass ihre Annahme, die auch der Grund für ihre mittlerweile recht hitzige Diskussion war, völliger Irrsinn war und nicht im geringsten den wirklichen Tatsachen entsprach.

„Nein Rick. Der Einzige, der hier falsch liegt, bist Du, wenn Du ernsthaft denkst, dass ich Dir auch nur ein einziges Wort glaube“, konterte die angesprochene Brünette in einem hörbar, im negativen Sinne erregten Ton und auch ihr Gesichtsaudruck, sowie der Blick in ihren Augen zeigte deutlich, wie wütend sie war, dass sie kurz davor war zu explodieren und jeder Mensch mit einem gesunden Sinn für Selbsterhaltung hätte sich jetzt und hier zurück gezogen.

Der Autor jedoch nicht, er wurde von ihr einer Sache beschuldigt, die er nicht getan hatte und er würde nicht nachgeben, bevor er sie nicht zweifelsfrei von seiner Unschuld überzeugt hatte, schließlich ging es hier um sie, ihre Beziehung, aber vor allem, in erster Linie um Vertrauen, denn ohne jedwedes Vertrauen zwischen ihnen könnten sie weder weiterhin zusammen arbeiten, noch weiter miteinander befreundet sein, von mehr mal ganz zu schweigen.

Sie befanden sich momentan gemeinsam mit den Jungs in Boston, auf einem Fortbildungsseminar zum Thema „Moderne Kriminologie“, das Seminar wurde jedoch nicht, wie vorab erwartet, von einem Mann geleitet, sondern von einer Frau, einer gewissen Zoey Albers, die, kaum hatte sie Castle zum ersten Mal gesehen, sofort merklich Feuer und Flamme für diesen war und seitdem pausenlos, unablässig mit ihm flirtete.

Sehr zur Belustigung von Esposito und Ryan, die jede sich bietende Gelegenheit dazu nutzten, um ihren Freund damit auf zu ziehen und sehr zum Leidwesen von Beckett, die ja, wie im 12. Revier allgemein bekannt war, heimlich in ihren Berater verknallt war und sich jedes Mal, wenn Albers den Writer auch nur ansah oder ihm zu nahe kam, schwer zusammen reißen musste, um ihrer Rivalin nicht vor allen Leuten an die Gurgel zu springen.

Aber anstatt offen mit ihren Gefühlen für ihn um zu gehen, Rick gegenüber ehrlich zu sein und ihm zu sagen, wie sie sich fühlte, beschuldigte sie ihn stattdessen die wenig subtilen Flirtereien der Seminarleiterin nicht nur willkommen zu heißen, sondern auch zu erwidern und brach damit einen Streit vom Zaun, der mit jedem Wort, das gesprochen oder viel mehr gebrüllt wurde, immer heftiger und zunehmend außer Kontrolle zu geraten drohte.

Mehr oder weniger glücklicherweise fand die Diskussion in ihrem Hotelzimmer statt, sodass es zwar, anders als beispielsweise im Revier, keine unerwünschten Zuschauer, dafür aber wahrscheinlich den einen oder anderen unfreiwilligen Zuhörer gab und obwohl der Streit sich bislang noch in gewissen Grenzen hielt, so hatte er es dennoch mächtig in sich und während Beckett ihn unentwegt anschuldigte, versuchte Castle derweil alles, um sie zu beruhigen.

Doch so sehr er auch versuchte, sie zu beschwichtigen und davon zu überzeugen, dass ihm das Interesse, das Albers ganz offensichtlich an ihm hatte, vollkommen egal war und das er kein einziges Mal, nicht einmal ansatzweise, auf den Gedanken gekommen war zurück zu flirten, sie blieb stur und unnachgiebig, so wie es nun mal ihre Natur war und so sehr er das auch normalerweise an ihr liebte, so trieb es ihn heute schier an den Rand des Wahnsinns.

