Das Malfoy Mädchen

GeschichteFamilie, Freundschaft / P16
Blaise Zabini Draco Malfoy OC (Own Character)
21.04.2019
14.02.2020
31
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10
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Heute gleich zwei Kapitel! Viel Spass beim lesen!

31.
Alya sass wie versteinert da. Alles um sie herum schien in Zeitlupe abzulaufen. McGonagall klopfte Fred mitleidvoll auf die Schulter und verschwand wieder. Alle blickten sie traurig an, doch niemand von ihnen konnte verstehen, was Alya fühlte. Sie machte sich dafür verantwortlich. Sie war verantwortlich. Amys Stimme tönte dumpf zu ihr durch, doch sie verstand kein Wort. Warum hatte sie es keinem Lehrer gemeldet, als Ginny plötzlich verschwunden war? Und nicht nur dann. Weshalb nicht, als sie sich immer seltsamer benahm? Jetzt war ihre beste Freundin in die Kammer verschleppt worden. Sie würde sie nie mehr wiedersehen. Hätte sie etwas gesagt, wäre es vielleicht nie zu dem gekommen, was jetzt geschehen war. Tränen liefen ihr über das Gesicht und schnell flüchtete Alya nach oben in ihren Schlafsaal wo sie sich auf ihrem Bett zusammenrollte und ihren Kopf schluchzend in ihrem Kissen vergrub. So weinte sie sich in den Schlaf.

Draco sass neben Blaise und Lynn auf dem Sofa im Gemeinschaftsraum. Es herrschte bedrückte Stimmung, auch wenn hier Ginny Weasley niemand wirklich gekannt, geschweige denn gemocht hatte. Aber eine tote Schülerin war etwas Schreckliches. Niemand hatte gedacht, dass es wirklich so weit kommen würde. Es fing draussen an zu dämmern und die beiden Jungs verzogen sich nach oben in ihren Schlafsaal. Lynn blieb noch unten bei Millicent. „Kann ich dir ein Lied von mir vorspielen?“, fragte Blaise oben etwas unsicher, „Mich würde deine Meinung dazu interessieren.“ Draco nickte: „Klar!“ Blaise holte seine Gitarre während Draco sich auf sein Bett setzte. Der andere liess sich gleich darauf gegenüber von ihm nieder und begann langsam zu spielen. „Cause this is our Love-Story“, begann er leise zu singen, „No one has to tell us how to be, no love like our love…“ Draco hörte überrascht zu. Er hatte nicht gewusst, dass Blaise so begabt war. Dass er Gitarre spielte und sang, ja, aber er hatte sich irgendwie nie Gedanken darüber gemacht, wie gut. Es hörte sich einfach toll an. „…because you are the only, only, only one for me“, beendete er das Lied. Draco blickte ihn an. „Das war - Das war einfach fantastisch!“, brachte er bloss heraus. „Danke“, meinte Blaise lächelnd. „Krass“, kam es plötzlich von der Türe. Lynn stand angelehnt ihm Rahmen. „Das klang super!“ Blaise lächelte noch breiter und meinte noch einmal: „Danke!“

