Competition of Love

von Lara1312
MitmachgeschichteRomanze, Freundschaft / P16
25.04.2019
04.05.2019
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25.04.2019 3.872
 
Competition of Love


KERTTU KOSKINEN

***

10. November 2182 ~ Angeles

Ich war es leid, dieses Gespräch ständig mit Mom wiederholen zu müssen. Ich würde kein Casting veranstalten und damit basta. Fünfunddreißig Männer würden für mich kämpfen, nur damit ich dann später vielleicht herausfände, dass der Richtige nicht dabei war. Bei Mom hatte es ja auch nicht wirklich geklappt, also warum sollte es das bei mir?
„Kerttu, du weißt doch, dass dein Großvater in einem Casting seine große Liebe gefunden hat“, versuchte Mom es erneut, aber ich hatte auf stur gestellt.
Ich verschränkte die Arme vor meiner Brust, die mit glitzernden Perlen besetzt war. Ich hasste es, wenn sie von Grammy redeten, ihren Namen aber nicht aussprachen. „Grandpa war der erste Kronprinz in der Geschichte Illéas, der überhaupt eine Frau im Casting gefunden hat, die er tatsächlich liebte. Was wiederum zeigt, wie gering die Chance für mich ist, auch jemanden zu finden.“
„Ich habe es dir schon einmal gesagt“, erwiderte Mom seufzend und ihre haselnussbraunen Augen funkelten. „Ohne ein Casting hätte ich deinen Dad niemals kennengelernt, und dass, obwohl auch ich strikt gegen ein Casting war.“
„Dann kannst du dich ja wunderbar in mich hineinversetzen“, grummelte ich sarkastisch und wandte mich bereits zum Gehen, aber Mom hielt mich auf.
„Teddy?“
Augenrollend drehte ich mich zu ihr um. „Was ist?“
„Geht es dir tatsächlich nur darum, dass du kein Casting machen möchtest, oder steckt etwas Anderes dahinter?“, wollte die Königin wissen und sah mich aufmerksam an.
Ich schluckte, weil ich es noch nie wirklich ausgesprochen hatte, aber irgendwann musste sie es ja sowieso erfahren. „Ich hatte noch nie eine Beziehung, nicht einmal einen Kuss.“ Damit drehte ich mich um und stolzierte aus Moms Büro, ohne mich noch einmal umzudrehen. Und sie schwieg. Na super. Wenn sie wenigstens irgendwie reagiert hätte, wäre das alles einfacher für mich gewesen, aber so musste ich mir einen Kopf darum machen, was Mom von meiner … Unsicherheit wohl hielt. Und wem sie alles davon erzählen würde.
„Hoheit?“ Die Stimme ließ mich herumfahren und da stand Bariel Pratt, meine Schneiderin, in der Tür zu einem der Zimmer der ehemaligen Erwählten. Seitdem hatte man sie nicht umgeräumt, und ich wusste ganz genau, warum Bariel immer hier anzufinden war. Sie hatte damals am Casting um meinen Großvater, König Maxon, teilgenommen, als eine Erwählte aus Sota. Einst war sie eine Zwei gewesen, und gehörte damit der wohlhabendsten Kaste neben dem Königshaus an, aber nachdem Grandpa kurz vor Moms Casting das Kastensystem abgeschafft hatte, fing Bariel an, einen völlig untypischen Job für eine Zwei zu erlenen. Sie wurde Designerin, arbeitete erst selbstständig, aber schließlich entwickelte sie so großes Potential, dass ich darum bat, sie hier im Palast einzustellen, um meine Kleider zu schneidern.
