Can't Stop Love

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P18 Slash
Legolas Thranduil
26.04.2019
30.06.2020
42
64.646
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30.06.2020 2.045
 
-Kapitel 42-

Legolas saß auf der Bettkante und schaute gedankenverloren auf seine Hände die zitterten. Das Zittern hatte vor sechs Jahren begonnen, genauso wie das Stottern. Ein leises seufzen entfloh seinen Lippen.
„Legolas.“ Der Teenager blickt auf, als er die Stimme des Agenten hörte. Thranduil lehnte an dem Türrahmen. „Alles in Ordnung?“ Er nickte, sagte aber nichts und senkte seinen Blick wieder. Der Agent stieß sich von dem Türrahmen ab, um zu ihm zu gehen und seine Hand sachte unter das Kinn zu legen. Er hob es an und blaue Augen trafen auf ebenso blaue. „Du weißt, dass du mir alles sagen kannst, Legolas.“ Erneut nickte der Teenager. „Also sage es mir, denn ich kann sehen, dass dir etwas auf dem Herzen liegt. Wenn du es aussprichst wird es dir besser gehen.“
Legolas schaute Thranduil einen langen Moment an. Niemand sagte etwas. Beide sahen sich nur an und warteten darauf.
„I-Ich l-liebe d-dich“, murmelte er stotternd und spürte sofort, wie er rot wurde.
Schnell wandte er seinen Blick ab.
„Du liebst mich?“
Legolas schaute den Agenten an. Seine Augen weiteten sich vor Überraschung, als er das freundlich Lächeln auf seinen Lippen sah. Diese Lippen die er küssen wollte, die er auf seinen spüren wollte. Sein Blick wanderte zurück zu Thranduils Augen. Diese blickten ihn verschmitzt an und bevor Legolas etwas sagen konnte, wurde er von dem Agenten auf die Matratze gedrückt, während Thranduil über ihm war. Er schluckte. Langsam beugte sich der Agent zu ihm herunter, bis seine Lippen nur noch Zentimeter von seinen entfernt waren. Legolas wurde auf einmal ganz warm und es schien, als würde ein Feuerwerk in seinem Bauch gestartet. Thranduils Augen waren unverwandt auf ihn gerichtet, so als würde er auf die Zustimmung des Teenagers warten. Ein zaghaftes Lächeln erschien auf Legolas’ Lippen. Und dann spürte er Thranduils Lippen auf den seinen. Ganz sanft und vorsichtig. Er schloss seine Augen und erwiderte den Kuss. Legolas schlang seine Arme um Thranduils Nacken und drückte sich näher an ihn. Der Agent löste sich für eine kurze Zeit von ihm, um ihn ein Stück hoch zu heben und weiter auf das Bett zu legen, bevor beide sich erneut in einen liebevollen Kuss verloren. Legolas hatte seine Augen weiterhin geschlossen und genoss dieses warme Gefühl, welches sich immer weiter aufstaute.
Auf einmal löste sich Thranduil wieder von ihm und Legolas öffnete verwundert seine Augen. Augenblicklich erstarrte er. Der Agent war verschwunden und war mit einem seiner beiden noch lebenden Vergewaltigern ersetzt wurden. Legolas schrie auf.
„Th-Thranduil! W-Wo b-bist d-du? Th-Thranduil!“, rief er verzweifelt.
„Keiner wird kommen und dich retten, Kleiner. Du bist jetzt mein!“, sprach der Mann mit höhnender Stimme.
Er ergriff Legolas’ rechten Arm, um diesen eisern fest zu halten und ihm die Pyjamahose herunter zu reißen.
„N-Nein! B-Bitte n-nicht!“, schrie Legolas voller Angst. Da erblickte er, wie der Agent aus dem Zimmer ging. „Th-Thranduil! Th-Thranduil!“ Aber der Agent hörte nicht. Er ging weiter und schloss die Tür hinter sich.







