Tutor Girl

GeschichteHumor, Romanze / P18
Markus
19.04.2019
30.05.2020
61
221.521
13
Alle Kapitel
90 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
 
19.04.2019 2.042
 
Hallöchen und Herzlichen Willkommen zu meiner neusten Geschichte.
Eigentlich wollte ich warten mit dem Veröffentlichen, bis ich sie fertig geschrieben habe, aber auf Grund doch einiger Nachfragen nach etwas neuem, habt ihr mich jetzt doch dazu bekommen, bereits zu beginnen.
Hier einige Fakten vorweg:
1. Es wird keine festen Update-Tage geben, da ich für mich selbst feststellen musste, dass ich mich eh nicht daran halte. Also werde ich ein wenig willkürlich nach Lust und Laune hier hochladen. Ihr könnt das natürlich etwas beeinflussen mit euren Reviews. Wie ihr vielleicht aus meinen vergangenen Geschichten schon wisst: Reviews bedeuten immer die Wertschätzung der Arbeit. Und das schenkt mir als Autor natürlich die notwendige Motivation, um schneller weiterzuschreiben.
2. Diese Geschichte ist P18 geratet aufgrund von beschriebenen sexuellen Handlungen. Dies wird allerdings nur einige Kapitel immer mal zwischendurch umfassen. Es wird nicht zu Gewalthandlungen o.ä. kommen oder zumindest ist das bislang nicht geplant.
3. Ich weiß, dass das meine Geschichte etwas unrealistischer macht, allerdings aufgrund der Handlung sehe ich mich dazu genötigt, es mir einfach zu machen. Ich weiß, dass die wilden Kerle bei den Silberlichten alle erst so um die 15 Jahre alt sind. Das passt allerdings nicht zu dem Inhalt meiner Geschichte, daher werde ich die wilden Kerle alle um zwei Jahre älter machen, so dass Markus, Leon, Maxi und Vanessa 17 sind, Marlon 18 ist, Joschka und Raban 16 und Nerv und Klette 15. Ich bitte hier um Verständnis. Aufgrund der Thematik wäre alles andere leider ebenso unrealistisch.

