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Wilt-A-Co-Co

von - Leela -
KurzgeschichteLiebesgeschichte / P12 / Gen
Bloo Coco Mac Wilt
19.04.2019
19.04.2019
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Für alle Fandom-Unkundigen hier eine kleine, hoffentlich hilfreiche Zusammenfassung zu den Charakteren, die vorkommen:
      ● Wilt: … ist ein groooßer, schlanker Phantasiefreund, der erdacht wurde, um Basketball zu spielen. Er ist sehr nett und hilfsbereit, und dabei oftmals zu nett und hilfsbereit, so daß dies gerne auch mal ausgenutzt wird.
      ● Coco: … ist eine Mischung aus Vogel, Flugzeug und Palme. Die einzige Silbe, die sie aussprechen kann ist »Co« (so wie ihr Name); trotzdem verstehen alle, was sie sagt, wenn sie redet.
      ● Bloo: … ist ein kleiner blauer Phantasiefreund in der sehr schlichten Form eines oben zu einer Kuppel gewölbten Zylinders. Er hat eine recht selbstsüchtige Natur und ist oftmals nur auf sein eigenes Wohl bedacht.
      ● Mac: … ist kein Phantasiefreund, sondern der Junge, der sich Bloo als besten Freund erdacht hat. Anders als Bloo ist er aber nicht selbstsüchtig, sondern ein guter Freund – auch für alle anderen Phantasiefreunde.
      ● Mr. Herriman: … ist ein großer Hase und der Verwalter von Foster’s Haus für Phantasiefreunde, in welchem die Freunde untergekommen sind, nachdem sie von ihren Schöpfern aufgegeben wurden oder sich eine neue Bleibe suchten mußten. Herriman liebt Regeln aller Art und wird von den Bewohnern des Hauses nicht immer ernst genommen.



Wilt-A-Co-Co

Wilt ging mit langen Schritten, einen riesigen Wäscheberg in den Armen haltend, in den Waschraum und grummelte vor sich hin. Der Grund dafür war nicht einmal die Arbeit selbst oder weil er sie für jemand anderen erledigte. Das machte er gerne. Allerdings wurde er das Gefühl nicht los, daß Bloo extra Massen von Schmutzwäsche produzierte, um sie dann ihm zum Waschen aufzuhalsen, weil er dazu keine Lust hatte. Und er, Wilt, konnte - wie immer - nicht Nein sagen. „Warum lasse ich mich eigentlich immer wieder darauf ein?! Das nächste Mal kann er seine Wäsche selber machen!“
      Von der anderen Seite kam Coco in den Raum, einen großen Wäschekorb auf dem Kopf balancierend, und ebenfalls vor sich hinschimpfend. Ihr Grund des Unmutes hieß ebenfalls Bloo, der ohne Rücksicht auf Verluste ihre Wäsche benutzt hatte, um damit das Malheur aus Kakao und Erdbeerjoghurt zu beseitigen, das den gesamten Boden des Schlafraumes heimgesucht hatte, nachdem er das hoffnungslos überfüllte und nur für sich selbst vorgesehene Tablett hatte fallen lassen. „Co-co-co co-co-co-co co!“
      Jeder in seinen eigenen Groll versunken, achtete keiner der beiden darauf, wo er hinlief. Das ging gut, bis sie sich in der Mitte des Raumes trafen und direkt ineinander hineinliefen. Der Korb auf Cocos Kopf flog hoch, so daß er sich samt Wäsche über Wilts Kopf stülpte, während er seinen Wäscheberg auf sie fallen ließ und dank des Zusammenstoßes in die Knie ging.
      Jetzt beide noch mehr als vorher in der Sicht getrübt, schimpften sie vor sich hin und knallten Bloo anonym unaussprechliche Flüche an den Kopf, während sie sich von der Wäsche befreiten. Als sie wieder freie Sicht hatten, trafen sich ihre Blicke.
      Wilt seufzte. „Laß mich raten: Bloo!“
      „Co-co-co!“ bestätigte Coco ärgerlich.
      Als sie dort in dem Wäscheberg zusammensaßen, lächelte Wilt plötzlich. „Laß es uns doch einfach zusammen machen!“
      „Co-co co-co-co!“ stimmte Coco freudig zu, und so machten sie sich an die Arbeit.
