One Piece - Gefangen zwischen den Traditionen

GeschichteRomanze, Fantasy / P16
Corby Helmeppo OC (Own Character) Smoker "der Weiße Jäger" Tashgi
15.04.2019
18.10.2020
22
80.973
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18.10.2020 3.330
 
Vizeadmiral Momonga

Es waren zwei Wochen vergangen, nachdem die Prinzessin in der Arena das Bewusstsein verloren hatte. Sie wurde sofort in den Op gebracht, die ganze drei Stunden gedauert hatte. Danach wurde sie in den Aufwachraum gebracht und erst am nächsten Tag kam sie zu Bewusstsein. Im ersten Moment hatten die Ärzte den Verdacht, ob sie bleibende Schäden davontrug. Doch zu ihrem Glück war dem nicht so. Dr. Fischbonen hatte ihr Bettruhe verschrieben, das gleiche galt für Tashigi und den anderen Prüfungsteilnehmern. Jeder Einzelne von ihnen hatte verdammt gute Arbeit geleistet, so dass Generalkommandant Kong sie alle die Prüfung zum Kapitän zur See bestanden. Bei den anderen Prüfungsteilnehmern kam das nicht gut an, so dass in der Hinsicht sich eine angespannte Atmosphäre breit machte. Und was Amaru anging: Er hatte überlebt und so nahm die Marine ihn fest und sperrten ihn ein. Seine Anhänger konnten nur Tod geborgen werden. Amaru wird seither rund um die Uhr verhört, doch er schwieg wie ein Grab. Die Soldaten waren sich sicher, dass diese Cyborgs mit Amarus Fähigkeiten zu tun haben mussten, denn sie haben sich von selbst abgeschaltet. Zu den näheren Untersuchungen wurden sie in das Labor von Dr. Vegapunk, den Chefwissenschaftler des Marinehauptquartiers, gebracht. Doch bisher hatten sie noch keine Informationen erhalten.
Die Marine stand kurz daraufhin im engen Kontakt mit den Gorōsei und hielten mehrere Kriegsräte ab. Auch die Regenten der Länder, die an der Reverie teilnahmen, bekamen Wind von der Sache. Und es dauerte nicht lange, bis die Öffentlichkeit von dem Geschehen auf Nihon no Kuni erfuhren. Während dieser Tage klingelten die Teleschnecken in der Zentrale ununterbrochen. Alle wollten Antworten. Momonga hatte sich an diesem Tag nach einer weiteren Sitzung zurückgezogen und saß in der menschenleeren Kantine an einem Tisch. Vor sich hatte er die Tageszeitung ausgebreitet und sah aus dem Fenster. Er beobachtete die Möwen beim Fliegen und musste an seinen Vater denken. Damals hatte er nie viel Zeit für ihn gehabt, weil er sehr mit der Arbeit beschäftigt war. Er war angesehener Vizeadmiral bei der Marine gewesen. Für ihn waren die Tage an denen sein Vater mit ihm zusammen war, etwas ganz Besonderes. Einmal waren sie am Meer gewesen und sie haben gemeinsam die Möwen beobachtet. Eine Möwe hatte seinem Vater auf die Schulter geschissen, was ihn jedoch zum Lachen, statt zum Ärgern gebracht hat. Er meinte, wenn ein Vogel auf ihn drauf kackt bringt das Glück. Möwen verkörperten das Meer und waren das Symbol für Freiheit. Sie gehörten zu seinen Lieblingstieren und nicht nur das. Das war darauf zurückzuführen, dass das Symbol der Marine eine stilisierte Möwe ist, die einen horizontalen Schraubenschlüssel hält. Er war mit Leib und Seele ein Soldat der Gerechtigkeit gewesen.
„Dein wievielter Kaffee war das heute schon?“, fragte Stainless.
„Einer“, sagte Momonga.
„Und die davor?“
„Sechs“
Stainless setzte sich zu ihm und schob ihm eine Tasse dampfender Kaffee entgegen. „Da kann noch einer nicht schaden“
„Ein Sake wäre mir im Augenblick lieber“, grinste Momonga.
Stainless boxte gegen seine Schulter und lachte ihn herzlich an. Seine Lachfalten zogen sich bis zu seinen Augen hoch und er strahlte wie ein Honigkuchenpferd. Das hatte sich nach all den Jahren nicht verändert, selbst dann nicht, als sie der Marine beigetreten waren. Er hatte einen weißen Jogginganzug an. Auf seiner Brust zierte das blaue Wappen der Marine. Momonga hatte ihn schrecklich vermisst.
„Wie geht’s deinen Verletzungen?“, fragte er.
„Sie heilen, wenn auch nur langsam, aber sie heilen“, sagte Stainless
„Und?“
„Ich bin jetzt für einen Monat krankgeschrieben. Dann werde ich einem Test unterzogen, um festzustellen, ob ich den Dienst wieder aufnehmen kann. Doch ich denke, es steht schlecht für mich“
„Das is’n Scherz?“
„Das dachte ich zunächst auch. Aber wir müssen uns eingestehen, dass wir nicht mehr die Jüngsten sind, Momonga. Dieses Kapitel ist für mich abgeschlossen“
„Gibst du jetzt einfach auf?“
„Nein, aber ich sehe den Tatsachen ins Auge. Ich habe mir ein paar Gedanken darüber gemacht und vielleicht ist es gut so. Ich kann meine Tochter beim Aufwachsen zusehen“
Momonga schwieg, weil er einsah, woraufhin er hinauswollte. Seine Frau Akina und seine Tochter Nanao waren sein ein und alles. Stainless nahm ein Schluck von seinem Kaffee.
„Hast du die Zeitung schon gelesen?“, fragte Momonga.
„Wer nicht? Die Zeitungen liegen überall und es wird darüber geredet“
Das Bild von König Yukiji zierte das ganze Titelblatt. Darunter stand die Schlagzeile:

