Alca - Fluch und Segen

CrossoverHumor, Fantasy / P12
27.04.2019
12.10.2019
21
54643
3
Alle Kapitel
8 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
Ich hatte aus Versehen eine Krisensitzung einberufen und dann aus Versehen alle gegen mich aufgebracht.
Aber die waren auch alle stur!
„Ich glaube nicht, dass das eine gute Idee ist“, verkündete Marlon. Das hatten sie alle inzwischen öfter getan, als sich Sterne am Himmel oder Blätter in Lothlorien finden, jedoch war ich schon daran gewöhnt, als einzige auf einen Plan zu bestehen, der von allen anderen als vollkommen dämlich angesehen wurde.
„Wir wissen doch nicht einmal, was diese Wesen waren, die euch, beziehungsweise dich angegriffen haben“, fügte Tina hinzu, „Und wir wissen nicht, wie gegen sie vorzugehen ist. Wenn es Menschen waren, die vom Schatten besessen waren, sollten wir dann nicht erst einmal klären, wie so etwas zu Stande kommt?“
„Das wäre an sich logisch, wenn wir ein Schulgebäude voller trainierter Weltenspringer hätten, die sich gegen Schatten halbwegs wehren können. Aber nun sind wir in der misslichen Lage, dass Faran sich einem Schulgebäude voller Kinder gegenübersieht, denen er Schaden zufügen kann. Und um das zu verhindern, müssen eben diese Schattenwesen so schnell wie möglich vernichtet werden, ohne unschuldige Menschen zu verletzen. Also muss Faran entweder weggeschafft oder getötet werden. Punkt.“ Was für ein Vortrag! Allein dafür sollte ich eine Doktorarbeit bekommen.
Dr. Alca Validi. Klingt, bis auf den letzten Teil, absolut super.
„Ist Ihnen denn klar, wie die Schatten zu absorbieren sind? Meines Wissens nach nicht. Zudem möchte ich Sie darauf hinweisen, dass Sie selbst noch ein Kind sind.“ Snape blickte mich so eiskalt an, dass ich Harry absolut nachvollziehen konnte. Letzterer saß im übrigen gerade neben Pheona, die seine Blitznarbe musterte, wie eine Staubfluse auf ihrem sonst perfekt gewischten Schreibtisch (auf dem sie dann wohl als Filia sanitatis Seminare für Beatmung oder so durchführte).
„Dieses Kind hier ist allerdings, wie sie bereits bewiesen hat, durchaus dazu in der Lage einen Diener der Schatten zu besiegen“, hielt sie ebenso kalt dagegen, „einen Erwachsenen, wohlgemerkt, der vom Tod zurückgekehrt war und diesen mit einem Fluch gefangen hielt und über seinen Tod hinaus noch hält. Einen durchaus sehr mächtigen Weltenspringer. Und ich würde sie gerne daran erinnern, dass ihre Mutter eine Herrin der Elemente war und sie auch diese Fähigkeit übernommen hat. Sie kann ihnen also im wahrsten Sinne des Wortes Feuer unter dem Hintern machen.“
Snape rutschte unruhig auf seinem Stuhl herum, als fürchte er, eben das könnte ihm nochmal widerfahren, während Hermine mit einem seligen Lächeln in Erinnerungen schwelgte.
Es war ein wenig überraschend, doch nun, vermutlich ausgelöst durch die Gefangennahme Curans (die ich, so war die fixe Idee, die sich in meinem Kopf einbetoniert hatte, mit Sicherheit noch vor Gericht bringen würde) hatte Pheona sich auf meine Seite gestellt. Sie wollte Faran mit allen verfügbaren Kräften angreifen, während einige andere von uns zurückbleiben würden, um einen hinterlistigen Angriff auf Hogwarts Schüler zu verhindern. Wir hatten auch eine Aufforderung nach Verstärkung an den Rat der Weltenspringer gesendet (in dem übrigens sowohl Tina und ich, als auch Curan einen Sitz hatten) doch Viktoria und Samantha, die Weltenspringerin der Zeit und eine der Heilung, wie Pheona es war, waren in einige andere akute Probleme verwickelt, die ihnen ein nicht weiter definierter Schurke machte, und Akono, der Weltenspringer des Friedens und somit das Äquivalent und einer der besten Freunde Curans, hütete irgendein Artefakt. Lediglich Livion würde zu uns kommen, alle anderen Weltenspringer, inklusive Nadja, waren auf ihren eigenen Einsätzen. Wir waren auf uns allein gestellt.
