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The Lost Boys 1987 - "Konsequenz der Wahrheit"

von Rivinia
GeschichteFamilie, Übernatürlich / P16
22.04.2019
07.08.2020
20
79.211
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22.04.2019 2.976
 
Die Situation eskaliert

"Wo ist Christina," schrie Michael außer sich vor Wut, während er aus dem Auto sprang. Er war gerade aus der Stadt zurückgekehrt, dort hatte er sich mit einem Freund zum Essen getroffen. In dem Schnellimbiss hatte er das verhängnisvolle Video gesehen, das seine Stieftochter mit ihrer Band herausgebracht hatte. Michael hätte es nicht mal wahrgenommen, denn er saß mit dem Rücken zum Bildschirm, wenn Lynn, die Bedienung, ihn nicht darauf aufmerksam gemacht hätte, als sie die Getränke brachte. "Du bist sicher stolz auf die Kleine," sagte sie noch, aber da war Michael längst wütend aus dem Lokal gestürzt.

Auf ihrem Sterbebett vor vielen Jahren hatte Christinas Mutter ihr, die damals erst siebzehn Jahre alt war, von IHM erzählt. ER war Christinas Vater, ein Unsterblicher, ein Vampir.

Star erzählte ihrer Tochter, dass er ihr oft in ihren Träumen erschien, sie sehnte sich nach ihm, auch wenn sie dass Christinas Stiefvater gegenüber nie zugeben würde.

Star verriet ihrer Tochter nicht den Namen ihres Vaters, aber sie konnte ihn einfach nicht vergessen, alles an diesem Mann war magisch, seine Stimme, sein süffisantes Grinsen, sein enormer Beschützerinstinkt ihr gegenüber - Star vermisste ihn und seine Blutsbrüder seit jener verhängnisvollen Nacht im Jahre neunzehnhundertsiebenundachzig!

Er war ihre große Liebe, aber das hatte sie erst erkannt, als es zu spät war. Es war ihre Schuld, dass er sein Leben verloren hatte, sie hatte ihn und seine Blutsbrüder verraten.

Christina war natürlich davon überzeugt, dass ihre Mutter nicht mehr klar im Kopf war, so etwas wie Vampire gab es schließlich nur in Horrorfilmen, aber trotzdem - diese Geschichte hatte die junge Frau nie losgelassen.

Nach Stars Beerdigung machte sie den Fehler, Michael, ihren Stiefvater, nach ihrem leiblichen Vater zu fragen, da sie von ihrer Mutter nicht mal seinen Namen erfahren hatte. Sie wusste genau, dass Michael nicht ihr Vater war, er ließ ja keine Gelegenheit aus, sie daran zu erinnern.

Daraufhin schlug Michael Christina zum ersten Mal. Bisher musste sie immer "nur" seine Beschimpfungen und Erniedrigungen ertragen und nun schlug er sie auch noch.

Die ganze Geschichte von Star begann damit, dass sie nach einem Streit mit ihrem allein erziehenden Vater wegließ und schließlich nach Santa Carla kam. Sie hatte etwas Geld gespart und konnte sich damit eine Zeit lang ein billiges Zimmer in einem Motel finanzieren, das sie wöchentlich bezahlte. Sie nahm verschiedene Jobs an, und verdiente so etwas Geld. Es war nicht viel, aber zumindest ging es ihr besser wie vielen anderen Ausreißern und sie musste nicht hungern, oder in fremden Mülltonnen nach weggeworfenen Lebensmitteln suchen.

Nach etwa einem Monat, auf dem Weg nach Hause von einem Restaurant, wo sie ab und zu als Küchenhilfe arbeitete, wurde sie jedoch überfallen. Sie konnte den Mann in der Dunkelheit nicht erkennen und es war niemand in der Nähe. So wurde ihr das letzte Geld gestohlen.

Die Miete in dem Motel wurde zwei Tage später fällig, Star konnte diese nicht bezahlen und versuchte zu erklären, warum. Das jedoch interessierte den hartherzigen Gastwirt nicht im geringsten und er warf die junge Frau aus dem Motel.

Ihr blieb nun nichts anderes mehr über, als sich einen Schlafplatz im Freien zu suchen. Star war schon froh darüber, dass sie die Möglichkeit hatte, sich in den Strandduschen zu waschen, die waren völlig kostenlos.