König Yukiji Kaname ist Tod


In dem Artikel ging es darum, dass durch die plötzliche Anwesenheit der Marine auf der Insel Nihon no Kuni für viele Spekulationen gesorgt hat. Zunächst waren erneut die Gerüchte über den körperlichen Gesundheitszustand des Königs aufgekommen. Anlass für die Spekulationen war der komplette Rückzug, seitens des Königs gewesen. Es wird darüber spekuliert, dass die Todesfälle, die die Familie in den letzten Jahren ertragen mussten, den König seelisch sehr mitgenommen haben. Weiter im Text wurde darüber diskutiert, wo sich die Prinzessin zurzeit aufhielt, da sie ab diesen Zeitpunkt nicht mehr gesichtet wurde. Andere mutmaßten darüber, ob der König von einem alten Feind ermordet worden ist, doch das konnten sie nicht beweisen. Wieder andere spekulierten, dass die Prinzessin etwas mit dem Tod ihres Vaters zu tun hatte. Es bestand der Verdacht, dass der König es sich anders überlegt hatte, seine Tochter als sein Nachfolger zu wählen.
„Der Tod des Königs ist für diese Blutsauger, ein gefundenes Fressen“, sagte Momonga und massierte sich den Nasenrücken.
Stainless schob die leere Reisschale und den Samosateller auf die Seite und griff zur Zeitung. „Du bist immer noch nicht gut auf die Presse zu sprechen, was?“
„Sie sind wie Kakerlaken, die man nicht losbekommt“, fuhr Momonga fort.
„Sie machen doch auch nur ihren Job!“
Momonga rümpfte die Nase. „Ja, in dem sie Theorien aufstellen und Lügen verbreiten!“
Stainless blätterte in der Zeitung. „Wie viel Jahre ist das jetzt her? Ich dachte du hättest die Frau hinter dir gelassen!“
„Ja, wie denn? Jeden verdammten Tag sehe ich ihren Namen in der Zeitung“
„Wie war ihr Name noch gleich?“
Momonga stoppte Stainless beim Blättern der Zeitung und drückte seinen Zeigefinger auf einen Artikel.
„Watabe Kisha“, las Stainless laut vor.
„Wie sie leibt und lebt!“
Momonga wechselte vom Schneidersitz in den Fersensitz und nahm die Kaffeetasse zwischen die Hände.
„Verschwende deine Zeit nicht mit dieser Frau!“, sagte Stainless.
Kisha war eine ausgezeichnete Journalistin und noch bessere Schauspielerin. Ein Mann hatte vor einigen Jahren die Zentrale des Zeitungsverlags Maichyo mit einer Waffe gestürmt und Geiseln genommen. Momonga war die leitende Kraft, dem Ganzen ein Ende zu setzten. Er verhandelte mit dem Geiselnehmer vor Ort und schaffte es sogar ein paar Soldaten unbemerkt in das Gebäude zu schicken. Doch der Geiselnehmer hatte die Soldaten entdeckt und flüchtete mit einer Geisel: Watabe Kisha. Er stellte den Geiselnehmer auf dem Dach des Verlags und verwickelte ihn in ein Gespräch. Die Scharfschützen erledigten den Rest und Kisha kam unbeschadet frei. Ein paar Wochen später auf der G1, begegnete er ihr erneut und sie wollte sich bei ihm mit einem Essen bedanken. Es war angenehm sich mit ihr zu unterhalten und es führte dazu, dass sie nach ein paar Wochen im Bett landeten. Er hatte auch ihr gegenüber Gefühlen entwickelt, doch dann erschien plötzlich ein Artikel, dass ihn aufhorchen ließ. Kisha hatte einen Artikel geschrieben, in dem Details veröffentlicht worden sind, dass niemand außer der Marine wissen konnte. Momonga hatte sie sofort zur Rede gestellt, was sie jedoch abstritt. Doch er glaubte, dass er für sie nur ein Mittel zum Zweck war, um an geheime Informationen heranzukommen. Er beendete die Beziehung und ging ihr aus dem Weg. Sie gab nach einiger Zeit auf, ihn aufsuchen zu wollen.
„Wie geht es eigentlich Ririchiyo?“, fragte Stainless und klappte die Zeitung zusammen.
„Ich denke gut soweit“
„Du hast sie noch nicht auf der Krankenstation besucht?“
„Nein, noch nicht. Ich hatte viel um die Ohren“
„Vielleicht solltest du zu ihr gehen. Ein bekanntes Gesicht zu sehen, würde sie sich sicher etwas wohler fühlen!“
Momonga sah ihn an. „Wieso klingt es bei dir immer so, als ob dass ein Befehl ist und nicht wie ein gut gemeinter Rat!“
„Ein weißer alter Mann sagte mal zu mir: Wenn sich jemand im Kreis bewegt, hilf ihm den richtigen Weg zu finden“
Momonga schüttelte grinsend den Kopf. Es war klar, dass Stainless mit den Sprüchen seines Vaters nur um sich warf. Doch er ist Stainless sehr dankbar, denn er hielt somit seinen Vater am Leben. Stainless und Jonathan standen nach dem Tod seines Vaters immer an seiner Seite. Mit ihnen konnte er immer über seinen Vater reden, während seine Mutter den Gesprächen aus dem Weg ging. Bis heute ist sie nicht über den Verlust hinweggekommen.
„Ich muss langsam los“, sagte er schließlich.
„Ja, dass solltest du. Frauen sollte man nicht warten lassen“, grinste Stainless.
Momonga griff nach seinem Jackett und stand auf. „Unglaublich, dass ich dich vermisst habe“
Stainless brach in schallendes Gelächter aus.
Momonga wollte nach dem Teller greifen, doch Stainless hielt ihn mit einer Handbewegung davor ab.
„Ich mach das schon. Geh du nur“
„Ich dank dir“
„Du kannst mir noch früh genug danken“
Damit verabschiedete sich Momonga und griff nach den Unterlagen.
„Grüße Akina und Nanao von mir“
„Ja, mach ich“
Kurzerhand verschwand er, nach dem er seine Schuhe angezogen hatte, aus der Kantine.

