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Toradora - Der Weg der Gewissheit

von Benny89
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Familie / P12 / Gen
Ryuji Takasu Taiga Aisaka
19.04.2019
28.04.2019
21
21.405
3
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Dieses Kapitel
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19.04.2019 1.060
 
Taiga Aisaka


Der Schmerz durchzuckte mich, wie ein Tritt von damals.
Ich hatte nie geglaubt, so schmerzen zu erleiden.
Meine Mutter tischte mir etwas auf, doch ich mochte es nicht. Sie konnte nicht so gut kochen, wie damals Ryuji für mich gekocht hatte.
Sofort spürte ich, wie mir Tränen in den Augen schossen und ich den Schmerz spürte, wenn ich nur an Ryuji erinnert wurde.
Damals konnte ich nicht anders.
Ich wusste, das ich nur mit Ryuji zusammen sein konnte, wenn ich meine Probleme meiner Familie endlich in den Griff bekomme. Wie sollte ich mit einen Mann zusammen sein, der bereits so Erwachsen war und ich nicht? Ich wusste, das Ryuji viel Reifer war als ich. Er hatte seine Mutter, um die Er sich fürsorglich kümmerte, während ich allein in einen Luxus Apartment lebte und mich nur von Fastfood ernährte, denn kochen konnte ich nicht.
Ich musste also Erwachsen werden.
Als Ryuji und ich zu seinen Großeltern gereist waren, erkannte ich, das ein Leben an seiner Seite niemals Möglich sein konnte. Der Schatten meiner Vergangenheit würde immer über uns stehen und unsere Beziehung belasten, denn als ich sah, wie Er sich um seine Mutter kümmerte, spürte ich, das Er ein Verantwortungsvoller Mensch war. Auch wenn Er es nie gesagt hatte, ich wusste, das Er wolle, das ich mit meiner Familie rede.
Also entschloss ich mich, nicht zu Ryuji zu gehen, denn ich wusste, wäre ich rüber gegangen, hätte ich nie den Mut gehabt, zu meiner Mutter zu ziehen. Hätte ich an den Abend Ryuji besucht, dann wäre der Abschied umso schlimmer geworden.
So bin ich gegangen, ohne Ihn aufwiedersehen zu sagen. Ich ging, mit nur einer Nachricht, damit Ryujji bescheid wusste.
Danach rief er mich manchmal an, doch ich ging nie ran. Ich wusste, das es zu schmerzhaft sein würde seine Stimme zu hören. Die ruhige, sanfte Stimme von dem Menschen, den ich liebte.
Wäre ich ran gegangen, dann wäre für mich eine Welt zusammen gebrochen, ganz bestimmt.
Meine Mutter spürte es immer. Sie sagte nichts, aber warf mir einen durchdringenden Blick zu, wie jetzt, als Sie mir den Teller vor mich hin auf den Tisch stellte. Sie spürte, das ich das Essen nicht mochte. Sie wusste ganz genau, das ich mich nach Ryujis Essen sehnte.
Ich denke, das Sie wusste, das ich ihn liebte. Ich glaube Mütters haben ein Gespür dafür, irgendwie. Aber Sie sagte nichts und ich wusste, das sie Angst hatte, ich würde gehen.
Ich griff zu den Stäbchen und schlang den Reis runter. Er schmeckte angebrannt und Fade, wie alles, was meine Mutter kochte. Während ihr neuer Mann brav aß, schlang ich um so schneller und sprang vom Tisch auf.
,,Schon fertig?", rief meine Mutter, doch ich schenkte ihr einen giftigen Blick und ging in mein Zimmer.
Es war schön Eingerichtet, ein kleines Bett stand unter dem Fenster und meine Schuluniform lag geordnet auf dem Bett.
Insgeheim war ich froh, das ich kein Futon hatte. Ich ließ mein Blick über mein Zimmer gleiten.