      Wilt angelte Cocos Wäschekorb her - er brauchte dafür dank seiner Körpergröße nicht einmal aufzustehen -, und dann sortierten sie gemeinsam die Wäsche ein. „Zusammen macht es gleich viel mehr Spaß.“ stellte Wilt fest.
      „Co-co!“ Cocos Stimme schnurrte förmlich zufrieden.
      Gerade als Wilt nach einem Wäschestück griff, faßte Coco nach dem gleichen, und ihre Hände - oder in Cocos Fall hier, Fuß - trafen sich. „Oh, sorry…!“ entfuhr es Wilt automatisch. Die beiden stutzten, zogen automatisch Hand und Fuß weg und lachten verlegen. Doch als sie weiter arbeiteten, orientierten sie sich unbewußt immer wieder zu den gleichen Wäschestücken, wie um die Zufallsberührung noch einmal herauszufordern.
      Der Moment ließ nicht lange auf sich warten. Ob bewußt oder unbewußt legte sich Cocos Fuß, mit dem sie besser den Stoff greifen konnte als mit ihren Flügeln, auf Wilts lange Finger. Verlegene Blicke wurden getauscht, bevor sie so taten, als wäre nichts geschehen und weiter arbeiteten, bis sich seine Hand und ihr Fuß das nächste Mal aufeinander zuarbeiteten. Beim nächsten Mal lösten sie die Berührung nicht auf. Dafür trafen sich ihre Blicke mit einem Lächeln. Gemeinsam hoben sie das Wäschestück in den Korb.
      Der Vorgang wiederholte sich bei den nächsten Kleidungsstücken. Schon bald merkten die beiden, daß keiner von ihnen es offen zugeben wollte, aber die Berührungen waren ungewohnt schön, so daß sie sie immer wieder suchten.
      Unwillkürlich rutschte Wilt etwas näher. Als sich das nächste Mal ihre Finger trafen, ließen sie nicht mehr los. Sie saßen einfach in der verstreuten Wäsche, ihre Blicke weltenentrückt in den Augen des Gegenüber ruhend, und in diesem Moment brauchte keiner von ihnen ein Wort zu sagen.
      Wilt lächelte verlegen und beglückwünschte sich dazu, daß man ihm aufgrund seiner natürlichen roten Farbe nicht ansah, wenn er errötete. Er räusperte sich leicht und sagte vorsichtig: „Ähm, sorry, aber… Vielleicht sollten wir erst die Wäsche zu Ende machen, wenn das okay ist…“
      In Cocos Augen lag so etwas wie ein bedauernder Ausdruck. „Co-co-co co.“ stimmte sie jedoch etwas schwermütig zu, und so rissen sie sich einen Augenblick zusammen und arbeiteten konzentriert weiter.
      Doch immer wieder suchten sich ihre Blicke. Jetzt war es Coco, die näherrückte. Wilt merkte, wie er nervös wurde. Sie waren sich schon öfter so nah gewesen, aber nie hatte er sich… so dabei gefühlt wie jetzt. Als sein Blick den ihren traf, spürte er, wie sich ihr Fuß wieder sanft auf seine Hand legte, und ein Kribbeln ging durch seinen Körper. In diesem Moment verlor die Wäsche an Bedeutung.
      Wilt spürte seine Hand zittern, als er sie von der Wäsche nahm und seinen gesunden Arm um Coco legte. Coco versuchte, ihren hastigen Atem unter Kontrolle zu bekommen. Eine Sekunde schien die Welt stillzustehen. Dann passierte, was keiner von ihnen steuern konnte. Er beugte sich zu ihr herunter, sie reckte sich ihm entgegen, und in dem Moment, wo sie beide ihre Augen schlossen, trafen sie sich in einem Kuß.
      Die Unendlichkeit schien zu einem einzigen Augenblick zusammenzuschmelzen, diesem Augenblick, bis sich Lippen und Schnabel voneinander trennten, und sich die Realität wieder zur Normalität entfaltete.
      Als Wilt registrierte, was gerade passiert war, spülte ein Gefühl der Unsicherheit durch seinen Körper. „Oh, sorry, ich meine, ich wollte nicht… Ich… War das okay…?“ stammelte er.