Eines nachts hatte sie sich zum schlafen an eine abgelegene Stelle des Strands gelegt. Sie wurde vom Geräusch mehrerer Motoren geweckt und sah sich verschlafen und erstaunt um. Neben ihr hockte grinsend ein junger Mann, sein Motorrad stand mit laufendem Motor hinter ihm und um die beiden herum standen drei weitere Maschinen, auf denen jeweils eine Person saß.

"Was machst du mitten in der Nacht alleine hier draußen?", fragte der junge Mann. Star antwortete nicht sofort und bekam Angst. Der junge Mann und Star musterten sich. Sie hatte noch nie jemanden mit derart hellblonden Haaren und derartige eisblaue Augen gesehen und blickte etwas eingeschüchtert zu Boden.

"Du brauchst keine Angst vor mir zu haben," versicherte der junge Mann, daraufhin fingen zwei seiner Freunde an zu lachen, der dritte Motorradfahrer verzog keine Miene und beobachtete nur genau, was vor sich ging. Der junge Mann blickte seine Freunde genervt an, dann wandte er sich wieder Star zu.

"Sieht aus, als hättest du keinen Platz zum schlafen," bemerkte er und grinste. "Ach, wie unhöflich von mir, ich bin übrigens David," fügte er hinzu und streckte Star die rechte Hand entgegen. Sie zögerte einen Augenblick und ergriff diese dann schließlich.

Er war charmant und irgendwie vertraute Star ihm. Schließlich bot er ihr dann an, mit ihm und seinen Freunden zu kommen. "Wir haben wirklich jede Menge Platz, und es ist gefährlich für eine junge frau alleine hier draußen," erklärte er. Einer seiner Freunde lachte wieder.

Der junge Mann blickte seinen Freund säuerlich an. "Paul, halt endlich die Klappe," zischte er und sah Star wieder an. Er bemerkte ihr Zögern. "Hey, du bist wirklich sicher bei uns," versprach er. "Wir erwarten nichts von dir für unsere Gastfreundschaft, und keiner wird dich anrühren," versprach er, stand auf und hielt ihr erneut seine Hand hin um ihr auf die Beine zu helfen.

Die Beiden waren fast zwei Jahre ein Paar, doch dann lernte Star Michael kennen und wendete sich von IHM ab. ER hatte sie natürlich durchschaut, doch statt Michael von ihr fernzuhalten, lud er ihn ein, sich seiner Gang anzuschließen; ER hatte eben schon immer seine eigenen Methoden.

Star versuchte noch Michael zu warnen, denn die Lost Boys waren Vampire, aber er glaubte ihr nicht, dass in dieser verdammten Flasche Blut war und so nahm das Schicksal seinen Lauf. Die Geschichte endete damit, dass die Lost Boys vernichtet wurden und das Haus, in dem Michael mit seiner Familie lebte in Schutt und Asche lag.

Michael zog mit Star in eine kleine Stadt im Bundesstaat Washington, denn er bekam dort die Möglichkeit eine gut bezahlte Arbeit anzunehmen und berufsbegleitend die Schule zu beenden. Aber auch seine Mutter, Sam und selbst der Großvater verließen Santa Carla, es gab dort nichts mehr für die Drei, nachdem das Haus derart zerstört war.

Christinas Band nannte sich "The Immortals", und Unsterblichkeit, so wie Vampire gepaart mit Melancholie und Gothicmetal war ihre Musik. In diesem ersten Video der Band, das diese selber gedreht und dass man nur auf Youtube sehen konnte, ging es um die Liebe einer Frau zu einem Vampir.

Michael wusste natürlich, dass es in dem Video um seine längst verstorbene Frau und diese Arschloch von Vampir ging. Das machte ihn so wütend, dass er völlig die Kontrolle über sich verlor.

"Wo ist Christina," schrie er wieder, als er ins Haus rannte. Die junge Frau war gerade damit beschäftigt, das Essen für ihre Geschwister, den sechzehnzehnjährigen Robin und die vierzehnjährige Denise auf deren Teller zu verteilten.

Michael gab seiner Stieftochter nicht den Hauch einer Chance für irgendwelche Erklärungen, er gab ihr eine schallende Ohrfeige. "Was hast du dir nur dabei gedacht, so einen Scheiß in die Öffentlichkeit zu bringen?", schrie er sie wütend an und schlug noch einmal zu.

