Dance with the Devil

von Telda
GeschichteRomanze, Thriller / P18
25.04.2019
22.05.2019
12
19842
31
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Hallo,

hier für diese Woche das letzte Kapitel. Und wieder bin ich gespannt, wie es Euch gefällt. Lasst es mich wissen, okay?^^
Übrigens ganz herzlichen Dank für bis jetzt 24 Sternchen^^ Alle, die diese Sterne an meinem Himmel entzündet haben - ich umarme Euch!
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This is not a test, it's not a drill
Take no prisoners, only kill [1] (Fleetwood Mac, Peacekeeper)


„Ich habe eine bessere Idee“, widersprach Hermione ihrem Kollegen, „diese angebliche Maus ist nämlich gar nicht tot, sondern anscheinend nur bewusstlos, wahrscheinlich vor Schreck. Da wir sowieso noch in die Zentrale in Graz müssen – geben wir sie doch dort ab. Die werden schon wissen, was sie mit ihr machen wollen. Bis dahin darf sie aber nicht in ihre menschliche Gestalt zurück.“

„Das sollte jetzt auch nicht das Problem sein“, entgegnete Severus, zog seinen Zauberstab und schwenkte ihn über der Maus. „Nun bleibt sie so lange eine Maus, bis jemand den Gegenzauber spricht. Lass uns in die Zentrale aufbrechen.“

Dort angekommen, wurde die „Maus“ in einer sicheren Zelle untergebracht, bis sie vernommen werden konnte. Wichtiger war es jetzt, die neuesten Informationen in ihren Plan einzubauen und die letzten Entscheidungen zu besprechen. Hermione bemerkte, dass man inzwischen sowohl Severus als auch ihr mit Hochachtung begegnete. Das war kein Vergleich mehr mit der herablassenden Art, in der man ihr in Wien und zum Teil auch in Graz anfangs begegnet war!

Severus hatte ihr in seiner sarkastisch-verharmlosenden Art von seinem Auftritt in Wien erzählt, den er nach ihrem ersten Treffen dort hingelegt hatte. Da sie ihren jetzigen Kollegen und früheren Professor gut genug kannte, konnte sie sich diesen Auftritt auch ohne seine genaue Schilderung sehr gut vorstellen und hätte bei diesem Gedanken fast gegrinst. Und mit Sicherheit waren die Informationen über das Ereignis auch bis Graz gelangt. Das erklärte den Respekt, mit dem man ihn und auch sie jetzt behandelte.

Jetzt endlich stand der vollständige Plan für die Sicherung des Volksfestes. Achtzig bis einhundert Auroren und Unaussprechliche würden sich rund um den Festplatz verteilen und unter die Gäste mischen. Die letzteren sollten sich nach Möglichkeit an die Fersen jedes einzelnen Magiers und jeder Hexe aus Markus' Gruppe heften und sie nicht aus den Augen lassen.

Diejenigen, die außen um den Platz herum ihre Posten beziehen sollten, würden die magische Glocke über den Bereich legen, sobald das Fest offiziell durch den Bürgermeister von Graz eröffnet wäre. Damit wäre es dann nicht mehr möglich, Nachrichten oder gar Bilder hinauszuschicken und es wäre im Falle des Falles leichter, den Nebel mit dem Gift des Vergessens anzuwenden.

Der Tag des Volksfestes kam. Markus hatte angeordnet, dass alle Mitglieder, auch Severus und Hermione, zur Eröffnung auf dem Platz zu sein hatten und jedem einen Bereich zugeteilt. Auch Josef war dabei, und obwohl er keinen Zauberstab besaß, wurde ihm ein Beobachterposten in einer kleinen Gasse zwischen zwei der Schaustellerwagen auf dem Platz zugeteilt. Markus würde das Zeichen zum Losschlagen durch eine rote Lichtkugel geben.

Der Bürgermeister hielt seine Rede und eröffnete offiziell das Fest. Die Menschen, die sich dazu vor der Rednertribüne gedrängt hatten, verliefen sich langsam und begannen in kleinen Gruppen herum zu schlendern. Es herrschte ein ziemliches Gedränge und oft musste man Entgegenkommenden ausweichen oder sogar warten, bis es wieder vorwärts ging.

Hermione und Severus schlenderten wie gewöhnliche Volksfestbesucher über den Platz und schauten sich die bunten Stände und deren bunt gemischtes Angebot sowie die verschiedenen Fahrgeschäfte an.

Bunte Karussells gab es für die ganz Kleinen bis hin zu wirklich anspruchsvollen für Jugendliche und Erwachsene. Eine Geisterbahn war aufgebaut und Snape und Granger dachten beide das Gleiche: Wie konnte man sich vor bemalten Pappmaschee-Skeletten und -geistern fürchten, auch wenn sie noch so gruselig aussahen? Da gab es doch wahrlich Schlimmeres in der Welt...

Immer wieder schauten sie kurz zum Himmel, denn sie erwarteten jeden Moment das Zeichen von Markus. Doch nichts geschah...

Eine Weile standen sie vor einem Spiegelkabinett und schauten den darin herumirrenden Menschen zu, wie sie vor Glaswände liefen und mit unsicher vorgestreckten Armen ihren Weg aus dem Labyrinth von spiegelndem Glas suchten.