      Coco konnte nicht anders als zu lächeln, als sie ihn verträumt ansah. „Co-co-co co-co-co co-cooo…“
      Sein Herz raste. Ein strahlendes Lächeln sprang auf sein Gesicht. „Wirklich? Mehr als okay?“
      Coco scharrte verlegen mit einem Fuß durch die Wäsche am Boden. „Co-co…“
      „Ob ich…?“ Seine Miene glitt in einen seligen Ausdruck ab. „Und ob ich noch mal will…“

Bloo wanderte sichtlich unzufrieden durch das Gemeinschaftszimmer, das er sich mit Wilt, Eduardo und Coco teilte. „Was macht Wilt denn so lange mit meiner Wäsche im Waschraum? Er ist schon seit Stunden weg!“
      Mac saß auf dem Bett seines besten Freundes und ließ die Beine baumeln. „Vielleicht hat er unterwegs ein paar andere Freunde getroffen, die auch Hilfe brauchen. Du weißt doch, er kann nicht Nein sagen, und schon dauert alles länger.“
      „Andere Freunde? Länger?“ ächzte Bloo. „Wenn er etwas von mir aufgetragen bekommt, dann hat er keinen anderen Freunden zu helfen, damit alles länger dauert! Das hier ist wichtig! Hey, mein absolutes Funny-Bunny-Lieblings-T-Shirt ist in dieser Wäsche, und das möchte ich tragen, wenn ich Herriman das nächste Mal über den Weg laufe. Immerhin ist gerade Ostern, und wenn es so weitergeht, ist bis dahin Weihnachten!“
      „Jetzt beruhige dich!“ Mac machte eine beschwichtigende Geste. „Wilt läßt dich nicht hängen, das weißt du. Eher würde er selber auf der Strecke bleiben, als einen Freund zu enttäuschen, vergiß das nicht!“
      „Das ist ja wohl auch nicht zu viel verlangt!“ Bloo verschränkte schmollend die Arme. Dann horchte er auf. Gerade waren fröhliche Stimmen vom Flur zu hören und Lachen: Wilt, und Coco.
      Nur kurz darauf wurde die Tür aufgestoßen, und Coco kam mit einem Korb voller Wäsche auf dem Kopf herein, die sie gleich darauf fein säuberlich in ihrem Schrank stapelte, und Wilt folgte ihr mit einem Stapel sauber zusammengelegter Wäsche, die er in Bloos Schrank einsortierte.
      „Das wurde aber auch Zeit!“ beschwerte sich Bloo. „Was hat denn da so lange gedauert?“
      „Sorry, Bloo.“ lachte Wilt. „Aber ich bin Coco im Waschraum begegnet, naja…“
      „Co-co-co-co-co…“ setzte Coco hinzu.
      „Aber das verstehe ich nicht!“ stieg Bloo gleich darauf ein. „Wenn ihr die Wäsche zusammen gemacht habt, hätte es doch schneller gehen müssen, und nicht länger dauern als sonst!“
      Wilt und Coco waren gerade fertig, alles in den Schränken zu verstauen, drehten sich zu den Freunden um und wechselten mit einem leichten Lächeln einen Blick. „Sagen wir es ihnen? Meinst du, das ist okay?“ erkundigte sich Wilt.
      „Co-co-co co co-co!“ stimmte sie zu. Sie folgte dem großen roten Phantasiefreund, der gerade zu dem Bett herüberging, auf welchem Mac ein wenig Platz machte und die beiden neugierig ansah. Das vogelartige Phantasiewesen hüpfte auf das Bett und schmiegte sich in Wilts Arm, der sie sanft umfaßte.
      „Coco und ich, wir sind jetzt zusammen!“ ließ Wilt die Bombe platzen.
      Bloo und Mac sank gleichzeitig die Kinnlade herunter. „Ihr seid…“ brachte Mac nur hervor.
      „Co-co…!“ bestätigte Coco und lehnte sich mit verklärtem Blick an Wilt.
      Bloo stand das Entsetzen regelrecht in’s Gesicht geschrieben. „Bitte was? Das ist nicht euer Ernst!“
      „Naja, wir haben das nicht geplant, wenn du das meinst.“ verteidigte sich Wilt. „Aber wir hatten diesen Unfall im Waschraum, und als wir die Wäsche wieder zusammen sortiert haben…“
      „… co-co-co co-co!“ führte Coco den Satz zu Ende.