Er hätte da zwar noch ein Ass im Ärmel, nämlich die sofortige Offenlegung seiner wahren Gefühle, seiner tiefen Liebe für sie, er traute sich aber nicht diesen Spielzug zu machen, da es in der jetzigen Situation für sie verzweifelt und unglaubwürdig herüber kommen würde, als würde er ihr bloß sagen, dass er sie liebte, weil er sie auf diesem Wege dazu bringen wollte, ihm zu glauben und nicht, weil es die reine, unverfälschte Wahrheit war.

„Kate…ich schwöre Dir, bei allem, was mir heilig ist, dass ich keinerlei Interesse an Albers habe und das mir auch ihre ständigen Annäherungsversuche völlig egal sind. Sie mag zwar sehr sympathisch und zugegeben auch wirklich hübsch sein. Aber das sind neunzig Prozent aller Frauen, die ich bisher in meinem Leben getroffen habe“, startete er einen erneuten Versuch, weiterhin verzweifelt darum bemüht, sie von der Aufrichtigkeit seiner Aussage zu überzeugen.

„Ich bin, genau so wie Du und die Jungs auch, ausschließlich deswegen hier, um mehr über moderne Kriminologie zu lernen und nicht um mit der Seminarleiterin an zu bandeln, so attraktiv sie auch sein mag“, war die Verzweiflung in seinem Inneren, die mit jeder weiteren Anschuldigung von ihr immer mehr zunahm, sowohl deutlich in seinen markanten Gesichtszügen zu sehen, als auch unüberhörbar in seiner Stimme wahr zu nehmen.

„Ach, ist das so, ja? Und nur weil Dir die Seminarleiterin nicht gut genug ist, wendest Du Dich stattdessen kurzerhand der Kellnerin im Restaurant zu oder was?“, dachte sie jedoch nicht im geringsten daran, nach zu geben, sie sah auch überhaupt gar keinen Grund dazu, schließlich hatte sie ja ganz genau gesehen, wie er Albers angesehen und angelächelt hatte, genau so wie sie sah, wie er vorhin, als sie im Hotel-Restaurant saßen, mit der Bedienung geturtelt hatte.

Ihre Freundin Lanie hatte vollkommen Unrecht mit dem, was sie ihr ständig über Castle vorpredigte, von wegen er sei nicht so wie die anderen Männer, er sei in sie verliebt und würde nur darauf warten, dass sie ihm endlich eine Chance gab, allein, wenn sie bloß an die ständigen Vorträge und Belehrungen der Gerichtsmedizinerin dachte, könnte sie schon laut drauf los lachen, gleichzeitig aber auch weinen, weil sie bisher tatsächlich daran geglaubt hatte.

Sie hatte wirklich gedacht, dass der Krimiautor in Wirklichkeit nicht der ruchlose Weiberheld von Seite sechs war, aber wenn sie bedachte, wie schamlos er vor ihren Augen mit Albers und auch der Kellnerin geflirtet hatte, dann war die Sache für sie zweifellos klar, er war genau so wie die Presse ihn seit je her darstellte, ein Mann, der ausschließlich von seinen Urtrieben gesteuert wurde und sich einen Scheißdreck darum scherte, wie es anderen Menschen ging.

Zwar sagte ihr Herz ihr, dass dem nicht so war, dass er keinesfalls ein hemmungsloser, egoistischer Playboy war, der nur an sich dachte und sich nicht um andere Leute kümmerte und das er ihr auch nichts anderes, als die Wahrheit sagte, aber ihr Gehirn widersprach dem vehement und sagte ihr, dass das genaue Gegenteil der Fall war, dass er ihr lediglich etwas vorlog und ihr gegenüber bloß das Unschuldslamm mimte.

Er wusste derweil so langsam wirklich nicht mehr, wie er sie noch davon überzeugen könnte, dass er weder mit der Seminarleiterin, noch mit der Kellnerin geflirtet hatte, sondern lediglich freundlich zu den beiden genannten Frauen war, zwar waren die zwei nicht schlecht anzusehen, keineswegs, aber sein Herz gehörte nun einmal bereits einer Frau, nämlich ihr und das würde auch immer so sein, ganz egal, was auch immer passieren sollte.