Draco schreckte aus dem Schlaf. „Steh endlich auf!“, rief ihm Blaise zu. Es war stockdunkel um sie herum. „Was ist passiert? Wie viel Uhr ist überhaupt?“, wollte Draco noch halb schlafend wissen. Er erinnerte sich wage an einen Traum mit einem grossen Kürbis. „Es ist zwei! Aber McGonagall hat gerade eine Verkündigung gemacht, alle sollen so schnell wie möglich in die Grosse-Halle kommen. Angezogen wie sie sind. Es gibt ein Fest!“, erklärte Blaise erfreut. „Das kann eigentlich nur eines bedeuten“, fuhr Theodor fort, „Der Erbe Slytherins, das Monster, sie wurden beide besiegt!“ Also waren Potter und Weasley doch zu einem Lehrer gegangen! Erleichterung durchströmte ihn und er kletterte aus seinem Bett. Schnell ging er ins Bad und beförderte einen Schwall kalten Wasser in sein Gesicht. Schon ging es ihm etwas besser und er fühlte sich nicht mehr ganz so müde. Dann zog er mit den anderen Jungs los. Crabbe schlief beinahe im Gehen ein. In der Halle tummelten sich bereits eine ganze Menge Schüler. Am Lehrer Pult, konnte Draco Dumbledore entdecken. Er war wieder zurück. Sie setzten sich an ihren Haustisch. Irgendwann trat der Schulleiter an sein Pult und Ruhe trat ein. „Bestimmt wundert ihr euch, weshalb ihr zu so später Stunde für ein Fest gerufen wurdet. Ich habe gute Nachrichten für euch…“ Die grosse Tür schlug auf. Madam Pomfrey stand strahlend da und vor ihr fünf Schüler. Granger, Finch-Fletchley, Creevey, die Vertrauensschülerin der Ravenclaws und Lianna. Die Halle brach in gejubelt aus. Und die engsten Freunde der ehemals Versteinerten sprangen auf um sie zu begrüssen und in den Arm zu nehmen. Erst als sich alle halbwegs beruhigt hatten, sprach Dumbledore erneut. „Doch dies ist nicht die einzig gute Neuigkeit! Ich freue mich sehr Ihnen mitteilen zu können, dass Ginny Weasley lebt und das Monster aus der Kammer, sowie auch der Erbe-Slytherins gefasst wurden!“ Erneute Jubelschreie und tosender Applaus unterbrachen ihn. Draco konnte Parker drüben am Gryffindor Tisch in Tränen ausbrechen sehen. Und die Weasleys wie sie sich in den Armen lagen. Er selbst war auch froh. Es war alles gut geworden. Ein paar Minuten später sprach Dumbledore weiter: „Ich bin unendlich glücklich darüber und kann Ihnen bloss so viel verraten: Kein Schüler hier, verübte die Angriffe. Niemand eurer Klassenkameraden war der Erbe-Slytherins!“ Erneuter Applaus brandete auf. Nach mehreren weitern Unterbrechungen, endete Dumbledores Rede. Potter und Weasley hatten vierhundert Punkte dafür bekommen, dass sie gegen den Basilisken gekämpft hatten. Sie waren, wie hatte Draco das jemals glauben können, natürlich nicht zu einem Lehrer gegangen. Sie hatten idiotisch wie immer auf eigene Faust versuchen müssen. Diese Punkte würden Gryffindor den Hauspokal dieses Jahr wieder einbringen. Lockhart würde nächstes Jahr nicht wieder kommen, denn er musste auf Reisen gehen um sein Gedächtnis, welches er in der Kammer selbstverschuldet verloren hatte, wieder zu finden. Draco war extrem erfreut darüber, den Trottel los zu sein und stimmte in den Applaus der anderen ein. Auch ein paar Lehrer konnten sich hierbei nicht zurückhalten. Zuletzt verkündete McGonagall, dass als kleines Geschenk der Schule die Prüfungen gestrichen würden. Noch eine gute Nachricht. Um halb vier kam Hagrid in die Halle, und Potter, Weasley und Granger stürmten sofort zu ihm. Draco nahm es hin, dass dieser Idiot zurückkehrte, ohne sich zu viel darüber aufzuregen. Alles würde nächstes Jahr wieder gleich sein wie damals in der ersten Klasse. Nur der Lehrer für `Verteidigung gegen die dunklen Künste` musste ersetzt werden. Er fragte sich, wen Dumbledore wohl einstellen würde. Doch im Moment war es ihm egal und er genoss das Fest.