„Seid Ihr bereit für den Bericht?“, fragte Bariel und kratzte sich kurz an der Stirn, die genauso glatt und hell war wie ihre Haare. Die waren ziemlich weiß trotz ihres mittleren Alters, was wohl daran lag, dass sie auch früher schon sehr helle Haare hatte. Blassblonde Haare, wie ich auf einem Bild in einem alten Magazin gesehen hatte, welches während Grandpas Selection veröffentlicht worden war.. Außerdem waren diese Haare sehr lang gewesen, mindestens bis zur Taille, und große Brüste. Wobei sie diese immer noch besaß, nur waren sie jetzt versteckt unter ihrer Zofentracht. Anders als die Zimmerzofen musste Bariel keine Spitzenhaube tragen, weil sie als Schneiderin nicht in den Kontakt mit Essen kam, welches sie für andere servieren musste.
Bei dem Gedanken an den bevorstehenden Bericht schauderte ich. „Ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher, was Mom heute verkünden wird. Sie hat eben noch einmal mit mir über ein Casting gesprochen, aber ich habe abgelehnt, aus mehreren Gründen. Und ich habe ihr mein Geheimnis offenbart, doch wenn sie das ausspricht … nun, ich weiß nicht, ob ich das wirklich so möchte, wissen Sie?“
Bariel nickte, obwohl sie wahrscheinlich gar nicht wusste, von welchem Geheimnis ich sprach. Man sollte schließlich annehmen, die Kronprinzessin eines Staates sei bei Dingen wie Liebe und Küssen bereits erfahrener als alle anderen. In Wahrheit war es jedoch genau andersherum. Trotzdem war ich ihr dankbar für ihre Geste. „Kommt, Eure Hoheit, ich habe das Kleid bereits in Ihre Gemächer gebracht. Prissy wird sich um Sie kümmern.“
Das stimmte. Prissy war meine persönliche Zofe, meine Freundin. Die einzige Person, der ich alles anvertrauen konnte, ohne dass sie es weitererzählte.
Auf dem Weg zu meinen Gemächern redete Bariel viel, was mir nur Recht war. „In diesem Bericht wird sich Blossom Fadaye hauptsächlich Euch zuwenden“, sagte sie. „Euer Geburtstag ist noch nicht lange her und dies ist der erste Bericht, in welchem Ihr achtzehn seid, Hoheit. Ihr werdet nicht drum herumkommen, dem Volk von ersten Plänen zu erzählen, die Ihr umzusetzen gedenkt, wenn Ihr Königin seid. Und wie jedes Jahr wird Königin Eadlyn Euch ein Geschenk machen, über welches Ihr keine Miene verziehen dürft, auch, wenn Ihr es nicht mögen solltet.“
Ich seufzte. „Das hatte ich bereits wieder verdrängt. Moms Geschenke sind meistens grauenhaft.“
„Das kann und darf ich leider nicht beurteilen“, erwiderte Bariel. „Und Blossom Fadaye wird Euch auch über die große Party befragen, die morgen stattfinden soll. Ihr müsst Euch einprägen, welche Repräsentanten welcher Länder kommen, um Euch zu gratulieren, und natürlich auch, wie lange die Gäste hier im Palast von Illéa leben werden, ehe sie zurück in ihr Heimatland reisen.“
Wir betraten meine Räume und bereits im Vorzimmer erwartete mich Prissy in ihrer Zofentracht, die Hände um ein Kissen geschlungen, mit welchem sie auf mich zielte und schließlich auch warf. Schützend hielt ich mir die Hände vors Gesicht, als es auf mich zuflog, und sah meine Zofe entrüstet an. „Wofür war das denn bitte?“
„Dafür, dass du zu spät bist“, erwiderte Prissy grinsend und nahm mich am Handgelenk, das Kissen hob Bariel wieder auf, die sich daraufhin verabschiedete und mich mit meiner besten Freundin allein ließ. „Also, wie war das Gespräch mit deiner Mutter?“
