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LOVE

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Het
OC (Own Character) Tom Hiddleston
27.04.2019
09.10.2021
17
114.769
8
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Dieses Kapitel
1 Review
 
 
27.04.2019 6.231
 
Hallo ihr Lieben,

für diese FF habe ich schon seit längeren Ideen gesammelt und setzte sie jetzt um. Ich hoffe sie gefällt euch.
Kurz vor Weg, noch einmal zur Erinnerung, diese Geschichte ist reine Fiktion und entspringt allein meinen Gedanken.

Nun wünsche ich viel Spaß beim Lesen.

LG
eure
Christmasbell
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Kapitel 1
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*
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Vor und zurück, wippte sie auf ihren Füßen hin und her. Noch immer wusste sie nicht recht was heute los war. Wahrscheinlich wäre es besser gewesen, sie wäre im Bett geblieben. Vorhin war sie schon einmal im Café gewesen und hatte dort schon mitbekommen, dass das Lesegerät für die EC-Karten nicht funktionierte. Ihre Bestellung hatte sie da schon aufgegeben gehabt und wartete nun darauf, endlich ihre Bestellung abholen zu können. Doch es lief wohl alles nicht so gut, wie sie es wollte. Ihr Kopf war diese Woche so wieso schon total überfordert, am Donnerstag müsste sie mit ihrer Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit etwas erledigen.
Vor ihr stand ein Mann mit Bart und leicht gewellten Haar, welches wohl aus dem Gesicht gestylte wurde. Immer wieder hatte sie das Gefühl, sie würde ihn irgendwoher kennen. Dann riss ihr Handy sie aus ihren Gedanken.

„Hey Emma, was kann ich für dich tun?“, wollte sie von ihr wissen als sie ihr Handy ans Ohr hielt.

„Es hört sich eher so an als könnte ich eher etwas für dich tun. Du hörst dich etwas gestresst an.“, wies ihre beste Freundin sie drauf hin.

„Ach Stress, was soll das denn sein? Nein eigentlich geht es noch. Bin heute wohl mit dem verkehrten Fuß zu Erst aufgestanden und seit dem geht alles schief. Bei meinem Glück heute fällt mir nachher noch der Farbeimer auf den Kopf oder ich trete in ihn hinein. Ich muss gleich noch versuchen irgendwo was Essbares auf zu treiben, damit mir meine Helfer nicht von der Leiter fallen.“, erklärte sie es ihr.

„Okay, ich komme und helfe dir, wo steckst du denn gerade, ich stehe vor dem Gebäude von eurer neuen Adresse?“, erkundigte sie sich bei der zierlichen Blonden, die im Café wartete.

„Ein Café weiter als sonst, denn das Andere hat heute geschlossen. Du wärst mir wirklich eine Hilfe.“, antwortete sie ihr und hörte nur noch wie sie ihr zusagte und dann auflegte.

Gerade als sie ihr Handy in ihre Latzhose steckte, die über und über mit Farbklecksen überseht war, wurde sie endlich bedient. Vor ihr an der anderen Kasse, wurde der Mann bedient. Vorsichtig lugte sie zu ihm rüber, denn die Mitarbeiterin sah immer wieder zu ihm rüber. Während sie ihre Bestellung bezahlte tauchte neben ihr endlich ihre Freundin auf.

„Hi, Loulou. Gib her, dass bekommst du nie und nimmer heile ins Büro.“, während die Angesprochene leicht drückte, sah die Dunkelblonde über ihre Schulter rüber zu dem Mann.

„Wie oft soll ich dir noch sagen, dass du mich nicht Loulou nennen sollst? Ich bin keine Fünf mehr.“, antwortete sie ihr als sie ihr Portemonnaie zurück in die Hosentasche steckte wo auch noch der Schlüssel anfing zu klimpern.

„Was? Ja ich weiß aber du regst dich immer so schön auf. Komm jetzt, lass uns gehen bevor wir deinem Vater begegnen und John. Auf ihn hab ich absolut keine Lust.“, informierte ihre Freundin sie.

„Oh ja bitte, den muss ich diese Woche nicht auch noch sehen.“, antwortete sie selber ihrer Freundin und reicht ihr die eine Hälfte der Kaffees und sie selber nahm die Anderen.

„Dein Vater ist immer noch nicht dahinter gekommen, dass er sich nur zu ihm versetzen lassen hat, damit er dich öfters sehen kann. Hatte er das wirklich ernst gemeint, dass du mit ihm ausgehen sollst?“, erkundigte sich Emma bei ihr.

„Nein, soweit hat er das nicht bedacht. Jedoch brauchst du dir keine Sorgen machen, mit dem würde ich nie ausgehen. Ich habe kein gutes Gefühl bei ihm.“, erklärte es ihr die zierliche Blonde.

„Gut so. Ach weißt du eigentlich was, was würdest du davon halten, wenn wir am Freitag einfach ein wenig deine neue Produkteinführung feiern? So wie ich dich kenne sitzt du sonst wieder nur an deinem Handy und versucht schlau zu werden, wie gut der neue Lippenstift ankommt.“, schlug sie ihr vor und Louisa war wirklich kurz davor ihr auch zu zusagen.

„Hast du denn überhaupt Zeit dafür?“, wollte Louisa es nun doch sicherheitshalber wissen.

„Mach dir deswegen keinen Kopf, für dich werde ich wohl einen Abend frei machen können. Egal was mein Schatz sagt oder ob was anderes ansteht.“, versicherte sie es ihr.

„Wenn du meinst.“, erwiderte sie es nun als sie die Tür öffnete. Im Büro wurden sie schon sehnsüchtig erwartet.

