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Für immer Caskett

von Ahadi
OneshotFreundschaft, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Kate Beckett Richard Castle
28.04.2019
01.07.2019
18
67.450
4
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60 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
13.06.2019 5.171
 
Servus, liebe und hoch geschätzte Leser.

An meine drei treuen Anhänger CastleeltsaC, JohannaJames und Caskett2009 entsende ich, auch wenn ihr es wahrscheinlich langsam schon nicht mehr hören könnt, es meine höfliche Natur aber einfach nicht anders zulässt, wie immer an diesem Punkt, auch hier und jetzt meinen ganz persönlichen Dank, Leute ihr seid erste Klasse, macht ruhig weiter so.

Nun denn…nehmt bitte Platz, macht es euch bequem und werft einfach mal einen kleinen Blick auf das nagelneue Kapitel, möge es euren zweifellos professionellen Geschmack genau so hervorragend treffen, wie es das Letzte zu schaffen vermochte!

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Es war ein Tag in New York City, genau so wie es der Vorherige war und es wahrscheinlich auch der Morgige sein würde, Rick Castle stand im Aufzug des 12. Reviers, das in den vergangenen Jahren für ihn zu einem zweiten Zuhause geworden war, er hatte wie immer zwei Becher Kaffee in einem Pappträger in der einen und eine Bäckertüte mit Plunderstücken in der anderen Hand, sowie einer einzelnen, lachsfarbenen Rose.

Er wollte zwar erst eine rosafarbene Rose nehmen, hatte sich aber letztendlich doch dagegen entschieden, weil er die Frau, für die die Rose bestimmt war, nicht durch eine für sie womöglich nur allzu deutliche Botschaft verschrecken wollte, schließlich war die Empfängerin der edlen Blume nicht dumm, sondern eine ziemlich clevere Person, die problemlos dazu in der Lage war, zwei und zwei zusammen zu zählen.

Seit die Frau, für die die Rose gedacht war, sich vor ein paar Wochen von ihrem letzten Freund getrennt hatte, brachte er ihr jeden zweiten Tag, insofern er nicht anderweitig verhindert war, neben der üblichen Getränke- und Essenslieferung, zusätzlich noch eine Blume mit, angefangen hatte er mit harmloseren, wie z.B. Tulpen, heute war der erste Tag, an dem er ihr eine Rose mitbrachte und es würde auch definitiv nicht der Letzte sein.

Und obwohl er wusste, dass sämtliche Kollegen und insbesondere zwei, die ganz besonders neugierig waren, inzwischen schon in einer Tour über sie tuschelten und auch das eine oder andere Gerücht im Revier die Runde machte, so würde er seine Blumenlieferungen dennoch nicht einstellen und nicht damit aufhören die Frau, der sein Herz gehörte, zu umwerben, nicht, bis nicht auch ihr Herz endlich sein Eigen und sie seine feste Freundin sein würde.

Das für ihn inzwischen wohl vertraute „Pling“ des Fahrstuhls erklang, als derselbige schließlich auf der 4. Etage hielt und dessen Türen sich vor ihm öffneten, er trat aus der Kabine heraus und just stahl sich ein seliges Lächeln auf seine markanten Gesichtszüge, als er seine Muse, Partnerin und beste Freundin Det. Kate Beckett an ihrem Schreibtisch sitzen sah, er zögerte nicht länger, sondern ging schnurstracks auf sein Zielobjekt zu.

„Einen herzerfrischenden, guten Morgen, Beckett“, begrüßte der Bestsellerautor die junge, attraktive und in seinen Augen, ohne jeden Zweifel, einfach nur absolut außergewöhnliche Brünette, gut gelaunt und fröhlich, vielleicht auch ein bisschen zu überschwänglich, aber er konnte einfach nicht anders, sie hatte nun mal schon immer diese Wirkung auf ihn und wenn er ganz ehrlich zu sich war, dann würde er es auch gar nicht anders haben wollen.
   
„Ihnen auch einen guten Morgen, Castle. Na, Sie haben heute aber gute Laune“, erwiderte sie die Begrüßung, nachdem sie von der Akte, an der sie gerade arbeitete, aufgesehen und Blickkontakt zu ihm hergestellt hatte und ließ sich von der heiteren, geradezu sonnigen Stimmung ihres Beraters sogleich regelrecht anstecken, was sich an dem strahlenden Lächeln, mit dem sie ihn bedachte, während sie sprach, auch deutlich zeigte.

Und obwohl sie es weder beabsichtigt hatte, noch sich dessen bewusst war, so sorgte das Lächeln, das sie ihm schenkte, dafür, dass sich sein Herzschlag unverzüglich beschleunigte, sein Puls in die Höhe schnellte, sein gesamter Körper von Glückshormonen überflutet wurde und ein ganzer Schwarm von Schmetterlingen in seinem Bauch Loopings vollführte, so erging es ihm jedes Mal aufs Neue, wenn sie ihn anlächelte, ausnahmslos.