Ich seufzte. „Ich glaube, ich muss mir Sorgen wegen des Geschenks machen, das sie mir heute während des Berichts geben wird. Außerdem hat sie wieder angefangen, übers Casting zu reden, das sie ja unbedingt für mich vorgesehen hat. Ich habe ihr gesagt, dass ich mich zu unerfahren fühle, um so viele Männer einzuladen, und bin dann gegangen.“
„Hat sie darauf etwas gesagt?“, fragte Prissy und half mir beim Ausziehen meines jetzigen Kleides.
„Nichts“, erwiderte ich und strich mir ratlos über die Stirn. „Ich habe Angst, dass sie es jemandem weitererzählt, verstehst du?“
„Hmm“, machte Prissy, die wegen der Haarnadeln in ihrem Mund nicht sprechen konnte. Ich stieg aus meinem Kleid heraus und griff nach dem neuen, welches meine Mom mitgeschneidert hatte. Sie hatte ein Händchen dafür, während ich total unbegabt in solchen Dingen war. Obwohl ich Kleider und Tiaras und alles liebte, was mir an Luxus vergönnt war, konnte ich doch wenig zu deren Entstehung beisteuern, außer sie zu bezahlen. Obwohl ich auch das nicht zu tun brauchte, weil meine Mom das für mich tat. Zumindest noch. Wenn ich Königin würde, dann müsste ich mich auch um die Finanzen kümmern, etwas, in dem mein jüngerer Bruder Erig viel besser war als ich, und das, obwohl ich vier Jahre älter war als er.
Wie erwartet saß das Kleid wie angegossen und war weder zu weit noch zu eng. Ich betrachtete mich im Spiegel, in diesem königsblauen Tüllkleid mit den Carmen-Ärmeln, dem V-Ausschnitt und der mit Kristallen und Perlen bestickten Korsage. Der Farbton brachte meine blauen Augen gut zur Geltung, die ich von Dad geerbt hatte, und war nicht zu aufdringlich, was ich Mom und Bariel hoch anrechnete, weil ich es hasste, mich super-extrovertiert zu zeigen, besonders vor Publikum. Mom behauptete immer, ich hätte dasselbe schüchterne Lächeln wie Dad, obwohl ich da anderer Meinung war. Dads Lächeln war nicht schüchtern, es war ruhig und gelassen und passte eindeutig zu seiner düsteren Ausstrahlung, die ich auch von ihm geerbt hatte. Okay, ich sah nicht wirklich düster aus mit meiner natürlich gebräunten Haut, den glänzenden, dunkelbraunen Haaren und den leuchtend blauen Augen, aber … wenn ich lächelte, kam es mir manchmal vor, als müsste ich raten, wen ich im Spiegel sah, weil ich nicht so häufig Gefühle zeigte wie Grandpa oder Dad. Ich war immer eher geheimnisvoll gewesen, distanziert und nachdenklich, obwohl Mom mich immer als frühreif und schelmisch bezeichnete. Nun ja, ich musste zugeben, dass ich anderen gern Streiche spielte und mich dann im Stillen darüber totlachte, aber frühreif? Ich hatte noch nicht einmal einen Jungen geküsst, mit Ausnahme meines Bruders, aber auch das fiel eher selten aus.
Prissy steckte mir die Haare in eine lockere Hochsteckfrisur, aus der ein paar kurze Wellen herausfielen und mir damit etwas Unschuldiges verliehen, ebenso wie der dezente Lipgloss, der silbrige Lidschatten und das helle Make-up.