Marlon seufzte, doch bevor er erneut seine Sorgen kundtun konnte, sprang Harry mit einer genialen Idee ein. „Wir haben doch die DA. Wir sind vielleicht nicht dazu in der Lage, Faran selbst aufzuhalten, aber ein Teil von uns könnte Hogwarts bewachen und Alarm schlagen, sobald es zu einem Angriff kommt, und der andere Teil könnte es mit Farans Komplizen, Dienern, wie auch immer aufnehmen.“
„Ähmm“, kam es gleichzeitig aus Rons und meinem Mund. Ich ließ ihm den Vortritt.
„Wer sagt denn, dass wir es mit Farans Dienern aufnehmen wollen?“
„Und dass ihr es überlebt?“, fügte ich hinzu, „Ich habe schon gesehen, wie Schatten Menschen umgebracht haben. Und selbst, wenn es nur Menschen mit einem winzigen Bruchteil von Farans Schatten sind, dann können sie euch immer noch erst außer Gefecht setzen und dann mit einem Messerstich oder einem Fluch umbringen. Ihr müsstet sie auf Abstand halten, während wir, wer auch immer das sein wird, sich mit Faran auseinandersetzen und wir wissen ja noch immer nicht, wie viele es sind.“
„Doch!“ Ich hatte Pheona noch nie so schnell aufzeigen sehen. „Drei haben wir hier, drei hast du freundlicherweise umgebracht, also, selbst wenn die ausbrechen müssen wir uns nur noch mit neun von ihnen herumschlagen. Hätten wir Curan“, sie warf Kingsley Shacklebolt einen so bösen Blick zu, dass er auf der Stelle tot umfallen müsste, „hätte ich gesagt, dass er sich an meiner Stelle mit Faran befasst und ich mir zusammen mit den Schülern die Schattenwesen vornehme, aber Curan schläft ja hinter Gittern.“
Vielleicht war es, weil Pheona dabei war, vielleicht, weil sie eingesehen hatte, dass unser Plan der bessere war, nickte Tina. „Marlon, Livion und ich könnten bei diesem Plan hierbleiben und Wache halten, während ihr euch mit Faran trefft.
Dafür erntete sie einen bösen Seitenblick von Marlon, doch als auch Dumbledore halbwegs überzeugt nickte, gab er sich geschlagen. „Gut, meinetwegen.“
Nur McGonagall schien nicht wirklich warm mit dem Plan zu werden. „Wir sollen Schüler gegen Monster schicken?“
„Ja, aber wir wären in der Überzahl. Besser, wir besiegen sie jetzt, als später, nachdem sie hier Schaden angerichtet haben.“ Harry nickte entschlossen, um seine Worte zu unterstreichen.
Zugegeben, ja, es waren Schüler, aber die älteren würden in einem Verhältnis eins zu drei (schätzte ich) gegen diese Schattendinger stehen, während die jüngeren in den Händen meiner Geschwister und meinem Großvater wären.
Wenn man vom Teufel spricht…
Wir befanden uns ein weiteres Mal im Raum der Wünsche, um ungewollte Zuhörer zu vermeiden und auch hier war ein Kamin, in dem ein knisterndes Feuer lustig brannte. Und immer lustiger, bis die Flammen so hoch waren wie ein aufrecht stehender Mann (fragt mich nicht, wieso man so große Kamine baut, das ist total unlogisch) – welcher sogleich im Kamin erschien.
Livion. Wer sonst reist auch mithilfe von Flammen, wenn man Flohpulver benutzen konnte.