„Da bist du ja endlich wieder. Oh Emma hast du gleich auch mitgebracht.“, entgegnete ihre Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit Lara.
Lara hatte kurze schwarze Haare und war sogar auch noch zwei Jahre jünger als sie selber. Sie war ihr inzwischen eine gute Freundin geworden.

„Ach bevor ich es vergesse, wir haben schon Pizza besorgt. Setzt euch doch zu uns.“, während sie sprach zeigte sie auf die anderen Mitarbeiter und ihre Kinder, die dort auf dem Boden saßen.

Lächelnd sah sie sich um, dass alle mithalfen bei der Renovierung, bereitete ihr Freude. Damals war sie sich nicht sicher gewesen ob sie es ohne Hilfe von Malern es schaffen würden, es ordentlich auszuführen. Doch schon am Montag lief alles Gut und auch die Vorbereitung am letzten Freitag liefen ohne Probleme. Trotzdem hatte sie das Gefühl ihr privates Leben würde sich bald komplett verändern aber im Moment konnte sie sich noch nicht vorstellen, wie es passieren würde.
Seit über zwölf Jahre war sie schon mit Emma befreundet und diese Freundschaft hatte nicht nur schöne Seiten. Doch war sie immer an ihrer Seite, so gut es ihr möglich war. Ihren Kopf ließ sie auf die Schulter ihrer Freundin sinken und hoffte dieses Gefühl wieder los zu werden.

„Was ist los?“ , fragte Emma sie nun als sie still an sie gelehnt saß.

„Hm, ich weiß auch nicht so recht. Wahrscheinlich bilde ich es mir auch nur ein. Irgendwie scheint mein Kopf damit nicht ganz so zu recht zu kommen, dass alles mal gut läuft.“, flüsterte sie ihr zu, denn die Anderen sollten es nicht mitbekommen.

„Na dann ist es doch gut, dass ich dich am Freitag ablenke.“, dabei legte sie ihr den Arm um die Mitte.

Grinsend sah sie ihre Freundin an und würde trotzdem zu gerne wissen, was genau in ihrem Kopf vor ging. Louisa hielt immer wieder etwas zurück, obwohl sie auch ganz anderes sein konnte. Das Klingeln eines Handys ließ alle auf einmal verstummen. Es handelte sich dabei um das Handy von Emma.

„Mom, ja ich komme“, antwortete sie ins Handy und sah dann zu ihrer Freundin, schnell
verabschiedete sie sich bei ihr und ging dann von dannen.

Es dauerte noch einige Zeit bis die anderen gingen, Lara ging als letztes mit den Worten: „Denkst du daran Morgen ins House of Fraser zukommen. Du müsstest einmal alles abnehmen ob es gut aussieht Elsa Pataky wollte auch dazu kommen.“

„Du hast sie doch nicht extra herbestellt?“, hinterfragte sie ihre Mitarbeiterin.

„Nein habe ich nicht, sie ist zur Zeit in London mit ihrem Mann und sie würde sich gerne ansehen wie sich die Aufnahmen dort machen. Außerdem denke ich sie würde auch mal gerne wieder mit dir reden als nur mit mir.“, erklärte es ihr die Schwarzhaarige.

„Okay ich bin Morgen da. Jetzt sieh zu dass du nach Hause kommst zu deinem Mann.“, erwiderte sie ihr nun und sah dann wie sie ging.

Tief seufzte sie und sah sich um, langsam kam etwas Leben in diesen großen Raum. Morgen und Freitag sollten die Handwerker die Glaswände aufstellen. Für ihr Büro und die Meetingräume. Jedoch saßen nie mehr als zwei Personen nah bei einander, damit sie in Ruhe arbeiten konnten. Großraumbüro hasste sie selber, schließlich hatte sie früher selber in so einem Büro gearbeitet und sich nie wohl gefühlt dabei. Gedankenverloren sammelte sie ihre Sachen zusammen und wollte gerade gehen als sie in den Farbeimer trat.

„Verdammt.“, fluchte sie vor sich hin.
Mit ihrem Handy machte sie ein Foto von ihrem Fuß im Eimer. Nun musste sie wirklich schnell nach Hause um die Farbe von ihrem Fuß zu waschen.
Der Tag war nun wirklich gelaufen. So schnell wie nur möglich versucht sie nun aus dem Büro zu kommen.

<So für mich ist der Tag gelaufen für heute. Werde versuchen die Farbe abzubekommen. Muss Morgen noch ins House of Fraser und da kann ich nicht mit der ganzen Farbe am Fuß hingehen. Bette, dass morgen ein besserer Tag für mich ist.>, tippte sie ins Handy und hängte das Bild an die Nachricht für Emma als sie die Treppe hinunter lief.

Die frische Luft drang in ihre Lungen als sie den Bürgersteig wieder betrat. Bei jedem Schritt fühlte sich ihr Fuß komisch an, durch die Farbe in ihrem Schuh. Jetzt konnte sie die Schuhe sicherlich wegschmeißen. Langsam schritt sie durch die hereinbrechende Nacht. Es war ja schließlich erst Anfang März. Ihr dicker Pullover unter der Latzhose hielt sie immer noch warm.Zu gerne hätte sie ihr Handy wieder heraus geholt und hätte Emma so gerne angerufen, doch sie wollte auch nicht stören. Nicht um sonst hatte ihre Mutter bei ihr angerufen, dass sie herkommen sollte. In der Regel bedeutete es, dass ihr Bruder wieder im Lande war.
Über ihren Bruder redeten sie beide nicht wirklich, nur dass er da ist und sie sich meldet, wenn sie Zeit hätte.

