~最大の夢~ saidai no yume

GeschichteRomanze / P16 Slash
Aoi Kai Reita Ruki Uruha
24.04.2019
13.07.2019
8
12101
3
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Chapter 3: Memories




Es klopfte an der Tür. ,,Kou? Bist du schon wach? Kann ich kurz reinkommen?", hörte ich Yuu, wie er von draußen durch die Tür rief. Eigentlich mag ich es nicht geweckt zu werden, aber da es Yuu ist, der was von mir wollte ließ ich ihn rein. Ich stand mit zerzausten Haaren und in "Schlafmontur" an der Tür und öffnete diese. ,,Guten Morgen! Du siehst ja aus als wärst du gerade erst aus dem Bett gefallen", stellte Yuu amüsiert fest. Er lächelte mich wieder an. Bei diesem Lächeln kann ich meine schlechte Laune einfach nicht lange beibehalten. Konnte ich noch nie. Mir schlich sich auch ein Lächeln auf die Lippen. ,,Was gibt's?", fragte ich, als mir einfiel, dass es ja sicher einen Grund dafür gab, dass er mich weckte. ,,Wir hatten doch über die Bühnenoutfits für Sonntag gesprochen. Ich würde jetzt ins Verlagslager fahren und die abholen. Ich wollte dich fragen ob du mitkommen möchtest", fragte er, etwas verlegen. ,,Äh, ja klar", antwortete ich, und versuchte mir meine Freude über dieses Angebot nicht anmerken zu lassen. ,,Ich würde gerne gegen um 11 los. Du hast also noch ein bisschen Zeit. Geh frühstücken und mach dich in Ruhe fertig. Wir treffen uns um kurz vor 11 am Auto", sagte er, zwinkerte mir noch zu und ging wieder in sein Zimmer. Ich schloss die Tür, warf mich auf mein Bett und kreischte, mal wieder, in mein Kissen.

Als ich mich fertig angezogen hatte, ging ich in die Küche und machte mir Frühstück. Zu meiner Überraschung saß ein ziemlich aufgelöster Akira am Esstisch und zwängte sich sein Frühstück rein. ,,Guten Morgen Aki. Ist etwas passiert?", fragte ich vorsichtig. Er sah zu mir auf. Erst jetzt bemerkte ich die dunklen Schatten unter seinen Augen. ,,Hast du schon wieder nicht geschlafen?". Er schüttelte nur den Kopf. Ich ging zur Spüle und holte ein Glas Wasser. ,,Du musst mal was anderes trinken als immer nur Kaffee", sagte ich und stellte das Glas vor ihm ab. Ich ging um den Tisch, setzte mich neben ihn um legte ihm eine Hand auf den Rücken. ,,Mensch Aki, was beschäftigt dich denn so?", fragte ich. Ich wollte nun wirklich wissen was mit meinem Freund los war. ,,Lach mich aber nicht aus", bat er mich, sichtlich verunsichert. ,,Ist versprochen", sagte ich und lächelte ihn aufmunternt an. ,,Ich hab Liebeskummer", gab er zu. Wow! Aki mit Liebeskummer. Dass ich das noch erlebe. Dachte ich erstaunt. ,,Hast du dich verliebt?". ,,Ne, weißt du. Ich habe einfach nur so aus Spaß Liebeskummer", fuhr er mich an und drehte beschämt den Kopf ein Stück weg. Es war ihm sichtlich unangenehm darüber zu sprechen. ,,Magst du mir verraten wer es ist?", hakte ich weiter nach und er schüttelte wieder den Kopf. ,,Mann oder Frau?". Langsam wurde ich wirklich neugierig. ,,Das geht dich nichts an", sagte er abweisend. ,,Wenn du mir keine Details verraten willst ist das natürlich auch okay. Aber was genau ist denn dein Problem? Wurdest du abgewiesen? Oder weiß die Person noch nichts von deinen Gefühlen und du traust dich nicht es zu sagen?". ,,Letzteres", antwortete er. Eine Weile schwiegen wir, bis Akira das Schweigen brach. ,,Es ist ziemlich kompliziert. Angefangen hat es mit einer ganz normalen Freundschaft. Irgendwann fing ich jedoch an mehr für besagte Person zu empfinden, als mir zuerst lieb war. Eine Weile genügte es mir sie aus der Ferne anzuhimmeln und einfach die Nähe zu genießen, aber mir wurde mit der Zeit klar, dass es nicht ewig so weitergeht. "Was passiert wenn diese Person sich in jemand anderen verliebt?", "Was wenn unsere Freundschaft in die Brüche geht?", "Was wenn sich unsere Wege irgendwann trennen?". Diese Gedanken lassen mir keine Ruhe. Ich muss langsam mit der Sprache rausrücken, bevor es zu spät ist. Nur wie? Es macht mich regelrecht kaputt. Ich fühle mich gefangen. Ich weiß, dass ich die Initiative ergreifen muss, bin aber verdammt nochmal zu feige", erzählte er, und war vor Verzweiflung den Tränen nah. Ich war selbst auch ziemlich überfordert mit der Situation aber ich konnte seine Gefühle nachvollziehen. So ähnlich ging es mir ja gerade mit Yuu. Ich fühlte mich gezwungen zu handeln, als Akira plötzlich in Tränen ausbrach. Also zog ich ihn zu mir heran und nahm ihn in den Arm. ,,Ich bin nun wirklich kein Experte auf dem Gebiet, aber wenn du dich so nicht traust, wir wär's wenn du einfach einen Brief schreibst? Ich kann mir vorstellen, dass das um einiges leichter ist, als es jemandem ins Gesicht sagen zu müssen", schlug ich vor und versuchte ihn zu beruhigen. Das Schluchzen wurde weniger und Aki befreite sich aus meiner Umarmung. ,,Vielleicht hast du recht. Einen Versuch ist es wert. Tut mir leid, dass ich dich mit meinen Problemen belaste", entschuldigte er sich und sah mich aus verheulten Augen an. ,,Ach, macht nichts. Ich bin immer gerne für meine Freunde da". ,,Danke Kou. Wollen wir frühstücken?", fragte er, deutlich besser gelaunt.

