Particular Taste

GeschichteDrama, Romanze / P16
Shawn Peter Raul Mendes
26.04.2019
14.11.2019
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Hallo zusammen :)
Ich versuche mich auch einmal an einer Shawn Mendes Geschichte und hoffe, sie gefällt euch. Viel Spass beim Lesen :)
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Schon seit Monaten musste ich mir von meiner kleinen Schwester Jessica und ihrer besten Freundin Haley anhören, wie sehr sie sich auf das Shawn Mendes Konzert freuten. Mit jedem Tag wurde das Thema mehr und mehr erwähnt und ich war sehr froh, dass es heute Abend endlich aufhören würde.
Mit diesem Jungen konnte ich überhaupt nichts anfangen. Seit dem Beginn seiner Karriere fand ich, dass er eine unsympathische Art nach Aussen hatte und je grösser sein Erfolg, desto mehr hob er ab.
Ich sass also an Jessicas grossem Tag auf meinem Bett und schrieb an einem neuen Song. Dies war eine meiner Lieblingsbeschäftigungen, gleich nach dem Klavier spielen und dem Singen. Seit etwa 5 Jahren schrieb ich nun schon eigene Songs, jedoch behielt ich diese immer für mich und spielte sie auch nicht vor anderen.
Nach dem ich ein paar Worte zusammengesetzt hatte, versuchte ich, diese in eine passende Melodie zu packen und sang leise vor mich hin, als es an der Tür klopfte. Schnell schmiss ich den Block auf das Bett und lief zur Tür. Üblicherweise traten meine Familienmitglieder ein ohne nach dem Klopfen abzuwarten.
Als ich verwundert die Tür öffnete, stand eine weinende vierzehnjährige Jessica vor mir und warf sich in meine Arme. Tröstend strich ich ihr über den Kopf, verstand jedoch die Welt nicht mehr. Heute war doch das Konzert ihres heissgeliebten und umschwärmten Shawn Mendes, da hätte ich eine andere Reaktion erwähnt.
Ich zog sie aufs Bett und setzte mich neben sie. Sie wollte zu sprechen beginnen, doch die heftigen Schluchzer machten ihr dies unmöglich.
„Beruhig dich zuerst und erzähl mir dann was los ist“, meinte ich, langsam aber sicher besorgt was sie so aus der Fassung bringen konnte. Jessie atmete einige Male tief durch und sah mich dann mit grossen, verweinten Augen an.
„Wie du bestimmt weisst, sollte Haleys Schwester Katherine uns heute zum Konzert begleiten, da wir alleine noch nicht hin dürfen. Sie liegt nun aber mit hohem Fieber im Bett und ist somit verhindert. Mom und Dad haben sich bereits mit Haleys Eltern verabredet und können das auch nicht verschieben“. Als sie fertig gesprochen hatte, begann sie wieder zu weinen und warf sich in meinen Schoss.
Plötzlich stand meine Mutter in der Tür und sah mich mit strengem, aber auch mitfühlendem Blick an. Fragend sah ich sie an.
„Claire, da du heute Abend noch nichts vor hast… Darf ich dich bitten, die beiden an das Konzert zu begleiten?“, fragte sie mich schliesslich. Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Natürlich würde ich meiner Schwester diesen Gefallen niemals ausschlagen, dafür liebte ich sie zu sehr. Aber ich an einem Shawn Mendes Konzert? Das durfte doch nicht wahr sein. Schockiert sass ich auf dem Bett und starrte immer wieder von meiner Mutter zu Jessie und wieder zu meiner Mutter.
Jessie hatte sich mittlerweile wieder aufgerichtet und sah mich mit ihren himmelblauen Kulleraugen an.
„Claire bitte bitte du wärst die aller aller aller beste“, bettelte sie. Ich verdrehte innerlich die Augen, setzte aber ein Lächeln auf. Wohlwissend, dass ich meine Entscheidung bereuen würde, nickte ich.