<Ich hau mich gleich weg vor Lachen und Mom auch. Komm mir bloß heile nach Hause, nicht dass ich noch den Notarzt rufen muss. Morgen klappt sicher alles wieder besser. >, Emma hatte ihr geantwortet.

<Schön, dass ihr auf meine Kosten lachen konntet. Ich hoffe es sehr. Sonst bleib ich Freitag garantiert zu Hause. Endlich zu Hause ich wünsche eine Gute Nacht.>, tippte sie flink als sie vor dem Wohngebäude stehen blieb. Flink griffen ihre Finger nach dem Schlüssel aus ihrer Brusttasche von der Latzhose.


In ihrer Wohnung angekommen sah sie sich um, alles war dunkel und nur leicht konnte sie sehen wo etwas stand. In ihrer kleine zweieinhalb Zimmer Wohnung, fühlte sie sich immer noch wohl. Das halbe Zimmer hatte sie als ihr kleine Büro hergerichtet, denn sie musste ab und zu auch von zu Hause arbeiten. Ihre Finger betätigten den Schalter neben der Tür, damit wurde der Flur erleuchtet. Ihren Schlüssel ließ sie in die Schale auf der Kommode fallen. Mühselig schälte sie sich aus ihrer Kleidung, denn so konnte sie nicht ins Badezimmer gehen. Erst als sie alles aus hatte bis auf ihre Unterwäsche lief sie durch ihre Wohnung, um den Schlafanzug zu holen und dann in der Dusche zu verschwinden. Das Wasser lief sich schon einmal warm als sie ihre Unterwäsche auszog und dann unter das warme Wasser verschwand. Die Wärme tat ihr eindeutig gut, soviel konnte sie sagen. Alle Anspannung fiel von ihren Schultern und deswegen spürte sie die Müdigkeit, denn schon seit ein paar Tagen schlief sie nicht gut. Vielleicht lag es auch nur daran, dass ihr Bewusst wurde, dass im April schon wieder der Todestag ihrer Mutter sich jährte. Dreizehn Jahre war sie dann nicht mehr bei ihr. Ihre Mutter hatte ihr so sehr gefehlt zwischendurch. Schnell schob sie die Gedanken wieder bei Seite, denn noch war es zu früh daran zu denken. Sowie an alles andere was seitdem passiert war.
Schwer seufzend ließ sie sich auf ihr Bett fallen und schloss die Augen.
Als sie erwachte, konnte sie nicht glauben was sie auf der Uhr neben sich auf dem Nachttisch sah, neun Uhr. Wie von Blitz getroffen schwang sie ihre Beine aus dem Bett. Wie sollte sie das nur je pünktlich schaffen, um zehn dort zu sein. Nie im Leben würde sie es schaffen. Schnell schob sie die Zahnbürste in den Mund und lief wieder zurück ins Schlafzimmer und suchte ihr Handy hervor.

<Morgen, wolltest du mir nicht die Daumen drücken?>, war nun kurz eine Nachricht an Emma raus gegangen.

Frische Wäsche hatte sie sich zum Glück schon am Abend angezogen, somit musste sie nur noch in ihre Kleidung springen, im wahrsten Sinne des Wortes, sonst würde sie es einfach nicht schaffen. Diese Woche war doch verflucht. Sicherlich kam heute noch mehr auf sie zu. Kaum hatte sie Hose und ihre Bluse angezogen, klingelte es auch noch an der Tür. Ohne zu fragen, wer da war, öffnete sie die Tür als sie mit ihren Füßen in ihre Pumps schlüpfte. Mit der Zahnbürste immer noch im Mund sah sie zur Tür.
Emma.

„Willst du auf See?“, fragte sie nun als sie Louisa sah.

„Haha sehr witzig“, fing sie an zureden als sie ins Badezimmer lief, dort sah sie in den Spiegel und hörte Emma wie sie ihr folgte, „ich habe vergessen den Wecker zu stellen und ich soll um zehn da sein.“

„Na dann schnappe dir deine Sachen, ich bring dich. Du kannst den Rest im Auto machen.“,informierte ihre Freundin sie und erleichtert drückte, die zierliche Blonde diese nun auch noch.

Während Emma fuhr, korrigierte sie ihr Hautbild mit etwas Foundation. Bis Emma ins Parkhaus fuhr hatte Louisa alles geschafft, nur noch der Lippenstift fehlte. Das Auto kam zum Stehen und ihre Finger griffen nach dem Lippenstift und zogen ihre Lippen in einen roten Ton nach.

„Nun lauf schon, ich komme gleich nach.“, wurde sie aufgefordert.

„Danke Emma, du bist die Beste.“, damit verabschiedete sich Louisa bei ihr und rannte regelrecht durch das Parkhaus, denn sie hatte nur noch fünf Minuten.
Völlig außer Atem, stand sie auf die Sekunde genau vor dem Kaufhaus, wo Lara schon mit Elsa wartete.

„Guten Morgen. Hast du verschlafen?“, fragte Lara leicht lachend als sie ihre Freundin und Chefin sah.

„Morgen, dass ist überhaupt nicht lustig. Aber ich bin doch noch pünktlich oder?“, fragte sie nach.

„Mach dir keine Sorgen Louisa, du bist auf die Minute genau pünktlich. Guten Morgen.“, wurde sie von der Schauspielerin begrüßt.

„Morgen Elsa.“, antwortete sie ihr und wurde von ihr in die Arme gezogen.