Christina fiel zu Boden, völlig perplex, denn sie wusste in diesem Moment überhaupt nicht, wovon Michael redete. "Dad, hör auf," rief Robin erschrocken und sprang von seinem Stuhl auf, während Denise entsetzt aus dem Zimmer lief.

Der Junge stürmte auf seinen Vater zu, um ihn von Christina wegzuziehen, aber der schubste ihn einfach weg. In seiner Wut trat Michael seiner Stieftochter noch einmal in die Rippen. Robin fiel auf, dass sein Vater nach Alkohol roch, das erklärte, warum Michael Christina derart brutal behandelte.

Christina weinte, sie hatte von den Ohrfeigen eine Platzwunde im Gesicht, und ihre Rippen taten sehr weh, sie konnte sich kaum bewegen. Michael verhielt sich ihr gegenüber oft sehr ungerecht und gemein, und eigentlich hatte die junge Frau den Wunsch sich eine eigene Wohnung zu suchen, sie war schließlich fast zweiunddreißig Jahre alt.

Aber sie hatte nun mal ihrer Mutter versprochen, Michael mit den jüngeren Geschwistern zu helfen, und Christina liebte die Beiden mehr als alles andere. Naja sie hatte auch nicht sehr viele Freunde, denn Michael hatte ihr von klein auf eingetrichtert, das sie zu nichts zu gebrauchen sei und es wäre besser gewesen, sie wäre niemals geboren.

Christina war eher unsicher und schüchtern, trotzdem hatte sie sich von den Immortals dazu überreden lassen, dieses Video aufzunehmen. Das sie eine schöne Stimme hatte, das wusste sie.

Sie hatte von Dean, dem Bandleader das Angebot bekommen, mit der Band auf Tour zu gehen, Christina jedoch machte ihm klar, dass sie auf garkeinen Fall vor so vielen Leuten auf einer Bühne stehen wollte. Sie war sich sicher, dass sie das nicht konnte. Das wiederrum führte zum Streit mit den Bandmitgliedern, aber das war Christina egal. Sie brauchte diese Leute nicht. Die tranken zu viel und nahmen außerdem Drogen, das mochte die junge Frau garnicht.

Sie hatte oft genug am eigenen Leib zu spüren bekommen, wie zu viel Alkohol das schlimmste aus einer Person herausholen konnte. Michael vertrug keinen Whisky, dieses Getränk machte ihn aggressiv, und das bekam immer Christina zu spüren. Wenn sie merkte, dass er getrunken hatte, verzog sie sich normalerweise einfach nach oben in ihr Zimmer, aber dieses Mal traf es sie völlig unvorbereitet.

Michael sah sie hasserfüllt an, als sie versuchte vom Boden aufzustehen. "Ich will, dass du deine Sachen packst, und hier verschwindest, bevor ich mich völlig vergesse," schrie er sie an.

"Wo soll ich denn hin?", flüsterte die junge Frau. "Das ist mir scheißegal," spie Michael. "Verpiss dich einfach, ich habe deinen Anblick lange genug ertragen!"

Robin sah seinen Vater entsetzt an. "Daddy...," fing er an, aber Michael schnitt ihm das Wort ab. "Halt dich da raus, junger Mann," motzte der betrunkene Mann. "Das geht dich nichts an. Die gehört hier nicht hin, das hat sie nie!"

Christina schluckte und weinte wieder, während sie langsam unter Schmerzen aufstand. Plötzlich stand Will, einer von Christinas wenigen Freunden mit Denise in der Küche.

"Was willst du denn hier," schrie Michael ihn an. Will half Christina mit entsetztem Gesicht auf die Beine. "Denise hat mich angerufen, sie hat mir erzählt, was passiert ist."

"Verpisst euch doch alle beide," rief Michael aufgebracht, und stürmte aus der Küche. Will sah ihm wütend hinterher. "Christina, du kannst eine Weile bei uns wohnen," bot er an. Christina nickte erleichtert.

"Sehr gerne, vielen Dank," flüsterte sie.

