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So wie es das Schicksal wollte

von shuffel22
GeschichteDrama, Freundschaft / P16 Slash
Adrian Ivashkov Christian Ozera Dimitri Belikov OC (Own Character) Rosemarie "Rose" Hathaway Vasilisa "Lissa" Dragomir
20.04.2019
05.11.2019
3
2.403
1
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05.11.2019 953
 
Genau mit dem Gong zur ersten Stunde kamen die drei in die Halle. ‚Gerade noch so‘, dachte Katja und stellte ihre Sporttasche eilig in die Ecke. Zum Glück hatte sie, wie immer, wenn sie als erstes Sportunterricht hatte, ihre Sportkleidung direkt an und musste sich nicht noch umziehen. Sie stellte sich neben James Miller, einem amerikanischen Jungen, dessen Eltern beide in Russland für Moroi arbeiteten. „Das war aber knapp, Katja. Warum so spät heute?“, flüsterte James ihr zu. „Ich hab verschlafen“, grummelte sie. „Miller! Zwetkowa! Ruhe!“, rief die laute Stimme ihres Sportlehrers entnervt. ‚Der scheint ja gute Laune zu haben.‘ Beide richteten die Aufmerksamkeit auf ihren Lehrer. Er war ein Wächter, das konnte man sehen. Groß gewachsen mit einer athletischen Figur. Er erklärte gerade eine Kampftechnik, wie man den Gegner unschädlich machen kann, auch wenn er stärker war als man selbst. Schrittstellung, Grifftechnik, Treffpunkt; jeden noch so kleinen Schritt ging er mit ihnen durch. „So. Jetzt Partnerarbeit. Übt an euch selbst.“ Damit war der Auftrag klar. Katja drehte sich zu James. „Partner?“ James nickte und sie gingen zu einer Matte und begannen zu üben. Nach der Übung gab es immer einen letzten Trainingskampf, in dem die erlernte Technik angewendet werden sollte. James und Katja standen sich gegenüber, beide in Kampfhaltung mit dem Ziel, den Kampf für sich zu entscheiden.

Zu Beginn schien der Kampf ausgeglichen zu sein. Im Wechsel landeten beide Treffer bei dem jeweils anderen. Sie schienen sich ebenbürtig, doch dann merkte Katja etwas, dass sie beunruhigte. Ein Gefühl, so wie in einem Traum. Ihre Arme schmerzten, als würde man in sie hineinschneiden. Ihre Beine brannten, aber nicht vom Muskelkater. Sie wusste nicht, was es war. James merkte, dass sie unkonzentriert wurde und nutzte die Chance. Er landete einen Volltreffer und Katja landete auf der Matte. „Aua“, sagte sie und rieb sich die Schulter, an der James sie getroffen hatte. „Alles okay?“ Ihr Kampfpartner sah sie besorgt an. Sie nickte ihm nur zu. Das Gefühl in ihren Armen und Beinen war verschwunden. Sie versuchte sich nicht anmerken zu lassen, dass mit ihr etwas während dem Kampf nicht gestimmt hatte. „Guter Kampf, James. Nächstes Mal aber schlag ich dich“, sagte sie spielerisch zu James, der glücklich über den gewonnenen Übungskampf war. „Träum weiter, Zwetkowa.“, sagte er lachend.

Am Ende der Stunde rief der Lehrer, dessen Name Katja vergessen hatte, alle Schüler nochmal zu sich.

„Ich habe noch einen Ankündigung zu machen. Der königliche Hof möchte jeder Academy die Chance geben, 6 ihrer besten Schüler des Abschlussjahrgangs an den Hof zu schicken, um ihnen dort eine Art Auslandssemester zu ermöglichen. Es werden drei Moroi und drei Dhampire ausgewählt. Direktor Worobjow hat bereits mit den anwesenden Lehrern und Wächtern gesprochen und Schüler ausgewählt. Und bevor Sie fragen: Der Direktor teilt seine Entscheidung bei der heutigen Versammlung in der Mittagspause mit.“

Kaum hatte der Lehrer geendet, wurden die Stimmen der Schüler laut. Alle redeten durcheinander, jeder fragte sich, wer die Schüler wohl waren, die auserwählt wurden.