Noch immer ging ihr die Pumpe, denn normalerweise rannte sie mit Pumps nicht durch die Gegend. Doch noch etwas schien ihr Herz heute aus dem Takt zu bringen, dabei wusste sie nicht einmal, warum.
Gemeinsam gingen sie rein und wurden schon von dem Abteilungsleiter erwartet.

„Guten Morgen Ms Montgommery,schön sie wieder zu sehen.“, begrüßte er sie und reichte ihr die Hand.

„Guten Morgen Mr Smith, die Freude ist ganz auf meiner Seite.“, erwiderte sie es ihm und sah sich um als er Lara und Elsa begrüßte.

„Würden sie mir bitte ins Büro folgen Ms Montgommery!“, forderte er sie auf.

„Geh ruhig, ich schau mir hier alles an.“, informierte Lara sie.



„Emma, Louisa sieht geknickt aus.“, entgegnete Elsa es der Dunkelblonden neben ihr.

„Ernsthaft, verdammt. Hey Loulou alles in Ordnung?“, fragte Emma sie nun und bekam nicht die Reaktion, die sie erwartet hatte.

„Hey, da bist du ja. Und wie sieht es aus?“, wollte sie sogleich von den anderen wissen und wollte nicht weiter auf die Frage eingehen.

„Lara hat alles abgesegnet und musste schon nach Hause. Also im Grunde hast du jetzt Zeit für etwas Shopping oder sollen wir erst einmal was Essen gehen? Du hast noch nichts gegessen.“, wies Emma die zierliche Person vor sie zurecht.

„Das wäre nicht schlecht. Ich gebe aus. Italiener?“, fragte sie noch.

„Ja das ist in Ordnung, dann rufe ich Chris an, er kommt sicher gerne auch dazu.“, lächelte Elsa nun.

„Ist in Ordnung, geht ihr ruhig vor ich muss noch telefonieren mir Lara, komme aber gleich nach.“, kurz drückte sie die Beiden und zog dann schon ihr Handy aus der Handtasche und ignorierte den großen Umschlag in der Selbigen.

Bei Lara ging keiner ran, stattdessen tippte sie ihr nur kurz, dass sie ganz dringend mit ihr reden müsste sobald sie Zeit hätte. Nachdenklich bewegte sie den Finger über den Display und wusste nicht so recht ob sie wirklich dort anrufen sollte, wo ihr Finger hängen blieb.

„Da ist ja meine Liebe Schwägerin!“, wurde sie herzlich begrüßt am Handy als ihr Finger doch auf den Hörer gedrückt hatte.

„Mark, du glaubst gar nicht wie gut es ist deine Stimme zu hören. Hast du denn Zeit oder ist Lewis bei dir?“, wollte sie gerne von ihm wissen.

„Nein, dein Bruder ist nicht da, er holt Mary ab. Also was ist los? Du hast Sorgen.“, ihr Schwager fiel regelrecht mit der Tür ins Haus.

„Ja hab ich, große sogar. Nicht bezüglich wegen mir, sondern wegen der Firma. Einige Anfragen sind noch nicht beantwortet worden und gerade hab ich einen der größten Kaufhäuser hier in England fast verloren. Unsere Produkte werden nur noch in den beiden größten Kaufhäusern von ihnen verkauft, da sie viele Filialen schließen werden. Das war mein Puffer gewesen und im Moment ist das alles viel zu viel. Irgendwie muss ich mir was einfallen lassen, damit wir bis zum Ende des Jahres weiterhin so gut da stehen wie letztes Jahr. Im Moment weiß ich einfach nicht wie.“, bei ihm ließ sie erst einmal alles ab, was sie bei Lara ablassen wollte.

„Hohl tief Luft, wenn du aufgewühlt bist, kommst du nicht weiter. Also es gäbe da auch noch die Möglichkeit, von der ich ja schon seit Jahren rede. Mach Urlaub, gönne dir eine Auszeit, danach sieht man vieles ganz anders. Außerdem musst du zugeben du bist langsam echt überarbeitet. Aus der Sicht deines Familieneigengen Psychologen empfehle ich dir Abstand zu suchen und dich neu zu sammeln.“, empfahl er ihr.

„Ich weiß nicht?“, während sie sprach sah sie ins Fenster des Restaurants, Emma winkte ihr zu, „Sag  meinem Bruder nichts, so lange ich keine Lösung habe. Sonst sind wir beide wieder dran, wie damals. Huch.“, entgegnete sie ihm.

„Was ist los?“, wollte er von ihr wissen, denn normalerweise kam nie solch eine Äußerung von ihr.

„Mir ist etwas schwindelig.“, antwortete sie ihm.

„Dann ab in den nächsten Laden und ess was. Melde dich ruhig wieder, wenn du jemanden brauchst, der dir einfach nur zuhört. Pass auf dich auf, hab dich lieb.“, damit war Mark wieder verschwunden.

Dann ließ sie ihr Handy in die Handtasche fallen und ging ins Restaurant.

„Was ist los du sahst so besorgt aus?“, fing Elsa an zu reden als sie auf sie zukam, weil sie Louisa als erstes entdeckt hatte.

„Ist schon gut Elsa. Im Moment möchte ich nicht darüber reden. Also habt ihr schon einen Platz gefunden?“,wollte sie lieber wissen.

„Da ist ja die kleine Loulou, willst du dich schon wieder raus reden?“, scherzte jemand hinter ihr.  Leicht drehte sie den Kopf in die Richtung aus der die Stimme kam.

„Hi Chris.“, begrüßte sie ihn und wurde von dem großen Mann, der wie eine Schrankwand aussah, in die Arme gezogen. Wahrscheinlich kam es ihr gerade auch nur so vor, weil sie mit ihren 1,60 nicht gerade die Größte war.