„Klar. Ich meine, warum sollte ich denn auch nicht gut gelaunt sein? Es ist ein wunderschöner Tag, es wurde bislang noch niemand ermordet, ich bin hier bei Ihnen und Sie sind umwerfend wie eh und je. Es könnte überhaupt gar nicht besser sein für mich“, entgegnete er daraufhin, so als wäre es das normalste auf der Welt, als wäre es schon immer so gewesen, dass er ihr mal einfach so geradeheraus derartige Komplimente machte.

Aber zu seiner Verteidigung gab es nichts, weder ein Gesetz, noch sonst irgendetwas, was ihm bekannt wäre, das dagegen sprach, einer Frau Komplimente zu machen, vor allem, wenn es sich bei der Frau um ein so wundervolles, hinreißendes und einzigartiges Exemplar wie die Polizistin handelte, auch gab es, seines Wissens nach, auf dem Revier keine Regel, die es den Mitarbeitern verbot, untereinander schöne und schmeichelnde Worte zu tauschen.
   
Zudem war sie ja, wie erwähnt, jetzt wieder Single, was ihm ebenfalls erlaubte ihr Komplimente zu machen, ohne ein schlechtes Gewissen dabei zu haben, nicht das er jemals eines hatte, wenn er mit ihr flirtete oder irgendeine anzügliche Bemerkung machte, schließlich gehörte das mittlerweile einfach zu ihrer Beziehung dazu, aber jetzt, wo sie wieder solo war, war sie hoffentlich ein wenig empfänglicher für seine Komplimente.

Allerdings war er jedes Mal, wenn er ein solches an sie aussprach, stets darauf bedacht, dass es aufrichtig herüber kam und nicht so, als würde er sie bloß um den Finger wickeln und ins Bett kriegen wollen, er wollte, das sie zweifelsfrei wusste, das es ihm vollkommen ernst war und das er nicht einfach nur mit ihr und ihren Gefühlen spielte, sie sollte wissen, das sein Interesse an ihr absolut ehrlich und rein war, genau so wie seine Liebe zu ihr.

Er hatte sich zwar schon immer sehr um sie bemüht, aber seit ihrer Trennung hatte er seine Bemühung noch mehr verstärkt, er umwarb sie, wie er noch nie zuvor in seinem Leben je eine Frau umworben hatte, er las ihr jeden, noch so kleinen Wunsch von den Augen ab, widmete ihr seine ganze Aufmerksamkeit, mehr als den Mordfällen und tat einfach alles, was in seiner Macht stand, um sie zufrieden zu stellen, sie rundum glücklich zu machen.

Und obwohl er sich ganz sicher war, dass sie seine Bemühungen wahrnahm und auch zu schätzen wusste, sie vielleicht sogar dessen Hintergrund kannte, so hatte sie jedoch bisher noch nicht die Reaktion gezeigt, die er sich erhofft hatte, aber er dennoch nicht einfach aufgeben, sondern stattdessen so weitermachen wie bisher, seine Umwerbung unbeirrt fortführen und auch weiterhin alles tun, um ihr Herz zu erobern.

„Ähm…danke, Castle. Sie sehen aber auch nicht schlecht aus“, es war zwar nicht das erste Mal, dass er in dieser offenen und direkten Art und Weise, die er seit ein paar Wochen an den Tag legte, ein Kompliment machte, das änderte aber nichts daran, dass sie wegen dieser überrascht und zugleich verwirrt war, sie fand diese völlig neue Manier allerdings auch wirklich sehr erfrischend und es machte ihn noch liebenswerter als er ohnehin schon war.

Und obwohl sie alles daran setzte es zu verhindern, geschah es trotzdem, sie wurde rot, zwar war die Röte in ihrem Gesicht jetzt nicht unbedingt extrem, aber dennoch deutlich sichtbar, sodass es ihm unmöglich entgehen konnte, falls er die Veränderung ihrer Gesichtsfarbe aber wirklich bemerkte, so kommentierte er dies jedoch nicht, wofür sie ihm sehr dankbar war, auch wenn sie es nicht offen aussprach, um sich weitere Peinlichkeiten zu ersparen.

Allerdings hatte sie, wenn sie ganz ehrlich war, auch wirklich nicht erwartet, dass er sich über ihr Erröten lustig machen und sich somit auf ihre Kosten amüsieren würde, der Autor mag zwar oft unreif und kindisch sein, aber er war keinesfalls gehässig und gemein, ganz im Gegenteil, er war noch ein richtiger, echter, vollendeter Gentleman und keiner, der sich jemals an dem Schmerz und dem Leid anderer Menschen laben würde.

