Eine wahre Herausforderung

GeschichteDrama, Fantasy / P18
Cloud Strife Noctis Lucis Caelum Sephiroth Squall Leonhart
16.04.2019
20.08.2019
26
42870
1
Alle Kapitel
15 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 Datenschutzinfo
 
Unterdessen hatte Alessio den kurzen Wald-Pfad bis zum alten Herrenhaus in dem sich Sephiroth immer noch zurückzog hinter sich gebracht und der kleine Junge betrat das Haus, er hatte von Sephiroth einen weiteren Schlüssel bekommen und konnte so jederzeit kommen und gehen wann er wollte.

Alessio schritt durch das große Foyer, stieg die Treppen aus Marmor hinauf, ging in den linken Flügel des Hauses und bemerkte wenig später eine Tür, die einen Spalt breit offen war und Kerzenlicht erhellte einen Gemeinschafts-Raum. Zwar hatte dieses Haus ebenfalls elektrischen Strom, dennoch hatte Sephiroth Lust die Wirkung des Kerzenlichts zu genießen. Der Silberhaarige saß ruhig in einem Sessel, hatte sich eine kuschlige Decke um die Schultern gelegt und zeichnete.

„Hallo, Sephiroth. Entschuldigung wenn ich heute so spät bin.“

Machte sich Alessio gleich bemerkbar um seinen Freund nicht zu erschrecken, weil er so entspannt zu sein schien.

„Das ist nicht schlimm, stelle alles in Ruhe ab“, erwiderte Sephiroth auf die Worte des Jungen.

Alessio stellte die Einkaufstüten auf einen langgestreckten Tisch aus edlem Mahagoni-Holz ab; gesellte sich danach zu Sephiroth und wollte sich gerade hinsetzen, als Alessio sah wie elegant die Hände seines Freundes über ein altes, dennoch sehr gut erhaltenes Stück Papier glitten.

„Was machst du da?“

Wurde der Kleine neugierig und lugte ein wenig über die kräftigen Schultern von Sephiroth, wodurch Alessio sah wie der Silberhaarige gerade liebevoll und fast obsessiv die Gesichtszüge- sowie die langen Haare einer jungen Frau zeichnete. Die Haare der Frau fielen elegant über ihre schlanken Schultern und ihr Gesicht strahlte viel Lebensfreude aus.

„Wow, ich wusste gar nicht, dass du zeichnest. Wer ist das?“

Jedoch konnte Alessio sich seine Frage selber beantworten, als er die Augen der jungen Frau erkannte, die Sephiroth unterdessen zeichnete.

„Ryn…“

Murmelte Alessio und plötzlich hielt Sephiroth mit seinen Handbewegungen inne.

„Woher… weißt du das?“, sprach er betont ruhig.

„Ähem, ich habe sie heute in der Stadt mit ihren Freunden getroffen. Sie hat mich versehentlich angerempelt und wir waren alle als Entschuldigung zusammen Eis essen. Deswegen bin ich so spät heute, dann der lang andauernde Fußmarsch durch den Wald. Du kennst es ja.“

Sephiroth hörte aufmerksam zu, jedoch erhob er trotzdem kurz eine seiner Hände.

„Es ist nicht schlimm, dass du heute spät da bist und du brauchst dich nicht zu rechtfertigen… Aber mit wem war sie… unterwegs?“

Die Stimme von Sephiroth nahm in dem Augenblick einen leicht bedrohlichen Ton an, es ängstigte Alessio, diese Tonart hörte er bei seinem Freund zum ersten Mal. Trotzdem ließ sich der Kleine nicht verunsichern.

„Sie war in Begleitung eines Blonden, eines Braun- sowie Schwarzhaarigen Mannes…“, erklärte Alessio geduldig, zwar hatten sich alle vorgestellt, trotzdem hatte er sich nicht sofort die Namen der drei Männer eingeprägt.

„Cloud, Squall und… Noctis…“

„Genau so hießen sie, ich glaube mit Letzteren wirkte Ryn in einer Situation ziemlich vertraut…“

„WAASSS!?“

Alessio erschreckte sich bei der plötzlich polternden Stimme von Sephiroth und er schmiss seine Zeichnung von Ryn beiseite; ängstlich versteckte sich Alessio hinter einer Couch im Raum. Er konnte ja nicht wissen welche Verbindung zwischen Ryn und Sephiroth bestand. Schließlich hatte der Silberhaarige nie irgendetwas über eine Freundin erwähnt. Als Sephiroth sah wie er Alessio erschrocken hatte, kam er ein wenig zur Besinnung. Er wollte dem Kleinen keine Angst einjagen, denn Alessio ist ihm im Laufe der Zeit sehr ans Herz gewachsen und so etwas war selten bei Sephiroth.