Prinzessin Ririchyio

Sie schmeckte das Salz auf den Lippen und spürte, wie der Wind durch ihr Haar tanzte. Grau-weiße Wolken bedeckten den blauen Himmel. Die Möwen schrien von der Ferne und ließen sich vom Wind treiben. Sie beobachtete das Meer, und hörte den rauschenden Wellen zu. Am liebsten würde sie am Strand entlang spazieren, genau da, wo die Wellen langsam im Sand ausliefen.
Sie wollte das Wasser auf ihrer Haut spüren und sich wie ein kleines Kind freuen, wenn sie eine Muschel oder eine Krabbe fand. Doch das Hauptquartier der Marine besaß keinen Strand. Das Wasser peitschte gegen die kahlen Mauern. Sie stand an der Reling einer riesigen rechteckigen Terrasse, der zu einem botanischen Garten ausgebaut worden war.
Allmählich löste sie den Blick vom Meer und sah auf ihre Handflächen. Sofort schloss sie sie zu Fäusten und biss sich auf die Lippe. Ihr liefen die Tränen unkontrolliert herunter und sie spürten wie ihre Augen brannten. Ihre Wunde begann zu pulsieren. Sie hielt sich die Stelle und versuchte sich zu beruhigen.
„Prinzessin Ririchiyo, Sie sollten sich ausruhen“, sagte ein Soldat.
Der junge Soldat mit den rosa Haaren und dem grünen Stirnband, hatte man zu ihrer eigenen Sicherheit an ihre Seite gestellt. Er begleitete sie auf Schritt und Tritt überall hin.
„Habt Ihr mir zugehört?“, fragte er.
„Ich habe Sie gehört, Stabsoffizier Koby. Einen Augenblick noch“
„Verzeihen Sie mir, aber Sie stehen genau in der Schusslinie! Ein Scharfschützte könnte Sie sofort töten“
Ririchiyo wischte sich die Tränen weg und drehte sich um.
„Wer zur Hölle soll mich hier denn treffen?“, fragte sie.
Sie zeigt auf das offene Meer, auf dem kein Schiff zu sehen war.
„Man könnte Sie vom Aussichtsturm erschießen!“
„Warum sagen Sie das?“
„Weil es die Realität ist! Wir wissen immer noch nicht, wie der Feind hier eindringen konnte. Sie könnten sich unter die Soldaten gemischt haben! Und falls ich Sie daran erinnern darf, Ihnen wurde eine Klinge durch den Körper gebohrt.“
Sie schlug die Hände über den Kopf. „Gott“
In ihr sträubte sich alle. Nichts hatte sich verändert. Erst auf ihrer Heimatinsel und nun hier im Hauptquartier.
„Prinzessin, ich…“
„Ich hab’s verstanden!“, unterbrach sie ihn.
„Ich habe nicht vor, Sie zu ärgern!“
„Ich…“
Ririchiyo brach ab, als es ihr im Hals kratzte und sie hielt sich mit den Händen den Mund zu.
„Was habt Ihr?“, fragte Koby besorgt.
Ein Reizhusten überkam sie und sie sank auf die Knie. Sie hustete so stark, dass sie das Gefühl hatte sich übergeben zu müssen.
„Was ist passiert?“, fragte eine aufgeregte Stimme, die Ririchiyo kannte, aber nicht einordnen konnte.
„Keine Ahnung, wir haben gerade gesprochen und dann bekam sie einen Hustenanfall“
„Los hilf mir, sie auf die Bank zu setzen“
Sie spürte wie zwei starke Arme sie zu einer Bank führten und sie dort platzierten.
„Hol ein Glas Wasser. Schnell“
„Ja“, antwortete Koby und verschwand kurz.
„Sie hätten noch im Bett bleiben sollen“, sagte er zu ihr.
Er strich ihr ein paar Haarsträhnen hinters Ohr, als Koby mit einem Glas Wasser zurückgerannt kam. Ihr wurde ein Glas an den Mund gehalten, dass sie dankend annahm. Das kühlend nasse Wasser tat ihrem Rachen gut, so dass der Reiz im Hals abebbte.
„D-danke“, stammelte sie und nahm noch einen Schluck Wasser.
„Warum ist sie nicht in ihrem Zimmer?“
„Aye, Vizeadmiral Momonga. Der Arzt hat gemeint, dass sie sich etwas die Beine vertreten soll, damit ihr Kreislauf wieder in Schwung kommt“, antwortete Koby. Als sie aufsah, sah sie Momongas Irokesen.