Doch aufgrund der Tatsache, dass sie ihm in dieser Angelegenheit ganz offenbar keinerlei Vertrauen entgegen brachte, stieg in ihm ein ungutes Gefühl auf, ihm kam der schmerzhafte Gedanke, dass sie, entgegen seiner seit langem gehegten Hoffnung, nicht so für ihn empfand wie er für sie, dass sie ihn nicht liebte und wenn man die momentane Situation außer Acht ließ, lediglich rein freundschaftliche Gefühle für ihn hatte, bestenfalls zumindest.

„Zum letzten Mal, Kate: Ich habe mit niemanden geflirtet, weder mit Albers, noch mit der Bedienung. Ich war lediglich freundlich zu ihnen, das ist alles. Albers kann von mir aus so viel mit mir flirten, wie sie will, ich würde trotzdem nie darauf anspringen. Und die Kellnerin wollte, wie Du ja selbst gesehen hast, nur ein Autogramm von mir“, wusste er nun endgültig nicht mehr, was für Argumente er noch auffahren sollte und versuchte es von daher ein allerletztes Mal.

Punkt für ihn, ja das, was er da gerade eben zu ihr sagte, war tatsächlich wahr, die Kellnerin wollte bloß ein Autogramm von ihm haben, das stimmte schon, aber das änderte dennoch nichts an der Art und Weise, wie er ihr sein Friedrich Wilhelm gegeben hatte, mit einem charmanten Lächeln, das die Bedienung kichern ließ, wie so ein blutjunges Schulmädchen, was wiederum ihre Nerven und vor allem ihre Geduld extrem strapaziert hatte.

Und obwohl die Stimme ihres Herzens sie weiterhin anflehte, sie geradezu beschwor ihm zu glauben, so war die Stimme in ihrem Kopf jedoch nach wie vor lauter und sowohl diese, als auch ihre innere Mauer, die sie nach dem Mord an ihrer Mutter über Jahre um ihr Herz herum aufgebaut hatte, um sich davor zu schützen von irgendjemanden verletzt zu werden, sorgten dafür, dass sie ihm noch immer kein einziges Wort glaubte.

„Oh ja und wie sie Dich um ein Autogramm gebeten hat und wie sehr sie sich gefreut hat, als Du Dich dazu bereit erklärt hast, ihr eines zu geben. Es hätte nur noch gefehlt, dass sie ihre Bluse öffnet, damit Du ihre Brust signieren kannst“,  nahmen, aufgrund ihrer anhaltenden Ungläubigkeit, die absolut unberechtigten und einfach nur verletzenden Anschuldigungen von daher kein Ende, sondern gingen stattdessen munter weiter, Schlag auf Schlag.

„Weißt Du was, Kate? Langsam wird’s echt lächerlich“, beschloss er, da er nun endgültig die Nase voll davon hatte, sich völlig grundlos von ihr beschuldigen und anmeckern zu lassen, jetzt auch mal aus zu teilen, frei nach dem Motto: „Gleiches Recht für alle oder „Auge um Auge, Zahn um Zahn“, es war zwar nicht das erste Mal, dass sie miteinander stritten, aber er war selten, wenn nicht sogar noch nie so von ihr verletzt worden, wie jetzt gerade.

„Wie bitte? Lächerlich? Du nennst das, was ich sage, lächerlich? Nein, ich sage Dir jetzt mal, was wirklich lächerlich ist: Das ich dachte, Du wärst nicht der, den Du für die Öffentlichkeit vorgibst zu sein. Das ich tatsächlich dachte, Du wärst anders. Jemand, dem ich bedingungslos vertrauen und gefahrlos mein Herz schenken könnte. Doch ganz offensichtlich habe ich mich geirrt. Ich war dumm und hätte beinahe einen riesen Fehler gemacht.

Aber zum Glück habe ich meinen drohenden Fehler ja gerade noch rechtzeitig bemerkt und mir damit unnötigen Schmerz erspart. Und ich kann nicht anders, als Dir zu danken, Castle, dafür, dass Du mir im allerletzten Moment doch noch vor Augen geführt hast, wie Du wirklich bist“, sagte sie und mit jedem Wort, das sie sprach, wurde der Ausdruck in seinem Gesicht immer fassungsloser und der Schmerz, der auch deutlich in seinen Augen sichtbar war, in seinem Herzen immer größer.