Nach dem Frühstück war es schon halb elf. Ich hatte noch eine halbe Stunde Zeit. Ich packte meine Tasche und machte den Rest der Zeit noch ein wenig Ordnung in meinem Zimmer. Um fünf vor ging ich runter zu Yuu's Auto. Yuu stand schon da und tippte gerade auf sein Handy, als er mich bemerkte. ,,Na, startklar?", fragte er mit seinem gewohnten fröhlichen Gesichtsausdruck. Ich nickte und wir stiegen ein. Ich machte es mir auf dem Beifahrersitzt bequem. Yuu setzte sich hinter's Steuer und startete den Motor. ,,Hast du was dagegen wenn ich Musik anmache?", fragte er und holte unser neustes Album heraus. Ich grinste und schüttelte den Kopf. Wir hörten die ganze Fahrt über unsere Songs. Manchmal drängte er mich dazu mitzusingen und im Gegensatz zu Yuu habe ich eine schreckliche Singstimme, so kam es, dass wir uns kaputtlachten.

Beim Lager angekommen stiegen wir aus und gingen in das riesige Gebäude. Die Bühnenoutfits aller Bands die bei dem Label unter Vertrag stehen werden hier aufbewahrt. Für die meisten Fans wahrscheinlich ein Paradies. Es gab unzählige Türen, hinter denen sich die Sachen der jeweils auf den Türschildern angegebenen Bands befanden. Als wir vor der Tür mit dem Schriftzug "the GazettE" standen kramte Yuu den Schlüssel aus seiner Tasche. Außer uns und dem Plattenlabel hatte keiner einen Zweitschlüssel. Er schloss auf, ging herein und betätigte den Lichtschalter. Ich betrat hinter ihm den nun hell erleuchteten Raum. Er war voll mit Kleiderstangen, an jeder klebte ein kleines Namensschild. Wir steuerten als erstes auf unsere Kostüme zu und fingen an uns durchzuarbeiten. ,,Über die Jahre hat sich hier so einiges angesammelt. Erinnerst du dich noch daran?", fragte Yuu und hielt sich sein Outfit aus dem "Cassis" PV an den Körper. Cassis! Da ist es schon wieder. Wieso verfolgt mich dieses Lied in letzter Zeit? Wunderte ich mich. Als ich ihn ansah musste ich schmunzeln. ,,Ich weiß auch nicht was du dir damals dabei gedacht hast". Yuu hatte früher einen sehr ausgefallenen Klamottengeschmack. Damals fanden wir es wohl alle cool, aber jetzt können wir darüber eigentlich nur noch lachen. ,,Guck mal ob du deine Strapse noch findest", forderte er mich auf. Mein Herz begann automatisch schneller zu schlagen. Ich schob aufgeregt die Kleiderbügel hin und her, bis ich mein "Decade" Outfit gefunden hatte. ,,Geht das auch?", fragte ich und hielt es, gut sichtbar, hoch. ,,Jap. Na los anprobieren!", sagte er und ich verzog mich hinter einen der Kleiderständer. Als ich fertig war kam ich wieder hervor. ,,Na was sagst du?", fragte ich und versuchte meine Unsicherheit zu überspielen. Er kam zufrieden grinsend auf mich zu. Es war nicht das fröhliche aufmunternde Grinsen, welches ich von ihm kenne. Ich kann es auch nicht so richtig beschreiben, es war irgendwie... anders. Er blieb ungefähr 20 Zentimeter vor mir stehen. So nah war ich ihm nur selten. Mein Puls stieg weiter an und meine Atmung beschleunigte sich. Ich versuchte, so gut es ging, mir nichts anmerken zu lassen. Als ich seine Hand an meinem Oberschenkel spürte, zuckte ich zusammen. Es war das Bein, welches nicht von dem Stoff meines damaligen Bühnenoutfits bedeckt war. Ich hätte schwören können mir blieb für einige Sekunden das Herz stehen, nur um dann doppelt so schnell zu schlagen. Ich bemühte mich Yuu in die Augen zu sehen. In der Hoffnung ich könnte aus ihnen herauslesen was gerade in ihm vorgeht. Er leckte sich über die Lippen und fuhr mit seiner Hand mein Bein hoch, bis er stoppte und einen Finger unter den Stoff meines Hosenbeines schob. Er zog leicht daran und kam meinem Gesicht immer näher. ,,Ich war mir schon damals sicher. Hätte die Bühne keine Absperrung gehabt, hätte kein Fan die Finger von dir lassen können", flüsterte er, verführerisch. ,,Yuu... Ich... Äh...", stammelte ich. Plötzlich fing Yuu an zu lachen. Ich guckte ihn in diesem Moment bestimmt an wie ein Auto, aber aus gutem Grund. Ich war nun noch verwirrter als ohnehin schon. ,,Kou, du hättest deinen Gesichtsausdruck sehen sollen. Einfach unbezahlbar", sagte er und lachte weiter. Ich guckte ihn immer noch verdutzt an. ,,Ach Kou, ich hab doch nur Spaß gemacht", sagte er, als er sich wieder einigermaßen eingekriegt hatte. Ein Teil von mir war erleichtert, einem anderen blutete das Herz. Vielleicht leiste ich Aki heute Nacht in der Küche Gesellschaft. Ich dachte darüber nach heute auch mal die Nacht durchzumachen. Das fühlte sich gerade an wie eine eiskalte Abfuhr. Ich entschloss mich dazu ein bisschen von dem erleichterten Teil in mir zu zeigen. ,,Schlechter Scherz Yuu", beschwerte ich mich. ,,'Tschuldigung. Aber pack das "Decade" Outfit ein. Wir nehmen das auf jeden Fall mit", sagte er. Ich ahnte böses. ,,Machst du das auf der Bühne, schubs ich dich persönlich in die Menge", drohte ich. Yuu zuckte zusammen. Ich muss zugeben, es war schon gemein mit so etwas zu drohen -- immerhin will niemand in einer Horde wild gewordener Fans landen, die dann an einem rumgrabbeln -- aber er hatte es im Moment nicht anders verdient. Wir widmeten uns wieder der Suche nach den Outfits und alberten dabei noch viel herum. So viel, dass es, als wir letztendlich damit fertig waren das Auto einzuladen, schon 15:00 Uhr war.

