The truest form of Love

von Marena
GeschichteRomanze, Freundschaft / P12
Billy Black Embry Call Jacob Black OC (Own Character) Paul Quil Ateara
17.04.2019
17.06.2019
4
8256
8
Alle Kapitel
12 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 

| 0 |

p r o l o g  

Freundschaft

_____________________________________

| Paul |


Der erwachsene Mensch besteht zu etwa siebzig Prozent aus Wasser, sagt die Wissenschaft, doch zu hundert Prozent besteht er aus Emotionen.
Es gibt so viele verschiedene Gefühle, doch die Liebe ist sicherlich dasjenige, dem in unserer Welt am meisten Aufmerksamkeit zuteil wird.

Der Mensch liebt und der Mensch liebt es, zu lieben.
Aber inmitten all der Suchenden, die ihrer langersehnten Partnerschaft hinterherjagen, rückt eine andere Form der Liebe völlig in den Hintergrund – die Freundschaft.
Und sie ist in meinen Augen das höchste Gut des Menschen, die reinste Form der Liebe.

Liebe und Freundschaft stehen sich oft gegenüber und machen den Anschein, als wären sie sich fremd, doch ich weiß, wie nahe sich die beiden stehen.
Schuld daran ist nicht zuletzt mein Vater, der in La Push unverhofft sein spätes Glück fand.
„Liebe ist nichts ohne Freundschaft“, sagt er stets. „Es ist selten der Mangel an Liebe, der Beziehungen zerstört. Es ist der Mangel an Freundschaft. Die darfst du auch in einer Partnerschaft nie verlieren.“
Und ich glaube ihm, denn mit meiner Mutter war er nie befreundet.

Freundschaft hat viele Gesichter. Ich sehe sie in La Push jeden Tag, in allen Formen und Farben.
Sie kann beständig sein, doch unsere Einstellung zu ihr kann variieren, wie ich durch Jacobs Schwester Rebecca lernte. In Beccy steckt eine großartige, aufopfernde Freundin, doch trotzdem sah ich sie eines Tages in Tränen aufgelöst auf der Veranda der Blacks sitzen.
„Freundschaft ist nichts als eine verfluchte Ausrede! Eine Müllhalde, auf die du abgeladen wirst, wenn du überflüssig wirst und die Liebe nicht mehr reicht“, war sie sich nach ihrer letzten Trennung sicher.
Aussagen wie diese sind okay, solange man weiß, dass sie aus dem Affekt heraus entstehen. Aus einer verflossenen Liebe kann keine Freundschaft werden, doch das ist nie die Schuld der Freundschaft.

Freundschaft wird mit der Zeit stärker, wenn sie aufrichtig ist und diese überdauert. Davon überzeugen mich Jacob und Quil jeden Tag.
Als ich mit acht Jahren nach La Push zog, fand ich mich zwischen den beiden Freunden, die sich ihr Leben lang kannten, wieder. Vom ersten Tag an beneidete ich sie um ihre Verbundenheit und war beeindruckt davon, wie blind sie sich vertrauten und wie viel sie voneinander wussten. Ich war mir sicher, niemals zu ihnen gehören zu können, bis die Tage vergingen und sie mir mit jedem Tag näher waren.
„Man merkt schnell, wen man mag und wen nicht“, meinte Quil einmal. „Die Zeit zeigt dann, wer ein wahrer Freund ist – und irgendwann ist er Familie.“

Freundschaft ist trotzdem nicht immer einfach. Das lernte ich durch die wöchentlichen Streitereien mit Jared, der durch seine exzentrische Art regelmäßig in unserem Freundeskreis aneckte.
„Wenn man solche kleinen Dinge nicht verzeiht, kommt man in keiner Freundschaft weit“, redete Embry jedes Mal auf mich ein, wenn ich wieder dazu tendierte, stur zu sein.
Und er hat recht, denn Jareds guten Seiten überwiegen und heute haben wir uns großteils aufeinander eingespielt.