      Bloo schnappte hyperventilierend nach Luft. „Verliebt? Was soll das heißen, ihr habt euch verliebt?! Das ist ja… widerlich!“ Er unterstrich seine Aussage mit einem Würgegeräusch.
      „Sorry, Bloo! Aber das hat sich so ergeben!“ erklärte Wilt. „Davon abgesehen haben wir das dir zu verdanken!“
      „Was? Mir? Niemals!“ fuhr Bloo auf. „Ich habe euch bestimmt nicht gesagt, daß ihr euch… verlieben sollt!“ Er spuckte das Wort förmlich aus.
      „Nein, das nicht! Aber hättest du deine Wäsche selber gemacht, dann hätte ich Coco nicht im Waschraum getroffen, und das alles hätte sich nicht ergeben. Von daher, sorry, aber gibt es keinen Grund für dich, sich zu beschweren.“
      „Co-co-co-co co-co co-co-co co co-co-co co-co!“ fügte Coco an.
      Macs Blick schnellte zu Bloo herum. „Wie, du hast vorsätzlich Cocos Wäsche schmutzig gemacht, und sie durfte es allein waschen?“
      „Hey! Es ist immerhin ihre Wäsche! Wieso sollte ich die waschen?“ verteidigte sich Bloo.
      „Ach? Aber dafür wäscht Wilt deine Wäsche, die er noch nicht einmal schmutzig gemacht hat, sondern du?“ erinnerte Mac.
      „Naja, es ist eben Wilt! Und Wilt macht es gerne!“ Damit schien für Bloo die Diskussion abgeschlossen.
      „Siehst du, und dafür können wir jetzt sogar dankbar sein. Wie Coco und ich schon sagten: Wärst du nicht so selbstsüchtig gewesen, in zumindest einem beider Fälle, dann wäre das alles nicht passiert!“ Wilt lächelte fröhlich. „Somit hast du uns erst zusammen gebracht! Sorry, Bloo…“
      Bloo wußte gar nicht mehr, was er sagen sollte. Das erste Mal in seinem Leben war er so ausgekontert, daß ihm keine passende Reaktion einfiel. Gerade begann er: „Naja gut, im Gegensatz dazu, Wäsche zu machen, kann ich wohl damit le…“ Seine Augen verfolgten gerade, wie sich Wilt und Coco zu einem Kuß zusammenschmiegten. „Argh, das nächste Mal mache ich meine Wäsche selbst!“ Mit diesen Worten hastete Bloo aus dem Zimmer und warf die Tür hinter sich in’s Schloß.
      Die drei verbliebenen Freunde sahen ihm schmunzelnd nach. „Ich freue mich für euch!“ bekannte Mac. „Ähm, das war doch ernst gemeint, oder…?“
      „Glaub‘ mir Mac, noch nie war etwas so okay wie das hier.“ sagte Wilt sanft, während er Coco ein wenig mehr an sich drückte.
      „Co-co-co co-co.“ bestätigte Coco.

Am Abend hatten es sich Wilt und Coco auf einem Sofa im Fernsehraum gemütlich gemacht. Ob Mac dabei seine Finger im Spiel hatte, wußten sie nicht, aber sie hatten den Raum ganz für sich allein. Es lief ein Liebesfilm, und Coco hatte sich wieder weltenentrückt in Wilts Arme gelehnt.
      Worte waren nicht mehr notwendig für die beiden, um zu kommunizieren. Trotzdem sagte Wilt sanft: „Weißt du, Coco, manchmal ist es schon merkwürdig; da kennt man jemanden eine halbe Ewigkeit, und braucht so lange, um zu merken, wieviel er einem bedeutet.“
      „Co-co-co-co co-co.“ gab sie leise zurück.
      Er mußte schmunzeln. Er hatte sich fast schon gedacht, daß sie denselben Gedanken gehabt hatten.
      Sie kuschelten sich ein wenig mehr zusammen und ließen sich in den Film fallen.
      Nach einer Weile schaute Wilt überrascht zu Coco in seinen Armen hinunter. „Coco, ich wußte ja gar nicht, daß du schnurren kannst!“
      Coco hatte die Augen halb gescholssen und lächelte. „Co-co-co…“
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