Happy Hour

GeschichteAllgemein / P16
18.04.2019
24.05.2019
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Diesen Sonntagabend hatte Lucius sich zur Gänze freigehalten. Nach einer aufreibenden Woche brauchte er etwas Ruhe und Entspannung. Das Feuer in der Bibliothek prasselte, sein Lieblingstee stand bereit und er hatte sich einige Bücher herausgesucht, in denen er herumstöbert wollte. Es war beinahe Mitternacht, als Minty die Bibliothek betrat.
"Ein Brief für Master Lucius", piepste sie schüchtern und mit hängenden Ohren. Kein Wunder, immerhin hatte er sie angewiesen, dass er heute keine Briefe oder auch nur irgendjemanden empfangen wollte.
Er seufzte laut auf und wollte schon seinen Unmut äußern.
"Bitte vergebt Minty! Aber der Brief kam von Miss Granger und da hat Minty gedacht..."
Tennisballgroße Augen starrten ihn angsterfüllt an.
Sofort verflog seine Frustration und er nahm den Brief entgegen.
"Ist schon gut, Minty. Das hast du richtig gemacht. Briefe von Miss Granger möchte ich ab sofort immer entgegennehmen."
Die Hauselfe machte noch einen kurzen Knicks und verschwand dann eilig. Lucius freute sich schon auf eine erneute geistreiche Korrespondenz mit Hermine, doch die Nachricht fiel eher kurz aus:



Bist du noch wach?

Hermine




Das war ungewöhnlich. Er griff schon zu Feder und Pergament, entschied sich dann jedoch anders. Stattdessen ging er zu seinem Kamin und nutzte das Flohnetzwerk. Es dauerte nicht lange, bis er Schritte und schließlich auch Hermines Stimme hörte:

"Lucius? Was machst du denn hier?"
Er war sich nicht ganz sicher, aber die junge Hexe klang aufgebracht. Endlich tauchte auch ihr Gesicht im Kamin auf.
"Ist alles in Ordnung, Hermine? Ist etwas passiert?"
"Nicht doch. Eigentlich ist es furchtbar albern. Ich habe dich doch nicht geweckt, oder?", versuchte sie Lucius zu beruhigen, doch ihre Fröhlichkeit klang aufgesetzt.
Er drängte jetzt ungeduldig auf eine Antwort:
"Nein, ich habe beim Lesen die Zeit vergessen. Hermine, was ist los?"
Kurz schwieg Hermine und befürchtete fast schon, sie würde einfach verschwinden.
"Wie schon gesagt, es ist dumm", kam endlich von ihr.
"Das glaube ich nicht. Du bist die letzte Person auf Erden, die ich als dumm bezeichnen würde."
Er war von der Wärme in seiner Stimme selbst überrascht und schenkte ihr ein Lächeln.
"Ich habe heute meine Arbeit an dem Vergessenszauber beendet und alles an die Tränkemeisterin geschickt. Ich sollte erleichtert sein, aber ich hab einfach nur Angst", gestand sie auf einmal und vergrub ihr Gesicht in ihren Händen.
"Warte einen Augenblick, ich komme zu dir."


Noch bevor Hermine protestieren konnte, apparierte er in ihr Wohnzimmer. Präzise landete er neben ihrem Kamin und jagte der jungen Hexe einen Heidenschrecken ein.
"Um Himmels Willen Lucius, willst du mich umbringen?", quietschte sie und sprang auf ihre Füße.
"Zumindest nicht heute", gab er mit einem Schmunzeln zurück und musterte sie prüfend. Sie sah zwar etwas zerzaust aus, aber sonst schien es ihr gut zu gehen.
Nein, nicht wirklich. Die Augen waren gerötet und es waren noch Spuren von Tränen auf ihrem Gesicht zu sehen. Sie hatte ganz klar geweint.
Er räusperte sich kurz:
"Bitte entschuldige mein Eindringen, ich war in Sorge. Wenn du möchtest, gehe ich natürlich sofort."
Hermine zögerte kurz, als ob sie sein Angebot wirklich in Betracht zog.
"Das ist wirklich nett von dir, Lucius. Aber es ist schon spät und du hast morgen sicher eine Menge Arbeit auf dich warten."
"Das ist der Vorteil, wenn man sein eigener Herr und Vorgesetzter ist", erklärte er ihr amüsiert. "Ich könnte mir jederzeit einen Vormittag freigeben, wenn ich wollte. Ich tue das zwar nie, aber es stellt kein Problem dar."
Geduldig wartete er auf Hermines Entscheidung. Es lag an ihr, ob sie seine Gesellschaft nun wollte und brauchte.
"Vielleicht schadet ja eine Tasse Tee nicht?", schlug sie endlich vor und huschte aus dem Zimmer, vermutlich in Richtung Küche.