Zumal er sie in letzter Zeit so wunderbar behandelte, nicht, dass er sie jemals schlecht behandelt hatte, aber er umwarb sie seit neuestem so, wie sie noch nie zuvor von irgendeinem anderen Mann umworben worden war, nicht einmal einer ihrer Ex-Freunde hatte sie je so sehr um sie bemüht, wie Castle es derzeit tat und wenn sie nicht ganz genau wüsste, das er nicht der Playboy von Seite sechs war, dann würde sie sich arge Sorgen machen.
   
Aber da sie nun einmal wusste, dass er in Wirklichkeit nicht der hemmungslose Partylöwe und ruchlose Schürzenjäger war, als den die Presse ihn seit je her darstellte, sondern in Wahrheit ein Mann, der den aller größten Respekt vor Frauen hatte und niemals absichtlich einer solchen wehtun würde, brauchte sie keine Angst zu haben, das er sie nur deshalb so sehr umgarnte, weil er hoffte, sie zu einer seiner Eroberungen machen zu können.

Sie hatte zwar einige Zeit gebraucht, um zu dieser wertvollen Erkenntnis zu gelangen, aber letztendlich hatte sie sich dann doch noch dazu durchringen können, durch die Maske, die er für die Öffentlichkeit aufsetzte, hindurch zu blicken und die private Person dahinter zu sehen, den dauerhaft besorgten, allein erziehenden Vater einer Teenager-Tochter und den belagerten, aber dennoch sorgenden Sohn einer alternden Broadway-Diva.
   
Und obwohl man ihn vielleicht nicht gerade als Frauenversteher bezeichnen konnte, so gab er sich zumindest wirklich sehr viel Mühe, die Natur des anderen Geschlechts zu studieren und auch zu verstehen, ganz im Gegensatz zu manch anderen Männern, die, ohne es auch nur im geringsten zu versuchen, die Frauen verstehen zu wollen, sich überall wo es nur ging, bei jeder sich bietenden Gelegenheit, als großen Frauenflüsterer anpriesen.

Castles respektvolle Art mit Frauen um zu gehen und seine ehrlichen Bemühungen diese verstehen zu wollen, was beides heutzutage leider viel zu selten geworden war, war einer seiner vielen Eigenschaften, die sie besonders an ihm schätzte und mochte, neben zahlreichen anderen Dingen, die sie sehr liebenswert und anziehend an ihm fand und seine Umgangsweise mit Frauen, war auch einer der Gründe, warum sie sich so unsterblich in ihn verliebte.

Tatsächlich entging ihm die plötzlich auftretende Röte in ihrem Gesicht nicht, er sagte diesbezüglich allerdings nichts, weil er die Fortschritte, die er hoffentlich in den letzten paar Wochen bei ihr gemacht, die Pluspunkte, die er in dieser Zeit gesammelt hatte, nicht mit einem einzigen, unüberlegten Satz wieder zunichte machen wollte, er würde sich lieber selbst die Zunge heraus schneiden, als einen solch dummen Fehler zu machen.

Er hatte einfach viel zu viel Kraft, Mühe und auch Zeit darin investiert, sie irgendwann endlich für sich zu gewinnen, als das er irgendetwas sagen oder tun würde, was seine jahrelange, harte Arbeit mit einem einzigen Schlag zerstören und damit völlig wertlos machen würde, nein, dafür war sie ihm viel zu wichtig, sie bedeutete, neben seiner Familie, einfach alles für ihn, er liebte sie und würde ihr niemals absichtlich wehtun wollen.
   
„Hier, bitte sehr. Einen Grande-Skin-Latte, mit zwei Schuss zuckerfreier Vanille und zwei Plunderstücke, für den besten Detektiv von New York“, stellte er ihr die zwei Kaffeebecher vor die Nase, von denen sie sich ruhig einen aussuchen konnte, da es sich bei beiden um dieselbe Sorte handelte, bevor er ihr anschließend die Bäckertüte auf den Schreibtisch legte, was ihre beiden Mundwinkel erneut weit nach oben wandern ließ.

„Und nicht zu vergessen: Eine Rose für die schönste und atemberaubendste Frau an der Ostküste“, mit diesen Worten und seinem besten, charmantesten Lächeln, überreichte er ihr die genannte, lachsfarbene Blume, die sie ebenfalls lächelnd, wenn auch etwas schüchtern wirkend, entgegen nahm, sie vergrub ihre Nase in den Blüten, sog den wundervollen Rosenduft tief in sich hinein und gab ein wohlig klingendes Geräusch von sich.