Christina blieb eine Woche bei Will, der mit einem Kumpel in einer Wohngemeinschaft lebte. Sie hatte beschlossen, dass es nun an der Zeit war, ihre Familie zu verlassen, um in Santa Carla herauszufinden, wer ihr Vater war und was mit ihm passiert ist.

Die junge Frau wusste nur, dass er vor ihrer Geburt, ja sogar bevor Star wusste, dass sie ein Kind von ihm bekommen würde, vernichtet wurde, so wie auch seine drei Blutsbrüder.

Christina wusste damals nicht, was sie von der Geschichte halten sollte, ein Unsterblicher, ein Vampir wäre ihr Vater. Sie liebte Vampirfilme und Bücher in denen es um übernatürliche Wesen ging, aber das waren halt nur Geschichten. Und auch, wenn ihre Mutter damals sehr überzeugend von ihrer Zeit in Santa Carla erzählt hatte, Christina war sich sicher, dass ihre Mutter nun leider völlig den Verstand verloren hatte.

Andererseits waren da Christinas kleine Geheimnisse, die sie nie jemandem erzählt hatte. So kam es zu dieser Zeit fast jede Nacht vor, dass sie irgendwann aufwachte und statt in ihrem Bett zu liegen einfach unter der Zimmerdecke schwebte.

In dem Moment, wo sie dort wach wurde, fiel sie dann herunter. So hatte sie sich schon einige Male verletzt. Wenn sie mal wieder von der Decke fiel und jemand fragte, was das für ein Krach war, mitten in der Nacht, log sie dass sie aus dem Bett gefallen wäre.

Als sie älter wurde, schloß sie einfach ihre Zimmertüre ab. Einmal hatte sie sogar eine Platzwunde an der Stirn, die genäht werden musste. Wenn man genau hinsah, konnte man die kleine Narbe noch erkennen.
Dann war da noch die Sache mit ihren Zähnen, die oft fürchterlich weh taten, besonders die Schneidezähne, aber ihr Zahnarzt konnte nie ein Problem finden.

Allerdings fragte sie sich, wenn die Geschichte ihrer Mutter tatsächlich stimmte, konnte es dann möglich sein, dass ein paar Jungendliche, so wie die Frogbrüder und Sam und Michael, vier gestandene Vampire einfach vernichten konnten?

Deshalb beschloss sie nun, sich auf die Suche nach der Wahrheit zu machen. Auf dem Sterbebett hatte Star ihrer Tochter eine Schatulle gegeben, in der sie alles aufbewahrte, was sie während der gemeinsamen Zeit von Christinas Vater und seinen Jungs bekommen hatte. Michael wusste davon nichts. In der Schatulle befanden sich einige Schmuckstücke, zwei Schlüssel und etwas Bargeld.

Der eine Schlüssel gehörte zu einem Haus am Stadtrand von Santa Carla und der andere gehörte zu dem BMW, der bei Wills Eltern im Schuppen stand. Das Haus und das Auto gehörten Christinas Vater und seinen Brüdern.

Michael hatte damals darauf bestanden, dass alles, was von Christinas Vater kam, aus seinem Haus verschwindet. Star hatte es aber nicht über sich gebracht, sich davon zu trennen, also stellte sie dass Auto bei Wills Eltern unter, mit denen sie sich angefreundet hatte, und versteckte die Schatulle im Haus.

Von dem Haus, in dem Star eine gemütliche Zweiraumwohnung hatte, hatte Michael nie etwas gewusst. Star hatte ihrer Tochter klar gemacht, dass Michael unter gar keinen Umständen von diesen Dingen erfahren durfte.

Nachdem Christina beschlossen hatte, die Stadt zu verlassen, hatte sie mit Robin telefoniert und ihm das Versteck der Schatulle verraten. Sie bat ihn, diese aus dem Haus zu schmuggeln und damit zu den Browns zu kommen und er sollte auf jeden Fall Denise mitbringen.

Die junge Frau ließ sich von Will zu dem Schuppen fahren, nachdem sie ihm von ihren Plänen erzählt hatte; die Geschichte mit den Vampiren hatte sie allerdings für sich behalten.

Er lächelte daraufhin. "Chrissy, der Wagen ist fast vierzig Jahre alt und hat nur gestanden, glaubst du, der wird dich irgendwo hinbringen?"

