Infected

GeschichteAngst / P16 Slash
28.04.2019
11.09.2019
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Es war genau 13 Minuten her, seit die Nachricht von Rikis Geiselnahme sie erreicht hatte. Und damit war noch nicht einmal die Offizielle gemeint. Wie lange es wohl dauern würde, bis die Krähen Forderungen stellten? Und was würden sie in der Zwischenzeit mit ihr anstellen?
             
Yukine lief in der Basis auf und ab, unfähig auch nur einen Moment still zu stehen. Yui hatte vor zwölf Minuten eine Krisensitzung einberufen. Bis jetzt saßen auf den abgeranzten Sofas Shizuka, Ayano, und noch drei weitere aus ihrem Team. Hayato hatte sich vorerst ins Krankenzimmer zu Semi gesellt, wobei die Tür offen stand. Vorsichtshalber.
                 
Der rothaarige Wirbelwind Hima, die in der Basis für jegliche Laborarbeiten zuständig war, hatte den Kopf in die Hände gestützt und tippelte nervös mit den Füßen. Die Ärmel ihres schmutzigen Laborkittels waren feucht von Tränen.
                   
Den Arm um sie gelegt hatte ein Mädchen von etwa 15 Jahren. Ihre hellbraunen Haare hingen ihr kurz unter dem Kinn. Mirai war das Nesthäkchen der Gruppe und die gutmütigste von ihnen allen. Wie konnte in einer Welt wie dieser nur jemand wie sie existieren? Obwohl Mirai die Jüngste und Unerfahrenste von ihnen war, schaffte sie es doch immer wieder alle mit ihrer hoffnungsvollen Art auf den Beinen zu halten.
                   
Die Dritte im Bund war Rin. Ein sehr stilles 16-Jähriges Mädchen. Sie war groß und schlaksig und trug ihr langes, schokobraunes Haar so gut wie immer in einem geflochtenen Zopf. Ohne ihre Kochkünste wäre die Truppe schon lange aufgeschmissen gewesen. Sie konnte selbst aus den bitteren Wurzeln der Gewächse hier einen Fünf-Sterne Eintopf zaubern. Rin war sehr oft Draußen im Dschungel. Sie mochte den engen Bunker nicht besonders.
           
Als sie diesen Ort hier zu ihrem Versteck gemacht hatten, war alles mit Pflanzen überwuchert und heruntergekommen gewesen. Die Mädchen hatten sich alle Mühe gemacht, ihr neues Zuhause freundlich und bewohnbar, aber auch schwer zugänglich zu machen. Die Möbel waren größtenteils Fund- oder Erbstücke oder selbst zusammen geschustert. Nicht selten hatte Yukine die Sofas schon mit Schlingpflanzen ausstopfen müssen. Die Küche war nicht mehr, als ein selbstgebauter Gasherd mit ein paar Schränken und einer Theke, die auf das 'Wohnzimmer' hinausblickten, ganz zu schweigen vom Bad. Eine Wasserleitung im ganzen Bunker. Das mit dem Wasser war allerdings eh so eine Sache. Ein paar Sachen hatten sie hier vorgefunden. Anscheinend ein alter Schutzbunker aus der Zeit des Atomkrieges. Die Mädchen hatten alles repariert und renoviert, soweit es eben ging.
           
Auf einem komplett anderen Niveau war die technische Ausstattung. An Sicherheit zu sparen wäre in ihrer Situation Selbstmord gewesen. Trotzdem war es ein Wunder, dass die Krähen sie noch nicht an Hand ihrer Computer ausfindig gemacht hatten.
                   
In diesem Moment sprang Hima auf. Mirai schreckte ruckartig zurück.
                 
„Verdammt, das geht doch nicht!“, rief sie frustriert. „Wo bleibt Ruka?! Das ist 'ne ernste Angelegenheit!“ Yukine atmete tief ein und aus, um ihre Nerven zu beruhigen.
               
„Hima-san, bitte beruhige dich!“, sagte Mirai vorsichtig. „Vielleicht ist sie heute ein bisschen weiter raus gegangen, als sonst. Yui-san funkt sie gerade an.“
       
Hima raufte sich die fluffigen, roten Haare und begann im Raum auf und ab zu laufen. Shizuka stöhnte entnervt auf. Der ganze Raum glich einem einzigen angespannten Nervenbündel.
         
„Leute bitte. Wir müssen ruhig bleiben.“, versuchte Mirai erneut ihr Glück. Da riss bei Yukine der Faden.
     
„Wie soll ich ruhig bleiben, wenn Riki von den Krähen gefangen und gefoltert wird verdammte Scheiße?!“
         
Erschrocken wich Mirai ein Stück zurück und alle im Raum hielten die Luft an. Sie hatte ausgesprochen, was allen schon die ganze Zeit durch den Kopf schwirrte. Sollten sie es nicht irgendwie schaffen, Riki zu befreien…
           
„Ich kann das nich mehr.“, teilte Yukine ihnen mit, schnappte sich ihre Ausrüstung und lief schnurstracks auf den Ausgang zu. Es war ihr scheißegal was, aber sie musste hier raus und etwas tun. Und wenn dieses Tun im Abknallen von Zombies bestand.
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