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Markus‘ Sicht
„So. Jetzt haben wir die Silberlichten besiegt. Wir sind die Besten der Besten. Wir haben den Pott. Und wir sind wieder in Grünwald“, sagte Leon, wobei der letzte Satz nicht unbedingt der Begeisterung der ersten Sätze entsprach. Ich konnte es gut verstehen. In nicht einmal einer Woche waren die Sommerferien vorbei und wir würden dem Ernst des Lebens erneut ins Gesicht blicken müssen – der Schule. Genauer gesagt der Oberstufe. Unseren letzten zwei Jahren Schule. Und wir waren alle alles andere als begeistert darüber.
„Und da wir jetzt wieder hier sind, brauchen wir eine neue Aufgabe. Wir werden dir eine Freundin beschaffen“, legte der Anführer fest. Den zweifelnden Blick, den ich ihm auf diese Aussage hin zuwarf, ignorierte er sehr gekonnt. Als mein bester Freund hatte er diese Idee nicht zum ersten Mal. Bislang waren es immer nur Phasen gewesen, in denen er es versucht hatte, weil er sich gerade mal wieder schlecht gefühlt hatte, weniger Zeit für mich zu haben, weil er mehr mit Vanessa abhing. Eigentlich hatte ich damit kein Problem, immerhin gab es auch noch die anderen wilden Kerle, aber Leon wollte diese Aussage einfach nicht akzeptieren. Ich musste also auch diese Phase einfach nur aussitzen und hoffen, dass es schnell vorbei war, denn ich, Markus der Unbezwingbare, wollte definitiv nicht von Leon verkuppelt werden.
„Ich will keine Freundin, das ist viel zu anstrengend“, meinte ich, um wenigstens sagen zu können, dass ich versucht hatte, Widerstand zu leisten. Egal, wie stark mein Widerstand war – wenn Leon sich etwas ausgedacht hatte, würde er es durchziehen. Da musste ich jetzt einfach durch. Manchmal kam ja auch etwas witziges dabei raus. Und wir lästerten unglaublich viel über die Mädchen, die so hier waren. Leons Blick ging bereits durch die Eisdiele. Dort hatten wir uns nämlich getroffen. In der Eisdiele seines Vaters. Hier hatte er quasi Heimspiel, weil er den Ladys Eis anbieten konnte. Nun, könnte. Immerhin hatte er Vanessa. In der Theorie. Momentan waren sie zerstritten. Genau genommen hatten die beiden sich nicht ausgesprochen seitdem wir von den Silberlichten zurückgekehrt waren. Vanessa war immer noch wütend, weil Leon mit Marlon hinter den Nebel gefahren war und Leon fand das alles nicht so richtig schlimm und verstand nicht so ganz, warum Vanessa sauer war. Deshalb saß er das Ganze erst einmal aus, bis Nessi sich wieder ein wenig abgekühlt hatte. Mit dieser Masche hatte er entgegen der Erwartung ziemlich viel Erfolg. Aber das alleine unterstrich doch schon meine Aussage – Mädchen waren einfach viel zu anstrengend.
„Das sagst du nur, weil du keine Freundin hast, mein Freund. Es wird Zeit, dass du endlich deine Abneigungen überwindest. Es muss ja nicht gleich die große Liebe sein oder gar etwas festes. Ich denke nur, es wird langsam Zeit, dass du dich in neue Gefilde wagst“, gab Leon zum Besten und ich konnte ihn nur ungläubig anstarren und mich bemühen, bei diesen Worten nicht rot zu werden. Leon grinste mich an. Er wusste, dass er mit diesem Argument gewonnen hatte, denn er hatte Recht. Meine Erfahrung im Bereich Frauen ging schon so ziemlich gegen Null. Ich hatte vor einiger Zeit mal eine Freundin gehabt, falls man das so nennen konnte. Daraus war aber nichts geworden. Wie bereits gesagt: Mädchen waren einfach zu anstrengend. Da musste man sich ja um alles kümmern und immer auf alles achten. Aber da war ich nicht der Einzige der wilden Kerle, der so dachte.
„Also… wie wäre es mit ...“, begann Leon, nachdem ich ihm nicht geantwortet hatte. Sein Blick huschte über die Gesichter, die hier waren. Da die Sommerferien sich dem Ende zuneigten, das Wetter aber noch gut war, war die Eisdiele gut besucht. Das Problem war nur, dass in der letzten Woche der Sommerferien die meisten schon aus dem Urlaub wieder zuhause waren und keine Fremden hier mehr herum liefen. Dementsprechend kannte ich die Auswahl: Irgendwelche doofen Ziegen aus meiner Schule. Und wenn wir mal ganz ehrlich waren, dann waren die entweder so hässlich oder komisch, dass man sie nicht einmal mit der Kneifzange anfassen wollen würde oder es waren diese aufgetakelten Zicken, die sich selbst für Göttinnen hielten. Die waren einfach schrecklich. Dieser Hass beruhte auch definitiv auf Gegenseitigkeit. Wir waren eben die wilden Kerle, wir kommunizierten nur wenn es wirklich sein musste, mit anderen Mädchen als unseren eigenen.
„Wie wäre es mit der da am Tresen? Die ist doch heiß“, meinte Leon und deutete in die Richtung. Ich drehte mich um und erblickte ein Mädchen, das ich hier in Grünwald noch nie vorher gesehen hatte. Meine Augenbrauen wanderten ohne mein Zutun nach oben. Die Eisdiele war ein entspannter und vielfältiger Ort, wenn man das so sagen mochte. Hier trafen sich alle. Die Tussen aus der Schule, Gonzo Gonzales und seine Skatergang, der dicke Michi und seine Anhänger. Einfach alle kamen hier her, um ein Eis zu genießen. Doch das Mädchen, das da am Tresen stand, passte optisch einfach gar nicht hier her. Ihre braunen, fast schwarzen Haare, die relativ glatt bis zur Mitte ihres Rückens fielen, waren noch das normalste an ihr. Sie trug ein pinkes Top mit Ringerrücken und auf ihrer linken Schulter prangte ein kleines Tattoo. Ein paar Wellen mit einer auf- oder untergehenden Sonne. Das alleine passte optisch gar nicht zu dem Rest des Mädchens. Das pinke Top steckte in einem hoch geschnittenen gelb-pinken Rock, der etwas über die Mitte ihrer Oberschenkel ging. Sie hatte wirklich, wirklich lange Beine, die durch die Schuhe, die sie trug, sicherlich noch einmal verlängert wurden. Diese Schuhe hätten als Mordwaffe durchgehen können. Ich blinzelte, mein Blick ging noch einmal zu ihrem ordentlich ausgeprägten Arsch, ehe ich zu Leon sah, der mich wissend angrinste.
„Die sieht voll tussig aus“, wisperte ich leise, damit sie mich nicht hören konnte. Das war natürlich kindisch, das wusste ich. Wie sollte sie aus diesen ganzen Gesprächen hier in der Eisdiele genau unser Gespräch herausfiltern?
„Einfach zu haben. Perfekt für dich“, meinte Leon locker in normaler Lautstärke. Ich warf ihm einen warnenden Blick zu, ehe ich den Kopf schüttelte, doch das störte den Anführer nicht. Er stieß mich an, nickte mir zu und fügte an: „Los, geh hin zu ihr. So wie sie diesen Arsch präsentiert, wartet sie nur darauf, dass deine Hand darauf landet, wenn du sie ansprichst.“
Während ich Leon ein wenig entgeistert ansah, zwinkerte der mir verschwörerisch zu. Ich würde dieses Mädchen bestimmt nicht ansprechen. Nie und nimmer. Die sah nicht so aus, als wäre sie mein Typ. Ich wusste zwar nicht, was genau mein Typ war, das, was ich da sah, allerdings ganz bestimmt nicht. Aber ich wusste, dass Leon mich mit diesem Thema nicht mehr in Ruhe lassen würde, bis irgendetwas passiert war.
„Oder du gehst zum Tresen und bestellst dir ein Getränk. Und wenn du es nimmst und dich umdrehst, kollidierst du aus Versehen so mit ihr, dass du es ihr überkippst“, schlug Leon als nächstes vor. Bei solchen Ideen wunderte es mich manchmal wirklich, wie er Vanessa rum gekriegt hatte und es geschafft hatte, so lange mit ihr zusammen zu sein. Auch wenn ich wirklich kein Experte im Bereich Frauen war, konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass eine dieser Maschen wirklich schon mal irgendwie von Erfolg gekrönt war. Bevor ich mir eine Ausrede einfallen lassen konnte, damit Leon zufrieden war und ich nichts davon machen musste, drehte sich die Brünette zu uns um.
„Wenn du auch nur darüber nachdenkst, breche ich dir die Nase. Natürlich nur aus Versehen“, sagte sie mit einem Lächeln auf den Lippen. Leon und ich starrten sie erschrocken an. Sie hatte uns belauscht? Ihr Gesicht war nicht einmal halb so stark geschminkt, wie ich aufgrund ihrer Klamotten angenommen hatte. Ihre braunen Augen funkelten uns finster an und irgendwie kam mir dieser Blick nur allzu bekannt vor. Allerdings war ich zu erschrocken, um ihn irgendwem oder irgendeiner Situation zuordnen zu können. Sie wirkte wirklich einschüchternd, so wie sie sich zu uns umgedreht hatte. Leon löste sich als erstes wieder aus der Schockstarre.
„Pah. Du solltest froh sein, dass wird überhaupt über dich reden“, sagte er großspurig, „aber keine Angst. Du brauchst dir für uns nicht deine Fingernägel abbrechen. Du bist eh nicht unser Typ.“
Automatisch sah ich zu ihren Händen, nachdem Leon darüber gesprochen hatte. Sie hatte tatsächlich irgendwelche komischen Fake-Nägel in einer wirklich beachtlichen Länge. Doch sie zuckte nur locker mit den Schultern.
„In erster Linie habe ich die Fingernägel, um Typen wie euch die Augen besser auskratzen zu können“, entgegnete sie ein wenig herablassend und streckte ihre Finger, um ihre Nägel selbst ein wenig stolz zu betrachten. Hilfe. Wieso und wann war dieses Gespräch so eskaliert? Leon starrte sie finster an, doch sie schien sich davon nicht sonderlich beeindrucken zu lassen.
„Was gibt dir überhaupt das Recht, uns zu belauschen? Sowas gehört sich nicht“, wechselte Leon wieder das Thema, denn gegen die Fingernägel konnte er wohl nichts sagen. Oder wollte?
„Und wer bist du überhaupt?“, fragte ich schließlich und bemühte mich um einen abfälligen Tonfall, um Leon zur Seite zu stehen. Ich verschränkte meine Arme vor der Brust und blickte finster zu ihr hoch. Verdammt, mit ihren High Heels war sie echt riesig. Vor allem weil sie stand und wir beide saßen.

