Survivor

von xAtlas
GeschichteAllgemein / P16
OC (Own Character) Oliver Queen
21.04.2019
24.11.2019
23
51873
11
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Hallo!

Die Geschichte spielt in der ersten Staffel von Arrow. Ich werde versuchen, eine eigene Storyline parallel zu der Bestehenden zu erschaffen, die die existierende so wenig wie möglich verändert, aber trotzdem eine eigene Handlung besitzt. Außerdem werde ich mein bestes geben, so wenig Dialoge aus der Serie wie möglich einfach nur abzutippen, weil mich persönlich so etwas nur langweilt.

Nur noch eine letzte Sache, bevor es losgeht; Ich weiß, dass das Arrow Fandom nicht gerade das größte ist und es recht wenige Leser gibt, jedoch würde ich mich trotzdem über ein paar Rückmeldungen mit Kritik, Lob oder Ähnlichem sehr freuen.

Nun aber viel Spaß mit meiner Fanfiktion ˆˆ


Prolog


Eine Elster mit schwarz-weißem Federkleid krächzte laut, als sie sich elegant auf der Spitze des Mausoleums niederließ. Neugierig reckte sie ihren Schnabel, um das Geschehen unter sich besser erkennen zu können. Eine Ansammlung von Menschen stand um zwei quadratische Löcher herum verteilt und wirkte aus der Vogelperspektive mehr wie schwarze Tupfen, die das dunkle Grün des Rasens unterbrachen. Sie legte ihren Kopf schief und betrachtete die Gruppe aus ihren schwarzen Knopfaugen, nicht im Geringsten fähig dazu, zu verstehen, warum diese Menschen sich hier versammelt hatten. Doch sie interessierte sich auch nicht sonderlich dafür, sondern betrachtete einzig und allein die zahlreichen glänzenden Schmuckstücke, die die Anwesenden trugen. Schmuck hatten sie reichlich, immerhin waren die meisten Personen auf dieser Veranstaltung wohlhabender als sich normale Menschen auch nur erträumen könnten. Es war nicht gerade verwunderlich, dass kaum jemand zu trauern schien. Gefühle zu zeigen war nie sonderlich gern gesehen in solchen Kreisen. Diese unangemessene Transparenz galt hinter vorgehaltener Hand sogar als verpönt. Emotionen wie Trauer zeigten Schwäche und man durfte keine Schwäche zeigen, wenn man in einer Welt wie dieser überleben wollte. So dachten sie jedenfalls. Und warum sollten sie auch Trauer zeigen? Die meisten kannten die Verstorbenen nicht einmal persönlich oder hatten nur selten mit ihnen ein paar Worte gewechselt.

Einige Blicke zeigten Missbilligung und nur wenige Mitleid, als Moira Queen in ihr Taschentuch schnaubte, während die leeren Särge zu Boden gelassen wurde. Ihre Tochter Thea wimmerte leise und klammerte sich wie eine Ertrinkende am Arm ihrer Mutter fest. Es kostete sie all ihre Willenskraft, nicht in Tränen auszubrechen.

Ein paar Schritte weiter weg, außerhalb des Scheines des Rampenlichts stand Alexis Silver. Da jegliche Aufmerksamkeit auf die Familie Queen gerichtet war, bemerkte kaum jemand, dass sie stumme Tränen über den Verlust ihres besten Freundes und dessen Vaters vergoss. Nur Tommy Merlyn richtete seine braunen Augen auf sie und drückte kurz ihre Hand. Auch wenn es nur eine winzige Geste war, spürte Alex ein Gefühl der Wärme in ihr aufflackern und es ging ihr ein wenig besser, auch wenn es niemals die Kälte in ihrem Inneren verbannen vermochte. Sie schenkte ihm ein mattes Lächeln und drehte sich zu Moira, die schon die ersten Trauerbekundungen entgegennahm.

Alex hatte die letzten Tage ständig darüber nachdenken müssen, was sie zu Moira und Thea sagen würde. Jetzt, wo der Moment gekommen war, war sie sich sicher, dass kein Wort auf dieser Welt auch nur im Geringsten passend gewesen wäre und sie fand es respektlos gegenüber Oliver und Robert, eine unbedeutende Floskel zu benutzen, die letzten Endes nichts auszusagen vermochte. Stattdessen zog sie Moira und auch Thea in eine Umarmung, in der kleinen Hoffnung, ihnen wenigstens etwas Trost zu spenden. Selbst Moira, die normalerweise sehr gefasst auftrat, konnte sich ein Schluchzen nicht verkneifen und wisperte ein kurzes „Danke“ in Alex‘ Haar. Dann legte Alex ihren Blumenstrauß, bestehend aus hellblauen Vergissmeinnicht, neben die Gräber. Er stach durch seine Einfachheit und Farbe deutlich aus den kunstvoll verzierten Gestecken aus weißen Rosen und Callas heraus und sie wusste genau, dass Oliver sich wahrscheinlich über den Kitsch dieser Geste lustig machen würde, aber in irgendeiner Weise fühlte es sich richtig an.

