Gedankenbuch

GeschichteAllgemein / P12
26.04.2019
16.06.2019
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Mittwoch, 12.06.19, 20:35

Ich habe mittlerweile neunzig Prozent meiner mündlichen Prüfungen hinter mir. Ich bin recht erschöpft, kann aber nach wie vor die Quelle dieser Erschöpfung nicht wirklich ausmachen. Grundsätzlich verbringe ich nach wie vor den Grossteil meiner Tage in der Schule. Viele meiner Freunde sind der Meinung, dass man hier nicht noch mehr Zeit verbringen sollte, jetzt wo man ja nicht mehr muss. Aber mir ist das insofern egal, denn ich weiss, dass ich eine gewisse Zeit benötige, um mich von meinem gewohnten Tagesablauf zu lösen.

Ich schaue auf die nächsten Monate und weiss nicht, was ich erwarten soll. Zuerst einmal sind Sommerferien, die Temperaturen werden wieder wärmer, die Hitze wird wieder zurückkommen. Ich mag den Sommer, aber die extreme Hitze nicht wirklich sehr. Gleichzeitig habe ich auch im Hinterkopf, dass ich mich wohl bald um einen Ferienjob kümmern sollte. Ich habe viel Zeit in diesem Sommer, bevor erst im September das Studium beginnen wird. Insofern wäre das der optimalste Augenblick, um etwas Geld zu verdienen, aber gleichzeitig bin ich momentan wohl zu faul, mich darum zu kümmern.
Das Wetter bei uns ist momentan recht wechselhaft und wechselt zwischen Sonne und Regen und Wolken. Ironischerweise fühle ich mich darin widerspiegelt, denn auch meine Gefühlslage ist momentan etwas ambivalent.

Ich habe heute einen Bekannten getroffen und bin mit ihm in die Stadt einen Kaffee trinken gegangen und dabei ist mir wieder einmal klar geworden, dass ich wohl in meinem innersten nach wie vor eine introvertierte Persönlichkeit bin. Ich finde es interessant, dass sich meine Fähigkeiten bezüglich sozialer Interaktionen den Personen, welche ich begegne, anpassen. In den letzten Wochen war ich grundsätzlich sehr offen gegenüber neuen Kontakten und vor allem die letzten Tage mit meiner Klasse haben mir sehr viel bedeutet. Ich wollte die Augenblicke geniessen und liess keine Gelegenheit offen, meine Freunde und Klassenkameraden zu sehen. Jetzt bin ich mittlerweile bei dem Punkt angelangt, wo mich der ganze soziale Austausch vor allem auch erschöpft. Ich war in den letzten Wochen wahrscheinlich beinahe jeden Tag in der Schule, ganz egal, ob ich Prüfungen hatte oder nicht. Die Schule ist mein zweites Zuhause und ich habe mir schwergetan (oder tue es immer noch), mich langsam aber sicher zu lösen.

Insofern ist diese momentane Erschöpfung vielleicht ganz gut – ich komme langsam zu einem Ende. Nach wie vor ist es schwierig zu realisieren, dass meine Schulzeit (inklusive Abschlussprüfungen) nun fast endgültig vorbei sein soll. Aber gleichzeitig haben mir die letzten Wochen der Melancholie auch geholfen, mich mit der Ablösung auseinanderzusetzen.
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