Als ich fertig war, schlüpfte ich in meine silbern glitzernden High-Heels und machte ich mich auf den Weg zum Reportstudio. Es lag in der untersten Etage und auf dem Weg dorthin traf ich auf Erig, der in seinem schwarzen Anzug wirklich gut aussah. Bis auf unsere Augen sahen wir fast gleich aus, nur eben mit der Tatsache, dass ich weiblich und er männlich war. Aber wir besaßen beide die gebräunte Haut, die etwas heller war als die unserer Mom, die dunkelbraunen Haare von Dad und die Schönheit von Mom. Doch während ich die klaren, blauen Augen von Dad geerbt hatte, hatte er die haselnussbraunen von Mom. Und er hatte ihre … nun ja, arrogante Ausstrahlung, könnte man sagen.
Schweigend betraten wir das Reportstudio, wo wir direkt von Blossom Fadaye, der Enkelin des ehemaligen Moderators Gavril Fadaye, in Empfang genommen wurden. Sie war das, was andere als eine Klatschtante bezeichneten, mit ihrer hohen, nervigen Stimme und ihren gelockten, blonden Haaren. Ich mochte sie nicht besonders, aber Mom meinte, wir müssten die Tradition aufrechterhalten und somit eine direkte Verwandte von Gavril einstellen, die den Bericht moderierte.
Sie dirigierte uns aufgeregt zu unseren Plätzen, zwei großen Stühlen rechts und links von denen, auf welchen Mom und Dad bereits saßen. Ich ließ mich an Dads Seite nieder, Erig an Moms und dann ertönte auch schon die Nationalhymne von Illéa und das Wappen der Königsfamilie wurde eingeblendet.
„Liebe Bürger des Volkes von Illéa“, begann Blossom überschwänglich und lächelte strahlend in die Kamera. „Willkommen zum monatlichen Bericht aus den Mauern des Königshauses. Wie Sie alle sicherlich wissen, ist im letzten Monat viel passiert. Zum Beispiel hat unsere geliebte Kronprinzessin Kerttu Koskinen ihren achtzehnten Geburtstag zelebriert, weshalb ihr nur noch ein Jahr bis zur offiziellen Volljährigkeit bleibt.“ Sie wandte sich an mich und ich achtete darauf, nicht allzu angewidert auszusehen, als ihre Parfümwolke mich einhüllte. „Prinzessin Kerttu, wie fühlt es sich an, achtzehn zu sein?“
Ich faltete meine Hände ordentlich im Schoß und streckte die Schultern durch, wie es sich für eine Prinzessin gehörte. „Ich muss ehrlich zugeben, dass ich mich kein Stück verändert fühle.“
Blossom lachte, als hätte ich einen Witz gemacht, obwohl ich das vollkommen ernst gemeint hatte, und beugte sich dann noch ein Stückchen weiter vor. „Hat Eure Hoheit denn bereits einige Geschenke bekommen?“
Ich lächelte zurückhaltend. „Wenn man es ein Geschenk nennt, dass mein allerliebster Bruder mich durch den gesamten Palast hat laufen lassen, damit ich eines meiner Lieblingstörtchen finde, dann ja.“
Das schien Blossom zu entzücken, denn sie wandte sich nun Erig zu, der mich angrinste. Ich lächelte zuckersüß zurück. Hoffentlich würde ich von ihm bald noch ein anderes Geschenk kommen, sonst konnte er sich an seinem Geburtstag auf ein Paar Manschettenknöpfe freuen, die in seiner Pastete versteckt wären. Und ich wusste, wie sehr er es hasste, immer Manschettenknöpfe zu bekommen, weil er lieber leger herumlief, in Jeans und T-Shirt, wie jeder andere Junge im Volk.
„Prinz Erig, ist es wahr, was Prinzessin Kerttu behauptet hat?“, wollte Blossom aufgeregt von dem vierzehnjährigen Jungen wissen, der es sich augenscheinlich auf seinem Stuhl bequem gemacht hatte.