Dieses Mal folgte Lucius ihr neugierig. Er wollte sehen, wie sie so lebte.
Die Küche war klein, aber erstaunlich modern eingerichtet und vor allem gut ausgestattet. Anscheinend kochte Hermine gerne und viel. Aber auch hier herrschten Ordnung und Sauberkeit, die einen Hauselfen neidisch machen könnten.
Er beobachtete Hermine schweigend, wie sie den Tee zubereitete und ihm dabei immer wieder nervöse Blicke zuwarf. Dankbar nahm er seine Tasse entgegen und gemeinsam gingen sie zurück ins Wohnzimmer.
Noch einmal setzte Hermine zu einer Entschuldigung an:
"Es tut mir wirklich leid, dass ich dich zu so einer späten Stunde gestört habe. Die Jungs waren schon im Bett oder im Einsatz. Und du kennst dich ja bereits mit der Materie aus..."
"Mach dir deswegen keine Sorgen, Hermine!", versuchte Lucius, sie wieder ein wenig zu beruhigen.
"Was ist denn eigentlich das genaue Problem?"
"Ich habe alles hundert Mal durchgerechnet, alles tausendmal überprüft. Das WEIß ich auch! Aber jetzt habe ich wirklich alles abgeschickt und kann ab sofort nichts mehr ändern", erklärte sie und stöhnte genervt auf.
"Also hast du Angst, dass du einen Fehler gemacht hast. Und dass der Rest jetzt jenseits deiner Kontrolle liegt", schlussfolgerte Lucius und nahm einen Schluck Tee.
"Ja! Wenn ich etwas falsch mache, richte ich noch mehr Schaden an. Meinen Eltern geht es gut und sie sind glücklich. Was, wenn sie ihr Gedächtnis gar nicht wiederhaben wollen? Was, wenn ihnen ihr neues Leben viel besser gefällt? Sie werden mich dafür hassen, dass ich ihr Gedächtnis gelöscht und sie auf einen anderen Kontinent gepackt habe!"
Die junge Frau verfiel in Panik und das vermutlich nicht zum ersten Mal an diesem Tag. Vorsichtig nahm er ihren Tee und stellte ihn auf dem Couchtisch ab - Hermines Hände zitterten derartig, dass sie die heiße Flüssigkeit beinahe verschüttete.


Lucius räusperte sich etwas verhalten und rang nach Worten.
"Ich bin mir sicher, dass deine Sorgen unbegründet sind. Du hast mit Sicherheit keinen Fehler gemacht und alles wird gutgehen. Schon bald wirst du deine Eltern wieder in den Arm nehmen können."
Hermine schüttelte nur den Kopf.
"Sie werden mich hassen", flüsterte sie schwach und die Tränen kamen zurück. Hilflos musste Lucius zusehen, wie Hermine vor Schuld und Angst verzweifelte und er konnte nicht mehr tun, als ihr ein Taschentuch zu reichen. Er war ein eloquenter Redner, keine Frage, aber nur, wenn es um Geschäfte oder Politik ging. Wenn er sein Gegenüber manipulieren oder zerstören wollte. Falsche Schmeicheleien und Lügen. Das alles war sein Metier, aber er hatte nie gelernt, aufrichtig Trost zu spenden.
"Sein eigenes Kind zu hassen ist fast unmöglich", setzte er zögerlich an und stockte wieder. Wie konnte er ihr begreiflich machen, dass sie sich zumindest in dieser Hinsicht niemals sorgen musste?
"Lass dir das von einem Vater gesagt sein, Hermine. Narzissa und ich werden nie aufhören, Draco zu lieben, egal was passiert. Du hast das Gedächtnis deiner Eltern gelöscht, um sie zu schützen. Weil du sie liebst. Dafür werden sie dich niemals hassen, das verspreche ich dir! Es wird alles gut."
Hermine sah ihn mit traurigen Hundeaugen an, als wollte sie ihm glauben, konnte aber nicht. Sie zerfiel gerade in ihre Einzelteile und nichts was er sagte, würde etwas daran ändern. Lucius verstand sie nur zu gut. Diese Ängste waren ihm wohlbekannt.
Ohne nachzudenken tat Lucius das, was ihm seine Intuition befahl: Er rückte noch ein wenig näher an Hermine heran und nahm sie dann vorsichtig in den Arm. Sofort erstarrte sie und Lucius fürchtete schon, dass sie ihn wegstoßen würde. Doch dann lehnte sie sich zutraulich an ihn und ließ die Umarmung zu. Ein Schluchzen entkam der Hexe und er hielt sie ein wenig fester.


