Angst, sein ständiger Begleiter

von Rosalie18
DrabbleAngst / P12
Alex
21.04.2019
21.04.2019
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Für Forbidden to Fly.


Ohne dich hätte ich mich nicht durchringen können Dunkirk an zusehen. Ich hätte definitiv etwas verpasst. Daher widme ich dir dieses Quaddrabble.

Vielleicht überfällt mich noch mal ein flauschiges Häschen und es wird ein längerer Text.  Wer weiß …


Viel Spaß beim Lesen.



Disclaimer: Ich habe keinerlei Rechte an den Charakteren, ich leihe sie mir nur aus und verdiene auch kein Geld mit der Geschichte.



Angst, sein ständiger Begleiter

Während der letzten Tage, die so aufwühlend gewesen waren, war ein Gefühl sein ständiger Begleiter gewesen und hatte seinen Körper im eisenharten Klammergriff gehalten. Angst. Die nackte Angst ums Überleben. Mehr als nur einmal hatte er mit seinem Leben, seinem jämmerlichen, kleinen Leben abgeschlossen gehabt. Hatte nicht mehr darauf vertraut und geglaubt, dass er und die anderen Kameraden gerettet würden. Die Hoffnungslosigkeit war spürbar gewesen.

Er fühlte sich machtlos, wenn es dem Feind wieder und wieder gelungen war gute Männer, seine Kameraden zu töten. Er hatte gehofft zu überleben und dem Krieg entfliehen zu können. Wie durch ein Wunder hatte er tatsächlich überlebt. Es war mehrmals knapp gewesen. Sein Leben hatte auf Messerschneide gestanden. Doch er hatte den Torpedoangriff – auch wenn es sehr knapp gewesen war – überlebt, ebenso den Beschuss des Schiffs, als sie auf die einsetzende Flut gewartet hatten. Da war es verdammt knapp gewesen. Wenn er daran dachte, schämte er sich, dass er den armen französischen Soldaten so angefahren hatte, er hatte die Hölle in Dünkirchen ebenso wie sie nur verlassen wollen. Die Angst hatte ihn dazu veranlasst. Die nackte Angst ums Überleben. Der verdammte Krieg veränderte die Menschen und ließ einen Dinge tun, die man unter anderen Umständen niemals getan hätte. Der Krieg war grausam und unerbittlich.

Doch er und die anderen waren gerettet worden, von Zivilisten – in kleinen Booten. Sie hatten sich von der Heimat aus aufgemacht, um sie nach Hause zu holen. Beinahe wären sie Opfer eines feindlichen Bombers geworden, doch er hatte es nicht geschafft sie zu treffen, was sie dem Einsatz eines Air Force Piloten zu verdanken hatten.

Doch das Hochgefühl es geschafft zu haben, hatte nicht lange vorgehalten. Der ältere Mann, der sie mit seinem Boot gerettet hatte, konnte ihnen nicht in die Augen sehen. Er hielt sie für Versager und genauso fühlte er sich auch. Sie hatten versagt, hatten sich einkesseln lassen und waren zum Abschuss freigeben. Zurückgedrängt an diesem gottverdammten Strand in Frankreich.

Er hatte den Artikel über die Rettungsaktion nicht lesen können, aus Angst was darin geschrieben stand. So schlimm wie befürchtet, war es dann doch nicht gewesen, jedoch war  das Gefühl versagt zu haben, geblieben und hatte sich wie ein Parasit in seinem Körper eingenistet und ließ sich nicht so leicht abschütteln. Vielleicht würde es irgendwann vergehen. Mit allergrößter Sicherheit. Jetzt war er einfach nur froh gerettet zu sein. Fürs Erste. Bis er den erneuten Einsatzbefehl erteilt bekam.


***



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