„Ich entnehme Ihrem Laut, dass Ihnen die Blume gefällt“, stellte er eine Theorie in den Raum, über dessen Richtigkeit er sich schon jetzt ganz sicher war und spätestens als sie ihn wieder anblickte, mit diesem umwerfenden Lächeln um die vollen Lippen ihres rosigen Mundes herum und diesem funkelnden Glitzern in ihren wunderschönen, braun-grünen Augen, war eine Antwort ihrerseits eigentlich schon vollkommen überflüssig.

„Ja, sehr sogar. Vielen Dank, Rick. Du hast mir zwar in den vergangenen Wochen schon oft Blumen mitgebracht, aber heute hast Du eindeutig den richtigen Riecher bewiesen“, antwortete sie und es bedarf nicht mehr Worte, um ihn wissen zu lassen, dass er deswegen mit seiner heutigen Blumenwahl direkt ins Schwarze getroffen hatte, um es mal salopp aus zu drücken, weil sie lachsfarbene Rosen schon immer gemocht hatte.

Viele Frauen mochten zwar rote Rosen oder auch andere Blumen lieber, sie dagegen favorisierte, wie schon gesagt, da eher lachsfarbene Rosen, aus dem einfachen Grund, dass diese Farbe nicht nur eine Bedeutung innehatte, sondern gleich zwei, sie konnte nämlich sowohl „Ich mag Dich sehr“ aussagen, als auch „Ich bewundere Dich sehr“ und mitunter konnte sie sogar „Ich bewundere Dich mehr, als bloß als Freund“ bedeuten.

Somit blieb für sie jetzt nur noch die Frage, welche von diesen dreien Aussagen auf die Beweggründe ihres Partners zutrafen, wollte er ihr mit den Blumen, insbesondere der heutigen lediglich sagen, dass er sie als Mensch, als Person mochte, das er sie und/oder ihre Eigenschaften bewunderte oder wollte er ihr auf diesem Wege womöglich mitteilen, das er noch sehr viel mehr für sie empfand, als bloß Freundschaft.

Und sie hoffte inständig, dass in diesem Fall die letztere Aussage zutraf und er ihr all diese Blumen deswegen schenkte, weil er ihr damit auf subtile Weise sagen wollte, ohne viele Worte gebrauchen zu müssen, das er mehr als nur mit ihr befreundet sein wollte, denn allein der Gedanke, das er das alles bloß deshalb tat, weil er ihr so zeigen wollte, wie sehr er sie als Muse, Partnerin und gute Freundin schätzte, schmerzte sie zutiefst.

Aus dem einfachen Grund, dass sie ihn liebte, über alles und mehr als sie sich zu Anfang ihrer zunächst unfreiwilligen Partnerschaft hätte vorstellen können, wenn ihr jemand nach ihrem ersten gemeinsam Fall mit Castle gesagt hätte, das ihm einmal ihr Herz gehören würde, dann hätte sie denjenigen, ohne zu zögern, in die geschlossene Anstalt einweisen lassen, aber heute sah die Sachlage nun mal anders aus, jetzt war sie nun einmal in ihn verliebt.

Tief und unwiderruflich, doch selbst wenn sie die Wahl hätte, ob sie in ihn verliebt sein wollte oder nicht, würde sie, ohne auch nur eine einzige Sekunde lang überlegen zu müssen, die Wahl treffen, die ihr Herz vor geraumer Zeit für sie getroffen hatte, denn es gab nun wirklich Schlimmeres, als romantische Gefühle für so einen lieben, verständnisvollen, fürsorglichen, mutigen und einfach nur wundervollen Mann wie ihn zu hegen.
   
Allerdings war sie nicht nur eine verliebte Frau und eine Polizistin, sondern auch schon von Natur aus ein neugieriger Mensch, was ihr einen weiteren Grund, einen zusätzlichen Anschub gab, heraus zu finden, warum Writerboy sie in den vergangenen Wochen so sehr umworben hatte, denn für das, was er in diesem Zeitraum getan und wie er sich ihr gegenüber verhalten hatte, gab es ihrer Ansicht nach einfach keine andere Bezeichnung als diese.

Er hatte es nämlich nicht bei fast täglichen Blumenlieferungen belassen, oh nein, er hatte sie außerdem noch so gut wie jeden Tag zum Essen oder zu Drinks eingeladen und obwohl ihr detektivischer Verstand ihr sagte, dass es für sein ganzes Verhalten, seine mehr als offensichtlichen Bemühungen um sie, nur eine einzige Erklärung geben konnte, nämlich, das er sie auch liebte, so wollte sie dennoch keine voreiligen Schlüsse ziehen und stattdessen, wie immer, lieber auf Nummer sicher gehen.