Das konnte doch unmöglich ihr Ernst sein, sie waren sich doch in letzter Zeit so viel näher gekommen, so nahe wie noch nie zuvor, sie hatten in den vergangenen Wochen mehr Zeit außerhalb des Revier miteinander verbracht, als in den letzten Jahren, sie kochten zusammen bei einem von ihnen Zuhause oder unternahmen gemeinsame Filmabende, häufig saßen sie auch einfach nur beieinander und redeten stundenlang über Gott und die Welt, während sie die Gesellschaft und die Nähe des anderen in vollen Zügen genossen.

Und jetzt meinte sie allen Ernstes zu ihm, dass sie kurz davor war einen riesengroßen Fehler zu begehen, weil sie, ihrer eigenen Aussage nach, dummerweise vorhatte, ihm ihr Herz und somit auch ihre Liebe zu geben und als ob das nicht schon mehr als genug wäre, bedankte sie sich, zur Krönung des Ganzen, obendrein auch noch bei ihm dafür, dass er sie durch seine angeblichen Flirts, auf ihre bevorstehende Dummheit hingewiesen hatte.

„Nein Kate, Du warst nicht dumm in dem Glauben zu sein, mir dein Herz anvertrauen zu können. Du wärst es nur dann, wenn Du denkst, es nicht tun zu können, weil Du befürchtest, von mir verletzt zu werden. Diese Angst mag zwar rein menschlich und damit vollkommen nachvollziehbar sein, aber deine Angst über deine Gefühle zu stellen, ist mit Abstand der größte Fehler, den Du überhaupt begehen könntest. Wir leben, um unser Herz Risiken aus zu setzen und glaub mir, das Letzte, was Du willst, ist irgendwann auf dein Leben zurück zu blicken und dir immer wieder „Hätte ich doch nur…“ zu sagen.

Und ich versichere, nein, ich schwöre Dir, dass ich niemals absichtlich etwas sagen oder tun würde, was Dich verletzen könnte. Du bist, neben meiner Mutter und Alexis, die wichtigste Person in meinem Leben und ich würde wirklich einfach alles tun, nur um Dich glücklich zu machen. Denn dein Glück ist genau so sehr auch mein Glück. Dich lächeln zu sehen, lässt mein Herz vor Freude springen, doch Dich traurig zu sehen, bricht es entzwei.“

Castle pausierte kurz, um mehrmals tief Luft zu holen und all seinen Mut zusammen zu nehmen, den er für das, was er als nächstes zu ihr sagen würde, auch dringend benötigte, denn er würde endlich seine sämtlichen Karten vor ihr auf den Tisch legen, es sollte jetzt endgültig Schluss sein mit dieser ewigen Heimlichtuerei, er wollte ab sofort keine Geheimnisse vor ihr haben, selbst wenn es ihre ganze Beziehung mit einem einzigen Schlag zerstören würde.

Er hatte beschlossen seinem eigenen Ratschlag zu folgen, denn er wollte keinesfalls eines Tages, wenn er einmal alt und grau war, auf die vergangenen Zeiten zurück blicken und sich dann jedes Mal, wenn er das tat, immer wieder sagen „Oh, hätte ich doch bloß…“, er lebte lieber ein langes Leben, mit der Gewissheit ihr die Wahrheit gesagt und seine Liebe gestanden zu haben, als ein kurzes Leben, mit dem tiefen Bedauern es nie getan zu haben.

Infolge dessen ging er in der darauffolgenden Sekunde langsam auf sie zu, immer auf ihre Reaktion achtend, ob sie vor ihm zurück wich oder vielleicht sogar zum Angriff überging, doch nichts dergleichen geschah, stattdessen blieb sie an Ort und Stelle stehen und sah ihn, während er weiter auf sie zukam, mit einem Blick an, der eine Mischung aus Verwirrung und Unsicherheit war, mit einem winzigen Hauch von Besorgnis.