„Louisa, darf ich dir jemanden vorstellen.“,weiter kam Chris überhaupt nicht, denn Louisa sah schon wie der Mann hinter ihm zum Vorschein kam.

Das konnte doch nicht wahr sein. Ihr Herz vergaß zu schlagen. Warum musste er hier sein? Ausgerechnet jetzt wo sie selber gefühlt so nah am Wasser gebaut war. Der Blick von Emma spürte sie auf ihren Rücken und von alle anderen auch, als sie es schaffte hoch in sein Gesicht zu sehen. Diese Augen waren ihr so bekannt. Da war es wieder dieser Kribbeln in ihrem Körper als er ihre Hand griff.

„Hallo Louisa.“, seine Stimme war so sanft, obwohl sie war sich nicht sicher ob sie den Unterton richtig deuten konnte. War er unsicher?

„Hallo Thomas.“, antwortete sie ihm, was ihr alle Kraft gekostet hatte. Obwohl sie seine Hand wieder los gelassen hatte, sahen sie sich noch an bis Emma sie aus dieser Starre befreite.

„Louisa, dein Handy. Lara.“, während sie sprach reichte sie ihr das Handy.

„Bin gleich wieder da“, sprach sie und nahm das Handy entgegen und betätigte den grünen Hörer als sie zur Tür ging, „Lara, danke dass du anrufst.“

Ausführlich erklärte sie ihr, was sie verpasst hatte. Dabei lief sie wieder vor den Fenstern auf und ab, inzwischen kroch die Kälte durch ihre Kleidung, denn sie lief nur in Hose und Bluse draußen herum.

„Hey, du solltest wieder reingehen. Mach dir keine Sorgen, wirklich, dass schaffen wir schon und du bist nicht alleine. Außerdem solltest du das wirklich mal machen, Mark hat nicht unrecht mit dem was er gesagt hat.“, wies nun Lara ihre Chefin zurecht, denn sie konnte das Zähneklappern nicht mehr hören.

„Okay, dann bis Montag.“, kaum hatte sie aufgelegt, klingelte schon wieder ihr Handy.

Vor Schreck fiel ihr dieses dann auch noch aus der Hand. Mit den Fingern griff sie nach dem Handy als sie in die Hocke ging. Ein paar mal drehte sie das Handy hin und her, doch es sprang nicht an. Es war zum Verrückt werden. Mit einer Hand fuhr sie sich in die Haare nachdem sie durch die Tür gegangen war.

„Geht dein Handy noch?“, fragte Elsa sie als sie zurück an den Tisch kam.

„Nein, leider nicht.“, antwortete sie ihr und ließ ihr Handy einfach in die Handtasche fallen.

„Weswegen hast du es überhaupt fallen gelassen?“, wollte Emma nun wissen.

„Lewis hat angerufen.“, erklärte sie es ihr.

„Nicht dein Ernst, nach fast einem Jahr Funkstille, ruft dein Bruder an.“, schockiert sah ihre Freundin sie an.

„Wahrscheinlich hat er mitbekommen, dass ich vorhin mit Mark gesprochen habe. Naja, können wir jetzt Essen bestellen.“, entgegnete sie ihr und setzte sich nun neben sie.

„Klar, du hast ja auch noch nichts gegessen heute, weil du verschlafen hast.“, ärgerte Emma sie leicht.

Der Kellner brachte Wein, anscheint wurde der vorher schon bestellt. Langsam ran der Wein von ihrem Mund über die Kehle. Mit den Fingerspitzen fuhr sie über den Fuß des Weinglases und erblickte selber den Ring an ihrem linken kleinen Finger. Ihr Herz schlug schneller, was dazu führte das ihre Wangen leicht erröteten. Aus dem Augenwinkel traute sie sich vorsichtig einen Blick an die Tischfront zu werfen. Da saß er nun und redete mit Chris und Emma. Elsa warf ab und zu etwas ein. Dann auf einmal sah sie es hell auf leuchten vor ihren Augen. Auf dem Handy spielte ein Video von Elsas und Chris Kindern ab. Lächelnd griff Louisa nach dem Handy.

„Groß geworden sind sie. Sag mal hattest du vorhin eigentlich irgendetwas auszusetzen an der Umsetzung. Lara hatte darüber überhaupt nicht mit mir gesprochen und ich hab daran vorhin auch nicht gedacht.“, wollte Louisa von Elsa wissen.

„Es war alles in Ordnung, wirklich. Du machst es echt super.“, versicherte sie es ihr.

„Danke. Ach bevor ich es vergesse,“ fing sie an zu reden und kramte in der Handtasche herum und zog eine Tüte hervor, während sie es ihr reichte, sprach sie weiter, „Ich hoffe das Reicht erst einmal eine Weile.“

„Wow, dass ist aber eine Menge und die Tüte ist für ihn oder?“, erkundigte sich Elsa bei ihr und zeigt parallel dazu auf ihren Mann.

„Ja, ist es.“, erwiderte sie ihr.

„Was ist für mich?“, wollte nun Chris wissen.

„Hier für dich.“, damit reichte Elsa ihm die kleiner Tüte aus ihrer Tüte.

„Du bist ein Schatz Louisa.“, bedankte er sich als er zu ihr sah.

„Ich gebe mir Mühe.“, entgegnete sie ihm als gerade das Essen kam.

Kaum hatte Chris den ersten Bissen hinunter geschluckt sah er Louisa an, sie war ihm heute eigentlich viel zu still. Louisa schob ihr Essen einige Zeit nur hin und her, ohne wirklich was davon zu essen.