„Du schuldest mir aber etwas“, sagte ich und begann, Jessie aus zu kitzeln. Nachdem wir uns erholt hatten, schlang sie ihre Arme um meinen Hals und erdrückte mich beinahe.
„Danke Claire! Ich weiss wie sehr du ihn verabscheust aber ich verspreche dir, dass du es nicht bereuen wirst.“
Ich sah zu meiner Mutter, die mir dankend zulächelte. So hatte ich mir meinen Samstagabend nicht vorgestellt. Da ich davon ausging, heute alleine zu Hause zu sein, nahm ich mir vor, den Song fertig zu schreiben und danach auf dem Klavier die passende Melodie zu komponieren. Diesen Plan konnte ich nun über Bord werden.
Was sollte eine bald einundzwanzigjährige an einem Konzert von Shawn Mendes gemeinsam mit ein paar vierzehn bis siebzehnjährigen? Ich stellte mich innerlich bereits auf den Tinnitus vor lauter Gekreische ein.
Erst jetzt bemerkte ich, dass Jessica die ganze Zeit mit mir gesprochen hatte. Mit der Hand wedelnd winkte sie vor meinem Gesicht herum und ich sah sie fragend an.
„Ob du in einer Stunde bereit zur Abreise bist“, fragte sie nochmals, jedes Wort betonend als wäre ich ein Ausserirdischer.
„Bereits in einer Stunde? Aber das Konzert beginnt erst um 8 Uhr, was willst du schon um halb eins dort sein?“, fragte ich sie obwohl ich die Antwort bereits kannte.
„Wir haben Stehplätze und ich will so nahe an Shawn sein wie nur möglich, deshalb müssen wir früh genug dort sein. Sonst sind wir viiieeel zu weit hinten.“
Nun verdrehte ich meine Augen nicht mehr nur innerlich. Aber immerhin konnte ich so vor dem Stadion doch noch an meinem neuen Song arbeiten.
Fröhlich herumspringend stand sie von meinem Bett auf und rannte aus meinem Zimmer. Kurz darauf kam sie zurück, packte meine Mutter an der Hand und zog sie mit sich.
Da ich in einer Stunde bereit sein musste, stand ich ebenfalls auf und lief in Richtung Badezimmer, um zu duschen. Unter der Dusche hatte ich immer die besten Ideen für neue Melodien und so stand ich beinahe eine halbe Stunde unter dem prasselnden Wasser und hatte viele verschiedene Einfälle. Völlig in Gedanken an den neuen Song versunken, bemerkte ich erst spät, dass ich ziemlich knapp dran war.
Ich sprang aus der Dusche, band mir ein Tuch um die Haare und schlüpfte in meinen Bademantel. Zuerst machte ich mich daran, mich zu schminken. Dies hatte ich recht schnell erledigt, da ich mich ausser mit Mascara und etwas Puder recht wenig schminkte.
Danach föhnte ich mir die Haare, streckte sie noch kurz und rannte dann in mein Zimmer an Jessie vorbei. Diese war schon seit einer guten halben Stunde fertig und konnte es kaum noch erwarten. Laut trällerte sie einen von Shawns Songs vor sich hin und wieder verdrehte ich meine Augen.
Ich stellte mich vor meinen Kleiderschrank und entschied mich für ein graues T-Shirt und eine schwarze Stoffhose. Dann packte ich noch kurz meine kleine Tasche, schmiss meinen Block und Stift hinein und griff meine Autoschlüssel.
Ich ging nach unten zu Jessie und wir stiegen in mein Auto, um Haley abzuholen. Die beiden freuten sich riesig und natürlich mussten wir auf dem Weg zum Stadion einen Song nach dem anderen von Shawn anhören, bei welchen die zwei in voller Lautstärke mitsangen.
Leicht genervt versuchte ich, die beiden zu ignorieren und den Abend nicht zu sehr zu verabscheuen. Doch was ich noch nicht wusste; dieser Abend würde mein Leben grundlegend verändern…
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