Bis die Kette reißt

von IceK04
GeschichteDrama, Familie / P12
Jane Banks Mary Poppins Micheal Banks
27.04.2019
27.07.2019
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A/N:
Hi da draußen!
Ich weiß, ich habe mich schon lange nicht mehr auf Ff.de blicken lassen, aber jetzt bin ich ja wieder da:)
Ich habe Mary Poppins Returns mittlerweile glaube ich fast 5× gesehen (hehe) und jetzt halte ich es einfach nicht mehr aus... Ich muss eine Geschichte darüber schreiben:)
Natürlich stelle ich mir Emily Blunt's Mary Poppins vor. (Ich finde sie hat einen GRANDIOSEN Job gemacht und meiner Meinung nach ist ihre Mary Poppins sogar besser als Julie Andrew's...-pls don't hate me, Julie-Andrews-fans;) -)
Bei den Pairings bin ich mir tatsächlich nicht sicher, aber ich glaube dieses Mal wird es kein Mary Poppins-Bert geben, I'm sorry.
Wie würdet ihr es denn finden, wenn ich trotzdem einen Mann in Mary Poppins' Leben zaubern würde? Schreibts in die Kommentare;)
Schreibt generell bitte was in die Kommis, ich liiiieeebe Feedback. Und ich nehm es mir zu Herzen.
Man liest sich:)
C u
IceK


* * * * * * * * * *


Es war ein wunderbarer Tag im Mai.
Die Vögel sangen die bekannten Melodien, so laut, dass jedes Wort ungehört unterging und mitgenommen wurde von der lauen Brise, die durch den Kirschbaumweg wehte.
Blütenblätter regneten auf die Straße hinab und bedeckten den breiten Gehweg.
Es war alles so wie immer.
Und doch war alles anders.
Man konnte es nur nicht sehen, nicht auf den ersten Blick.
Vier Jahre waren vergangen seit halb London in der Luft getanzt hatte, in den Händen die schönsten Luftballons.
Vier Jahre seit der Westwind das letzte Mal geweht hatte und vier Jahre in denen die Familie Banks langsam auseinandergebrochen war.
"Sir!", schallte es durch den Treppenaufgang, "Sir!"
"Ja, Ellen?", rief Micheal und steckte seinen Kopf aus der Tür seines Büros.
Die Haushälterin stand auf dem Treppenabsatz und hatte die Hände in die Hüften gestemmt.
"Wie soll ich die Wäsche waschen, wenn schon wieder die Kernseife leer ist?"
Micheal verzog das Gesicht, "Leer? Das kann nicht sein! Ich habe doch erst letzte Woche-"
"Nun, ich hab es Ihnen ja schon einmal gesagt, Sir.", sagte Ellen, "Ihre Tochter verlangt nun mal, dass die Wäsche jeden zweiten Tag gemacht wird. Nicht bloß Mittwochs und Sonntag."
Micheal riss die Augen auf, "Jeden zweiten Tag?! Und wie sollen wir das ganze Wasser bezahlen?!"
"Und meine Überstunden.", murmelte Ellen.
"Nun.", rief sie hinauf, "Dann muss die Wäsche heute eben ausfallen."
Im gleichen Moment wurde die nächste Tür aufgerissen und Annabel stürmte hinaus.
"Auf gar keinen Fall!", rief sie erbost und rannte wie der Wirbelwind die Treppe hinunter, dass es nur so polterte.
Vor Ellen kam sie keuchend zum Stehen.
"Du musst meine Wäsche waschen, Ellen!", sagte sie mit erhobenem Finger, "Du musst einfach!"
"Annabel!", stieß Micheal hervor, " Wie redest du denn?!"
Doch seine Tochter beachtete ihr gar nicht.
"Ich muss gar nichts.", sagte Ellen ruhig und drehte sich um.
Annabel ließ jedoch nicht von ihr ab.
"Ellen", sagte sie mit flehender Stimme, "ich brauche das gute Kleid für morgen für die Schule."
"Ach wirklich?", erwiderte Ellen spitz, "Und für die Schule muss ein perfekt sauberes Kleid noch einmal gewaschen werden? Du ziehst doch sowieso eine Uniform an."
Annabel verschränkte die Arme vor der Brust, "Aber ich gehe morgen in den Park. Da brauche ich das Kleid. Frisch. Gewaschen."
Eine weitere Tür öffnete sich und John trat heraus.
"Es geht ihr nicht um die Schule. Es geht ihr um A-"
"John!", stieß Annabel aus und rannte die Treppe mit großen Schritten wieder hinauf.
"Ich habe gesagt du sollst nichts sagen!"
Micheal zog die Stirn in Falten, "Was soll er nicht sagen?"
Annabel drehte sich auf dem Absatz um und funkelte ihren Vater wütend an, "Das geht dich gar nichts an!"
"Annabel!"
Die Jugendliche schnaubte verächtlich.
"Wieso?", rief sie, "Ist doch so! Es geht niemanden was an!"