„Sag mal was ist eigentlich los mit dir Louisa? Die letzten Male warst du fröhlicher.“, fragte er nach.

„Etwas vom Pech verfolgt, Emma hat auf jeden Fall immer was zum Lachen.“, erklärte sie es ihm kurz, denn wirklich weiter darauf eingehen wollte sie nicht.
Stattdessen griff sie zu dem Glas Wein und gönnte sich noch einen weiteren Schluck.

„Das war auch zum Lachen gestern. Irgendwie war es abzusehen, dass du in den Farbeimer trittst.“, lachte sie leicht.

„Jaja du kannst lachen, sollte mir das nochmal passieren oder dass er mir auf den Kopf fällt, drück ich dich gleich schön fest, damit du auch voller Farbe bist.“, grinste sie vor sich hin beim Erzählen.

„Hört auf zu lachen, dass macht sie wirklich. Beim letzten Mal war ich blau nach ihrer Umarmung. Louisa sollte das Streichen lassen.“, versuchte Emma sich zu verteidigen.

„Unfair.“, dabei stieß sie ihrer Freundin leicht in die Seite.

Zum ersten Mal sahen alle Louisa lachen, ihre ernste Mine war verschwunden.
Vorsichtig schob sich Louisa die Nudeln in den Mund. Pasta ging eigentlich fast immer. Es musste auch nicht immer so aufwendig sein. Nudeln mit Ketchup ging in der Regal auch immer wieder, wenn sie nicht wusste was sie essen sollte, oder keine Lust hatte nochmal extra einzukaufen.

Ihr Herz kam mit dem Anblick, der sich ihr bot, doch besser zu recht als sie es sich vorgestellt hatte. Die Vergangenheit saß jetzt mit an dem Tisch und lächelte sie an. Irgendwann wäre es so wieso passiert und somit hatte sie es endlich hinter sich gebracht. Plötzlich wurde sie aus ihren Gedanken gerissen als sie angetippt wurde an der Schulter. Louisa drehte sich um und blickte in dunkelbraune Augen, die ganz schüchtern sie ansahen. Das Mädchen vor ihr war eigentlich immer sehr auf geweckt gewesen aber in den letzten Monaten, war sie sehr traurig geworden.

„Eva.“, kam es über die Lippen der zierlichen Blonden.

„Hast du kurz Zeit?“, erkundigte sich sie zaghaft.

„Sicherlich, ich komme sofort zu dir.“, antwortete sie ihr.

„Bist du dir sicher?“, fragte Emma nach als sie bemerkte wie Louisa aufstehen wollte.

„Sicher doch. Ich hab es versprochen.“, entgegnete sie es ihr.

„Ich mein ja nur, wegen…..“, fing Emma an ihr zu widersprechen doch Louisa legte ihre Hand auf ihre Schulter und flüsterte dann in ihr Ohr: „Ich weiß, dann muss ich mich halt zusammenreißen“, beim Aufrichten sah sie direkt in die Augen von Chris bevor sie das Wort ergriff, „ Also ich brauch noch ein neues Handy heute. Bin für Vorschläge offen, bin gleich wieder da.“

„Ist alles in Ordnung?“, wurde sie nun in Spanisch gefragt von Elsa, denn ihr war nicht wohl bei dem Anblick ihrer Freundin.

„Es muss, auch wenn es mir das Herz bricht.“, antwortete sie auch auf Spanisch.
Dann ging sie.


Elsa sah zu Emma, denn sie wussten ganz genau, dass Louisa nicht fröhlich wieder kommen würde.
Chris hatte seine Frau angesehen als sie auf einmal Spanisch sprach und Louisa ihr auch noch antwortete, dass konnte nichts gutes heißen. Erleichtert atmete seine Frau aus als Louisa wieder kam und eine Mappe in der Hand hielt. Ihr Lächeln sah trotzdem aufgesetzt aus, irgendwas setzte der Blonden zu. So sehr sie es auch vertuschen wollte, fiel es inzwischen auch den anderen am Tisch auf. Sein Freund Tom sah Louisa an als sie wieder kam, er konnte nur erkennen, dass sich der Kiefer seines Freundes anspannte.Viel länger konnte er sich das nicht ansehen und stand auf. Griff nach ihrer Handtasche, ihren Trenchcoat und griff nachdem Handgelenk von Louisa. Er zog sie aus dem Restaurant.

„So komm zieh deine Jacke an, du frierst sonst gleich wieder. Gut. Also ich weiß nicht genau was los ist aber ich sehe, dass es dir nicht gut geht. Du gehst mir jetzt direkt nach Hause, leg die Sim in dein altes Handy und kümmer dich die Tage um ein anderes. Ruh dich aus. Regel alles im Büro am Montag und dann packe deinen Koffer. Louisa du brauchst dringend Urlaub. Mach dir keine Sorgen wohin, wir melden uns bei dir, es wird auf jeden Fall warm. So sieh mich mal an.“, bat er sie zum Schluss den Louisa sah ihn nicht richtig an.

Da sahen ihn die blauen Augen an, die bis zum Anschlag gefüllt waren mit Tränen.

„Danke, es tut mir leid.“, dabei brach ihre Stimme.

„Los geh schon, sonst rennt dir gleich noch jemand hinterher. Es ist in Ordnung, auch mal Schwäche zu zeigen. Elsa meldet sich nachher sicherlich noch bei dir. Pass auf dich auf.“, bat er sie nun. Ihre zarten Finger zitterten als sie sich die Tränen von den Wangen abwischte.