„AAHH!“
Legolas fuhr aus seinem Schlaf hoch. Schweißperlen rannen an seiner Schläfe herunter, sein Pyjama klebte unangenehm an seiner Haut. Sein Brustkorb hob und senkte sich hektisch. Ängstlich schaute sich Legolas um. Es war nur ein Traum gewesen. Er war sicher hier, niemand außer er und Thranduil waren in diesem Haus. Langsam beruhigte sich sein Puls und der Teenager atmete einmal tief ein und wieder aus. Die Uhr zeigte 8:35 Uhr an.
Legolas schlug die Decke weg, um auf zu stehen und aus dem Zimmer zu gehen. Die aufgehende Sonne schien sanft durch die zugezogenen weißen Vorhänge im Wohnzimmer und tauchte es in ein warmes Licht. Mit leisen Schritten ging der Teenager zu der angelehnten Tür von Thranduil, um diese vorsichtig ein Stückweit zu öffnen. Der Agent hatte die Augen geschlossen und die Bettdecke über seine Beine gelegt. Sein Brustkorb hob und senkte sich gleichmäßig. Legolas’ Augen senkten sich. Wie sollte er es ihm sagen? Wie sollte er ihm sagen, dass er ihn liebte und würde Thranduil seine Gefühle erwidern? Oder würde er ihn abweisen, weil er sich vor ihm ekeln würde? Könnte er ein Vergewaltigungsopfer lieben können?
„Legolas?“ Erschrocken hob der Teenager seinen Kopf, als er die Stimme des Agenten hörte. Thranduil hatte sich in seinem Bett aufgesetzt und schaute ihn fragend an. Legolas schluckte, als er den beinahe makellosen Oberkörper sah. „Ist alles in Ordnung bei dir? Hast du wieder einen Albtraum gehabt?“
Einen Albtraum? Nein und Ja. Aber wie sollte er es ihm nur sagen? Wie sollte er ihm seine Gefühle offenbaren? Er war doch erst 19 Jahre alt und war noch nie verliebt gewesen.
„E-Ehm…“
Nervös rieb Legolas sich seine Finger. Der Teenager brachte kein anderes Wort heraus. Es schien, als würde ein Kloß in seinem Hals stecken, welcher ihm vom reden abhielt.
„Wenn du es mir nicht sagen möchtest, dann musst du es nicht“, beruhigte ihn Thranduil mit sanfter Stimme und schlug die Decke weg, um aufzustehen. Legolas nickte. „Möchtest du frühstücken gehen?“ Überrascht schaute der Teenager ihn an. Er wollte mit ihm frühstücken gehen? „Ich kenne ein gutes Café nicht weit von hier entfernt.“ Legolas blinzelte, bevor er zaghaft nickte. „Gut, dann werde ich noch schnell unter die Dusche gehen und du könntest dich derweil fertig machen.“
„O-Okay.“
Legolas drehte sich um und ging zurück in sein Zimmer. Er blieb für einen Moment unschlüssig mitten im Zimmer stehen. Thranduil hatte ihn gerade wirklich gefragt, ob er mit ihm frühstücken gehen wollte, aber warum? Sie hatten doch noch genug zu essen in der Küche. Murmelnd ging der Teenager zum Kleiderschrank und holte sich ein weißes T-Shirt und eine dunkelblaue Kargo-Hose heraus.





„Ich denke, dass du dieses Café kennst“, sagte Thranduil wenig später im Auto.
„W-Wirklich?“
Der Agent lächelte amüsiert über das fragende Gesicht von Legolas. Er bog um die Ecke und parkte am nächsten freien Platz am Bürgersteig. Beide stiegen aus.
„Dort“, sagte Thranduil und zeigte mit dem Finger auf ein kleines Gebäude.
Er schaute in die Richtung. Legolas sah eine Spitzhacke die auf eine Kaffeetasse einschlug und ein Schild, welches darüber hing, mit der Aufschrift „The Best Coffee In The Mines“. Ein strahlendes Lächeln erschien auf seinen Lippen, seine Augen leuchteten vor Freude. Legolas lief los, ohne recht auf die Straße zu schauen.
„Legolas!“, rief Thranduil erschrocken, als ein heranfahrendes Auto gerade noch vor ihm mit quietschenden Reifen zum halten kam. Wütend hupte der Autofahrer. Ängstlich schaute der Teenager auf den Fahrer. „Komm.“ Legolas zuckte leicht zusammen, als er die Hand des Agenten auf seiner Schulter spürte und er sich mit ihm über die Straße begab. „Legolas, du kannst nicht einfach blind los laufen, was wäre gewesen, wenn der Fahrer nicht mehr halten hätte können? Dann-…“
„T-Tut m-mir l-leid“, murmelte Legolas kleinlaut. „I-Ich h-habe m-mich n-nur au-auf G-Gimli ge-gefreut.“
„Das verstehe ich, aber trotzdem musst du immer noch aufpassen, verstanden?“
„J-Ja.“
„Und nun lass uns in das Café gehen“, sagte Thranduil lächelnd.
Der Agent hielt ihm die Tür auf und ließ den Teenager zuerst rein, bevor er ihm folgte.
„Hallo, Legolas“, begrüßte ihn Gimli sofort, sobald er ihn sah. Er stand hinter der Theke. Es war nichts los in seinem Café, aber dies würde sich in einer halben Stunde ändern, wenn die Leute zu ihrer Arbeit mussten und einen Kaffee zu mitnehmen brauchten. „Guten Morgen auch dir, Agent.“
„Guten Morgen, Gimli“, begrüßte ihn Thranduil freundlich.
„Na, was darf ich euch beiden denn anbieten?“, fragte Gimli. „Ich habe ganz frisch belegte Brötchen bekommen und meine Mutter hat bereits einen ihrer grandiosen Kirschkuchen gemacht.“
Er und seine Mutter leiteten das Café gemeinsam. Sein Vater hatte es für ein Schäppchen bekommen, weil es vorher eine wahre Bruchbude war. Er hatte sein ganzes restliches Leben diesem Café gegeben und war vor wenigen Jahren an Krebs gestorben. Dennoch konnte noch er die Eröffnung mit ansehen. Manchmal wünschte sich Gimli, dass sein Vater bei ihm sein und sehen könnte was aus dem Café geworden war.
„Legolas?“ Thranduil schaute den Teenager an.
„I-Ich w-würde g-gerne ei-ein b-belegtes B-Brötchen n-nehmen u-und ei-ein S-Stück v-von d-dem K-Kuchen. Ei-Ein G-Glas O-Orangens-saft e-ebenfalls.“
„Ich nehme einen Kaffee und ein belegtes Brötchen, danke.“
„Kommt sofort, setzt euch doch solange, es ist genug Platz“, sagte Gimli und grinste breit, bevor er sich an ihre Bestellungen machte.
Legolas und Thranduil setzten sich an einen Tisch an das Fenster.