Vizeadmiral Momonga

Eine Krankenschwester hatte ihm am Eingang des Krankendistrikts abgefangen und ihm mitgeteilt, wo er die Prinzessin finden konnte. Wie Stainless, trug sie den gleichen weißen Jogginganzug. Zusätzlich hing eine dunkelblaue Strickjacke um ihre Schultern. Koby salutierte ihm zu, als er ihn angeblafft hatte.
„Stabsoffizier Koby hat nichts falsch gemacht. Es war meine Schuld. Er wollte mich gerade zurück ins Zimmer bringen, doch ich wollte noch etwas bleiben“
Ihr Anfall schien sich etwas beruhigt zu haben. Ein paar Haarsträhnen vielen in ihr Gesicht. Er nickte ihr zu. In ihrem Gesicht zeigte sich Erschöpfung ab. Sie war etwas blass um die Nase und ihre Augen waren gerötet. Er wusste nur zu gut, was in ihr vorging.
„Sie haben mich belogen, Vizeadmiral Momonga“, presste sie zwischen den Zähnen hervor.
„In welcher Hinsicht?“, fragte er verwundert.
Ihr Körper fing an zu zittern. „Sie wussten schon ab dem Zeitpunkt, als wir uns zum ersten Mal auf dem Schiff begegnet sind, dass mein Vater …Tod ist“
„Lassen Sie uns kurz allein“, wandte sich Momonga an Koby.
Dieser nickte und verbeugte sich, bevor er sich von ihnen entfernte.
„Ich tat es nur zu eurem Schutz“
Sie schluchzte. „Hören Sie auf zu lügen!“
Sie kauerte auf der Bank und hielt sich den Kopf. Er bekam das Bedürfnis sie in die Arme zu nehmen und wollte ihr sagen, dass alles gut werden würde. Doch das wird es nicht werden. Er zögerte, ob er sie in die Arme nehmen sollte. Schließlich entschied er sich seine Hand auf den Kopf zu legen.
„Hören Sie, wenn das sofort öffentlich gemacht worden wäre dann…“
Sie sah auf und schlug die Hand weg. Ohne jede Vorwarnung sprang sie auf, ließ das Glas fallen und brüllte ihn an. „Lügen!“
Plötzlich schlug sie mit den Fäusten auf seine Brust ein.
„Das sind alles Lügen!“
Die Schläge taten nicht sonderlich weh. Sein Herz wurde jedoch schwer, als er die Prinzessin so schutzlos und hilflos sah.  Sie höre auf, auf ihn einzuschlagen.
„D-das muss … eine Lüge sein. Das kann… nicht…“, schluchzte sie und lehnte ihren Kopf gegen seine Brust.
Momonga schloss die Augen und schluckte.
„Ich…warum…habe nur ich…überlebt“, wimmerte sie und griff in sein Jackett.
Sofort zog er sie in die Arme, als er merkte, dass sie zusammenbrach. Er rutschte mit ihr zu Boden und tätschelte ihr den Rücken. Sie weinte und schrie es fast heraus. Ihr weinen ging ihm durch Mark und Bein, das ihm förmlich das Herz brach.
Koby kam in Begleitung von Shoto und einer Krankenschwester angerannt.