„Warum sollte Teddy lügen?“, erwiderte er bloß und unterdrückte ein Gähnen. Ich musste kichern, womit ich mir einen wütenden Blick von Mom einbrachte und abrupt verstummte.
„Habe ich das gerade richtig verstanden, dass Ihr Eure Schwester Teddy nennt?“, fragte Blossom überrascht. „Dürfen wir den Hintergrund dieses Spitznamens erfahren?“
Schnell griff Mom ein, weil Erig bei solchen Fragen immer Worte benutzte, die man als Prinz nicht in den Mund nehmen sollte. „Der Name war etwas wie ein … Missgeschick“, erklärte sie und lächelte in die Kamera, wie man es sie gelehrt hatte. „Mehr möchte ich dazu nicht sagen.“
Und darüber war ich froh. Wenn Erig jetzt noch die Klappe hielt, musste das wirklich mein Glückstag sein. Schon jetzt würde ich wohl nicht um diverse Auseinandersetzungen mit den Medien drum herumkommen, weil Erig mich vor ganz Illéa Teddy genannt hatte.
Blossom machte sich nichts aus Moms Abfuhr, sondern wandte sich direkt zu mir, ihre Augen strahlten. „Freut Ihr Euch denn bereits auf das Überraschungsgeschenk Eurer Mutter, Hoheit?“
„Aber sicher doch“, antwortete ich und hoffte, man würde mir meinen Missmut nicht allzu deutlich anmerken. Wenn doch, dann hätten die Medien noch mehr zu berichten.
„Dann wollen wir Euch auch gar nicht länger auf die Folter spannen“, säuselte Blossom und drehte sich zu den Kameras. „Wie jedes Jahr hat Königin Eadlyn Schreave de Koskinen eine Überraschung zum Geburtstag ihrer Tochter, Kronprinzessin Kerttu Koskinen.“
Die Kameras schwenkten zu Mom, aber diese schüttelte lächelnd den Kopf. „Dieses Jahr ist mein Geschenk an meine Tochter nicht an etwas Materielles gebunden“, erklärte sie feierlich und in ihrem roten und goldenen Kleid sah sie aus wie die böse Königin in Märchen. Zumindest war es für mich in diesem Moment so und ein kalter Schauer lief mir den Rücken hinunter. Ungeduldig rutschte ich auf meinem Stuhl herum, bis Dad mir seine Hand auf die Knie legte und mir aufmunternd zunickte. Ich lächelte um der Kameras Willen und sah gespannt auf Mom, die sich ein wenig gerader hingesetzt hatte, ihre Miene verriet nichts.
„Das folgende Jahr wird für Kerttu viele Bürden bereithalten“, fing Mom an zu erzählen. „Sie muss sich ihrer Rolle als zukünftige Königin Illéas bewusstwerden und lernen, was ihr Volk von ihr erwartet. Natürlich werden der Prinzgemahl und ich ihr auf diesem langen und beschwerlichen Weg als ihre Eltern zur Seite stehen, aber ich weiß aus eigener Erfahrung, wie erschütternd es sein kann, plötzlich als alleinige Herrscherin eines ganzen Staates dazustehen und niemanden zur Seite zu haben, der einen nimmt, wie man ist. Diese Erfahrungen möchte ich meiner Tochter ersparen und deshalb schenke ich ihr zu ihrem achtzehnten Geburtstag ein Casting, bei welchem der Gewinner nicht direkt zum Prinzgemahl, sondern zum Prinzen wird, um sich gemeinsam mit Kerttu ihrem Schicksal zu stellen.“