Freundschaft kennt kein Geschlecht, obwohl mir oft eingeredet wird, es wäre so. Doch als mir mein Vater seine neue Freundin vorstellte und ich deren Tochter Jessy kennenlernte, wusste ich, dass dem nicht so war.
Es war nie notwendig, die Fronten zu klären oder Grenzen auszusprechen. Wir waren Freunde – nicht mehr und nicht weniger, egal wie oft unser Umfeld das in Frage stellte.
„Nimm’s mir nicht übel, Paul“, lachte sie letztens laut. „Aber dahin führt kein Weg und wird auch niemals einer führen. Lieb hab ich dich aber trotzdem.“

Freundschaft ist nicht immer ein Mensch. Auch das lernte ich durch Jessy.
Nie steht ihr ein breiteres, zufriedeneres Lächeln im Gesicht, als wenn sie ihre dicke, hellbraune französische Bulldogge Barry ansieht. Er folgt ihr auf Schritt und Tritt, er vergöttert sie und für Jessy ist er ihr bester Freund.
„Alles, was Liebe in sich trägt, kann dein Freund sein“, erzählte sie mir. „Und dieser kleine Kerl hier, der besteht quasi nur aus Liebe.“

Freundschaft ist nicht logisch und oft von außen nicht nachvollziehbar. Meine Freunde Collin und Brady sind dafür das beste Beispiel.
Während Collin schockierend viel Zeit mit Egoshootern und sämtlichen Konsolen, alleine eingesperrt in seinem Zimmer verbringt und oft tagelang nicht zu sehen ist, hat Brady liebend gern eine Horde Menschen um sich geschart, wenn er nicht gerade sein Surfbrett zum Strand schleppt.
Die beiden sind grundverschieden und im Herzen doch unzertrennlich.
„Man muss nicht immer alles benennen. Manchmal ist es einfach ein Gefühl, eine Verbundenheit, die eben da ist – oder auch nicht“, versuchte Brady mir einmal zu erklären, als ich ihn wieder einmal darauf hingewiesen hatte, dass Collin ein wahnsinnig seltsamer Kerl ist.

Freundschaft ist auch ein kleines bisschen Hass – und das sind die besten Freundschaften.
In meinem Leben ist ein solcher Freund Embry Call. Es gibt Jacob und Quil, es gibt Collin und Brady, und es gibt Embry und Paul.
„Hach, es gibt doch kein schöneres Geräusch, als das Knirschen deiner Zähne“, sagt er stets zu mir und grinst mich schief an, wenn er mich wieder einmal auf die Palme bringt.
Und trotzdem ist mir seine Freundschaft mehr wert, als alles andere auf dieser Welt.

Freundschaft kann auch enttäuschen, wie mir Billy Black zu erklären versuchte.
„Genießt eure Jugend, Jungs“, meinte er seufzend zu mir und Jacob, als wir gemeinsam alte Fotos ansahen. „Irgendwann wird jeder sein eigenes Leben führen und Freundschaft wird schnell ersetzt durch die eigene Familie. Egal wie oft man sich schwört, nichts würde sich ändern. Irgendwer geht immer zuerst und Freundschaften zerbrechen. Was sie aber nicht weniger wertvoll macht.“
Er spricht aus Erfahrung, doch ich bin mir sicher, dass Freundschaften, die zerbrechen, keine Freundschaften sind. Ich kann mir nichts und niemanden vorstellen, was meinen Freundeskreis jemals entzweien könnte – schon gar nicht Embry und mich.

Freundschaft ist meine liebste Form der Liebe.
Immerhin hat sie sich bewährt und bestimmt mein Leben. Mit allem anderen hatte ich nie viel anfangen können.

Ich habe keine Freunde, ich pflege keine Freundschaften -  ich liebe und lebe sie.
Denn für mich, hinter verschlossenen Türen, habe ich mir die Worte meines Lieblingsschriftstellers Ralph Waldo Emerson zu Herzen genommen: Der beste Weg, einen Freund zu haben, ist der, selbst einer zu sein.

Ich bin ein guter Freund, meine Freundschaften erfüllen mich mit Stolz.

Ich bin mir sicher, nichts und niemand kann an diesen Grundsätzen etwas ändern.
Bis ich die Welt plötzlich durch andere Augen sehe.


_______________________________

Hallo, ihr Lieben und herzlich willkommen zu meiner neuen Geschichte!
Ich könnte mich selbst ohrfeigen, aber ich kanns einfach nicht lassen. Hats mich mal gepackt, muss ich alles immer sofort hochladen..
Also geht's wieder mal auf eine Reise mit den Wölfen und ich freue mich über jeden, der diese begleiten will :)

Nachdem der Prolog hier noch aus Pauls Sicht geschrieben ist, werden die folgenden Kapitel aus der 3. Person geschrieben werden.
Aber mehr will ich dazu auch gar nicht sagen :D

Wie häufig ich updaten werde, kann ich nicht sagen, aber wie ich mich kenne, öfter als ich sollte.
Dennoch läuft diese Geschichte natürlich neben den anderen Stories und womöglich wird sie auch erst im Mai richtig starten.

Es läuft also nach dem gewohnten Prinzip: Planlos drauf los ;)

In diesem Sinne:
Alles Liebe und bis bald!
xx

Review schreiben