„Du Rick, darf ich Dich etwas fragen?“, ging sie ihrem so eben gefassten Entschluss schließlich auch nach, ihn nach dem Grund für seine ganz klare Umwerbung zu fragen und sie würde definitiv keine Ruhe geben, nicht aufhören nach zu bohren, solange sie keine völlig ausreichende und zufrieden stellende Antwort von ihm hatte, wobei sie diesbezüglich auf seine offene und ehrliche Natur setzte, voll und ganz auf diese vertraute.

„Aber klar, natürlich, Kate. Du kannst mich jederzeit alles fragen, das weißt Du doch“, erwiderte der inoffizielle NYPD-Berater, der sich inzwischen in seinem Stuhl neben ihrem Schreibtisch nieder gelassen hatte, eifrig nickend, mit einem bestätigenden Lächeln und legte seine linke Hand auf ihre gleichseitige, zur Hölle mit dem, was die Kollegen und vor allem Ryan und Esposito deswegen denken mögen, es war ihm völlig egal.

„Ja, das weiß ich“, war sie nun diejenige, die zustimmend nickte und ihm ein Lächeln schenkte, das Bestätigung und Dank zugleich war, Bestätigung dafür, dass sie ihm tatsächlich immer Fragen aller Art stellen konnte und Dank dafür, das sie auch zu jeder Zeit über alles mit ihm reden konnte, ganz egal, wie früh oder wie spät es war, sie konnte ihn Tag und Nacht anrufen, er war stets für sie da, hörte ihr zu und tröstete sie, wenn es nötig war.

Er war, abgesehen von Lanie, ihr bester und engster Freund, er stand ihr in den letzten Jahren immer treu und unbeirrbar zur Seite, ganz egal, wie schwierig oder gefährlich die Lage war, egal, wie heftig der Sturm um sie herum auch tobte, er blieb trotzdem bei ihr, selbst und erst recht dann, wenn alle anderen ihr Heil schon längst in der Flucht gesucht hatten, seine Loyalität ihr gegenüber war einfach unerschütterlich und sie konnte nicht anders, als ihn dafür noch mehr zu lieben.

„Also, um auf meine Frage zurück zu kommen: Wieso tust Du das alles für mich? Schenkst mir fast jeden Tag Blumen? Lädst mich ständig zum Essen oder auf Getränke ein? Mit anderen Worten: Warum bemühst Du Dich so sehr um mich?“, dachte sie sich, wozu unnötig lange um den heißen Brei herum reden, wenn sie doch genau so gut direkt und gerade heraus vorgehen konnte und genau das tat sie auch, fragte ihn ohne Umschweife nach dem Warum.

Der Krimiautor wollte, wenn sie ihn schon so offen und geradewegs fragte, im Gegenzug genau so ehrlich zu ihr sein und ihr einfach sagen, was Sache war, dass er das alles tat, weil er sie liebte, mit allen damit verbundenen Risiken und Folgen, also atmete er kurz tief durch, nahm all seinen Mut zusammen und öffnete den Mund, um zu antworten, als er abrupt vom Klingeln ihres Schreibtischtelefons unterbrochen wurde.
   
Und obwohl sowohl er, als auch Beckett den besagten Apparat in diesem Moment am liebsten an die nächste Wand geklatscht hätten, so konnten sie dies nicht tun, nicht vor allen Leuten, zumal es sich bei dem Anruf um die Benachrichtigung handeln könnte, dass es einen Mord gab, den es für sie zu bearbeiten und natürlich auch zu lösen galt, von daher mussten sie dieses Gespräch wohl oder übel halt zu einem späteren Zeitpunkt fortführen.

„Macht nichts, wir reden einfach nachher weiter“, teilte er ihr verständnisvoll mit und lächelte sie sanft an, während er mit seiner linken Hand, die noch immer auf ihrer gleichseitigen lag, zärtlich, fast sogar schon liebevoll über die samtweiche Haut derselbigen streichelte, sie nickte ihm daraufhin zu, griff dann nach dem Telefonhörer und meldete sich schließlich bei der Person am anderen Ende der Leitung mit ihrem üblichen „Beckett“.

Keine Minute später legte sie den Telefonhörer dann auch schon wieder auf und teilte sowohl Castle, als natürlich auch den Jungs, die, neugierig wie sie nun einmal waren, das Geschehen zwischen ihnen genauestens beobachtet hatten, die wenig überraschende Nachricht mit, dass im Central Park eine Leiche gefunden wurde, woraufhin die vier sich von ihren Sitzplätzen erhoben, sich ihre Jacken schnappten und sich in Richtung Aufzug begaben.