Blossom war entzückt, aber ich konnte mich nicht rühren. Ich war mir sicher, dass meine Gefühle sich in meiner Miene widerspiegelten. Als die Moderatorin sich an mich wandte, um meine Meinung zu hören, machte ich gute Miene zum bösen Spiel. „Ich weiß nicht, was ich sagen soll“, sagte ich und das stimmte eigentlich sogar. Ich wusste nicht, mit welchen Worten ich Mom am besten vor ganz Illéa demütigen konnte. Dad schien meine Gedanken zu erraten, denn er strich mir beruhigend über den Arm, woraufhin ich mich etwas entspannte, aber meine Finger krallten sich noch immer um die Armlehnen meines Stuhls.
„Das sind großartige Nachrichten aus der Königsfamilie“, plapperte Blossom weiter, aber ich hörte nur mit halbem Ohr zu. Wie konnte Mom mir das nur antun? Ich hatte ihr ganz klar gesagt, dass ich kein Casting veranstalten würde, und gerade, als ich das Blossom mitteilen wollte, wechselte diese das Thema. „Kommen wir nun zum zweiten Teil des heutigen Reports. Prinzessin Kerttu hat viele Gäste geladen, die morgen zusammen mit ihr ihren achtzehnten Geburtstag feiern werden. Welche Gäste sind das?“ Sie sah mich fragend an.
Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich ein Blackout. Es war, als wäre mein Gehirn wie leergefegt. „Ich …“ Die Röte schoss mir ins Gesicht und breitete sich bis zu meinen Ohren aus. „Ähm, also … ich glaube …“ Ich schüttelte den Kopf und senkte beschämt den Blick, die Ader an meiner Schläfe pochte in einem unsteten Rhythmus. „Tut mir leid, ich bin ein wenig durch den Wind. Ich … entschuldigt mich.“ Mit einem Satz war ich auf den Beinen und rannte mit wehenden Röcken aus dem Reportraum. Ich hörte, wie Mom mir wütend hinterherrief, aber ich konnte unmöglich noch eine Sekunde länger den vielen Kameras ausgesetzt sein. Hastig eilte ich durch die Gänge und brach schließlich in den Garten, wo ich mich auf eine weiße Bank neben einem der vielen Springbrunnen fallen ließ und mein Gesicht in meinen Händen vergrub.
Die kühle Novemberluft drang durch den Tüll des Kleides und ließ mich frösteln, aber ich blieb, wo ich war.
„Kerttu?“, fragte Erig und setzte sich neben mich. Langsam sah ich auf und betrachtete meinen jüngeren Bruder.
„Bist du mir gefolgt?“, stöhnte ich und rieb mir die Schläfen. „Mom wird wütend sein.“
Erig zuckte mit den Schultern. „Na und? Das hat sie sich selbst zuzuschreiben. Schließlich wusste sie ganz eindeutig, dass du dich nicht über so ein bescheuertes Geschenk freuen würdest.“
„Ich habe vorher noch mit ihr darüber geredet“, murmelte ich. „Ich habe ihr gesagt, dass ich kein Casting machen will, weil ich überhaupt keine Erfahrungen mit Männern habe. Anscheinend wollte sie mich unbedingt bloßstellen, nachdem sie so wütend über mich war, weil ich in dem Punkt nicht mit mir reden lassen wollte.“
„Mom wird ihrem Ruf gerade wirklich gerecht“, schnaubte Erig und legte mir einen Arm um die Schultern, was mich ein wenig tröstete. „Die zickige, arrogante, böse Königin, die nicht auf die Bedürfnisse ihrer Untertanen achtet, sondern nur auf sich selbst und sich daraus Vorteile zieht. Nur, dass das Volk das nicht aus demselben Blickwinkel sieht wie wir.“
Schweigend lehnte ich mich an ihn und beobachtete die weißen Wolken über uns am strahlend blauen Himmel. Und Erig saß einfach nur neben mir und hielt mich fest und machte mir damit ein viel besseres Geschenk als Mom.