Katja machte sich aus dem Trubel nichts. Klar, sie würde sich freuen, wenn sie ausgewählt werden würde, doch die Wahrscheinlichkeit war sehr gering. In ihrem Jahr waren 30 Dhampire. Und jeder ihrer Kameraden war gut, viele sogar sehr gut. Nicht umsonst sagten die Lehrer, dass ihre Klasse einer der stärksten seit langem war.

Der erste Trubel um das große Ereignis in ein paar Stunden war noch ganz versiegt, aber Katja wollte sich nicht an den regen Gesprächen um die ‚Auserwählten‘ beteiligten. Stattdessen machte sie sich auf den Weg zu den Umkleidekabinen, um zu duschen und das unangenehme Gefühl, welches sich während des Übungskampfes bei ihr eingeschlichen hatte, zu vertreiben.

Sie seufzte herzhaft, als sie unter der Dusche stand und das warme Wasser über ihren Körper lief. Sie spürte, wie sich die angespannten Muskeln lockerten und das Gefühl verebbte. Innerlich hoffte sie, dass das Gefühl nicht mehr wiederkehrte. Dass es fortblieb. Sie hoffte, dass sie sich die Ähnlichkeit zu den Gefühlen im Traum nur einbildete.

Sie schüttelte den Kopf, als wollte sie die Gedanken in ihrem Kopf vertreiben und stieg aus der warmen Dusche. Schnell trocknete sie sich ab und zog sich an. Die anderen Schülerinnen waren mittlerweile auch zur Umkleide gekommen und Katja merkte, dass es immer noch nur ein Gesprächsthema gab. Die Kundgabe der Auserwählten.

„He, Katja. Wer, denkst du, hat Direktor Worobjow ausgewählt?“, fragte Elena, ein hochgewachsenes, braunhaariges Mädchen aus Katjas Klasse. Viel hatten Katja und sie nicht miteinander zu tun, obwohl Katja sie ziemlich nett fand. „Ich weiß nicht, aber ich schätze, dass das bei den Moroi drei königliche Ausgewählt wurden. Wahrscheinlich Mason Szelsky Nuri Drozdov. Vielleicht auch einer der Lazar – Zwillinge.“, sagte Katja achselzuckend. Sie hatte sich nie viel für die königlichen Moroi interessiert. Aber die Namen waren welche, die blieben einem im Gedächtnis, ob man wollte oder nicht. „Emely oder Zara Lazar?! Denkst du wirklich, eine von beiden wird gewählt?“, fragte Muriel, ein weiteres Mädchen aus Katjas Klasse. „Warum denn nicht“, antwortete diese. „Beide könnten noch viel lernen. Außerdem kann ich mir gut vorstellen, dass die königlichen Familien bei der Wahl die Finger im Spiel haben. Die überbieten sich bestimmt, welcher von ihren Sprösslingen an den Hof zur Königin darf.“ Viele murmelten zustimmend.

Katja wandte sich zur Tür, denn sie wollte endlich gehen. Sie war schon lange fertig und dieses Gespräch dauerte ihr schon zu lange. Sie beteiligte sich nicht gerne an Spekulationen.

„Warte! Wer, denkst du, wird von uns gewählt?“ Katja atmete tief durch. Sie hatte sehr gehofft, diese Frage übergehen zu können. „James eventuell. Aber Ivan und Juri sind auch gute Kandidaten. Das wären meine Favoriten.“ Mit den Worten wand sie sich ab und ging. Hinter ihr ertönte unzufriedenes Gemurmel. Jeder hatte gehofft, dass Katja ihnen eine Chance auf einen Platz zugestand.
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