Lucius wusste nicht, was er jetzt tun sollte - er befand sich nicht auf vertrautem Terrain und Hermine weinte nun hemmungslos an seiner Schulter. Etwas unbeholfen strich er ihr über den Rücken und redete beruhigend auf sie ein. Er bezweifelte, dass sie ihn überhaupt hörte. So saßen sie eine ganze Weile, bis sich Hermine wieder beruhigt hatte. Mit abgewendetem Blick entzog sie sich ihm wieder und irgendwie empfand Lucius einen Hauch von Verlust.
"Entschuldige diesen Gefühlsausbruch", schniefte sie und ließ einen ganzen Berg Taschentücher vor sich erscheinen.
"Nicht doch! Es ist mehr als verständlich, dass du so aufgewühlt bist", versicherte Lucius ihr und versuchte nun, sich selbst mit etwas Tee zu beruhigen. Die Ereignisse dieses Abends waren gänzlich unvorhersehbar gewesen und er war davon überzeugt, dass sich Hermine an die mit Abstand falscheste Person gewandt hatte.
"Irgendwann musstest du deine Berechnungen losschicken. Du kannst nicht für immer über deinen Unterlagen brüten und im Endeffekt nichts tun. Du musstest eine Entscheidung treffen. Egal wie oft du alles überprüfst und wie sicher du dir bist, diese Ängste und Unsicherheiten werden nie weggehen. Akzeptiere sie als Teil des Weges. Sie gehören immer dazu, wenn man viel Verantwortung trägt", versuchte Lucius der jungen Frau zu vermitteln. Sie war noch so jung und hatte bereits ihren Anteil an schwerwiegenden Entscheidungen gestemmt, aber das würde sie noch lernen müssen. Selbst wenn es um die eigene Familie ging: Man tut, was eben getan werden muss.
Immerhin nickte sie und schien über seine Worte nachzudenken.


Auf einmal schlich sich ein Lächeln auf ihre Lippen. Es war etwas zittrig und verkrampft, aber aufrichtig.
"Ich bin fertig. Es gibt für mich nichts mehr zu tun, außer zu warten. Nach acht Jahren bin ich endlich fertig."
"In der Tat. Ich finde, das verlangt nach etwas anderem als Kräutertee und Tränen. Minty!"
Sofort tauchte die Hauselfe an seiner Seite auf und erwartete seinen Befehl.
"Bring uns doch zwei Gläser und etwas Champagner."
Hermine schüttelte nur den Kopf, aber widersprach ihm nicht.
Einen Augenblick später kam die kleine Kreatur zurück, arrangierte alles und verschwand wieder.
Er reichte Hermine eines der Gläser und sprach einen Trost aus:
"Auf die klügste und intelligenteste Person, die ich je treffen durfte. Ich weiß, dass deine Arbeit von Erfolg gekrönt sein wird."
Sofort lief die Hexe rot an und senkte kurz den Blick. Als sie wieder aufsah, lächelte sie.
"Danke, Lucius! Ohne deine Hilfe hätte ich das nicht geschafft", bedankte sich Hermine und umarmte ihn. Vorsichtig erwiderte er diese vertraute Geste und genoss egoistisch, wie er nun einmal war, jede Sekunde in ihrer Nähe. Nur ungern ließ er sie wieder los.
Etwas verlegen stand Hermine nun vor ihm und rollte das Glas zwischen ihren Fingern hin und her.