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Steckbrief


Anmerkungen:
1. Einige Punkte sind mit Sternchen (*) gekennzeichnet. Diese müssen nicht unbedingt zwingend ausgefüllt werden.
2. Die eckigen Klammern hinter den Punkten bitte durchlesen und löschen.
3. Keine Gary-Sues! Kein Mensch ist perfekt.
4. Bitte sendet mir den Steckbrief über Mail unter dem Betreff Competition of Love_Name des Charakters. Beispielsweise wäre das dann: Competition of Love_Mary Whitaker.
5. Um Reservierungen darf nur über Mail gebeten werden, nicht über die Reviews!
6. Es wäre schön, wenn ihr mir eine Rückmeldung zu dem Kapitel gebt, in welchem euer Charakter im Mittelpunkt stehen. Wenn lange Zeit nichts kommt, werde ich darauf achten, dass dieser Charakter sich ein wenig zurückzieht.
7. Ihr könnt zwar Wünsche angeben, was mit eurem Charakter passieren soll, aber entscheiden tue immer noch ich.
8. Bitte schaut vor dem Erstellen des Charakters noch einmal auf der Webseite nach, welche Provinzen noch frei sind. Die Webseite ist ganz am Anfang des Kapitels verlinkt.

So, jetzt aber wirklich zum Steckbrief:

Allgemeine Informationen

Username:

Vorname(n):
Nachname:
*Spitzname(n): [Wie wird er von wem genannt? Hintergrund des Namens? Meinung des Charakters zum Namen?]

Provinz: [auf der Webseite könnt ihr sicherstellen, zu welcher Provinz es noch keinen Erwählten gibt]

Alter: [17-20]
Geburtstag: [ohne Jahr]
Sternzeichen:

Sexualität: [auch homosexuelle Charaktere sind erlaubt, diese müssen aber einen wirklich guten Grund haben, warum sie an der Selection teilnehmen]

Beruf: [auch ein Studium zählt hier als Beruf; in diesem Fall bitte dazuschreiben, was der Charakter studiert]
Schule: [studiert der Charakter? Hat er besondere schulische Einrichtungen nach seinem Abschluss besucht?]
Sprachen: [Welche Sprachen spricht der Charakter? Spricht er diese eher flüssig oder gebrochen? Weshalb spricht er diese Sprachen? Gibt es eine Lieblingssprache für ihn?]

*Gesundheit: [irgendwelche Krankheiten, Essensgewohnheiten, Allergien oder physische / psychische Einschränkungen?]


Informationen zum Aussehen

Bild: [bitte mit erkennbarem Gesicht]

Haare: [aktuelle Haarfarbe, natürliche Haarfarbe, Länge, Fülle, Frisur im Alltag, Frisur im Palast]
Augen: [Farbe, Form, *Ausdruck,  *Brille oder Kontaktlinsen, *Sehschwächen, *Besonderheiten]
Gesicht: [Form, *sonstige Beschreibung]
Teint:

Gestalt: [schlank / muskulös / schlaksig / stämmig / breitschultrig / mager / etc.]
*Besonderheiten: [Tattoos (bitte mit Bild), Ohrringe, Piercings, Narben, Muttermale, Leberflecken, etc.]
Größe:
Gewicht:

*Angewohnheiten: [irgendwelche Ticks, besondere Gestik und Mimik, Geräusche, die er vllt. von sich gibt, etc.]

Ausstrahlung: [wie wirkt er äußerlich auf andere?]
Kleidung: [was zieht er im Alltag an? Besondere Kleidungsstücke, an denen er hängt?]

Selbstbild: [Was mag er an seinem Äußeren und was nicht? Würde er gern etwas ändern? Kann er etwas ändern?]


Informationen zum Charakter

Beschreibung: [bitte einen kleinen Text schreiben, der den Erwählten möglichst genau beschreibt; bitte keinen ganzen Roman schreiben, aber gebt euch schon ein wenig Mühe!]

Was macht ihn aus: [mindestens sechs Eigenschaften]

Stärken: [mindestens drei]
Schwächen: [mindestens drei]

Was mag er gern: [auf Gegenstände und Zustände bezogen, nicht auf andere Personen, also beispielsweise Lieblingstier, Lieblingsessen, etc.]
Was mag er nicht: [auf Gegenstände und Zustände bezogen, nicht auf andere Personen, also beispielsweise Hassgetränke, etc.]

Ängste: [wie kam es zu dieser Angst?]
Herzenswunsch: [muss nicht unbedingt umzusetzen sein, bspw. könnte er sich wünschen, fliegen zu können]
Zukunftsziel: [sollte realistisch sein]

Selbstbild: [wie sieht er sich selbst charakterlich?]
*Wie denken andere über ihn:
Ruf: [welchen Ruf hat er in der Gesellschaft? Leidet er darunter? Wie kam es zu diesem Ruf?]