Um 16:00 Uhr waren wir dann wieder zuhause, wo die anderen schon auf uns warteten wie die Kinder auf den Weihnachtsmann. Wir verteilten die Kostüme an ihre Besitzer und probten den Rest des Tages. Beim Abendessen saß ich neben Aki, welcher immer noch kein Stück besser aussah. ,,Aki, hast du inzwischen mal geschlafen?". Er schüttelte müde den Kopf. Seine Augen fielen zu und er drohte einzuschlafen. Ich stand auf und entschuldigte ihn und mich vom Tisch. Ich führte ihn an der Hand in sein Zimmer, wo er sich geradewegs auf's Bett sinken ließ. Ich deckte ihn zu und setzte mich auf die Bettkante. Er bemühte sich die Augen offen zu halten und sah mich an. Ich strich ihm über die Wange. ,,Ach Aki, mach dich doch nicht selbst so kaputt. Das würde in-wen-auch-immer-du-dich-verliebt-hast auch nicht wollen", sagte ich und er schloss die Augen. Ich gab ihm noch einen Kuss auf die Stirn -- so wie Yuu es bei mir gemacht hatte -- und ging.

Im Bett ließ ich das Geschehene wieder einmal Revue passieren. Ich dachte an Yuu's "Anmache" vorhin und bekam sofort wieder ein Kribbeln im Bauch. Ich wünschte er hätte sie ernst gemeint. Dachte ich enttäuscht und schloss die Augen. Was ich wohl heute Nacht träumen würde.




Chapter 3: Memories ~End~

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Hallöchen!
Sorry, dass ich so lange nicht geupdatet habe aber mir hat einfach die Motivation gefehlt. Und da die Ff eh nur 8 Kapitel haben wird, dachte ich, bin ich mal so gemein und lasse euch ein Weilchen warten. Bis Kapitel 7 habe ich schon vorgeschrieben. Ich habe jetzt also noch 4 Stück auf Lager, die allesamt weitestgehend fertig sind. Ich weiss nur noch nicht wann ich die hochlade. ^^' Über Reviews würde ich mich wie immer sehr freuen. Ich wüsste gerne wie die Story bei euch ankommt. Ist halt auch meine erste Gazefic. Ich übe mich noch darin. Naja, übermorgen bin ich dann erstmal in Köln auf dem The GazettE Konzert. Bin gespannt wie das wird. Vielleicht hänge ich einen kleinen Konzertbericht als Zusatz an's Ende des nächste Kapis. Mal schauen. Bis dahin eine schöne Zeit euch allen. ^^/

-Churi
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