***


"Jack?", schallte es durch den schmalen Flur, "Jack, bist du schon weg?"
"Nein, aber auf der Schwelle.", kam es zurück.
Gefolgt von dem Geräusch von Absätzen auf dem Parkett eilte Jane Banks den Flur hinunter und kam in der Garderobe schlitternd zum Stehen.
"Darin wirst du ja langsam immer besser.", grinste Jack und zog sie in einen schnellen Kuss.
"Ah-ah-ah!", machte sie nur und schlüpfte in ihren Mantel, "Ich gehe mit dir. Wir haben eine Versammlung für die nächste Veranstaltung."
Sie schob Jack sanft aus der Wohnung und zog die Tür hinter ihnen ins Schloss.
Jacks Fahrrad stand in dem kleinen Hinterhof des Hauses zwischen den Regentonnen, sodass die Beiden sich durch das schmale Tor zwängen mussten um es zu holen.
"Setzt du dich hinten drauf?", fragte Jack als das Tor sich wieder hinter ihnen geschlossen hatte.
Jane schüttelte den Kopf, "Heute nicht. Heute-ah!"
Ein kräftiger Windstoß hatte das Tor wieder aufgerissen und es knallte gegen Janes Fersen, mit so viel Schwung, dass die junge Frau nach vorne stolperte und beinahe Jack und das Fahrrad umriss.
Der Laternenanzünder fing sie jedoch gerade noch auf.
"Ist alles in Ordnung?", fragte er als er sie wieder auf ihre Füße gestellt hatte.
Jane nickte.
Dann drehte sie sich um und beäugte das Tor mit schiefgelegtem Kopf.
"Was...?"
Ein weiterer Windstoß fegte durch die Straße und riss Jacks Mütze mit sich.
"Mist!", stieß er aus und ließ sein Fahrrad neben Jane ins Gras fallen.
Dann hechtete er seiner Mütze nach.
Und weil Jane gerade sowieso nichts Besseres zu tun hatte, folgte sie Jack die Straße hinab, wo sich seine Mütze in einem Strauch verfangen hatte.
Außer Atem kam sie neben ihm zum Stehen.
"Wenn das nicht mal ein Morgen ist.", lachte sie und strich Jack durch die verstrubbelten Haare.
Dann sahen sie die Straße hinauf.
"Für heute waren gar keine Stürme angesagt.", sagte Jane leise.
Sie sah zu Jack hinauf und drückte seine Hand.
Er lächelte, "Das kann nur eines bedeuten."
Sie holten tief Luft.
"Westwind."

***


"Schmeckt Madame jetzt auch mein Essen nicht?", fragte Ellen kühl und bemühte sich das Besteck sanft auf den Tisch zu legen.
Alle Blicke lagen auf Annabel.
Das Mädchen verschränkte die Arme vor der Brust und spitzte die Lippen.
"Ich will nur sagen, dass ich schon Besseres hatte."
Ellen riss empört die Augen auf, "Ach ja? Nun, wenn Madame meint, sie könne auf mein Essen verzichten, dann koche ich von nun an eben nur noch für Vier."
Annabel sprang auf.
"Dann mach das doch!", rief sie und schob ihren Stuhl mit solcher Kraft zurück, dass er umkippte und mit lautem Scheppern auf den Boden krachte, "Es ist mir sowieso alles egal!"
Und sie stürmte aus dem Esszimmer hinaus durch den Flur und die Treppe hinauf.
"Annabel!"
Micheal blickte in die Runde und seufzte.
"Entschuldigt mich.", sagte er und schob seinen Stuhl zurück.
Dann war er durch die Tür verschwunden.
"Annabel!", rief er als er seiner Tochter die Treppe hinauf folgte.
Ihre Zimmertür war verschlossen.
"Annabel!", er klopfte heftig gegen die Tür, "Annabel, mach sofort die Tür auf!"
Er bekam keine Antwort.
"Annabel, sofort!"
Sein Klopfen war zu Hämmern geworden.
Und als dann plötzlich die Tür aufgerissen wurde, stolperte er beinahe ins Zimmer.
"Was ist?!", zischte das Mädchen, "Kannst du mich nicht mal in Ruhe lassen?!"
Micheal verzog das Gesicht, "Geh und entschuldige dich bei Ellen."
Annabel verschränkte die Arme, "Wieso? Du sagst doch immer ich soll die Wahrheit sagen."
Beinahe wäre Micheal die Hand ausgerutscht.
Er atmete schwer ein und aus.
"Wenn das so weiter geht, Annabel, dann-"
Seine Tochter drückte sich an ihm vorbei und rannte die Treppe wieder hinunter.
Sie schlüpfte in ihren Mantel und schloss ihre Stiefel.
"Ellen!", rief sie laut, "Die Wäsche!"
Ellen schnaubte.
"Annabel, ich habe dir gesagt-"
"Es kümmert mich nicht, was du gesagt hast, Vater!", schrie das Mädchen erbost.
Sie schmiss die Haare nach hinten, so wie es die Mädchen in ihrer Klasse immer machten und riss die Tür auf.
"Ich ha-"
Als sie sich umdrehte blieb ihr der Mund offen stehen.
Es war alles so wie immer.
Und doch war alles anders.
Und es reichte auch nur einmal hinzusehen.
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