„Hier kommt der nächste Kuchen, mein Sohn“, hörte Gimli seine Mutter.
Eine alte Dame mit grauen schulterlangen Haaren und braunen liebevollen Augen tauchte in weißer Schürze auf.
„Ich danke dir, Mom.“
Da fiel ihr Blick auf die beiden jungen Herren am Fenster.
„Die beiden sehen ja goldig zusammen aus.“
„Mom! Das ist Thranduil Oropher von „White Fang“ und das ist Legolas Greenleaf“, sagte Gimli.
„Ich weiß, wer die beiden sind. Ich sage doch nur, dass sie goldig sind.“
„Sie sind nur gute Freunde.“
„Nein, dass glaube ich nicht“, sagte seine Mutter mit einem wissenden Lächeln auf den Lippen. „Ich weiß, wie jemand jemand anderen ansieht, wenn er in ihn oder sie verliebt ist und ich sage dir, dass der Junge, Legolas, in diesen Agenten dort verliebt ist.“
Gimli schaute zwischen den beiden hin und her, bis er sich dann wieder zu seiner Mutter wandte.
„Wirklich?“
„Bitte, mein Schatz, wenn ich über eines Bescheid weiß, dann ist es die Liebe. Ich habe es schon so viele male in meinem Leben gesehen.“
Sie gab ihrem Sohn noch einen Kuss auf die Wange, bevor sie wieder in der Küche verschwand.
Gimli blieb noch einen Augenblick vollkommen verwirrt hinter der Theke stehen, bevor er die Bestellung nahm und diese Legolas und Thranduil an den Tisch brachte.
„Hier, bitte, eure Bestellung. Ich wünsche euch einen guten Appetit.“
„V-Vielen D-Dank, G-Gimli.“
„Immer wieder gern, Legolas.“
Lächelnd drehte er sich wieder um, damit er die beiden allein lassen konnte. Der Teenager biss in das belegte Brötchen hinein und lächelte zufrieden.
„D-Das sch-schmeckt r-richtig l-lecker.“
„Ja, nicht? Ich hole mir das Frühstück bereits seit ein paar Jahren von hier. Es gibt kein besseres Café“, antwortete Thranduil lächelnd und nippte an seinem Kaffee.
„I-Ich h-habe i-immer ei-ein K-Kaffee be-bekommen u-und ei-ein b-bereits ä-älteres B-Brötchen, a-aber n-noch n-nie ei-ein f-frisches.“
„Wie lange hast du denn schon auf der Straße gelebt?“, fragte Thranduil vorsichtig.
Legolas stoppte, als er gerade noch ein bissen machen wollte. Traurig schlug die Augen nieder.
„S-Seit z-zwei J-Jahren.“
„Das tut mir leid.“
Der Teenager schluckte und legte sein Brötchen auf den Teller ab, seine Hände auf den Tisch.
„I-Ich k-konnte f-fliehen“, erzählte er leise. „Ei-Eines M-Mittags d-dachten s-sie, d-dass i-ich sch-schlafen w-würde, n-nachd-dem…“ Für einen kurzen Augenblick stockte Legolas, bevor er weiter sprach. „S-Sie w-waren i-in ei-einem a-anderen R-Raum u-und r-rauchten. I-Ich h-habe sch-schnell m-meine S-Sachen g-gesch-schnappt u-und b-bin g-gel-laufen. I-Ich b-bin n-nur g-gel-laufen i-immer w-weiter. I-Ich b-bin e-erst s-stehen g-geblieben, a-als i-ich n-nicht m-mehr k-konnte. S-Seit d-dem h-habe i-ich a-auf d-der S-Straße g-gelebt.“
Legolas spürte etwas nasses an seiner Wange herunter fließen. Er weinte. Thranduil legte seine rechte Hand auf die von Legolas, um diese sanft zu drücken. Der Teenager schaute ihn an und wischte seine Tränen weg.
„T-Tut m-mir l-leid.“
„Für was? Das du weinst? Nicht doch, du solltest dich niemals für deine Tränen entschuldigen, Legolas“, antwortete Thranduil mit ruhiger Stimme. „Du wirst dieses Leben niemals mehr führen werden. Niemand wird dir etwas antun können, weil ich dich beschützen werde, Legolas. Du kannst, wenn du willst, ab jetzt für immer bei mir wohnen. Möchtest du das?“
Der Teenager schaute den Agenten mit großen Augen an. Er konnte bei Thranduil wohnen? Er durfte für immer bei ihm wohnen? Ihm wurde ganz warm.
„J-Ja.“
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