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Aiyana - eine telmarische Narnianin

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Edmund Pevensie Lucy Pevensie OC (Own Character) Peter Pevensie Susan Pevensie
24.04.2019
05.08.2020
28
28.393
4
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24.04.2019 1.309
 
Ich war eine Kämpferin.
Das war ich schon immer.
Seit meine Eltern mich verlassen hatten, musste ich lernen zu überleben.

Glenstorn, mein Lehrer und auf irgendeine Art und Weise auch mein Vater, zeigte mir Alles, was ich für den Kampf wissen musste. Er und seine Familie hatten mich im Wald gefunden und aufgenommen. Meine Eltern hatten mich ausgesetzt. Allein. In dem gefürchtetsten Wald des gesamten Reiches. Sie wollten mich nicht mehr. So sehr es auch weh tat, ich war ihnen dankbar. Ich konnte keine bessere Familie haben. Ich liebe die Zentauren und ich liebe unser Volk.
Narnia.

"Aiynana, du bist bereit. Ich habe dir alles beigebracht, was du können musst. Jetzt hast du dein 17tes Lebensjahr erreicht. Geh und suche deine Mission.", sprach Glenstorm würdevoll, nachdem wir unser tägliches Training beendet hatten. Mein Leben lang hatte ich auf diesen Moment gewartet. Er würde über meine Zukunft entscheiden. Manche kamen ohne eine Mission zurück und, auch wenn viele das Gegenteil behaupteten, wurde ihnen wenig Respekt gegenüber gebracht.
Tief verneigte ich mich. "Die Sterne sagten mir, dass du dich großen Gefahren stellen musst. Aber vergiss nie. Vertrau Aslan immer einmal mehr als dir selbst." Ich nickte und nahm mein Schwert entgegen. Es war das einzige, was ich mitnehmen durfte. Ich musste lernen alleine klar zu kommen. Ganze drei Tage lang musste ich im tiefsten Wald Narnias verbringen.

Es war schon dunkel und ich konnte kaum etwas sehen, als ich mich entschloss eine Pause zu machen. Meine Beine waren durch die Dornen aufgeschürft und über meine Arme zogen sich auch leichte Kratzer. Ich war erschöpft. Ich war den ganzen Tag durch gelaufen und war dennoch nicht so weit gekommen, wie ich es gehofft hatte. Seufzend suchte ich genug Holz zusammen, um Feuer zu machen. Mühevoll versuchte ich nicht einzuschlafen und starrte ins Feuer. Meine Hand ruhte vorsichtshalber auf dem Griff meines Schwertes. Doch ich war zu erschöpft, um noch länger gegen die Müdigkeit anzukämpfen. Ohne es wirklich wahr zu nehmen driftete ich in meine Traumwelt ab.

Wolfsgeheul weckte mich. Die Sonne war gerade erst am aufgehen. Dennoch war es, wegen der dichten Bäume, dunkel im Wald. Sofort griff ich nach meinen Schwert. Mit zusammen gekniffenen Augen suchte ich meine Umgebung ab. Etwas abseits im Gebüsch erblickte ich zwei dunkle Augen. "Wer seid Ihr?! Und warum versteckt Ihr Euch wie ein Feigling?", fragte ich herausfordernd, was vielleicht nicht so schlau war, aber darüber dachte ich erst nach, als ich diese Worte ausgesprochen hatte. "Feigling?! Wer seid IHR, dass Ihr es wagt mich so zu nennen?!", kam es knurrend zurück. Ein großer schwarzer Wolf trat aus dem Gebüsch. Seine Stolze, Dominante Haltung ließ mich kurz zusammen zucken, doch ich hatte mich schnell wieder im Griff und starrte ihm trotzig in die Augen. Seine Haltung verriet mir wer er war. Er war der Alpha eines Wolfsrudels. "Ich bin Aiyana. Jetzt Ihr, wer seid Ihr?" "Aiyana. Ein Name der Zentauren. Ihr seht nicht aus wie eine Zentaur. Oder habt ihr euer Pferdehinterteil mal eben zum schlafen ausgezogen?", fragte er spöttisch. "Ihr glaubt mir nicht.", stellte ich trocken fest. Stolz hob ich kein Kinn. "Es ist, wie ich sagte. Ich heiße Aiyana. Die Zentauren sind meine Familie." Der Wolf kam näher. Drohend hob ich mein Schwert. "Wer seid IHR?!" "Ich bin Enapay. Der Alpha des Rudels des Ostens.", frech kam er noch einen Schritt auf mich zu, "was macht ein Mädchen alleine, hier, im dunklen Wald?" "Ich bin auf der Suche nach meiner Mission!" Stolz blitzte in meinen Augen. "Verzeiht mir die Unverfrorenheit, aber tun das nicht normalerweise die Männer." Beleidigt schaute ich auf ihn herab. "Dann seid ihr schlecht Informiert" Spöttisch hob der Wolf seine Augenbrauen. "Ihr glaubt mir immer noch nicht." "Richtig. Es gibt nur ein Mädchen, von dem man hört, das hier in Narnia lebt. Wenn Ihr dieses Mädchen seid, dann beweist es. Wer hat euch gefunden und aufgezogen und wie heißen die Söhne dessen?" Belustigt zog ich meine Mundwinkel nach oben. Das war keine gute Frage, um zu beweisen, dass ich nicht log. "Ihr solltet eure Strategie noch einmal überdenken. Jeder hier in Narnia weiß, wer dieses Mädchen aufgenommen hat. Glenstorm ist schließlich der Sterngucker und der Prophet der Narnianen. Und wer die Narnianen nur ein wenig kennt, weiß, dass seine Söhne Eisenhuf, Suncloud und Rainstone heißen. Ihr solltet euch eine andere Art suchen, wie ich Euch beweisen soll, dass ich die Wahrheit spreche." Grinsend setzte sich der schwarze Wolf an mein, bereits erloschenes, Feuer. "Ihr ward ehrlich. Das reicht als Beweis. Außerdem, welcher Telmarer könnte wissen, wie unser Prophet heißt?" Zögernd setzte ich mich gegenüber und legte mein Schwert neben mich. "Wieso habt Ihr euch angeschlichen, wie so ein..." "...wie so ein hinterhältiger Hund? Liegt vielleicht daran, dass ich ein Hund bin." Grinsend leckte sich mein Gegenüber über seine Pfote. "Ein Hund besitzt keine Freiheit mehr. Ihr seid frei.", entgegnete ich trocken. "Ein Punkt für euch." Misstrauisch schaute ich den Wolf an und sah mich dann um. "Ihr seid ein Alpha. Also nicht allein. Warum ruft ihr Eure Begleiter nicht zu uns."