Gemeinsam brachten sie die Prinzessin in ihr Krankenzimmer. Die Krankenschwester verabreichte ihr ein Beruhigungsmittel, dessen Wirkung sofort einsetzte. Ririchiyo starrte starr an die Decke und sagte kein Wort.
„Wie sieht es aus Schwester?“, fragte Shoto.
Die Krankenschwester mit den Afrolocken sah sie drei nacheinander an.
„Sie sollte sich jetzt ausruhen. Jede Aufregung verhindert den Heilverlauf der Operation“
„Alles klar. Wir müssen nur noch etwas mit ihr besprechen und dann wären wir auch schon weg“
„Beeilen Sie sich! Wenn ich Sie in einer Stunde hier drinnen erwische, dann schmeiße ich Sie hier raus!“
Sie stupste ihm mit ihrem Finger gegen seine Brust und sah ihn finster an.
„Versprochen“, antwortete Momonga und hob abwehrend die Hände.
Nachdem die Krankenschwester den Raum verließ wandte sich Momonga der Prinzessin zu. Sie setzte sich gerade auf und rieb sich den Nasenrücken.
„Prinzessin, Sie sollen liegen bleiben!“, befahl Shoto und drückte sie vorsichtig zurück aufs Kissen.
„Ich muss die Mörder meines Vaters finden!“
„Das ist unser Job! Sie sollten sich ausruhen“, sagte Momonga.
„Sie sollten auf die Krankenschwester hören, Prinzessin“, sagte Koby.
„Krankenschwester sind Sie auch, Vizeadmiral Momonga?“, lachte Ririchiyo plötzlich.
„Ähhh…d-das habe ich nicht so gemeint“, stotterte Koby.
Momonga sah zu Koby und bildete sich ein, dass der junge Soldat etwas rot um die Nase wurde. Das Lachen der Prinzessin veranlasste ihn dazu sie anzulächeln.
Die Prinzessin hörte auf zu lachen und sah ihm direkt in die Augen. Die Erschöpfung war deutlich in ihr Gesicht geschrieben.
„Nennen Sie mich einfach Ririchiyo“, sagte sie.
Momonga hob die Augenbrauen. Er wusste nicht, ob das ihr Ernst war oder, ob das die Nachwirkungen des Schmerzmittels waren. „Sie, als zukünftige Anwärterin des Familienoberhauptes Yukiji, sollten doch gemäß den Traditionen ihres Titels angesprochen werden“, sagte Shoto und deckte die Prinzessin zu.
Ririchiyo kuschelte sich in das Kissen. „Als ob das davor schützen würde, von einem zukünftigen König sich unsittlich, mir gegenüber zu verhalten“
Shoto zog die Stirn in Falten. „Von wem sprecht Ihr?“
Ririchiyo schwieg.
Shoto legte ihr seine Hand auf den Kopf. „Ririchiyo!“
„Ich spreche von Prinz Gardoa“
„Prinz Gardoa von Bourgeois?“, wiederholte Shoto.
„Ja“
Koby legte seine Stirn in Falten. „Wer ist das?“
„Prinz Gardoa ist der älteste Sohn der Königsfamilie Sato. So wie Prinzessin Ririchiyo, ist auch er ein Anwärter auf den Thron, um König zu werden. Das Königreich Bourgeois liegt auf der Grandline und hat ein enges Verhältnis mit dem Königreich Nihon no Kuni. Er ist ein Vorzeigeschüler auf der Universität von Bourgeois. Seine Fächer auf der Uni sind Politikwissenschaften und Wirtschaft. Von seinen Kommilitonen wird er hoch gelobt und sehr geschätzt“