„Danke Chris.“, damit drückte sie den Schauspieler und ging dann davon. Nicht einen Blick richtete sie auf die Fenster, keiner sollte ihre Tränen sehen. Keiner ihr gebrochenes Herz in ihrem Gesicht ablesen. Es fing an zu regnen gerade als sie los lief, der Himmel weinte mit ihr und vertuschte somit die Tränen auf ihren Wangen.


Viel zu laut schlug die Tür ihrer Wohnung ins Schloss. Es war eindeutig alles zu Viel. Sie musste wirklich mal raus aus ihrer gewohnten Umgebung. Mit zitternden Fingern zog sie ihre Kleidung aus und ließ sie einfach auf dem Boden vor der Badewanne fallen. Das warme Wasser lief in die Wanne als sie nackt durch den Flur lief ins Büro. Sie suchte ihr altes Handy heraus. Es lag erst zwei Monate in der Schublade. Die Sim-Karte und ihre Speicherkarte schob sie aus dem kaputten Handy in ihr Altes. Kaum war es hoch gefahren vibrierte es in einer Tour. Emma, Elsa, Chris und sogar ihr Bruder. Da ihr altes Handy jedoch fast leer war musste er erst einmal geladen werden und während es an der Stromversorgung lag, stieg sie in die inzwischen gefüllte Wanne. Alles war so ein durcheinander auf einmal und ihr Herz wusste nicht mehr genau was es fühlen sollte.

Freude.
Schmerz.
Angst.
Traurigkeit.
Liebe?.

Langsam glitt sie unter Wasser und hoffte einen Moment ihren Gedanken entfliehen zu können. Diese Woche war eindeutig durch gefallen - egal wie gut sie noch werden sollte.
Louisa verkroch sich nach dem Baden in ihrem Bett. Zog die Decke über den Kopf. Alleine zu sein half ihr nicht wirklich aber sie konnte ohne Hemmung weinen.  

Sie mochte Eva. Doch Eva traf noch ein schweres Los als sie. Ihre Mutter war einfach gegangen, ohne sich zu verabschieden. Nicht weil sie starb, sondern weil sie es nicht mehr aushielt. Eva wusste nicht ob sie geliebt wurde von ihrer Mutter.
Trotzdem rief es alle Erinnerung an ihre eigene Mutter wach. Ihre Mutter starb als sie neunzehn war. Jedoch konnte sie ihr nicht Lebewohl sagen, es ging viel zu schnell. Trotzdem wusste sie genau, dass sie von ihrer Mutter geliebt wurde.
Genau das war der Grund, weswegen sie für Eva da sein wollte, denn ihr Vater kam nicht mehr an sie heran.

Der Schmerz in ihrer Brust war zu stark. Sie schloss die Augen und wollte an nichts mehr denken auch nicht an diese Augen, die sie angesehen hatten.
Nichts sollte sich mehr in ihrem Kopf abspielen. Einfach nur schlafen.
Irgendwann schaffte sie es einzuschlafen.

Mitten in der Nacht erwachte sie durch das Klingeln ihres Handys.

„Ja?“, fragte sie als sie auf den Flur gelaufen war und ihr Handy ans Ohr hielt.

„Louisa, deine Bruder hier. Was ist los? Mark bekommt Anrufe von Emma und du reagierst auf keine Nachrichten oder Anrufe.“, zum ersten Mal klang die Stimme sanft und wirklich besorgt um sie.

„Ich werde die Gedanken an Mom nicht los“, antwortete sie ihm.

„Oh, was ist passiert?“, wollte er von ihr wissen, auch wenn er sie seit über einem Jahr nicht mehr gesehen hatte. Immerhin war sie auch seine Zwillingsschwester

„Die Tochter von dem Italiener, bei dem ich des öfteren bin. Ihre Mutter hat sie einfach im Stich gelassen. Da sie mit ihrem Vater darüber nicht spricht, hatte mich ihr Vater gebeten mit ihr zu sprechen, weil sie mit mir immer sprach, wenn ich da war.“, erklärte sie es ihm.

„Lou, du bist viel zu nett. Du weißt doch, dass es deine Wunden wieder aufreißt. Louisa ohne zu wissen was du Mark erzählt hast heute, aber er ist wirklich besorgt. Bitte tue dir selber einen Gefallen, mach Urlaub. Du bist in letzten fünf Jahren nicht einmal in Urlaub gewesen. Du musst mal aus London raus. Du bist überarbeitet. Bitte tue mir den Gefallen, ich will meine Schwester nicht verlieren, weil du dir keine Pause gönnst. Woran ich leider wohl eine Mitschuld habe. Ich hätte dich besser Unterstützen sollen. Es tut mir leid.“, empfahl er ihr.

Diese Entschuldigung wollte sie schon so lange hören. Leise schniefte sie ins Handy, denn immer noch konnte sie die Tränen seit dem sie das Restaurant verlassen hatte nicht versiegen lassen. Ein Glück hatten alle am nächsten Tag frei und sie konnte in ihrer Wohnung bleiben.

„Hey, alles ist gut. Louisa selbst wenn etwas nicht in Ordnung ist, auch dass wird wieder gut.“, versicherte er es ihr aber so richtig konnte sie ihm nicht glauben.

Klar war ihr auch, er konnte es nicht wissen,worum es ging. Denn die anderen beiden Punkte hatte sie ihm nicht erzählt, darum sollte er sich keine Sorgen machen.

„Danke Lewis, ich würde mich gerne wieder hinlegen. Grüß mir deine Lieben von mir.“, schniefte sie noch ins Handy bevor sie wieder auflegte.