Weswegen genau sie jetzt besorgt war, das konnte er allerdings anhand ihres Blickes nicht sehen, etwas, was nicht besonders häufig vorkam, da er in ihren Augen ansonsten nämlich genau so gut lesen konnte, wie in einem offenen Buch, aber er würde gegebenenfalls ja auch noch später Zeit dazu haben, sie diesbezüglich zu fragen, jetzt galt es für ihn erst einmal seinem gefassten Entschluss nach zu kommen und alles auf eine Karte zu setzen.

Von dem Ärger, der Wut und auch der Eifersucht, die bis eben gerade noch unübersehbar in ihren Augen zu erkennen war, war mittlerweile nicht die geringste Spur mehr und obwohl er nicht ganz genau wusste, ob dies nun ein gutes oder eher ein schlechtes Zeichen war, so nahm er dies kurzerhand einfach als eine zusätzliche Motivation und Ermutigung, um mit dem, was er vorhatte zu tun, wie geplant fort zu fahren.

Der Romanautor blieb schließlich dicht vor seiner Muse stehen, hob dann vorsichtig seine rechte Hand und streckte sie nach ihr aus, woraufhin sie leicht zurück zuckte und auch wenn er nicht wusste, aus welchem Grund genau sie das tat, so konnte und würde er jetzt auf gar keinen Fall einen Rückzieher machen, er hatte lange genug gezögert, die Zeiten des Zauderns waren nun endgültig vorbei, jetzt war die Zeit des Handelns gekommen.

Und so legte er ganz behutsam seine Hand an ihre linke Wange, während er ihr, genau so wie die ganze Zeit über schon, fest und tief in die Augen blickte und obwohl der Ausdruck in diesen inzwischen unleserlich geworden war, so war das für ihn nach wie vor kein Grund das Ganze jetzt und hier zu stoppen, er würde seinem gefassten Entschluss nachkommen, koste es, was es wolle und sei es die kostbarste Beziehung, die er je hatte.

„Ich liebe Dich“, sagte er leise, aber immer noch laut genug, sodass sie problemlos jedes Wort verstehen konnte, während er ihr mit seinem Daumen sanft über die weiche Haut ihrer Wange strich, dann nahm er noch einmal kurz einen tiefen Atemzug, bevor er sich ganz langsam zu ihr vorbeugte und sich mit seinem Mund Zentimeter für Zentimeter ihrem näherte, immer auf irgendeine Reaktion von ihr wartend, geradezu erwartend.

Doch als nicht das geringste passierte und sie sich nicht bewegte, nahm er erneut seinen ganzen Mut zusammen und schloss schließlich die übrige Distanz zwischen ihren Lippen, legte seine kaum merklich, wirklich hauchzart auf ihre, wobei er immer noch darauf wartete, dass sie jede Sekunde zurück weichen, ihm eine verpassen, ins Gemächt treten oder direkt erschießen würde, weil er die Kühn- oder viel mehr Frechheit besaß sie zu küssen.

„Ich liebe Dich, Kate…ich liebe Dich so sehr, wie ich noch nie zuvor eine Frau geliebt habe…ich liebe Dich mehr, als Mutter oder sogar Alexis…Du bist die einzige Frau für mich, das schwöre ich Dir…ich werde nie wieder jemanden so sehr lieben, wie Dich…und ich bitte Dich, gib mir eine Chance, mich Dir und deiner Liebe würdig zu erweisen“, raunte er ihr zwischen mehreren liebevollen Küssen, mit vor Erregung heiserer Stimme zu und hoffte inständig, dass sie seine Gebete auch tatsächlich erhören würde.

Und bevor er überhaupt wusste, wie ihm geschah, da hatte sie ihn auch schon an seinem Hemdkragen gepackt und seine Lippen energisch, beinahe sogar schon aggressiv auf ihre gepresst, er war zwar zunächst natürlich überrascht und das nicht gerade zu knapp, er hatte nämlich mit allem möglichen gerechnet, jedoch beim besten Willen nicht damit, was ihn aber nicht davon abhielt den Kuss, sobald der Schockmoment vorüber war, mit genau so viel Enthusiasmus und Inbrunst zu erwidern.