Aus dem abgemachten „Wir reden nachher“ sollte allerdings nichts werden, da sich der neue Mordfall als eine ziemlich harte Nuss erweisen sollte, jede frische Spur, die sie während den Ermittlungen erhielten, stellte sich letztendlich als Sackgasse heraus, der Fall verlangte dem Team alles ab, sie kamen abends immer erst spät und todmüde nach Hause und waren heilfroh, wenn sie sich auch mal für ein paar Stunden ausruhen und schlafen konnten.

Dennoch ließ Rick es sich nicht nehmen, seiner Angebeteten nach wie vor jeden zweiten Tag, wenn er morgens zu ihr aufs Revier kam, natürlich immer mit Kaffee und Gebäck, eine Rose mit zu bringen, das eine Mal eine orangefarbene und das andere Mal eine rosane, eine Geste, die sie, genau so wie zuvor auch schon, extrem lieb und süß fand und die ihr die zermürbenden Ermittlungen zumindest ein wenig zu erleichtern vermochte.

Aber so hart die Nuss auch war, schlussendlich gelang es dem Team schließlich diese zu knacken, den Fall zu lösen und den Mörder seiner gerechten Strafe zu zuführen, die Gerechtigkeit hatte wieder einmal gesiegt und die Familie des Opfers konnte nun zur Ruhe kommen, mit der Gewissheit, dass derjenige, der ihnen auf brutalste Art und Weise einen geliebten Menschen weg genommen hatte, den Rest seines Lebens im Gefängnis verbrachte.

Die Einzige, die jetzt noch Gewissheit brauchte, war Kate, die natürlich immer noch wissen wollte, aus welchem Grund genau Castle sie in letzter Zeit so sehr umworben hatte, wobei sie diesbezüglich bereits einen recht expliziten Verdacht hatte, allerdings beschloss sie erst einmal den Papierkram, der jedes Mal nach Beendigung eines Falls anfiel, zu bearbeiten, bevor sie erneut das Gespräch mit ihrem Partner suchen würde.

Wie beschlossen – so getan, sobald alle notwendigen Unterlagen schließlich fertig abgearbeitet waren, was deutlich mehr Zeit in Anspruch genommen hatte, als sie ursprünglich dachte, machte sie sich auf die Suche nach dem Schriftsteller, der sie vor einigen Minuten verlassen hatte, um irgendwo in aller Ruhe mit seiner Tochter telefonieren zu können, die sich zurzeit auf einem mehrtägigen Schulausflug in Boston befand.

Sie suchte zunächst im Pausenraum, leider ohne Erfolg, anschließend sah sie im Archiv nach, wieder erfolglos, ihre nächste Station war der Beobachtungsraum, in dem sie ihren gesuchten Mann auch schließlich oder viel mehr endlich fand, er beendete gerade das Gespräch mit Alexis und verabschiedete sich von ihr, als sie den Raum betrat und bei den liebevollen Worten, mit denen er seine Tochter bedachte, wurde ihr ganz warm ums Herz.

Er hatte viele liebenswerte Eigenschaften und Seiten an sich, aber seine väterliche Ader war definitiv eine ihrer absoluten Favoriten, er hatte den jungen Rotschopf wirklich sehr gut, geradezu hervorragend erzogen und das fast ganz ohne fremde Hilfe, nur mit ein wenig Hilfe seiner Mutter und obwohl Alexis sich meistens erwachsener verhielt als er, änderte das dennoch nichts daran, dass er ein fantastischer Vater war.

„Hey“, warf sie ihm ein Lächeln zu, welches, seiner Ansicht nach, mal locker jede noch so dicke Eisschicht zum Schmelzen hätte bringen können und für ihn stand zweifelsfrei fest, dass, wenn sie damals auf der berühmten Titanic gewesen wäre, das Schiff dann niemals gesunken wäre, weil der Eisberg, den jenes gerammt hatte, zu diesem Zeitpunkt schon längst vollständig weg geschmolzen und nur noch flüssiges Wasser gewesen wäre.

„Hey“, gab er zurück und erwiderte das ihm geschenkte Lächeln mit exakt derselben Intensität und brachte damit, ohne es zu wissen, ihr Herz wie wild zum Schlagen, fast so als wäre es ein unzähmbares Wildpferd, das sich aus seinem fleischlichen Gefängnis befreien und sich direkt in seine Hände begeben wollte, wo es endlich zur Ruhe kommen konnte und gleichzeitig Sicherheit, Geborgenheit und Liebe fürs ganze Leben finden würde.

„Wir müssen noch unser Gespräch von vor ein paar Tagen beenden“, teilte sie ihm wahrscheinlich unnötigerweise mit, schließlich war Castle, auch wenn er mittlerweile kein junger Spund mehr war, trotzdem noch lange kein alter Knacker, sondern ein kluger, gebildeter und vitaler Mann im besten Alter und somit vollkommen dazu in der Lage, sich von selbst daran zu erinnern, dass es da zwischen ihnen noch etwas zu besprechen gab.