"Wir sind schon ein verrücktes Duo, nicht wahr?", kicherte sie nervös.
"Rita Kimmkorn würde bei unserem Anblick der Kopf explodieren, kein Zweifel", antwortete er ebenso amüsiert und stieß endlich mit ihr an.
Endlich fiel ihm ein Weg ein, um ihr gemeinsames Beieinander noch ein wenig zu verlängern:
"Worauf freust du dich eigentlich am Meisten wenn deine Eltern ihr Gedächtnis wiedererlangt haben?"
Hermine schnaubte kurz und setzte sich dann wieder auf ihr Sofa.
"Das weiß ich gar nicht. Einfach auf alles! Dass ich sie anrufen kann und sie sind einfach da. Dass ich sie um Rat fragen kann. Mit ihnen Frühstücken kann und auf ihre Umarmungen. Ich will einfach endlich wieder eine Tochter sein. Molly gibt sich alle Mühe - alle Weasleys tun das - aber sie sind nicht meine Eltern. Ich will mich einfach einmal wieder geborgen fühlen. Nirgendwo ist man so sicher wie bei seinen Eltern, nicht wahr?"
Wieder kamen ihr die Tränen, doch dieses Mal vor Rührung und Sehnsucht nach ihrer Familie. Schnell wischte Hermine sie weg und ihr Lächeln verschwand. Stattdessen runzelte sie die Stirn.


"Ist alles in Ordnung? Du schaust auf einmal so ernst aus", merkte sie besorgt an.
Lucius stellte erschrocken fest, dass er einen Augenblick nicht aufgepasst hatte. Seit klein auf hatte er sich stets im Griff, aber kurz war ihm die Kontrolle entglitten. Hermines Worte hatten ihm unbeabsichtigter Weise einen Hieb verpasst.
Er riss sich zusammen und kehrte zu seinem alten Selbst zurück.
"Es ist nichts. Verzeih mir, ich war kurz abgelenkt. Möchtest du noch etwas Champagner? Oder Tee?", lenkte er ab, in der Hoffnung, sie würde darauf eingehen.
Doch das tat sie nicht:
"Doch, natürlich ist etwas! Sag schon, was ist los?"
"Es ist wirklich nichts von Bedeutung. Mir ist nur ein unangenehmer Geschäftstermin eingefallen, der morgen ansteht. Mehr nicht", blockte er weiterhin ab. Heute ging es um ihre Erfolge und ihren Kummer. Nicht den seinen.
"Lucius, wenn du nicht darüber sprechen willst, dann ist das in Ordnung. Aber irgendetwas bedrückt dich. Du schaust aus, als ob du auf einer Zitrone rum kauen würdest."
Schließlich knickte er ein. Er wusste nicht warum, aber auf einmal überkam ihn das dringende Bedürfnis, seine Gedanken auszusprechen.
"Mir ist nur in den Sinn gekommen, wie bedauerlich es ist, wenn man dem eigenen Kind diese Sicherheit und Geborgenheit nicht geben konnte", gestand er voller Bitterkeit.
"Oh!" Mehr brachte Hermine nicht hervor. Was sollte sie auch sagen? Er bezweifelte, dass sich Draco bei ihm jemals wirklich sicher und wohl gefühlt hatte. Im Gegenteil. Seine Entscheidungen und Taten hatten seinen Sohn in ständige Lebensgefahr gebracht und das war durch nichts zu entschuldigen. Es war ihm auch nach acht Jahren noch immer ein ständiges Rätsel, warum Draco überhaupt noch mit ihm sprach.