Die nächste Stunde verbrachten die beiden in einem regelrechten Rausch aus Zärtlichkeit, Leidenschaft, Verlangen und Lust, sie hatten jedoch nicht einfach nur Sex miteinander, oh nein, sie liebten sich, mit ihrem ganzen Wesen und gaben einander vollständig hin, ohne irgendwelche Vorbehalte, der Strudel, in den sie geraten waren, riss sie unaufhaltsam mit sich, bis sie den Höhepunkt ihres Beisammenseins erreichten, der fast schon einer Explosion glich.

Sie saßen eng aneinander geschmiegt im Bett, als sie langsam wieder von ihrem emotionalen Hoch herunter kamen und auch der dichte Nebel, der sich um sie herum gebildet hatte, sich allmählich zu lichten begann, sie hatte ihren bloßen Rücken gegen seine nackte Brust gelehnt während die Bettdecke ihre Vorderseite bedeckte, er hatte seine Arme um sie geschlungen und seine Nase in ihrem herrlich verführerisch duftenden Haar vergraben.

Er hatte das Gefühl, dass all dies ein wundervoller Traum war und er wünschte sich, dass, falls dem so sein sollte, er dann niemals aus diesem aufwachen möge, aber um sich zu vergewissern, ob er nun wirklich bloß träumte oder ob das tatsächlich Realität war, drehte er in der nächsten Sekunde seinen Kopf ein wenig, um sie an zu blicken und als er den Ausdruck in ihren bildschönen Gesichtszügen sah, bekam er plötzlich ein ungutes Gefühl.

Denn ihre Miene entsprach nicht gerade der einer Frau, die im Nachglühen an ein schönes Erlebnis dachte und sich im Geiste bereits sehr viele weitere Male vorstellte, sondern viel mehr der einer Frau, die gerade fieberhaft überlegte, wie sie dem Mann, den sie bis vor wenigen Minuten noch hingebungsvoll geliebt hatte, am besten zurück weisen könnte, ohne ihn dabei allzu sehr zu verletzen, was so gut wie unmöglich war.

„Rick?“, sagte sie im nächsten Moment und drehte sich in seiner sanften Umarmung langsam zu ihm um, sodass sie ihm ins Gesicht sehen konnte und obwohl ihre Aussage lediglich aus einem einzigen Wort bestand, so hatte er trotzdem bereits jetzt das unschöne Gefühl, dass ihm das, was sie als nächstes zu ihm sagen würde, sobald sie sich seiner vollen Aufmerksamkeit sicher war, wahrscheinlich nicht gefallen und auch sehr wehtun würde.

„Mhm“, gab er bloß ein zustimmendes Geräusch von sich, weil er sich seiner Stimme nicht sicher war und er sich ihr gegenüber nicht verraten, sie nicht wissen lassen wollte, wie sehr er sich davor fürchtete, jetzt gleich womöglich zutiefst von ihr verletzt zu werden, er konnte sie praktisch schon sagen hören: „Hör zu, Rick: Das gerade eben war zwar wirklich sehr schön, wirklich. Aber ich denke, es wäre das Beste, wenn wir es bei dem einen Mal belassen und einfach nur weiter Freunde bleiben würden“.

„Was ich da vorhin zu Dir gesagt habe, tut mir schrecklich leid und ich bereue jedes einzelne Wort, das ich zu Dir gesagt habe zutiefst. Ich war eifersüchtig und dumm und habe einfach nicht nachgedacht, das heißt, ich habe schon nachgedacht, aber genau das war mein Fehler. Ich hätte besser auf mein Herz hören sollen und nicht auf das, was mein Kopf mir sagt“, begann sie schließlich damit, ihm ihr Herz aus zu schütten, genau so wie er es vorhin bei ihr getan hatte.