"Tja," erwiederte Christina grinsend. "Ich habe in der letzten Zeit fast mein ganzes Geld in dieses Auto gesteckt und Jacob, der Freund einer Bekannten hat es für micht fertig gemacht, und nun läuft es wie eine eins. Dir ist offensichtlich nicht einmal aufgefallen, dass er sich öfter in eurem Schuppen aufgehalten hat."

Will guckte sie erstaunt an."Nein, seit ich letztes Jahr mit meinem Motorrad fertig wurde, war ich nicht mehr dort. Warum hast du dir nicht einfach ein kleines Auto gekauft, das wäre sicher günstiger gewesen?" "Ach weißt du, Will, der Wagen gefällt mir einfach ziemlich gut," antwortete sie nur verträumt. Dass der Wagen für sie einen hohen Wert hatte, weil es so ziemlich alles war, was sie von ihrem Vater hatte, sagte sie nicht.

Robin und Denise waren schon da, als Christina aus dem Auto stieg. Die beiden Kinder kamen in ihre Arme geflogen. "Geht es dir wieder gut," flüsterte Robin. Christina nickte. "Kommst du jetzt wieder nach Hause," fragte Denise voller Hoffnung.

Christina hatte Tränen in den Augen, als sie den Beiden ihre Pläne erklärte. "Ich komme zwischendurch zu Joseph und Jacob," sagte sie. "Dann kommt ihr mich hier besuchen und ich schreibe euch über Facebook.

Und ihr könnt mich natürlich immer in den Ferien in Santa Carla besuchen, wenn euer Vater das erlaubt." Denise brach zwar in Tränen aus, aber beide Kinder nickten, denn ihnen war klar, dass Christina Michael nicht länger ertragen wollte. Der Abschied war denoch sehr schwer für alle, und es flossen viele Tränen.

Dank des Bargeldes aus der Schatulle musste Christina sich erst mal keine Sorgen machen, und auch nicht in ihr altes zu Hause, um Kleidung oder ähnliches zu holen. Ihre persönlichen Sachen, wie ihr Tagebuch und ihre Lieblingscds hatte Jacob schon vor Tagen für sie aus dem Haus geholt.

Am Stadtrand hielt sie noch einmal kurz an, denn die Trauer über den Abschied von ihren Geschwistern und Freunden brach aus ihr heraus. Nachdem sie sich wieder beruhigt hatte, setzte sie ihre Fahrt fort. Sie wusste, es würde eine lange und anstrengende Reise, aber da musste sie nun durch. Es gab kein zurück mehr, sie wollte raus aus dieser verschlafenen Stadt und weg von Michael.

Es dauerte fast zwei Tage, bevor Christina ihr Ziel erreichte. Sie hatte auf halber Strecke spät Abends in einem Motel eingescheckt um einige Stunden zu schlafen. Von erholsamen Schlaf konnte allerdings keine Rede sein, denn sie hatte immernoch Schmerzen von Michaels letzter Attacke und wurde von schlimmen Träumen geplagt und wachte in der Nacht mehrmals schweißgebadet und weinend auf.

Als diese schreckliche Nacht endlich vorüber war gönnte sie sich ein längeres Bad, bevor sie ihre wenigen Sachen zusammenpackte. Nach dem Frühstück bezahlte sie an der Rezeption noch die fünfzehn Dollar für das Zimmer und setzte ihre Fahrt fort.
Es war schon dunkel, als sie das Ortsschild von Santa Carla passierte. An einer kleinen Tankstelle hielt sie noch kurz an, tankte den Wagen auf und fragte beim bezahlen nach dem Weg.

Dort waren außer ihr noch zwei junge Männer mit Motorrädern , einer von ihnen hielt ihr lächelnd die Tür auf und sah sie interessiert an, als sie wieder zu ihrem Auto ging. Die beiden fuhren die ganze Strecke hinter ihr und wurden etwas langsamer, als sie an ihrem vorläufig neuen zu Hause das Auto parkte.

Sie sah den Maschinen noch einen Moment hinterher, dann betrat sie zum ersten Mal das Haus, in das sich ihre Eltern damals zurück ziehen konnten, um etwas Zeit alleine zu verbringen.
Christina ging in die zweite Etage, schloß die Wohnungstür aus, streifte ihre Jeans ab, kuschelte sich auf dem Sofa in ihren Schlafsack und schlief sofort ein
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