Bevor sie eine Antwort ausspucken konnte – denn sie sah nicht gerade aus, als wäre sie gewillt, freundlich zu antworten – kam Leons Vater an unseren Tisch. Ein freundliches Lächeln zierte wie immer sein Gesicht. Hatte er mitbekommen, dass dieses Mädchen ein fieser Albtraum war und wollte sie zurecht weisen? So viel Aufstand hatten wir ja noch gar nicht gemacht.
„Leon, Markus. Wie schön, dass ihr hier seid. Genau richtig. Ich möchte euch jemanden vorstellen“, begann Joachim. Leon und ich tauschten einen verwirrten Blick aus. Joachim legte seine Hand auf den Rücken der Brünette.
„Das ist Roxy. Meine Tochter. Roxy, das ist mein Sohn Leon mit seinem besten Freund Markus“, stellte Joachim vor. Meine Kinnlade klappte nach unten und ich schielte zu Leon, der ebenfalls absolut ungläubig aussah. Er sprang so schwungvoll auf, dass sein Stuhl mit einem lauten Krachen zu Boden fiel.
„Das ist doch jetzt ein schlechter Scherz. Ich habe keine Schwester“, sagte Leon und sah seinen Vater mit einem festen Blick an. Der war Leons Ausbrüche gewohnt, so dass er sich davon nicht einschüchtern ließ. Aber jetzt wusste ich zumindest, an wen mich der Blick erinnerte, den uns das Mädchen – Roxy zugeworfen hatte. Sie hatte den selben sturen Blick, den Leon hatte und das war gruselig…
„Hätten dein Bruder und du mir letzte Woche zugehört, wärt ihr jetzt schlauer. Und nun tu mir den Gefallen und pass kurz auf die Eisdiele auf, damit ich Roxy ihr neues Zuhause zeigen kann“, sagte Joachim und ich konnte es in Leon kochen sehen, als er sich wortlos zum Tresen der Eisdiele bewegte. Das konnte ja witzig werden.