Hermine riss ihn schließlich aus seinen Grübeleien:
"Ich habe vor längerer Zeit mit Draco gesprochen. Wir haben uns erstaunlich gut verstanden. Na ja, für unsere Verhältnisse, du weißt schon. Auf alle Fälle kam deine Wenigkeit kurz zur Sprache und es war offensichtlich, dass Draco dich immer noch furchtbar lieb hat. Du hast mir gerade eben noch erklärt, dass es fast unmöglich ist, die Liebe seiner Eltern zu verlieren. Umgekehrt ist es ganz ähnlich."
"Es schmerzt nur, wenn diese Liebe gänzlich unverdient ist", gestand Lucius. Laut ausgesprochen klangen diese Worte noch schlimmer als nur in seinem Kopf. Egal wie sehr er in den letzten acht Jahren versucht hatte, das Verhältnis zu seinem Sohn zu reparieren, manches konnte man einfach nicht ungeschehen machen.
Ein Schluck Whiskey war so verführerisch wie schon lange nicht mehr und das gefiel ihm gar nicht.
So vollkommen in Gedanken versunken, wie er gerade war, erschreckte ihn Hermines plötzliche Berührung fast zu Tode. Aus Reflex entzog er seine Hand der ihren und brauchte eine Sekunde, um wieder in ihrem Wohnzimmer anzukommen.  Doch das schreckte sie nicht ab. Erneut griff die Hexe nach seiner Hand und hielt sie fest.


"Ich glaube, du bist zu hart zu dir selbst, Lucius. Du hast damals dein Bestes gegeben. Das haben wir alle. Hey, du hast Voldemort mitten auf dem Schlachtfeld stehen lassen, nur um nach Draco zu suchen. Das hätten auch nicht alle gemacht."
Ihre Worte taten ihm gut, auch wenn sie nichts besser machten. Die Fehler seiner Vergangenheit würden ihn für immer begleiten und das war auch gut so.  Nur dann konnte er ihre Wiederholung vermeiden und hoffentlich daraus lernen. Zumindest redete er sich das immer wieder ein.
"Hermine Granger, ich fürchte fast, du siehst mich in einem besseren Licht als mir zusteht. Aber danke für deine freundlichen Worte", wehrte er mit einem zugegeben etwas schwachen Lächeln ab.
Hermine hingegen reckte nur das Kinn vor und sah ihm fest in die Augen:
"Ich denke nicht. Ich sitze hier vor einem Mann, der mir bei einer wirklich wichtigen Sache geholfen hat. Der freundlich und respektvoll zu mir war. Ein Mann, der jahrzehntealte Vorurteile aus dem Fenster geworfen hat und aus seinen Fehlern gelernt hat. Da bin ich schon schlimmeren Menschen begegnet. Deinem alten Ich zum Beispiel."
Sie kicherte über den kleinen Scherz am Ende ihrer Ansprache und strich mit ihrem Daumen über Lucius Handrücken. Eine zärtliche, liebevolle Geste, die ihn fast mehr als ihre freundlichen Worte rührten.
Er brachte kein Wort mehr hervor und starrte nur ihrer beider Hände an. In der Tat, manchmal war Veränderung etwas gutes.


Der leise Gong einer Wanduhr schreckte sie beide aus ihrer andächtigen Stille und zerstörte den Moment. Es war bereits drei Uhr morgens.
"Oh nein!", stöhnte Hermine auf. "Ich muss morgen früh raus. Ein Berg an Arbeit wartet auf mich."
Wieder verspürte Lucius dieses Bedauern, als sich Hermines Hand von ihm löste, doch er hatte noch immer Manieren und setzte zum Abschied an:
"Dann will ich dich nicht länger aufhalten. Ich bedanke mich für dieses Gespräch und wünsche dir eine gute Nacht."
"Ich habe zu danken. Ich war heute wirklich kurz davor, durchzudrehen. Schlaf gut Lucius."
Dieses Mal zögerte Hermine nicht und umarmte ihn zum Abschied.
Wieder einmal ging Lucius aufgewühlt und doch merkwürdig erleichtert zu Bett.
Er hoffte aufrichtig, dass in Zukunft nicht alle ihrer gemeinsamen Gespräche so aufreibend sein würden.




So, neues Kapitel fertig :) sry, dass es dieses Mal ein wenig länger gedauert hat. Die Uni wagt es leider ab und an, meine Zeit in Anspruch zu nehmen :D
Habt alle noch einen wunderschönen Tag/Abend oder eine gute Nacht :)
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