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Eine wahre Herausforderung

GeschichteDrama, Fantasy / P18
Cloud Strife Noctis Lucis Caelum Sephiroth Squall Leonhart
16.04.2019
13.01.2021
33
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13.01.2021 1.738
 
Eines Morgens klingelte es früh an der Haustür von Ryn, gerade hatte sie mit ihren Kameraden das Frühstück beendet; alles wurde ordentlich sauber gemacht und zum Schluss eingeräumt. Währenddessen ging Squall zur Haustür, öffnete diese und grüßte Alessio herzlich, der junge Teenager entschuldigte sich für die frühe Störung:

„Verzeiht die frühe Störung, aber es ist gerade der beste Zeitpunkt das ich euch zum Stadtarchiv bringen kann, ohne dass jemand etwas merkt."

Squall nickte zustimmend und bat Alessio schließlich kurz in das Haus hinein, bot dem Jungen noch was zu Essen und Trinken an, allerdings winkte Alessio dankend ab und versicherte dem Braunhaarigen, dass er bereits gut bei seinen Großeltern gefrühstückt hatte. Dennoch ließ sich Alessio noch zu einem warmen Kakao überreden und nahm in der Küche Platz bis Ryn und die anderen fertig für den Aufbruch waren. Nachdem die Freunde alle fertig waren, das Haus verließen und abgeschlossen hatten, führte Alessio seine Kameraden wie zuvor wieder durch die unbekannten Gassen bis zu einem Seiteneingang des Stadtarchives.

Dort angekommen blickte sich Alessio um, sodass niemand sie entdeckte, erst als die Luft rein war, betätigte er einen Mechanismus an dem Mauerwerk und einen Augenblick später öffnete sich ein geheimer Zugang zum Archiv. Noctis, Cloud, Squall und Ryn blickten ein wenig skeptisch zu Alessio.

„Sicher, das uns niemand erwischen wird?", sprach Ryn.

„Vertraut mir einfach. Ich muss dann los meine Zeitungen für den Tag abholen. Die hole ich immer bei einem befreundeten Mitarbeiter beim Stadtarchiv und der wird dadurch abgelenkt sein und nicht merken, dass jemand das Gebäude betritt".

Beruhigte Alessio seine Freunde, sie nickten ihm schließlich zu, nachdem er ihnen noch eine Wegbeschreibung zu einer Abteilung gab, in der sie vielleicht was zu dem alten Herrenhaus im Wald finden würden. Für einen langen Abschied der Freunde blieb nicht viel Zeit. Alessio musste pünktlich seine Zeitungen abholen und Noctis, Cloud, Squall und Ryn mussten zusehen, dass niemand sie entdeckte. Vermutlich würde es in dem Saal des Archivs einen Angestellten geben der auf Ordnung achtet und auf den sorgfältigen Umgang mit alten Büchern, hoffentlich wussten nicht alle Dorfbewohner von den Unruhen die auf der ehemaligen Farm von Aisha und Richard geherrscht hatten und wer dafür verantwortlich war.

Zunächst führte es die Freunde durch ein altes Kellergewölbe, es war übersichtlich, dennoch recht verwinkelt und dunkel, trotz der Fackeln die die Umgebung erhellten. Es schien die Freunde würden in einer anderen Welt sein, dem war jedoch nicht so. Durch die Weg-Verzweigungen zweifelten Noctis, Cloud, Squall und Ryn ein wenig, ob sie den richtigen Weg ins Archiv finden würden. Wie die Helden es gewohnt waren, blieben sie aufmerksam und blickten sich genau um; die Hände ruhten an ihren Waffen. Ryn musste bei dem Anblick schmunzeln.

„Wir sind hier nicht in einem eurer gefährlichen Abenteuer", neckte sie ihre Begleiter.

Diese zuckten schmunzelnd mit ihren Schultern und gingen weiter vorsichtig voran, als alle jedoch ein merkwürdiges Schmatzen aus einer möglichen Mauernische in dem Gewölbe hörten, erstarrten sie vor Angst, selbst die sonst so mutigen Helden und sie wurden noch aufmerksamer. Das Schmatzen hörte plötzlich auf; ein kleiner Gegenstand fiel zu Boden und es hallte in naher Umgebung, schließlich hörte man wohl einen leichten Flügelschlag und einen Augenblick später fegte eine schwarze Silhouette über die Köpfe von Noctis, Cloud, Squall und Ryn hinweg. Die junge Frau erschreckte sich so sehr, dass sie über einen Stein stolperte und drohte rücklings zu Boden zu fallen.