Es regnete in Strömen, als Alex den Friedhof verließ und in die schwarze Limousine einstieg.
„Wohin soll es gehen, Miss?“
„Nach Hause“, entgegnete sie und der Fahrer nickte, während Alex ihren Blick auf die beschlagenen Scheiben gerichtet hatte. Ein wütendes Prickeln durchflutete ihre Finger, als sie die anderen Gäste sah. Sobald sie das Gelände verlassen hatten, hatten sie die Dreistigkeit fröhlich zu erzählen, sogar zu lachen, als kämen sie gerade aus einer besonders guten Oper und nicht von einer Beerdigung. Vielleicht kannten sie Oliver und Robert nicht sonderlich, trotzdem wäre es angemessen, zumindest etwas Respekt zu zeigen. Doch so etwas kannten sie scheinbar nicht und die Beerdigung war nur ein weiteres Ereignis, welches sie von ihrer Liste aus Erledigungen streichen konnten.

Alex schloss die Augen und atmete tief ein und aus. Sie spürte, wie die Temperatur im Wagen bedenklich sank, doch sie konnte es nicht zulassen, jetzt einen Ausbruch zu haben. Nicht in der Öffentlichkeit, wo jeder sehen könnte, was sie war, ein Monster. Doch die Kontrolle zu behalten, fiel ihr immer schwerer. Sie fühlte, wie sie sich gefährlich nahe am Abgrund befand und wusste nicht, ob sie je wieder sie selbst sein könnte, wenn sie sich jetzt fallen lassen würde. Die Scheibe ihres Fensters färbte sich schneeweiß und kleine Eisblumen bildeten sich auf der Innenseite. Alex massierte sich hektisch die Handflächen und warf einen kurzen Blick zum Fahrer, der zwar fröstelte, aber nichts bemerkt zu haben schien. Ein erleichtertes Seufzen entfuhr ihr, als die schwarze Limousine in die Schotterstraße ihres Anwesens einbog.
„Sie können sich den restlichen Tag freinehmen, Michael“, sagte Alex zu ihrem Fahrer und öffnete die Tür, sobald der Wagen zum Halt gekommen ist. Ihre rechte Hand war nun eine verkrampfte Faust, die sie gegen ihren Oberkörper presste. Alex zitterte, als sie den Schlüssel aus ihrer Handtasche zog und musste sich beherrschen, nicht das gesamte Türschloss einzufrieren.

Die Tür fiel mit einem lauten Ton zu, als Alex schon im Badezimmer des Anwesens stand und sich selbst im Spiegel betrachtete. Tränen liefen ihre Wangen hinunter. Ein stechender Schmerz breitete sich in ihrer Brust aus und wurde immer stärker, je mehr sie ihre Kräfte zurückhielt. Sie musste sich auf das Waschbecken stützen, um stehen bleiben zu können. Dann geschah es. Ihre Augen begannen weiß aufzuleuchten und eine Welle von Kälte breitete sich langsam von ihr aus. Zuerst froren die Fliesen unter ihr, dann die Waschbecken und die Spiegel. Ein Wimmern entfloh ihrer Kehle, als sie auf den Boden fiel.

„Ich kann dir helfen.“ Eine Stimme durchschnitt die kalte Luft. Alex war nicht mehr fähig aufzusehen, aus Angst, nur noch mehr Kontrolle zu verlieren.
„Ich möchte Ihnen nicht wehtun“, wimmerte sie und kniff die Augen zusammen. Sie spürte deutlich eine warme Präsenz genau hinter ihr und es würde wahrscheinlich nur eine Handbewegung brauchen, um sie auszulöschen. Doch Alex würde es mit aller Kraft verhindern. Sie hatte noch nie einen Menschen getötet.
„Ich kann dir zeigen, wie du deine Kräfte kontrollierst, wie du das Monster in deinem Inneren kontrollierst.“ Alex hielt inne. Ihre Atmung wurde ruhiger und sie traute sich, den Blick auf die Person hinter sich zu lenken. „Wie?“, fragte sie. Ihre Stimme klang nicht mehr verzweifelt. Alle Emotionen waren aus ihr verschwunden. Sie klang nicht einmal mehr menschlich.
„Schon mal von der Liga der Assassinen gehört?“ Die Person trat aus dem Schatten. Es handelte sich um Malcolm Merlyn.
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