Nach einem lauten heulen, kamen aus allen Richtungen Wölfe angerannt. Meine Hand zuckte kurz zum Schwert. Dennoch versuchte ich ruhig zu bleiben. Ich wollte das Rudel nicht verärgern.
"Meine Brüder. Das ist Aiyana. Ich will, dass ihr sie mit Respekt behandelt. Sie sieht aus wie eine Telmarin, aber sie gehört zu den Zentauren und ist so eine Narnianin. Sie ist unsere Freundin." Erstaunt schaute ich Enapay an. Okay, das kam überraschend. Hatten wir Freundschaft geschlossen? Wenn ja, hatte ich davon nichts mitbekommen.

Enapay blieb den restlichen Tag bei mir und kam den Tag danach auch wieder. Wir unterhielten uns viel und lernten uns besser kennen. Tatsächlich wurden wir Freunde. Er lehrte mich wie dir Wölfe lebten und ich lehrte ihn, wie die Zentauren lebten. Ich liebte die Zeit mit ihm. Dennoch bekam ich Zweifel, ob ich meine Mission je finden würde. Der letzte Tag war angebrochen und ich hatte immer noch kein Zeichen erhalten. Langsam wurde ich unruhig.

"Über was denkst du nach, Aiyana?", wunderte sich Enapay. Wir liefen neben einander her durch den Wald. Ich hatte wohl, ohne es zu merken, schon eine ganze Weile geschwiegen. "Es tut mir leid. Ich nach mir nur Gedanken, weil es immer noch kein Zeichen zu meiner Mission gab. Ich möchte Glenstorm nicht enttäuschen." Der Wolf lächelte aufmunternd. "Das wird sich zeigen. Ich glaube nicht, das der große Aslan dich ohne eine Mission gehen lassen wird. Du bist stark und schlau. Hab Geduld. Die rechte Zeit wird kommen." Dankbar lächelte ich ihn an. Wahrscheinlich hatte er Recht. Nur war geduldig sein nicht die leichteste Aufgabe.

Gegen Abend trennten Enapay und ich uns. Er musste zurück zu seinem Rudel und ich würde meinen Weg gehen. Wohin er mich auch führen würde. "Es war schön dich kennengelernt zu haben, Mylady. Sei vorsichtig auf deinem Weg." Lächelnd hob ich meine Hand. "Wir werden uns wiedersehen." Ich sah noch zu, wie mein Freund von der Dunkelheit verschluckt wurde und brach dann in die entgegengesetzte Richtung auf. Obwohl ich kaum meine Hand vor Augen sah, ging ich weiter. Irgendetwas trieb mich an. Und als ich den leichten schimmer von Rauch in der Ferne sehen konnte steuerte ich automatisch darauf zu. Vorsichtig schlich ich mich näher an die kleine Hütte ran. Der Geruch von Essen stieg mir in die Nase und ließ meinen Bauch leise aufknurren. Lange schon hatte ich nichts ordentliches mehr gegessen.

Durch Geschrei und Hufgetrappel wurde ich auf mehrere Männer aufmerksam, die in meine Richtung geritten kamen.
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