„Ich weiß, dass Du kein herzloser Frauenheld bist, dass Du lediglich eine Rolle spielst und es tut mir wirklich furchtbar leid, dass ich Dich beschuldigt habe, doch einer zu sein. Wie schon gesagt, ich habe einen unglaublich großen Fehler begangen, indem ich auf meinen Köpf hörte, anstatt meinem Herzen zu folgen. Ein Fehler, den ich nicht vorhabe, jemals wieder zu tun und für den ich Dich auch vielmals um Verzeihung bitte.

Mir ist natürlich vollkommen klar, dass ich kein Recht dazu habe, von Dir zu verlangen mir zu verzeihen. Aber ich würde mir selbst einfach nie verzeihen, wenn ich nicht zumindest alles versuchen würde, um deine Vergebung zu erlangen. Aber ganz egal, was auch geschieht, ob Du mir nun verzeihst oder nicht, ich möchte, dass Du weißt, dass das, was da zwischen uns geschehen ist, was wir miteinander geteilt haben, etwas war, was mir noch niemals zuvor passiert ist

Und ich will, dass Du weißt, dass ich Dich auch liebe, Rick. So sehr, wie ich noch nie zuvor einen Mann geliebt habe und auch nie wieder lieben werde. Du bist der Mann, auf den ich so viele Jahre gewartet habe und den ich für den Rest meines Lebens an meiner Seite haben will, mein One-and-Done. Und falls Du in deinem Herzen die nötige Kraft finden solltest, mir zu verzeihen, dann wäre ich die glücklichste Frau, wenn Du…“, wurde sie jäh von seinen Lippen unterbrochen, die sich sanft, aber bestimmt auf ihre drückten.

Es bedarf keinerlei Worte, damit sie zweifelsfrei wusste, dass dieser Kuss für ihn nicht nur ein Weg war, um sie endlich zum Schweigen zu bringen, sondern gleichzeitig auch seine Art war ihr zu sagen, dass er ihr verzieh, denn er wäre ein riesen Narr und ein noch viel größerer Idiot, wenn er sie wegen eines einzigen dummen Fehlers ihrerseits, gleich einfach so gehen lassen würde, er liebte sie nun mal und ihr zu verzeihen, war nichts anderes als eine reine Entscheidung des Herzens.

Und sie dankte ihm für seine Großherzigkeit, die er ihr mit seiner Vergebung gerade ein weiteres Mal zweifellos bewiesen hatte, indem sie den Kuss mit genau so viel Gefühl und Hingabe erwiderte, wie er ihn begonnen hatte, sie wussten zwar, dass, auch wenn sie sich endlich ihre Liebe gestanden hatten, trotzdem noch lange nicht alles zwischen ihnen geklärt war und sie noch über so einige Dinge miteinander sprechen mussten.

Aber das konnte genau so gut auch noch bis morgen früh warten, jetzt wollten sie erst einmal ihren neu errungenen Beziehungsstatus, für den sie so lange und hart gekämpft hatten, sowie natürlich alles, was mit diesem verbunden war, in vollen Zügen genießen und genau das taten sie auch, bis schließlich die Müdigkeit siegte und sie rundum zufrieden in den Armen des anderen einschliefen, so glücklich wie sie noch nie zuvor im Leben waren und ohne einander auch niemals wieder sein würden.

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Ja, ich weiß, dieses Kapitel ist wieder ein wenig kürzer als das Letzte, aber ich persönlich finde, es besser ist als gar nichts, seht es einfach als einen kleinen Leckerbissen, ganz speziell nur für euch, meine Lieben, bevor ich, genau so wie ihr auch, in mein wohl verdientes Wochenende starte und nächste Woche dann mit neuer Energie weiter mache.

PS: Es ist gut möglich, dass ich erst zum nächsten Wochenende hin wieder etwas poste, da ich nächste Woche eine ganze Menge zu tun habe, nur damit ihr Bescheid wisst und euch nicht wundert, falls nichts kommen sollte und ich bitte euch diesbezüglich natürlich auch vielmals um euer Verständnis.

In diesem Sinne, tschüss, macht’s gut oder besser.

Mit ganz lieben und respektablen Grüßen, euer Ahadi.
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