„Ja, das müssen wir in der Tat“, stimmte er ihr nickend zu, wobei er sich etwas viel besseres, schöneres und auch angenehmeres vorstellen konnte, was sie mit ihren Lippen tun könnten, als sie zum Reden zu gebrauchen, aber dafür war ja, je nach dem wie ihr Gespräch verlief, gegebenenfalls ja auch noch später mehr als genügend Zeit, also schob er diesen unartigen Gedanken beiseite und speicherte diesen in seinem Hinterkopf ab.

„Also frage ich Dich hiermit noch einmal, Rick: Warum hast Du mich in letzter Zeit so umworben?“, wiederholte sie in etwa dieselbe Frage, die sie ihm vor ein paar Tagen, als sie dieses Gespräch, das sie jetzt gerade genau an der Stelle fortführten, wo sie es leider hatten unterbrechen müssen, schon einmal gestellt hatte, wenn auch nur in etwas abgeänderter und auch abgekürzter Form, aber der Inhalt der Frage blieb gleich.

Er legte daraufhin seine Hände an ihre Wangen, sah ihr ganz tief in die Augen, so tief, dass er glaubte ihr nicht nur direkt in die Seele, sondern auch ins Herz blicken zu können und das, was er da zu lesen glaubte, war so als würde er einen Blick in sein eigenes Herz werfen und dort all die Gefühlen sehen, die er für sie empfand, Vertrauen, Bewunderung, Verehrung, Zärtlichkeit und Leidenschaft, aber vor allem Liebe.

Dann holte er, genau so wie ein paar Tage zuvor auch schon, kurz mehrmals tief Luft, nahm erneut seinen ganzen Mut zusammen, näherte sich mit seinem Gesicht dem ihren, bis schließlich nur noch wenige Zentimeter ihre Münder voneinander trennten, er gab sich innerlich einen Ruck und hauchte ihr ein „Weil ich Dich liebe, Kate“ zu, bevor er die übrige Distanz zwischen ihnen überbrückte und seine Lippen zärtlich auf ihre legte.

Sie zögerte nur kurz, vielleicht fünf oder sechs Sekunden lang, bevor sie den Kuss schließlich erwiderte, dann ihre Arme um seinen Hals schlang und ihre Lippen noch fester aufeinander presste, er reagierte darauf, indem er seine Hände von ihren Wangen hin zu seiner Taille wandern ließ, diese um jene legte und im Gegenzug ihren Körper dichter an seinen drückte, während ihre Zunge um Einlass bat, den er ihr sofort und nur zu gerne gewährte.

„Ich liebe Dich auch, mehr als ich jemals für möglich gehalten hätte“, flüsterte sie ihm mit vor Gefühlen nur so triefender Stimme zu, mit einem seligen Lächeln in ihrem bildhübschen Gesicht und einem hellen Funkeln in ihren Augen, nachdem sie den Kuss, aufgrund von akutem Sauerstoffmangel, leider viel zu schnell wieder beenden mussten, seine Züge, sowie seine Seelenfenster waren von demselben Ausdruck von Zufriedenheit und Glück gezeichnet.

„Dann geht es Dir genau so wie mir“, war das Letzte, was er in einem heiseren Ton zu ihr sagte, bevor er einen weiteren Kuss initiierte, der, genau so wie der vorherige auch, solange von ihnen ausgeführt und in vollen Zügen genossen wurde, bis ihre Lungen vor Verlangen nach Sauerstoff zu brennen begannen, die nächsten Minuten verbrachten die beiden mit dem Austausch von allerlei Zärtlichkeiten und auch Nettigkeiten.

Irgendwann beschloss sie ihn ein wenig zu reizen, indem sie anfing die Knöpfe an seinem Hemd zu öffnen, langsam, ganz langsam und jedes Stück Haut, das sie dabei freilegte, wurde von ihr mit ihren Lippen geliebtkost, sie wollte ihn keineswegs verführen, sie wollte ihn, wie bereits erwähnt, lediglich ein kleines bisschen necken und sehen, wie er darauf reagierte und wie weit sie gehen konnte, bis er die Kontrolle verlieren würde.

„Kate, so sehr mir das, was Du da tust, auch gefällt, so würde ich das dann doch viel lieber woanders fortführen“, flehte er sie an jetzt sofort mit ihrem Tun auf zu hören, denn so gerne er das hier auch weiter führen wollen würde, so war das beim besten Willen nicht der richtige Ort dafür, wenn er sie das erste Mal liebte, dann bei einem von Ihnen Zuhause, vorzugsweise in einem Bett oder auf irgendeiner anderen weichen Unterlage und nicht in einem Beobachtungsraum inmitten eines Polizeireviers.