Sie spürte jedoch einen Widerstand hinter sich und wie jemand sie sanft auffing, in einem schwachen Fackelschein erkannten die Freunde schließlich die ‚gruslige' Gestalt. Es war eine Fledermaus die ihren Standort wechselte oder sich auf Beutefang machte.

„Man, diese alten Kellergewölbe, egal ob in unseren Welten oder hier in der realen Umgebung. Warum sind die immer so gruslig?" warf Noctis in die Runde.

Langsam beruhigten sich Cloud, Squall und Noctis von dem ‚Schock', bei Ryn dauerte es einen Moment bis sie realisierte in wessen Arme sie gelandet ist, als sie schließlich in die Augen von Noctis blickte, wollte sie sich gerade von ihm lösen, bis Cloud und Squall nur bei dem Anblick der beiden schmunzelten. Mit einem neckenden Pfeifen und verschränkten Armen hinter ihren Köpfen wandten sich die beiden von Noctis und Ryn ab und setzten ihren Weg durch das Kellergewölbe fort.

Der Prinz hingegen nutzt die Gelegenheit und ergreift die Hand von Ryn und verschränkte schließlich seine Finger mit ihren. Danach grinste Noctis frech, zwinkerte seiner Freundin zu, pfiff leise und unschuldig während die Brünette ihren Kopf mit einem Schmunzeln schüttelte. Sie ließ die Geste von dem Schwarzhaarigen zu und die beiden folgten schließlich Cloud und Squall bis die ganze Gruppe einen Aufzug erreichte.

Cloud öffnete die hübsch verzierte Gittertür des Aufzugs, betätigte einen Knopf, nachdem die anderen folgten und sie fuhren ein Stockwerk nach oben. Dort angekommen verschlug es den Freunden die Sprache, das Archiv bestand aus einem kleinen, dennoch wunderschönen antiken zwei stöckigen Saal im Barockstil. Erkennbare Zeichen waren die Deckenmalereien mit Engeln und allerlei anderen mythologischen Figuren. Zudem waren die Bauelemente des Saals hübsch mit Blatt- oder Blumenformen verziert. Die edlen Bücherregale auf der oberen Etage schienen in die Steinsäulen des Saals eingearbeitet zu sein, während die unteren Regale von schmalen Marmorsäulen umgeben sind. Vor manchen Regalen war ein verschlossenes Gitter; dort schienen die wertvollsten und womöglich empfindlichsten Bücher zu stehen die nur von geschultem Personal bereit gestellt werden durften.

Dadurch verschwand die Hoffnung von Cloud, Squall, Noctis und Ryn ein wenig ob sie was über das Herrenhaus finden würden. Trotzdem gaben die vier nicht auf und sie gingen gezielt in die Richtung der Regale mit der Stadtgeschichte, selbst wenn sie nichts zum Haus fanden belesen sich die Freunde in verschiedenen Büchern über die Entstehungsgeschichte der kleinen Stadt. So erfuhren sie, dass der Ort schon seit einigen Jahrhunderten existiert und dieser vor langer Zeit von einer Katastrophe heimgesucht wurde. Die Bewohner haben dies bis heute nicht vergessen.

„Da haben wir was!", rief Noctis kurz etwas zu laut.

Dem Schwarzhaarigen war es sofort unangenehm als er den Blick eines Angestellten auf sich ruhen sah und er murmelte leise ‚Verzeihung' und die Person wandte sich vom Prinzen ab. Trotzdem hinterfragten schließlich Cloud, Squall und Ryn ob ind dem Buch was Genaueres drin stand. Noctis versuchte noch mal was zu finden, schüttelte einen Augenblick später jedoch enttäuscht seinen Kopf und stellte das Buch wieder weg. Daraufhin seufzte Ryn und sie wandte sich nach einem kurzen Zögern an den Angestellten, der zuvor den ermahnenden Blick auf Noctis geworfen hatte.

„Verzeiht' noch mal die Störung vor wenigen Momenten"

„Das ist schon vergessen. Kann ich euch weiterhelfen? Es scheint ihr sucht was Bestimmtes", erwiderte der Angestellte.

„Gerne.... wir suchen etwas über ein verlassenes Herrenhaus in einem Wald nicht weit von der Stadt entfernt. Es steht auf einer einsamen aber großen Lichtung", beantwortete Ryn vorsichtig die Frage des Angestellten.

