Grief consists of seven stages

GeschichteSchmerz/Trost / P16
23.04.2019
23.04.2019
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Hiya!

Uhh, das erste Remake :D Das Original war mal auf meinem Erstaccount zu finden, wurde aber bereits gelöscht damit hier kein Doppelpost vorliegt! Ich hoffe es gefällt so gut wie das Original oder sogar besser!

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,,Ich sterbe nicht."
,,Ganz sicher, eines Tages."
,,Aber noch nicht. Ich sterbe erst, wenn du weißt was Glück ist. Wenn du uns wieder dein Licht zeigen kannst. Wenn du endlich wieder lachen kannst. Wenn du glücklich bist, Sakuya."

Lügner.

Sakuyas Atem ging zittrig über seine dünnen Lippen. In den Armen des Abkömmlings lag der Körper des einzigen Menschen der ihn und seine Dunkelheit je akzeptieren konnte, der Einzige für den Sakuya sich nicht verändern musste um geliebt zu werden. Noch vor wenigen Minuten hatte Sakuya so mutig, so entschlossen gewirkt, bereit jeden zu bekämpfen für dass was ihm wichtig war, doch nun schien Mahiru so schwach, so hilflos, dass es Sakuya das Herz brach. In den sonst so lebenslustig glänzenden Augen tobte der Kampf weiter obwohl er in der Welt außerhalb von Mahirus Gedanken schon längst geendet hatte. Der Ausgang Mahirus inneren Kampfes stand fest. Zu tief waren seine Wunden, zu viel Blut hatte er bereits verloren. Heiß floss das Blut den Boden entlang, es stieg ein leichter Dampf auf und der süße Duft war eine grausame Erinnerung daran wie leicht ein Mensch doch aus dem Leben gerissen werden konnte.

,,Mahiru...?" Fragte Sakuya leise, musste jedoch bald einsehen dass der Junge nicht mehr sprechen konnte als dieser einen verzweifelten Versuch machte seinem Freund zu antworten. Dieser ging in einem Gurgeln unter als grellrotes Blut aus seinem Mund quoll, sein Gesicht herunter rann und auf den Boden tropfte, dort kleine Pfützchen bildete.  Sakuya festigte den Griff um den kleinen, dünnen Körper seines Freundes als könnte er ihn festhalten, als könnte er ihn im Leben halten. ,,Mahiru... Bitte... Bitte... Lass mich nicht allein..." In seiner Stimme lag blanke Panik und der Gedanke, dass er seinen besten Freund verlieren würde schmerzte schrecklich, er wusste nicht wie er diese Schmerzen jemals überstehen sollte. Diese Wunden würden nichts bedeuten wäre Mahiru ein Vampir wie er, innerhalb eines Tages wären sie problemlos und ohne auch nur eine Narbe zu hinterlassen verheilt, doch er war ein Mensch, sein Körper konnte den tiefen Wunden und dem hohen Blutverlust nichts entgegen stellen. Der Ausgang des Kampfes war von Anfang an vorhersehbar gewesen, sowohl die Wollust als auch der Hochmut und die Habgier hatten ihre Kräfte verloren, während sich die Trägheit mit Tsubaki selbst abmühte und Mahiru angreifbar zurückließ als ein Abkömmling des Servamps der Schwermut ihn unwartet attackierte. Das Schwert hatte seine Kehle durchtrennt noch bevor er überhaupt hätte reagieren können, noch bevor Sakuya hätte reagieren können. Innerlich verfluchte er sich dafür - Hätte er es nur früher bemerkt, hätte er nur schneller reagiert, vielleicht hätte er Mahiru dann retten können. Vielleicht, vielleicht, vielleicht... Ein lautes Keuchen gefolgt von einem langgezogenen Klagelaut riss den Abkömmling aus seinen Gedanken und seine roten Augen waren sofort wieder auf den Jungen in seinen Armen fokussiert. ,,Sa... Saku... ya..." Versuchte Mahiru zu sprechen, doch jede Silbe brannte in seiner geschundenen Kehle und bei jeder Bewegung seines Mundes spürte er wie das Blut nur noch schneller aus der Wunde strömte. Sakuya bedeutete ihm leise zu sein, indem er ihm sanft einen Finger auf die Lippen legte, denn egal welche Worte er ihm entgegen bringen wollte, so konnten diese nicht wichtiger sein als das Leben des Eves, welches er mit ihnen dem Tod nur noch schneller entgegen brachte. Ein Gedanke kam in Sakuya auf und auch wenn dieser Gedanke ihn quälte so wusste er, dass es doch der Richtige war. Denn seinen Freund, der ihm immer treu zur Seite stand einfach aufgrund seines eigenen Egoismus leiden zu lassen war schrecklich von ihm und er könnte es nicht weiter ansehen. Er wusste das er Mahirus Leid kein Ende bereiten könnte, doch das Monster was Mahiru dies angetan hatte, das würde es können. Er hob den Kopf und wendete den Blick für einen Moment lang von seinem sterbenden Freund ab, suchte mit den rubinroten Augen die Dunkelheit nach dem Mörder ab der seinem Freund dies angetan hatte. Nach wenigen Sekunden entdeckte Sakuya auch schon den hochgewachsenen schlanken Mann der im Schatten stand und auf sein nächstes Opfer zu lauern schien wie ein Raubtier. In der Hand hielt er noch immer eines der Schwerter mit denen er Mahiru attackiert hatte, leckte langsam die Klinge entlang. Bei dem Gedanken an Mahirus süßes Blut lief ihm das Wasser im Mund zusammen und innerlich hasste er sich für den Gedanken, doch es fehlte ihm einfach an Willensstärke diesen Gefühlen zu widerstehen. Er schüttelte den Kopf.