*Zitat, das ihn beschreibt:


Informationen zur Familie

Wohlstand: [eher ärmlich oder reich? Warum ist das so?]
Status: [gesellschaftliche Stellung der Familie, Ruf, etc.]

Verhältnis innerhalb der Familie:

Mutter: [Vorname(n), Nachname, Alter (wenn bereits verstorben, bitte Datum des Todes angeben), Beruf, 3 Charaktereigenschaften, Bild, Verhältnis, *Sonstiges]
Vater: [siehe Mutter]
*Geschwister: [siehe Mutter]
*Andere Verwandte: [siehe Mutter]
*Haustier(e): [Name, Alter (in Menschenjahren), Bild, Art, Rasse, Verhaltensweise]
*Beste/r Freund/in: [siehe Mutter)

*Alltag: [Traditionen?]
*Ereignisse: [besondere Ereignisse, die das Verhältnis der Familie untereinander verändert haben?]


Informationen zum Alltag

Wohnsitz: [Haus / Villa / Wohnung / etc.]
Mitbewohner: [allein? Fremde? Freunde? Familie?]

Was mag er an Menschen:
Was mag er nicht an Menschen:


Informationen über die Liebe

Erfahrungen: [Küsse? Beziehungen? Jungfrau?]
Status: [Single? In einer Beziehung? Verliebt?]

Was soll beim ersten Treffen zwischen ihm und der Prinzessin passieren?

Darf er mit einer anderen Person als der Prinzessin zusammenkommen?

Darf er sich während des Castings in jemand anderen verlieben als die Prinzessin?


Informationen zum Casting

Anmeldung: [Warum? Wie? Gefühle?]
Auswahl: [Reaktion? Gefühle?]
Vorbereitung: [Was nimmt er mit? Wer hilft ihm?]
Abschied: [Anwesende Personen? Gefühle?]
Anreise: [Gefühle?]



Wie reagiert der Erwählte, wenn ...
... er Prinzessin Kerttu das erste Mal sieht?
... er Königin Eadlyn das erste Mal sieht?
... er Prinz Erig das erste Mal sieht?
... er Prinzgemahl Eikko das erste Mal sieht?
... er erfährt, dass der Kronprinz von Swendway beim Unterricht der Erwählten mitwirkt?
... er seine Mentorin (Marlee Woodwork) das erste Mal sieht?
... jemand schlecht über ihn redet?
... jemand schlecht über seine Familie redet?
... er offen beleidigt wird?
... ihm eine Person Angst macht?
... er sich verliebt?
... er wütend ist?
... er von einem Erwählten sabotiert wird?
... Gerüchte über ihn verbreitet werden?
... er bevormundet wird?
... jemand ein Geheimnis von ihm ausplaudert?
... er von jemandem extrem genervt ist?
... er mitkriegt, dass ein Teilnehmer andere sabotiert?
... er sich das erste Mal vor seinen Zofen entkleiden muss?



Wie ist die Meinung des Erwählten zu ...
... seinen Konkurrenten?
... Illéa insgesamt?
... Rebellen?
... der königlichen Familie insgesamt?
... Prinzessin Kerttu?
... Prinz Erig?
... Königin Eadlyn?
... Prinzgemahl Eikko?
... seinen Zofen?
... dem Casting insgesamt?
... der Krone? [ist er mehr an der Krone oder an der Prinzessin interessiert?]
... Reichen?
... Armen?
... Hilfsorganisationen?
... der Entschädigung, die seine Familie durch das Casting bekommt?



*Zofen: [drei Zofen für jeden Erwählten, je 1 Bild, 3 Charaktereigenschaften & das Verhältnis zum Erwählten]

*Irgendwelche Wünsche?

*Habe ich was vergessen?
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