„Na, wenn das so ist, wollen wir dann zu mir oder Dir?“, fragte sie ihn und bedachte ihn dabei mit einem anzüglichen Lächeln, während ihre Augen ihm prophezeiten, dass das, was sie da gerade eben getan hatte, noch längst nicht alles war, bei weitem nicht, sondern das dies nur ein kleiner Teil, erst der Anfang von etwas war, was, wenn er es wollte und es ihr erlauben würde, heute Nacht seinen unvermeidlichen und unaufhaltsamen Lauf nehmen würde.

„Wir können ruhig zu mir fahren. Alexis ist ja nicht da, wie Du weißt und Mutter ist…ist…ach egal, jedenfalls ist sie nicht Zuhause. Lass uns gehen“, antwortete er ihr, wobei er, je länger er ihr in die Augen sah und das wirklich wahnsinnig verlockende Versprechen in diesen las, immer größere Schwierigkeiten dabei hatte klar zu denken und letztendlich war es ihm egal, wohin sie fahren würden, Hauptsache er würde endlich mit ihr alleine sein.

„In Ordnung. Aber bevor wir hier rausgehen, solltest Du besser dein Hemd wieder zu knöpfen. Und wisch Dir auch dieses Lächeln vom Gesicht, sonst wissen die anderen sofort, was wir hier getrieben haben“, sagte sie in einem strengen, befehlenden Ton zu ihm, jedoch mit einem neckischen Grinsen um die Mundwinkel herum, bevor sie den Raum schnurstracks verließ und Castle zurückließ, der einige Sekunden lang völlig perplex und bewegungsunfähig war.

Doch glücklicherweise fasste er sich sehr schnell wieder und sobald er, wie befohlen, sein Hemd wieder zugeknöpft und auch sein Gesicht von dem breiten, zufriedenen Lächeln, das jenes bis dahin zierte, befreit hatte, folgte er Beckett schleunigst zu ihrem Schreibtisch, wo sie stand und schon sehnsüchtig auf ihn wartete, in ihren Mantel gehüllt, ihre Handtasche um die Schulter und bereit zum Aufbruch, bereit zum Start in den ersten gemeinsamen Abend mit ihrem neuen Freund.

Und da er ebenso dazu bereit war, zögerte er nicht lange, sondern schnappte sich nur noch rasch seinen Mantel, der über der Rückenlehne seines Stuhls hing, bevor er sie mit einem „Wollen wir?“ fragte, ob sie bereit war zu gehen, woraufhin sie mit einem leisen „Ja“ nickend zustimmte und die beiden sich schließlich nebeneinander zum Fahrstuhl begaben und während der Fahrt nach unten, sowie auf dem Weg zum Auto, fühlten sie sich so glücklich wie noch nie zuvor in ihrem Leben.

Glücklich darüber, dass sie nach jahrelangem Warten, Zögern und Sehnen jetzt endlich zusammen waren, ein Paar, ein Liebespaar und die heutige Nacht würde nur die erste in einer langen Reihe von Nächten sein, die sie in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren miteinander verbringen würden und das hatten sie einzig und allein seiner unglaublichen Geduld und seiner extremen Hartnäckigkeit zu verdanken.

Und seine intensive Umwerbung in den letzten paar Wochen, hatte gewiss ebenfalls seinen gerechten Anteil daran gehabt, dass sie nun am Ziel ihrer Träume angelangt waren und keiner von ihnen wollte sich auch nur im geringsten vorstellen, wie lange sie wohl noch umeinander herum getänzelt wären, wenn er seine Bemühungen um sie in letzter Zeit nicht so sehr verstärkt hätte und stattdessen einfach bei seiner alten Vorgehensweise geblieben wäre.

Aber zum Glück hatte er das nicht getan und war dafür auch reichlich belohnt worden, mit dem kostbarsten Preis, den man, seiner Ansicht nach, überhaupt nur kriegen und mit keinem Geld oder Gold der Welt kaufen konnte, nämlich Kate Becketts reine und bedingungslose Liebe, die einzig und allein ihr gehörte, genau so wie Rick Castles Liebe voll und ganz ihr gehörte und auch immer gehören würde, für den Rest ihrer beider Leben.

Oder so wie sie es einfach und kurz ausdrücken würden: Immer.

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Und fertig ist das neueste Kapitel, hoffentlich hat’s euch wieder super gefallen, auf jeden Fall bin ich auf eure diesmaligen Rückmeldungen bereits gespannt wie so ein Flitzebogen und natürlich wünsche ich euch jetzt vorab schon mal ein ganz schönes Wochenende, auf das es bitte möglichst nicht allzu heiß werden möge.

Bis zum nächsten Mal, euer Ahadi.
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