„Klingt vielversprechend, euer Plan“, erklärte er mit einer Stimme, als wolle er uns mal wieder tadeln, „Hängt nur letzten Endes trotzdem an Alca, ob sie diesen Faran besiegt, nicht wahr? Vielleicht sollte das übermächtige Mädchen dafür sich auch mal ein bisschen mehr mit ihrer mütterlichen Seite beschäftigen, dann guckt sie auch einfache elementarmagische Handlungen nicht mehr an wie einen tollen Kartentrick.“
„Hallo Opa.“
Ich liebe meine Familie wirklich. Jetzt weiß ich auch endlich, woher ich meine unsympathischen Seiten habe.
„Hallo Alca. Marlon, Tina“, er nickte ihnen zu, bevor er sich ungefragt neben Snape niederließ, der ihn anguckte, wie ihr ein grünes Mondmännchen mit vier Augen und sieben Armen und achtundzwanzig Beinen angucken würdet. Dabei waren es beide Griesgrame, die nur allzu gerne Kinder böse in den Boden starrten, sie müssten sich eigentlich super verstehen.
Ansonsten grüßte er niemanden, lächelte nicht und sprach nicht und guckte nur böse.
„Das ist dein Opa?“, fragte Ron dann in die Stille hinein.
„Ja“, antwortete mein Opa an meiner Stelle.
In diesem Moment fehlte mir ein dummer Kommentar Curans, ebenso wie es mir fehlte, sich darüber zu ärgern, dass er eine wichtige Krisensitzung schlafend auf meinem Schoß verbrachte. Auch das schien Livion aufzufallen. „Wer war eigentlich so dumm, den zweitmächtigsten Weltenspringer in dieser Runde auszuschließen? Das Schicksal gibt euch zwei vollkommen übermächtige Weltenspringer und ihr ladet einen davon aus, oder wie?“
„Die“, tönten Marlon, Tina, Pheona und ich gleichzeitig.
Den Rest konnte mein Großvater sich offenbar mit seinem ultraschnellen, vom Meckern und Kritisieren geschärften Verstand zusammenreimen, woraufhin er erneut schwieg.
„Dann wäre es also beschlossene Sache?“, fragte Pheona, trotz der offensichtlichen Unzufriedenheit seitens Professor McGonagall.
Doch wir hatten keinen besseren Plan, noch nicht mal einen Notfallplan und wenn es auch manchen widerstrebte, nickten schlussendlich alle mehr oder minder entschlossen.
Harry stand auf. „Gut. Dann werden wir jetzt die DA zusammentrommeln.“
„Wir müssen uns in einer verdammt verzwickten Situation befinden, wenn sogar Professor McGonagall unserem Vorhaben zustimmt“, sinnierte Hermine auf dem Weg zum Raum der Wünsche vor sich hin. Während in meinem Kopf noch nicht so ganz eingerastet war, was als nächstes passieren würde, schien sie sich der Gefahr absolut bewusst zu sein. Da arbeitete ein Hirn wohl weitaus schneller als meines, wobei das nun wirklich keine Meisterleistung war.
„Was macht Ihr jetzt wegen Curan?“, wollte Ron aus dem nichts wissen. Damit sprach er mir aus der Seele. „Keine Ahnung. Vermutlich klagen wir“, erwiderte ich schulterzuckend, „Ist ja nicht so, als ob wir da einfach hineinstürmen könnten, um ihn zu Kidnappen.“
„Hmm, das ist logisch.“
Tatsächlich? War es das? Um ehrlich zu sein, hatte ich, wie so oft, nicht wirklich über meine Antwort nachgedacht. Erst denken, dann sprechen. Na, leichter gesagt als getan.
Eine andere Ehrlichkeit war, dass ich Validus beim ersten Mal mit Curan an meiner Seite besiegt hatte. Ich hatte ziemliche Verstärkung, was man leider oft vergisst. Natürlich, der Todesstoß kam von mir, aber da war auch noch mein Stiefvater, der als Zeichen der Versöhnung eine Armee mitgebracht hatte (wobei Akono auch maßgeblich Anteil daran hatte) und natürlich meine treu-doofe Gemeinschaft der Pannen und Samantha und Viktoria und meine werte Frau Mama. Todesstoß hin oder her, ich war nicht allein. Und wen hatte ich jetzt? Einen Haufen Fünft-, Sechst- und Siebtklässler, eine magische Babysitterin (Gut, das korrekte Wort ist Hüterin, aber was soll es, Pheona wird das hier wohl eh nicht lesen), meinen Großvater, meine Geschwister (die genauso wenig Ausbildung genossen haben wie ich) und ein paar Lehrer, die eigentlich tot sein sollten.
