Stürmische Nacht [Challenge]

von Sira-la
OneshotAllgemein / P12
Buffy Summers Spike
17.04.2019
17.04.2019
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Hi,
das ist mein sechster Beitrag zur OTP-Challenge im Forum. Diesmal mit der Nummer 19 und dem Stichwort "Sturm".
Viel Spaß beim Lesen und liebe Grüße
Sira

Stürmische Nacht
Der Regen peitschte ihr ins Gesicht, als sie zum Friedhof lief. Vielleicht, überlegte Buffy, während sie den Kragen ihres Mantels aufstellte, um sich etwas vor dem kalten Wind zu schützen, hätte sie auf Giles hören und heute auf eine Patrouille verzichten sollen. Außerdem waren die meisten Monster bei solchen Bedingungen auch lieber im Trockenen. Ihre Finger fühlten sich vor Kälte beinahe steif an, als sie den Pflock aus ihrer Tasche zog. Falls sie angegriffen wurde, würde sie das bei diesem Regen wohl erst im letzten Moment sehen, da konnte sie auf diese wertvollen Sekunden nicht verzichten.
Der Friedhof war leer, außer Grabsteinen und einer Handvoll Bäume leistete ihr niemand Gesellschaft, während ihre Finger langsam um den Pflock festfroren. Dann blitzte es und über das Rauschen des Regens hinweg hörte sie beinahe im selben Moment einen lauten Donner. Das hier wurde langsam aber sicher ziemlich lebensgefährlich, auch ohne Ungeheuer, entschied sie. Der nächste Blitz schlug krachend in einen Baum ein, nur ein paar Meter entfernt. Und Buffy, die sich schutzsuchend an die Wand einer Gruft drückte, traf eine sehr unkonventionelle Entscheidung.

Spike saß in dem alten kaputten Sessel, den er sich „besorgt“ hatte und fluchte munter vor sich hin. Nicht nur dass er aufgrund des Wetters kaum die Gruft verlassen konnte, in der er sich eingenistet hatte, das dumme Gewitter störte noch dazu seinen Satellitenempfang. Und sehr viel mehr Ablenkung als den kleinen Röhrenfernseher hatte er hier unten nicht. Normalerweise ging er jeden Abend nach draußen, suchte sich einen halbwegs geschützten Platz und beobachtete die Jägerin – auch wenn er es eigentlich gar nicht wollte, sie zog ihn in ihren Bann. Und seit dem verunglückten Zauber dieser rothaarigen Hexe war es noch viel schlimmer geworden. Aber bei diesem Wetter würde sie wohl kaum da draußen sein und er sie, selbst wenn sie so verrückt sein sollte, kaum sehen.
Das Prasseln des Regens wurde mit einem Mal lauter und Spike sprang auf. Wenn es hier eine undichte Stelle gab, musste er sie sofort finden, bevor hier alles unter Wasser stand. Aber nur eine knappe Minute später wurde das Geräusch wieder leiser, so wie es sein sollte. Stattdessen hörte er Schritte, Schritte, die auf ihn zukamen. Der Vampir machte sich angriffsbereit, schon öfter hatte er um diese Gruft kämpfen müssen. Erst im letzten Moment schaffte er es, sich zu stoppen. „Jägerin“, stellte er mit bemüht emotionsloser Stimme fest. „Was verschafft mir das Vergnügen?“
Sie schüttelte sich wie ein Hund, Sturzbäche an Regenwasser lösten sich aus ihren Haaren und trafen alles in ihrer Nähe, ihn eingeschlossen. Angewidert verzog er das Gesicht. Er war zwar nicht wasserscheu, bevorzugte es aber ganz klar trocken zu bleiben.

Buffy lächelte entschuldigend, als sie erkannte, dass sie ihn nassgespritzt hatte und schälte sich aus dem klatschnassen Mantel. Wenigstens war er wasserfest, obwohl das Wetter den Stoff hart an seine Grenzen gebracht hatte und ihre Bluse daher größtenteils trocken. „Ich dachte mir, dass ein Vampir hier drin bessere Gesellschaft ist als das Unwetter dort draußen“, erklärte sie mit einem unschuldigen Augenaufschlag und versuchte, die unerklärliche Anziehungskraft, die von ihm ausging, zu ignorieren. Seit einer ganzen Weile musste sie mit sich kämpfen, um auf Abstand zu bleiben, aber nach dem ganzen Chaos erst mit Angel, dann mit Riley und vor allem mit Willows Zauber wollte sie lieber nicht zu genau darüber nachdenken. Sie war sich ziemlich sicher, dass ihr die Antwort auf die Frage, die sie sich lieber gar nicht erst stellte, nicht gefallen würde.
„Tatsächlich“, seine Stimme klang spöttisch, als er antwortete, „dann komm doch näher und entschuldige dich für das elende Wasser, das du hier reingebracht hast.“
Sie tat ihm den Gefallen, ging langsam auf ihn zu. Es war nicht das erste Mal, das ihr auffiel, dass er nicht mal mehr halb so feindselig auf ihren Anblick reagierte wie früher. Im Gegenteil, inzwischen schien er ihr Gesellschaft beinahe zu genießen. Das war doch zum Verrücktwerden. Nur noch Zentimeter trennten sie, als Buffy es schließlich schaffte, ihre Füße zum Stehen zu bewegen. Weshalb hatten diese netten Vampire so eine Anziehungskraft auf sie? „Entschuldige“, flüsterte sie dennoch, ihren Blick auf seine Lippen gerichtet. Verführerische Lippen, sie erinnerte sich noch sehr gut an die Küsse, die er ihr gegeben hatte, dank Willows Unfall. Und auch wenn Buffy es niemals zugeben würde, sie hatte es genossen, ihn genossen. Vielleicht wäre es draußen im Sturm doch sicherer gewesen, entschied sie für sich, schob sich an dem Vampir vorbei und ließ sich in den Sessel fallen.

Spike war wie erstarrt, als die Jägerin auf ihn zutrat. Ihre Blicke schienen ihn beinahe auszuziehen und wie sie ihn ansah ... In diesem Moment hätte sie ihn pfählen können und er hätte es nicht einmal bemerkt, so sehr war er von ihrem Anblick gefangen. Für einen Moment, einen viel zu kurzen Moment, konnte er sogar glauben, dass sie ihn küssen wollte. Beinahe, aber zum Glück wirklich nur beinahe, hätte er sich nach vorne gebeugt, den Abstand zwischen ihnen geschlossen. Doch dann ging sie an ihm vorbei und der Zauber des Moments brach. Draußen grollten die Donner, doch der Sturm in seinem Inneren tobte noch viel mehr. Er wollte sie, er begehrte sie und er schwor sich, während er beobachtete, wie sie es sich in seinem Sessel gemütlich machte, dass er nicht aufgeben würde, bis sie ihm gehörte. Und dann würde er sie nie mehr hergeben.
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