„Sie wissen viel darüber Bescheid“, stellte Shoto fest.
„Und wo liegt das Problem?“, unterbrach Koby ihn.
„Es hat sich etwas auf dem Campus ereignet, von dem nur wenige Menschen mitbekommen haben“, sagte Momonga und verschränkte die Arme vor der Brust.
„Was meint Ihr?“, hakte Shoto nach.
„Eine junge Studentin hatte Prinz Gardoa bei dem Direktor gemeldet, dass er sich ihr gegenüber unsittlich verhalten hatte. Es wurden Ermittlungen aufgenommen, doch die verliefen in den Sand. Kurz darauf verstand die Studentin und sei bis heute nicht mehr aufgetaucht“
„Und wie hieß die Studentin?“
„Den Namen weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, nachdem Gardoa beschuldigt wurde, hagelte es Drohungen gegenüber der Familie, die von einfachem Haus abstammten“
„Was hat er getan, Prinzessin?“, fragte Koby.
„Sagen wir es so. Er konnte seine Finger nicht bei sich lassen“
Momonga bemerkte, wie Shoto die Hände zu den Fäusten ballte und sich mühe gab sich nichts anmerken zu lassen.
„Alles schön und gut, aber würde Prinz Gardoa so weit gehen?“, fragte Koby.
Momonga sah zu Koby. „Was meinen Sie?“
„Ich möchte niemanden etwas unterstellen. Aber nehmen wir doch an, dass Prinz Gardoa mit Zurückweisungen nicht umgehen kann. Und sein Ego sei so groß bzw. noch größer, als dass was wir bereits wissen. Ist es denn die Möglichkeit, dass Gardoa aufgrund dessen den Anschlag auf den König geplant hat, um sich so an Ihnen, Prinzessin zu rächen“
Es breitete sich eine unwohle Stille im Zimmer aus, bis Shoto sie mit einem Räuspern unterbrach.
„Ich würde nicht behaupten, dass ich Gardoa kennen würde. Ich bin ihm seit seinen jungen Jahren mehrmals begegnet, aber dass er so eine komplexe und vertuschte Aktion innerhalb von wenigen Stunden planen konnte, das bezweifle ich. Es muss Monate, wenn nicht sogar Jahre vorher geplant worden sein“
„Ich bin Prinz Gardoa nie begegnet, aber wie Sie ihn beschrieben haben, glaube ich nicht, dass er dazu im Stande ist. Er besitzt vielleicht nur ein großes Ego, mehr nicht“, fuhr Momonga fort.
„Vielleicht“, sagte Ririchiyo, „aber es gibt noch jemanden, der mein Vater ein Dorn im Auge sein könnte“
„Und wer sollte das sein?“, fragte Shoto.
„Gardoas Vater, König Sato“

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Guten Morgen ihr Lieben,

ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen meines neuen Kapitels. :)

LG Shirayuri

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