Klar, Faran hatte keine Armee, so wie Validus, aber Faran hatte Schatten-Menschen-Wesen oder so etwas in der Art und wir mussten ja noch einen Fluch brechen. Validus war dagegen bloß Morgenyoga.
Ich liebe deprimierend Situationsanalysen.
Aber wir hatten ja auch noch unseren Haufen Schüler zu überzeugen. Hoffentlich hatte Harry sich dafür eine flammende Rede parat gelegt.
„Mitschülerinnen und Mitschüler!“
Das fing ja schon mal supi an. Anreden sind immer gut.
„Unsere Schule ist in Gefahr.“
Ne, also, darauf wären die jetzt vermutlich nicht selbst gekommen, vor allem nicht, seitdem von allem und jedem Gerüchte darüber verbreitet wurden, was am Freitagabend geschehen war. An der Spitze stand (natürlich, wer auch sonst) Blaise Zabini, der mir bei dieser Gelegenheit einen vernichtenden Blick zuwarf. Normalerweise trommelte man die DA nicht mitten in der Nacht zusammen, weswegen wir uns jetzt größtenteils müde, halb geschlossene Augen und gestreifte Schlafanzüge gegenübersahen. Ich konnte nur hoffen, dass sie sich noch umziehen würden, denn so würde Faran sich allerhöchstens totlachen.
„Hogwarts wird bedroht“, fuhr Harry fort, „durch einen dunklen…“, er warf mir einen fragenden Blick zu, dunkler Lord konnte er ja schlecht sagen, „einen dunklen… Magier bedroht, der sich zusammengeschlossen hat mit dem Zirkle des Lichts! Heute Abend“, ich warf einen erstaunten Blick auf die Uhr und stellte überrascht fest, dass es ja schon heute und gar nicht mehr gestern war, „Werden wir“, er nickte in meine Richtung, als wäre ich wir, „ihn treffen.“
Kennt ihr diese Konzerte, auf denen irgendwelche Sänger dann rufen: „Are you ready?“ oder „Seid ihr dabei?“? Genauso einen Moment erwartete ich jetzt. Doch es kam anders.
„Zusammen mit einigen anderen Weltenspringern haben wir einen Plan ausgetüftelt“, nun gut, Plan war zu viel gesagt, es war eher eine Schlachtaufstellung, „um ihn zu besiegen und ihr könnt uns helfen.“
Es folgte eine detaillierte Planbeschreibung seitens Hermine, durchgehend unterbrochen durch Fragen wie „Dumbledore ist doch tot, oder?“ oder „Hä? Wer ist Livion?“, auf die ich dann fröhlich „Ja, aber Faran, so heißt der Typ, hat einen Fluch aufrechterhalten, der den Tod einschlafen lässt und jetzt kommen nach und nach Leute zurück“ oder „Mein Großvater, da hast du nichts verpasst“ antworten konnte, was mir einige verstörte Blicke einbrachte.
Auf die Frage, wie alt man denn sein müsste, war ich kurz versucht „Mindestens 125“ zu antworten, aber außer mir hätte das wohl niemand lustig gefunden.
Meinen Konzertmoment bekam ich noch.
„Seid ihr dabei?“, fragte Harry motiviert.
Als Antwort reckten sie ihre Zauberstäbe in die Luft. Wow.
- Na super, also wenn ihr Faran mit dieser Motivation entgegenschreitet, dann macht er sich in die Hose. Wo ist eigentlich dein Zauberstab? -  
Das war eine gute Frage, die ich vielleicht klären sollte, ehe ich das Ende der Welt verhindern würde. Mir ging auf, dass ich ihn auf dem Nachttisch vergessen hatte.
Review schreiben