Wächter

GedichtPoesie, Familie / P12
19.04.2019
19.04.2019
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Ich bin am Ende, kann nicht mehr,
vermiss mein altes Leben sehr,
bin nicht mehr ich selbst, bin nicht mehr ich,
es interessiert sich eh niemand für mich.
Schon länger habe ich nachgedacht,
mich im Internet auf die Suche gemacht,
Hilfe gesucht, aber nicht gefunden,
dafür sind es einfach zu tiefe Wunden.

Ich konnte mich niemandem anvertrauen,
und mich wiederum kann niemand durchschauen,
ein paar Freunde haben es rausbekommen
und haben meine Probleme nicht ernst genommen.
Ich hatte Angst und keine Kraft,
meine Träume wurden grauenhaft.
Chancenlos und ganz allein,
die Sprüche wurden bald gemein.

Mein Freundeskreis verließ mich ganz
und hielt mich weiter auf Distanz,
bald stand ich dann alleine da,
log, weil lügen leichter war.
Die Schule hab ich bald verlassen,
fing an die Leute dort zu hassen,
meine Eltern stritten sich,
meinen Bruder drückte ich,
ein letzes Mal sang ich sein Lied,
bevor ich aus dem Fenster stieg.

In der Nacht, ganz still und leise,
machte ich mich auf die Reise,
schlief auf Straßen, unter Brücken,
Träumte davon, meinen Bruder zu drücken,
ich wachte auf, hab mich gefragt,
warum mich dieser Kummer plagt,
es war mein Weg und meine Wahl,
als ich mich aus dem Hause stahl.

Ich war meinem Bruder so oft ganz nah
und wenn ich den Kleinen so spielen sah
hab ich mich gesorgt, ohne dass er es wusste,
bis auch er seinen Weg gehen musste,
hab ihn stets besucht, auf ihn aufgepasst
und doch ist das Verstecken wie eine Last,
nun ist er zwanzig und ein glücklicher Mann,
ich wird mit ihm reden- irgendwann.
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