Auf ihrem Weg kamen sie dann an einer Loopingbahn vorbei und Hermione blieb stehen und schaute hinauf zu den sich windenden Gleisen und den Wagen, die kopfüber durch die Loopings rasten.

„Willst Du da mitfahren?“ fragte Severus sie.

Hermione schüttelte den Kopf. „Nur, wenn ich muss, Du mitfährst und ich Dir auf den Schoß speien darf, weil mir da drin garantiert schlecht wird.“

Severus lächelte leicht und schüttelte seinerseits gespielt verwundert den Kopf. „Ich hätte doch gedacht, dass Dich Besenfliegen, Apparieren und das Flohnetzwerk genug abgehärtet haben sollten.“

Hermione boxte ihn leicht auf den Arm. „Hör' auf, mich ärgern zu wollen. Lass uns lieber weitergehen. Wir sind hier zum Arbeiten.“

Die Minuten dehnten sich zu Stunden und die ersten mehr oder weniger stark alkoholisierten Besucher tauchten auf. Unwillkürlich schob sich Hermione schutzsuchend ein wenig dichter an Severus heran. Sie hasste es,wenn sie Betrunkenen über den Weg liefen. Es erinnerte sie stark an die Quiddichweltmneisterschaften damals. Die ganze Szenerie heute hatte damit sehr viel Ähnlichkeit, was die Stimmung der Besucher und die bösen Pläne betraf.

Die Menschen feierten, lachten, schwatzten, amüsierten sich und niemand ahnte etwas davon, was demnächst geschehen sollte.

In diesem Moment trat ein Mann auf Severus zu, die beiden begrüßten sich und sprachen kurz miteinander. Bevor der Mann weiterging, sagte er noch: „Ich bleibe hier in der Nähe, wenn etwas ist.“

Hermione und Severus liefen weiter und im Gehen erklärte Severus ihr mental, dass dies einer der wenigen Unaussprechlichen aus der Wiener Zentrale gewesen sei, der ihm von Anfang an Unterstützung zugesagt hätte. „Einer der Wenigen, der nicht so ignorant war wie die Chefetage.“

Plötzlich erschien am Himmel eine leuchtend rote Kugel und die Besucher starrten nach oben, weil sie glaubten, gleich würde das angekündigte Feuerwerk losgehen. Aber da war kein Feuerwerk, denn auf einmal schwebten dort oben hilflos Menschen in der Luft, schrien ängstlich und es brach ein ungeheurer Tumult auf dem eben noch so fröhlichen Fest los.

Hermione und Severus, die immer noch dicht nebeneinander liefen und ihre mentale Verbindung hielten, mussten einem Betrunkenen ausweichen, der gröhlend ein Lied schmetterte und machten beide einen großen Schritt zur Seite. Hermione schaute gerade ebenfalls zum Himmel hinauf, als sie neben sich einen erstickten Aufschrei hörte, herumfuhr und gerade noch sah, wie Severus Snape sich halb um seine Achse drehte, dann wie ein gefällter Baum zu Boden ging und wie eine Gliederpuppe auf der Seite landete.

Im Nu war der Unaussprechliche von vorher neben ihnen. „Such' den Täter,. Granger. Ich kümmere mich um ihn.“

Hermione schaute einen Augenblick lang auf Severus hinunter und sah dann plötzlich Blut aus seiner Kleidung am Rücken hervorquellen. Eine ungeheure Wut erfasste sie.

In diesem Moment erscholl eine laute Stimme seitlich ein paar Meter von ihnen entfernt, die schrie: „Das ist Magie und Hexenwerk! Dort steht eine Hexe! Steinigt sie! Erschlagt sie!“

Gleich darauf flogen die ersten Steine auf sie zu und einer traf sie sehr schmerzhaft an der Schulter. Eilig legte sie nonverbal einen Schutzschild um Severus und den Unaussprechlichen.

Dann suchte Hermione den Ursprung der Stimme, die sie nur zu gut kannte, entdeckte Josef zwischen zwei der Schaustellerwagen und erinnerte sich, dass Markus ihm diesen Platz zugewiesen hatte. Josef schob gerade eine Pistole in seine Jackentasche – offenbar hatte er vorgehabt, noch einmal zu schießen, traute sich das aber nun nicht mehr - und schleuderte mit der anderen Hand ebenfalls einen Stein auf sie.

Hermione stand vollkommen starr da und in ihr wallte ein tödlicher Zorn auf. Sie war sicher, dass die Kugel gar nicht Severus gegolten hatte, sondern ihr! Und er hatte womöglich jetzt für sie mit seinem Leben bezahlt! Denn die Blutlache um ihn herum wurde immer größer...Dafür würde sie Josef töten!

Ihre Haare begannen zu flattern und zu knistern und bläuliche Funkenströme flossen an ihr hinab. Blitze zuckten um sie, als sie eine Hand hob und einen Versteinerungszauber auf Josef schleuderte, dem sie gleich darauf einen Sprengfluch hinterher jagte, der den mörderischen Magier zu Staub zermalmte.

Sofort wandte sie sich wieder dem am Boden liegenden Severus zu und warf sich neben ihm auf die Knie.