Die letzten Wochen des Schuljahres verliefen ruhig und schon gleich sass er neben Blaise und Lynn im Hogwartsexpress, auf dem Weg zurück nach Hause. Am Bahngleis in Kings-Cross verabschiedeten sie sich. Draco hakte sich bei seiner Mutter ein und apparierte mit ihr in die Malfoy-Manor. Am Abend sass er neben seiner Mutter an einem reichlich gedeckten Tisch. „Mutter?“, fragte er irgendwann, „Werde ich Vater heute Abend noch sehen?“ „Geniesse das Essen schweigend Draco!“, befahl sie nur und wendete sich wieder ihrem Teller zu. Das war der Zeitpunkt an dem Draco klar wurde, dass etwas seine Eltern verärgert hatte. Seine Mutter wies ihn sonst nie an still zu essen. Er konnte sich leider sehr gut vorstellen weshalb sie wütend waren. Snape musste ihnen vom Nachsitzen und vielleicht, noch schlimmer, auch noch von dem was er über sie gesagt hatte berichtet haben. Mit sehr schlechten Vorahnungen sass er etwas später in seinem Zimmer und wartete darauf nach unten geholt zu werden sobald sein Vater von der Arbeit eintraf. Wenn Draco ehrlich war, hatte er Angst. Er fürchtet sich vor seinem Vater. Vor dessen Zorn, der ihn treffen würde. Aber das wollte er nicht zugeben und so liess er die Zeit einfach vergehen. Es war kurz vor neun, als ein Hauself an seiner Türe auftauchte und ihm verkündete, sein Vater wünschte ihn im Salon zu sehen. Er beeilte sich nach unten zu gehen. Er mochte seine Eltern nicht noch mehr triezen, indem er sie warten lies. Zögerlich trat er schlussendlich in den Raum ein. Sein Vater stand neben Narcissa mit dem Rücken zu ihm vor dem Kamin. Er hielt ein Weinglas in der Hand. Als Draco die Türe schloss, drehten sich die beiden um. „Guten Abend Draco“, begrüsste ihn Lucius und sie gingen aufeinander zu, „Wie war die Rückreise?“. „Freut mich dich wieder zu sehen Vater. Sie war eigentlich so weit gut“, antwortete er und blieb nun vor ihm stehen. „Freut mich, freut mich mein Sohn…“ Hiermit schien der Smalltalk beendet zu sein denn nun fixierte ihn sein Vater mit zornigen Augen. „Ich musste schlimme Sachen hören“, begann er, „Severus hat mir erzählt, du hättest dir Nachsitzen eingehandelt durch Verstossen der Regeln! Wie kannst du so schnell vergessen was du hier gelernt hast? Das ist einem Malfoy nicht würdig!“ Das Nachsitzen seines ersten Jahres bei dem Lynn und Draco in den Verbotenen-Wald gemusst hatten, hatte Snape zum Glück nie gegenüber seinem Vater erwähnt. „Es tut mir Leid Mutter und Vater“, erklärte er kleinlaut. „Du hast uns enttäuscht! Wir haben mehr von unserem einzigen Kind erwartet!“ Draco meinte Narcissa bei diesen Worten beinahe unmerklich zusammenzucken zu sehen. Vielleicht hatte er sich aber auch nur getäuscht und es lag an dem flackerten Kerzenlicht. „Du hast bis jetzt immer gute Leistungen erbracht, aber so etwas ist unverzeihlich für den Ruf unserer Familie! Müssen wir mit dir wirklich noch einmal ganz von vorne anfangen?! Solltest du alles was ich dir je beigebracht habe über Haltung und Ehre vergessen haben?! Bist du zu einem dieser niederträchtigen Versager geworden?!“ „Nein“, sagte Draco diesmal mit erhobenem Kopf. Im nächsten Moment spürte er den Schlag auf der Wange. „Doch!“, zischte Lucius. Der Ring an der Hand seines Vaters tat besonders weh. Aber er durfte jetzt auf keinen Fall weinen. Das würde nur einen Beweis für die Anschuldigungen liefern. „Geh mir aus den Augen!“, befahl sein Vater. Schnell ging Draco davon. Als er in seinem Zimmer hinter sich die Tür verschlossen hatte und sich sicher war, dass er allein war, liess er sich auf sein Bett fallen und weinte. Die Tränen rollten über sein Gesicht. Er biss die Zähne zusammen und wischte sie weg. Es half nichts wenn er wie ein kleines Kind flennte. Die Tatsachen würden sich nicht ändern.
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