Dieser wurde fast leichenblass, als die junge Frau das Haus erwähnte. Als Ryn das merkte, biss sie sich leicht auf ihre Unterlippe und wollte sich von dem Angestellten abwenden. Zur Überraschung der Brünette jedoch machte sich der junge Mann wortlos auf den Weg in die obere Etage des Archivs und deutete Noctis, Squall und Cloud an, dass sie folgen sollten. Die Gruppe folgte mit einem Nicken und kurz drauf ging der Archivar in eine abgelegene Abteilung, in der an einigen Regalen Gitter angebracht waren.

Zu einem solchen Regal ging der Archivar; holte einen Schlüssel hervor und öffnete damit das Gitter. Vorsichtig schob der junge Mann es auf; suchte einen kleinen Moment nach einem Buch und als er fündig wurde, streifte er sich Handschuhe über und holte das Buch danach vorsichtig hinaus. Es war ein altes, dennoch sehr gut erhaltenes Buch und in edlem dunklem Leder gebunden. Schließlich wird es auf ein Podest gelegt und der Angestellte blättert durch das Buch, bis dieser einen Bericht über das verlassene Haus im Wald fand.

„Hier habt ihr was ihr sucht. Ich lasse euch dann mal in Ruhe. Sagt Bescheid wenn ihr fertig seid."

Nach den Worten ließ der Angestellte Noctis, Ryn, Cloud und Squall alleine. Die Freunde verteilten sich um das Podest und ihre Blicke fielen auf das in historischer Schrift Geschriebene. Allerdings dauerte es eine Weile bis die Freunde überhaupt einige Worte lesen konnten. Es fiel ihnen schwer die alte Schrift zu lesen.

„Toll, wir werden sicher den halben Tag brauchen um das zu lesen", murmelte Noctis.

Der Schwarzhaarige blickte fragend in die Runde; Ryn meldete sich zu Wort und erklärte das sie die alte Schrift lesen konnte. Dennoch überflog sie den Text erst mal, bevor sie anfing die Aufzeichnungen leise und trotzdem hörbar zu lesen.

„Vor Jahrhunderten herrschte ein Weltenbrand; wie durch ein Wunder wurde ein Dorf verschont; vier Helden suchten Ruhe vor ihrer Kriegsmüdigkeit. So landeten sie hier; mit Herzlichkeit wurden sie empfangen und versorgt; passten sich an; lebten sich ein und kehrten dem Militär den Rücken. Jedoch einer der vier gab sich mit der Friedseligkeit nicht zufrieden; wurde ruhelos; vermisste seine Macht im Krieg die er über andere hatte; so begann er Unruhe zu stiften; versuchte Anhänger mit charismatischen Auftreten und Reden um sich zu scharen. Es gelang.

Der Auftakt zu einem Untergang. Der machthungrige Held fing an seine Anhänger auszubeuten; sie sollten die Umgebung für ihn auskundschaften; er litt unter Verfolgungswahn; eine ‚Kriegskrankheit' und wollte einen ruhigen Ort. Eine Waldlichtung. Der perfekte Rückzugsort; ein Haus sollte her; durch Bestechung hatte er ein Vermögen angehäuft; eine Baugenehmigung bekommen und heuerte Bewohner aus anderen Umgebungen an, die sein Haus bauen sollten. Er versprach gerechte Arbeitsbedingungen und gute Löhne... doch seine Versprechungen waren gelogen... er behandelte seine Arbeiter schlimmer wie Sklaven ohne Rücksicht auf Verluste... eine Person bemerkte es... wurde jedoch hingerichtet, bevor sie was verraten konnte...

Der Held hatte scheinbar Ruhe... aber die gequälte Seele kehrte eines nachts als Rachegeist zurück... verfluchte das Haus und den Held auf ewig... Nie wieder sollte er Ruhe und Frieden empfinden... nicht mal nach seinem Ableben..."

Ein Augenzeugenbericht


Plötzliche Stille herrschte auf der oberen Etage im Archiv; entsetzt wichen Cloud, Noctis, Ryn und Squall von dem Buch zurück. Die Freunde suchten den Blick zum Archivar, der die ganze Zeit etwas abseits in der Nähe stand; nur ein Nicken zeigte, dass die Freunde mit dem Lesen fertig waren. Der Archivar ging zu der Gruppe zurück und stellte das Buch wieder sorgfältig weg.

„Ihr solltet gehen. Ihr wisst jetzt mehr, als das Dorf preisgeben möchte."
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