„Entschuldigung, ich wollte dich nicht ängstigen… Ryn~... ist mir~… ziemlich wichtig~…“

Alessio kroch noch ein wenig verunsichert hinter der Couch hervor.

„Verstehe… Hast du sie deswegen… gezeichnet?“

Sephiroth nickte: „Ja, sie fehlt mir ziemlich und ich hoffe, dass sie nicht… Ach egal… Es ist ein Thema zwischen Erwachsenen…“

„Schon klar,… ich bin erst 15 Jahre, aber sowas verstehe ich schon…“

Bei den Worten beließ es Alessio, er wollte nicht erwähnen, ob Sephiroth befürchtete, dass er Ryn an diesen Noctis verlieren könnte; Alessio wollte nicht noch mal erleben wie sein Freund wohl ausrastet. Sephiroth lächelte leicht auf die Worte des Jungen, ging zur Zeichnung zurück und legte diese liebevoll auf den Tisch zurück nachdem er sanft über das gezeichnete Gesicht von Ryn strich.

„Es wird mal wieder Zeit, dass ich in die Stadt gehe“, sagte Sephiroth.

„Jetzt noch?“, fragte Alessio.

Der Silberhaarige nickte, bevor er jedoch in die Stadt ging, nahm er die Einkaufstüten und ging mit Alessio in die Küche. Dort packten die beiden die ganzen Einkäufe aus und verstauten sie ordnungsgemäß.

Danach zog sich Sephiroth einen seiner neuen Mäntel über und er würde Alessio mit in die Stadt nehmen. In diesem Haus würde er den Kleinen niemals alleine zurück lassen; durch die Tatsache, dass sich manchmal merkwürdige Dinge ereignen, die in diesem Haus wohl Einzug gefunden haben und selbst Sephiroth einen eiskalten Schauer über den Rücken jagten. Trotzdem blieb er weiterhin hier, da sich alles noch in Grenzen hielt und Sephiroth mittlerweile auch Räume gefunden hatte, die von diesen merkwürdigen Ereignissen verschont blieben. Aus welchen Gründen auch immer und in diesen Räumen hielt sich der ehemalige Elite-Soldat lieber auf. Dazu gehörte beispielsweise der Gemeinschafts-Raum.

Derweil war an Schlaf im Haus von Ryn nicht zu denken, die neuen Informationen die sie von Alessio erhalten hatten ließen Squall, Cloud, Noctis und Ryn keine Ruhe. Selbst wenn die vier überhaupt keine Ideen hatten was Tragisches in der Stadt vor Jahren passiert sein könnte. Hatte es mit Richard und Aisha zu tun? Hing etwas mit der Farm zusammen? Oder geschahen gänzlich andere Sachen? Den Freunden rauchte der Kopf und es ärgerte sie, dass sie keine Ideen hatten und nicht mal einen Ansatz fanden, mit dem sie anfangen konnten zu recherchieren.

„Ich gehe mal an die frische Luft und versuche einen klaren Kopf zu bekommen“, wandte sich Ryn an ihre Freunde.

„Soll einer von uns mitkommen?“, erwiderte Squall.

„Nein, ich bin nur im Hinter-Garten, der ist nicht groß. Ihr müsst mich nicht ständig bewachen“, zwinkerte sie Cloud, Squall und Noctis zu.

Ryn meinte es als Scherz und überhaupt nicht böse, trotzdem brauchte sie einfach mal einige Momente für sich alleine. Selbst wenn sie in den letzten Wochen oder Monaten Spaß mit Cloud, Squall und Noctis hatte und auch der heutige Tag in der Stadt sehr lustig mit ihnen war, so war es ihr manchmal schon ein wenig unangenehm um nicht zu sagen lästig, dass sich ihre Freunde ständig um sie sorgten. Wirkte sie wahrhaftig so zerbrechlich seit Sephiroths Verschwinden? Ryn seufzte, zog sich ihre bequeme Turnschuhe an, warf sich einen wärmenden Trenchcoat über und verließ das Haus durch eine Hintertür, die hinaus in den kleinen Garten führte.

Mittlerweile war es stockfinster; es war Neumond und nur einige elegante Solar-Lampen in einigen Blumenbeeten spendeten schwaches Licht. Es war kalt und seltsamerweise hatte Ryn das Gefühl beobachtet zu werden, obwohl es bei ihr zu Hause sicher war. Etwas verunsichert lief sie zu einer naheliegenden Scheune, die man im schwachen Licht erkannte. Sie trat in die Scheune ein und nahm sich eine Taschenlampe. Plötzlich hörte sie ein Rascheln hinter einem Baum und wie näherkommende; schwere Schritte sich einen Weg hinter sie suchten; einen Augenblick später wie etwas über ihre Seiten strich, es folgte kalte Haut; die sich in ihre Schulterbeuge legte und zuletzt erklang eine Stimme…
Review schreiben