Der weite, aus Zedernholz bestehender Kleiderschrank, der an der rechten Wand aufgestellt war. Mein Schreibtisch, direkt gegenüber des Schrankes, mit einem Papierkorb und ordentlich geordnete Stifte.
Unfassbar, dachte ich kurz. Früher war ich viel schlampiger. Ich war es gewöhnt, das andere für mich putzten und als ich ausgezogen war und alleine lebte, räumte ich nicht auf, wenn niemad für mich putzte.
Ich fing an in einen verdreckten Appartment zu leben, das nur so vor sich hin stank!
Jetzt räumte ich mein Zimmer alleine auf. Ich wusste nicht einmal wieso, denn meine Mutter hatte angeboten, es zu tun und ich hatte abgeschlagen.
Ryuji hatte dann immer mein Appartment aufgeräumt und sauber gemacht. Ich spürte erneut den Schmerz und erneut spürte ich, wie die heißen Tränen meinen Gesicht herunter liefen.
Ich rannte zu meinen Bett und warf mich drauf.
Es knarzte dabei, als die Matratze mich abfederte und ich vergrub mein Gesicht in den Schal, der eigentlich Ryuji gehörte.
Ich schnupperte an ihn, noch immer roch er nach Ryuji.
Ich konnte die Gedanken an Ryuji nicht ertragen. Ich konnte es nicht ab, wenn ich an ihn dachte und der Schmerz mich überfiel, als wollte er mich zerreißen.
Schmerzhaft wurde mir wieder bewusst, wie sehr ich ihn noch immer liebe. Und ich wusste nicht, wieso. Ich war lange in Ysuaka Kitamura verliebt und doch, als er mir damals vor dem Schulgebäude einen Korb gab, hatte ich alle Gefühle, die ich für Kitamura übrig hatte, verloren. Und ich dachte das wäre bei Ryuji dasselbe, wenn ich erst lange genug von ihm weg bin, dachte, würde ich ihn dann nicht vergessen?
Erneut verschnürte es mir die Luft. Als Ryuji mich beim Skiurlaub den Berg hochtrug, dachte ich das es Kitamura war. Nun, ich glaube, ich wollte es denken. Unterbewusst war mir vielleicht klar, das es nicht Kitamura war, doch ich war gut dadrin Dinge so zu sehen, wie ich sie sehen wollte.
Damals gestand ich mir selbst ein, was ich fühlte.
Jetzt lag ich auf meinen Bett, mein Gesicht in den Schal vergruben, der so sehr nach Ryuji roch, das es wehtat.
In der neuen Schule hatte ich einige Freunde gefunden. Verrückt, ich bekam sogar Liebesbriefe!
Aber ich sehnte mich nach keiner Liebe dort, denn ich wusste ja, wem ich im Grunde wollte.
Eigentlich bin ich davon überzeugt, immer alleine zurechtzukommen. Natürlich habe ich viele Probleme. Mein Körper ist ziemlich klein, ich habe keine Brüste, zu mindestens keine, die eine Frau haben mag und werde schnell Wütend. Obwohl ich Angst habe, vor anderen aufzutreten. Ich habe immer Angst. Ich fürchte mich davor, wie sie über mich und mein Aussehen denken.
Bei Ryuji musste ich diese Angst niemals erleben. Er hatte mich so hingenommen, wie ich eben war. Und ich konnte mit ihm reden!
Denn das fällt mir immer noch sehr, sehr schwer. Im Grunde, als ich so dalag, spürte ich, wie wenig ich voran gekommen war.
Ich habe Ryuji verlassen, um mit meiner Familie ein besseres Verhältnis aufzubauen und trotzdem redete ich kaum mit ihnen.
So lebte ich jeden Tag nur so vor mich hin. So, wie ich lebte, bevor ich Ryuji kennenlernte.
,,Ich habe noch immer nichts erreicht", flüsterte ich mit erstickter Stimme. Wie sollte ich so eine gute, Ehrbare Ehefrau für Ryuji sein?
Ich wusste, das ich mich ändern musste. Für Ryuji. Für den Mann, den ich liebte.
Doch konnte ich mich ändern?
 
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