,,Belukia." Der Mann hob den Kopf und löste den Blick von einem in der Dunkelheit fixierten Punkt, funkelte Sakuya fragend aus roten Augen an. Einige Momente vergingen und Sakuya kämpfte mit sich selbst, denn seine Entscheidung wäre entgültig, könnte nicht wie in einem Videospiel einfach rückgängig gemacht werden. Doch dann sah er wieder in das von Schmerzen geplagte Gesicht seines Freundes und es war ihm klar, dass er das Richtige tat. ,,Belukia, beende es." Mahiru begann in Sakuyas Griff zu zappeln, gegen den Griff des Abkömmlings anzukämpfen, und Sakuya festigte seinen Griff etwas. Der Gedanke an den Tod ängstigte ihn und es war auch nur all zu verständlich, denn wer sah dem Tod schon ganz ohne Furcht entgegen? ,,Shh... Ganz ruhig, ganz ruhig, Mahiru..." Sakuya hielt ihn, seine Stimme sanft, doch Mahiru konnte sich einfach nicht beruhigen, nicht im Angesicht des Todes. Es tat Sakuya so weh, seinen geliebten Mahiru so zu sehen, panisch als Belukia sich ihm näherte und sich langsam neben ihm niederließ. Auch wenn Belukia die Menschen wenig achtete und auch sonst sehr grausam war, er war nicht ohne Mitgefühl und der Pinkhaarige war sich durchaus bewusst wie viel Mahiru Sakuya bedeutete. Belukia wischte das Blut von der Klinge und positionierte es dann an Mahirus Brust, darauf bedacht die richtige Stelle zu erwischen. Sakuya spürte wie sein Herz ganz schwer wurde. Am liebsten würde er kneifen und sagen ,,Nein Belukia, mach es nicht", doch er wusste dass das nicht im Interesse Mahirus wäre. ,,Keine Angst, es ist gleich vorbei..." Sakuya war leise und dennoch konnte er seine Stimme nicht davon abhalten zu zittern. Belukia sah Sakuya mit einem fragenden Blick an und dieser nickte langsam. Er wusste dass Belukia diese Aufgabe gut machen würde, denn bei allem Hass auf die Schwermut und seine Abkömmlinge, Belukia wusste mit einem Schwert umzugehen. ,,Alles ist okay." Nie hätte Sakuya gedacht dass seine letzten Worte an Mahiru eine Lüge sein würden. Belukia stach zu, mit einer Bewegung glitt das Schwert nahezu mühelos durch Haut und Fleisch, direkt ins Herz. Nur ein unwohliges  Stöhnen entkam Mahirus Lippen, dann wurde er ganz still. Die Stille war so grausam. Nicht ein einziges Geräusch konnte sie durchdringen.

Er stand auf, nahm den Körper seines besten Freundes in die Arme und sprang mit ihm davon. Er würde ihn vor dem Alicein Anwesen ablegen, dort würden seine Freunde ihn ganz sicher finden und er würde eine gute Beerdigung bekommen wie er es verdient hatte. Er war zu gut um in einer Gasse zu verrotten und als Futter für die Ratten und Tauben zu dienen. Trotz allem was passiert war floss keine einzige Träne und Sakuya fühlte sich beinahe schon etwas schuldig, als wäre seine Trauer nicht echt. Dabei spürte er die Schmerzen so stark, er wünschte sich beinahe schon er wäre nicht wirklich traurig.

Wie viele Schmerzen konnte eine Person ertragen bevor sie verrückt wird? Wie viele bevor sie abstumpften? Sich nicht mehr traurig fühlten sondern leer?
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