Dann sah sie wieder auf ihr Handy, eine Nachricht nach der Nächsten.

<Louisa, wie geht es dir? Ist alles in Ordnung? Ich mache mir Sorgen.>, Emma hatte ihr geschrieben.

<Hey meine Liebe, wie schlimm ist es? Was ist passiert bevor du wieder kamst? Du musst nicht darauf antworten. Ich hoffe es geht dir bald besser. Louisa, wenn du reden willst, kannst du dich gerne melden. Elsa XO>, Elsa hatte ihr geschrieben und das auf Spanisch, anscheint sollte keiner, der bei ihr war mit lesen.

Jedoch wusste sie nicht recht was sie darauf antworten sollte, nichts schien zu ihrer Stimmung zu passen. Kurz über legte sie und schickte ihnen nur ein OK und schloss das Handy. Langsam schliff sie sich wieder zurück ins Bett. Da lag sie also wieder, wischte die Tränen wieder ab als sie nach ihrem iPod in der Nachttischschublade suchte, fand ihn und war erleichtert, dass noch genug Akku vorhanden war. Laut schallte die Musik in ihre Ohren. Ihre Gedanken wurden endlich wieder übertönt.

Völlig gerädert erwachte sie am späten Morgen. Müde streckte sie alle Glieder von sich um wieder wach zu werden, doch leider hatte das Weinen seine Spuren hinterlassen. Ihre Augen waren verquollen, so dass sie ziemlich schmerzten beim Öffnen. Ein paar Mal blinzelte sie, bevor sie an die Decke starrte. Ein Fuß nach dem Anderen setzte sie auf den Boden auf. Der kalte Laminat unter ihren Füßen tat ihr gut. Ihre Beine taten weh, auf dem Pumps zu rennen hätte sie lieber sein lassen sollen. In der Küche stellte sie als erstes ihr Radio an. Gedankenverloren holte sie ihren kleine Topf hervor und machte sich Porridge. Gerade als sie ihn in ihre Schüssel füllte klingelte ihr Handy.
Ihr Blick auf das Handy verriet ihr, dass es sich um Lara handelte.

„Lara, morgen. Was kann ich für dich tun?“, wollte sie gerne von ihr wissen.

„Morgen Boss. Ich wollte gar nicht lange stören. Der Verkauf der Lippenstift läuft gut an. Sehr erfolgreich. Ein schönes Wochenende dir.“,damit hatte sie auch schon wieder aufgelegt.

Der Verkauf lief gut an, damit konnte sie Leben. Schnell verteilte sie nun das Obst auf dem Porridge und setzte sich auf den kleinen Balkon, der von der Küche aus erreichbar war. Die Kühle tat ihr gut, auch wenn sie nicht zu lange auf dem Balkon bleiben sollte. Die Sonne gab alles was sie konnte zu dieser Jahreszeit aber es reicht nicht aus, sie ausreichend zu wärmen. Nachdem sie zu Ende gefrühstückt hatte, ging sie zurück in die Küche.

<Louisa, geht es dir besser? Kommst du trotzdem heute zu mir? Wir müssen auch nicht feiern gehen.>, diese Nachricht hatte Emma ihr am Morgen geschrieben und war schon gute zwei Stunden auf ihrem Handy.

<Morgen Emma, ich würde lieber gerne zu Hause bleiben>, tippte sie auf dem Display die Nachricht.

<Morgen Louisa, bin ich erleichtert etwas von dir zu hören. Also ich wäre dafür wir machen es uns bei mir gemütlich. Jack kommt erst spät nach Hause, wir sind ganz alleine. Versprochen.>, kam es sofort zurück als hätte ihre Freundin nur darauf gewartet, dass sie sich bei ihr meldete.

<Lass mich raten, ich komme da eh nicht dran vorbei, oder?>, tippte sie noch zurück.

Tief atmete sie durch als sie zurück ins Schlafzimmer ging. Ehrlich wusste sie nicht was sie anziehen sollte, am Liebsten wäre sie in ihrem Schlafanzug bleiben.


Emma hatte schon auf sie gewartet als sie bei ihr ankam. Emma drückte sie so sehr, dass ihr fast die Luft weg blieb. Sie schien um einiges erleichterter als sie bei ihr auf der Couch saß. Das Thema ließ sie komplett außen vor den Louisa sollte sich einfach nur ablenken und nicht daran denken,was gestern alles gewesen war. Mit zwei Flaschen Wein hatten sie es sich vor dem Fernseher gemütlich gemacht und sahen sich irgendeinen Film an, denn er lief nur nebenbei. Diese Ablenkung tat ihr gut, denn sie konnte ihren Gedanken nicht mehr nachhängen. An Emma gelehnt schlief die zierliche Blonde irgendwann ein. Erst als Jack nach Hause kam, konnte Emma sich wieder bewegen, denn er trug Louisa ins Gästezimmer zum Schlafen.
„Wie geht es ihr?“, fragte ihr Mann sie als Louisa im Gästezimmer schlief.
„Sie sah ziemlich fertig aus. Wir haben darüber nicht ein Wort gesprochen, wenn ich sie dränge macht sie nur wieder zu, wie früher. Diese Woche war eindeutig zu viel für sie. Es ist glaub ich ganz gut, dass Elsa und Chris sie einladen wollen, bei ihnen etwas Urlaub zu machen. Der Abstand würde ihr gut tun. Ach Moment, es gibt doch etwas was sie mir erzählt hat. Lewis hatte sich bei ihr gemeldet und sich entschuldigt. Das ist doch zumindest schon einmal ein Fortschritt.“, informierte sie ihren Ehemann.

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